DVD-Rezension: Once Upon a Time, Staffel 6

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Können Märchen wahr werden? Für die deutschen "Once Upon a Time"-Fans auf jeden Fall. Obwohl erst im Dezember die fünfte Staffel auf DVD veröffentlicht wurde, zaubert ABC knapp zwei Monate später bereits Staffel 6 aus dem Serientresor hervor.

Inhalt

Foto: Ginnifer Goodwin & Josh Dallas, Once Upon a Time - Copyright: 2019 ABC Studios
Ginnifer Goodwin & Josh Dallas, Once Upon a Time
© 2019 ABC Studios

Nachdem Regina sich von der Bösen Königin gelöst hat, taucht diese in Storybrooke auf und sorgt für reichlich Probleme. So belegt sie Snow und David mit einem schrecklichen Fluch. Während die beiden versuchen den Fluch zu brechen, kämpft auch Emma mit einer großen Bürde. Denn obwohl sich ihr Happy End mit Hook in greifbarer Nähe befindet, wird sie von Visionen heimgesucht, die ihr offenbaren, dass nur ihr eigener Tod zu der Erlösung Storybrookes führen kann.

Rezension

Bereits zu Beginn von Staffel 6 wird deutlich, dass sich die Serie nun wieder auf die Vorstadtmentalität konzentriert, die vor allem innerhalb der ersten beiden Staffeln im Fokus stand. Darüber hinaus ist anzumerken, dass mit der sechsten Staffel zum ersten Mal seit drei Staffeln auf die Aufteilung in zwei Staffelhälften verzichtet wurde, sodass nun die meisten Handlungsstränge über die ganze Staffel geführt wurden, was mal wieder eine echte Abwechslung zu den vergangengen Staffeln darstellte.

Nachdem bereits fast alle großen Disneyfilme in "Once Upon a Time"-Manier interpretiert und im Laufe der fünf Staffeln in den Handlungsbogen mit eingebunden wurden, gab es noch einen Film, dem noch keine Beachtung geschenkt wurde: "Aladdin". Dies holt die Serie nun in Staffel 6 nach, wodurch Aladdin und Sultanstochter Jasmine zu den bekanntesten neuen Figuren gehören. Die Einführung kommt allerdings nicht von irgendwo. Da Staffel 6 die Mythologie um den Retter in den Fokus stellt und die Frage in den Raum wirft, wie das Happy End für einen Retter aussieht, ist diese Einführung mehr als sinnvoll, da Aladdin bei "Once Upon a Time" ebenfalls einst ein Retter war. Allerdings hat er diese Berufung verloren.

Foto: Rebecca Mader & Lana Parrilla, Once Upon a Time - Copyright: 2019 ABC Studios
Rebecca Mader & Lana Parrilla, Once Upon a Time
© 2019 ABC Studios

Die zu Beginn der Staffel auftauchenden neuen Figuren standen meist im Zusammenhang mit dem Land der unerzählten Geschichten. Die Idee hinter diesem Reich fand ich in der Hinsicht sehr spannend, dass die Autoren nun einen Weg gefunden haben, bei dem sie sowohl neue Geschichten erzählen können, als auch Storylines wieder aufgreifen können, die vor etlicher Zeit bereits angeschnitten, aber dann nicht weiter thematisiert wurden. Allerdings war ich recht verwundert, als die Storyline um das Land der unerzählten Geschichten sowie um die frisch eingeführten Charaktere Dr. Jekyll und Mr. Hyde so abrupt nach der Einführung wieder beendet wurde, wodurch deutlich wurde, dass diese lediglich als Mittel zum Zweck eingesetzt wurden, um die Geschichte um Reginas Trennung von ihrer dunklen Seite einzuleiten. Die Böse Königin stellt innerhalb der sechsten Staffel einen der wichtigsten Antagonisten dar. Obwohl zunächst unklar war, welche Absicht die Königin verfolgt, wurde letztendlich offenbart, dass sie noch immer auf der Jagd nach Snows Herz ist. Schlussendlich belegt sie Snow und David mit einem Fluch, der sich über weite Teile der Staffel zieht, jedoch kann diese Storyline keine große Spannung aufbauen.

Foto: Colin O'Donoghue & Jennifer Morrison, Once Upon a Time - Copyright: 2019 ABC Studios
Colin O'Donoghue & Jennifer Morrison, Once Upon a Time
© 2019 ABC Studios

Wesentlich spannender und zu den Highlights der Staffel gehören Emmas Visionen. Obwohl Emma und Hook nach den großen Schwierigkeiten der vergangenen Staffel durchaus einen Moment voller Zweisamkeit und Glück miteinander verdient haben, ist ihnen dieser nicht vergönnt, da Emma nun mit düsteren Versionen zu kämpfen hat. Diese Versionen stellen sich als echten Schock heraus, da offenbart wird, dass nur Emmas Tod im letzten Kampf die Erlösung für Storybrooke bringt. So soll Emma im Duell von einer düsteren Gestalt getötet werden, woraufhin sich die Frage stellt, wer Emmas Gegenspieler im Kampf sein wird. Dieser wird letztendlich als Gideon, der Sohn von Belle und Mr. Gold, enthüllt. Der letzte Kampf, der von der Schwarzen Fee, einer durchaus sehenswerten Antagonistin, herbeigeführt wurde und auch das Staffelfinale darstellte, war spannend inszeniert und hat mich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder dazu gebracht, so richtig mit zu fiebern.

Da sowohl die Guten als auch die Bösen im Verlauf dieser Schlacht die richtigen Entscheidungen getroffen haben, konnte die finale Schlacht gewonnen werden. Mit einem gemeinsamen Essen im Grannys endet die sechs Staffeln andauernde Geschichte der Helden in Storybrooke und es gibt zum Schluss einen Zeitsprung, der uns zum erwachsenen Henry Mills, dem neuen Hauptcharakter der Serie, nach Seattle führt. Wie in der ersten Folge taucht nun seine Tochter auf, um ihm davon zu überzeugen, dass seine Familie seine Hilfe benötigt. Obwohl ich der Neuausrichtung der Serie noch kritisch gegenüber stehe, lasse ich mich gern positiv überraschen. Aufgrund der Neuausrichtung hat sich das eigentliche Staffelfinale wie ein Serienfinale angefühlt. In diesem Zusammenhang müssen wir uns auch von sechs Hauptcharakteren verabschieden. Während Ginnifer Goodwin alias Snow, Josh Dallas alias David und Jennifer Morrison alias Emma Swan die Serie freiwillig verlassen, müssen auch Rebecca Mader alias Zelena und Emilie de Ravin alias Belle gehen. Durch den Zeitsprung und die Neubesetzung der Rolle von Henry Mills wird auch die Besetzung von Jared S. Gilmore überflüssig, sodass er der Sechste im Bunde ist, der die Serie verlässt.

Zu dem größten Highlight der Staffel zählt für mich die Musicalfolge, die zugleich die Hochzeit von Emma und Hook bereithält und direkt in das Staffelfinale übergeht. Wenn ich die Musicalfolge mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich sie als "magisch" bezeichnen. Die Songs wurden optimal in die Handlung mit eingebaut und besitzen richtiges Ohrwurm-Potenzial. Außerdem fand ich es mehr als passend, dass in einer Serie, die an das Disney Universum angelehnt ist, nun endlich auch mal gesungen wurde. Ich war dabei sehr von den starken Singstimmen der Hauptdarsteller überrascht, sodass diese Folge für mich nicht nur das größte Highlight der Staffel, sondern auch eines der ganzen Serie darstellt.

Specials und Technische Details

Foto: Copyright: 2019 ABC Studios
© 2019 ABC Studios

Im Vergleich zu den anderen Staffeln beinhaltet die sechste Staffel am wenigsten Bonusmaterial. So gibt es wieder einmal Bloopers, gelöschte Szenen und Audiokommentare. Das weitaus interessante Extra befasst sich mit der Entstehung der Musicalfolge, wobei der Zuschauer Einblicke in die Aufnahmesitzungen, die Tanzproben und den Dreharbeiten bekommt.

Das Layout der DVD ist wieder einmal dasselbe, wie das der letzten drei Staffeln, jedoch wiederum in abgewandelter Form. Dieses Mal befindet sich die Böse Königin hinter dem großen Apfel, der durch einen Blitz in eine schwarze und eine rote Hälfte geteilt wird. Auch die Bilder der Hauptcharaktere befinden sich erneut auf dem Apfel. Insgesamt gefällt mir das Layout, da es gut die Thematik um die Böse Königin innerhalb der Staffel widerspiegelt.

Erscheinungstermin: 7. Februar 2019
FSK: 12
Laufzeit: 909 Minuten
Bildformat: 16:9 – 1,78:1
Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch

Fazit

Obwohl es viele gute Ansätze in der sechsten Staffel gab, fällt das Gesamtbild nicht so beeindruckend aus, wie es hätte sein können. Denn allein in den ersten zehn Folgen gab es mit dem Land der unerzählten Geschichte, Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Emmas Visionen, der Suche nach Agrabar, dem Schlaffluch von Snow und David, Gideon und dem Wunschreich sehr viele Handlungsstränge, die die Autoren mit Gewalt unter einen Hut bringen wollten. Somit wurden viele Storylines wieder nur angeschnitten und gleich in der nächsten Folge eine neue Handlung eingeführt, ohne das Potenzial der einzelnen Geschichten zu nutzen und in die Tiefe zu gehen. Der zweite Teil der Staffel hat mir in der Hinsicht besser gefallen, da die Grundidee des letzten Kampfes von Emma ziemlich im Fokus stand, wodurch ein Ziel im Raum stand, auf das die Autoren hingearbeitet haben. Trotzdem war die sechste Staffel bei weitem stärker als Staffel 5.

Da es in Staffel 7 eine Neuausrichtung mit einer neuen Handlung und neuen Figuren gibt, bin ich gespannt, ob der Charme der Märchenserie aufrechterhalten werden kann.

Marcel F. - myFanbase

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