DVD-Rezension: Legends of Tomorrow, Staffel 3

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Nach dem Brechen der Kardinalsregel des Zeitreisens müssen die Helden in Staffel 3 der DC-Serie "Legends of Tomorrow" die dadurch entstandenen Anachronismen beheben. Erstmalig wurde die Staffel in den USA vom 10. Oktober 2017 bis zum 9. April 2018 auf dem Sender The CW ausgestrahlt. In Deutschland zeigte ProSieben MAXX die 18 Episoden vom 16. Juli bis zum 12. November 2018. Seit dem 6. Dezember ist die Staffel auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Inhalt

Foto: Copyright: DC Comics. © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.
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Dafür, dass die Legends durch ihr Zuwiderhandeln gegen die Gesetze des Zeitreisen verstoßen haben und damit schwere Schäden in der Zeitlinie in Form von Anachronismen ausgelöst haben, lässt Rip (Arthur Darvill) ihnen von der von ihm geschaffenen Zeitbehörde die Lizenz zum Zeitreisen entziehen. Die Legends versuchen in ihre normalen Leben im Jahr 2017 zurückzukehren, was allen, bis auf Martin (Victor Garber) und Mick (Dominic Purcell), schwerfällt. Als Mick einige Monate später zufällig am Strand von Aruba einen Anachronismus in Form von Julius Cäsar (Simon Merrells) entdeckt, möchten die Legends der Zeitbehörde ihren Wert beweisen, indem sie diesen beheben. Selbst Rip hat in der Zwischenzeit erkannt, dass er die Legends doch braucht, denn er glaubt, dass der Dämon Mallus (Stimme: John Noble) die Menschheit und die Zeit bedroht.

Mit ihrer Rückkehr auf die Waverider müssen sich die Legends aber auch persönlichen Herausforderungen stellen. So hat Sara (Caity Lotz) nicht nur die Verantwortung für ihr Team und muss sich gut mit der Zeitagentin Ava Sharpe (Jes Macallan) stellen, sondern auch mit ihrem Hass auf Damien Darhk (Neal McDonough) umgehen, der wieder auftaucht. Martin und Jax (Franz Drameh) versuchen einen Weg zu finden, dass Jax auf der Waverider bei den Legends bleiben und Martin zu seiner Familie zurückkehren kann. Amaya (Maisie Richardson-Sellers) hingegen wird von ihrem zukünftigen Schicksal eingeholt, was ihre Beziehung zu Nate (Nick Zano) belastet. Doch bei allem, was die Legends durchmachen müssen, bekommen sie Unterstützung von der Rebellin Zari (Tala Ashe) und dem Speedster Wally (Keiynan Lonsdale).

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Rezension

Foto: Caity Lotz & Jes Macallan, Legends of Tomorrow - Copyright: DC Comics. © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.; Dean Buscher/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All Rights Reserved.
Caity Lotz & Jes Macallan, Legends of Tomorrow
© DC Comics. © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.; Dean Buscher/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All Rights Reserved.

Von Staffel zu Staffel wird die Serie immer stärker und hat mich mittlerweile vollständig überzeugt. Mit Staffel 1 habe ich mich noch recht schwergetan überhaupt bei den Episoden am Ball zu bleiben, weil ich mich weder mit der Handlung noch mit einigen Charakteren so recht anfreunden konnte und mir vieles einfach zu erzwungen vorkam. Aktuell jedoch freue ich mich auf jede Episode, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass ich dem chaotischen Stil der Truppe viel abgewinnen kann. Bei all den Gefahren und düsteren Abenteuern, die die Legends begehen, umgibt sie immer eine Leichtigkeit in ihrem Handeln, die auch dadurch zustande kommt, dass sie sich selbst nicht zu ernst nehmen. Die Legends wissen genau, dass sie nicht mit derselben Professionalität agieren, wie es die Zeitbehörde oder die Teams um Oliver aka Green Arrow (Stephen Amell) und Barry aka Flash (Grant Gustin) tun. Sie bemühen sich daher erst gar nicht, etwas zu sein, dass sie nicht sind. Stattdessen erlauben sie sich Albernheiten, wozu besonders Ray (Brandon Routh) und Nate in ihrer besonderen und innigen Freundschaft neigen, sie lieben es sich entsprechend der Zeitepochen zu kostümieren und sind beim Lösen ihrer Anachronismen grundsätzlich erfinderisch und verrückt. Letzteres unterstreicht vor allem das Staffelfinale #3.18 Die Macht der sechs Totems, in dem es ein bizarres Vorkommnis gibt, das an der Grenze zur Lächerlichkeit kratzt und mir dennoch ein Schmunzeln entlocken konnte, weil es einfach typisch für die Legends ist. Denn die Legends sind nun mal keine Helden wie ein Barry Allen oder ein Oliver Queen – und wenn man das sowie hier und da mal ein wenig Unlogik akzeptieren kann, dann macht die Serie einfach Spaß.

Foto: Dominic Purcell, Legends of Tomorrow - Copyright: DC Comics. © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.; Robert Falconer/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All Rights Reserved.
Dominic Purcell, Legends of Tomorrow
© DC Comics. © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.; Robert Falconer/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All Rights Reserved.

Unglaublich begeistert mich auch, dass die Macher in jeder Staffel die Konstellation des Teams variieren und neue interessante Charaktere einfügen. Das mischt die Dynamik im Team immer wieder durch, so dass diesbezüglich erst gar keine Langeweile aufkommen kann. Es gibt den Autoren aber auch die Möglichkeit Handlungsbögen für Charaktere abzuschließen, ohne sie künstlich aufrecht erhalten zu müssen, und ein wenig mit den Figuren zu experimentieren. Während wir in Staffel 2 so Amaya und Nate kennenlernten, trifft der Zuschauer nun noch auf Zari und auf Wally. Die aus der Zukunft stammende Zari lebt ursprünglich in einem von ARGUS kontrollierten Staat, der gegen Metawesen und Andersdenkende vorgeht. Durch eine Bedrohung auf ihr Leben schließt sie sich widerwillig den Legends an und eckt bei ihnen mit ihrer rebellischen Ader anfänglich an. Das liegt unter anderem daran, dass sie die Möglichkeit zur Zeitreise für die Rettung ihres von ARGUS getöteten Bruders nutzen möchte und sie daher nach Schlupflöchern sucht. Der daraus resultierende Konflikt mit den anderen Legends, von denen der ein oder andere auch gerne seine eigene Vergangenheit ändern würde, macht das ganze erst recht interessant. Eine perfekt harmonisierende Truppe, in der sogar der widerspenstige Mick mittlerweile seinen Platz gefunden hat, wäre doch auf Dauer ein wenig langweilig. Zaris Schwierigkeiten werden dann in #3.11 Gefangen in der Zeitschleife thematisiert, eine Episode nach dem "Täglich grüßt das Murmeltier"-Prinzip, die uns mehr von dem Alltagsleben der Legends auf der Waverider zeigt und die zu meinen Lieblingsepisoden der Staffel zählt.

Während mir also Zaris Figur, übrigens auch die erste Heldin muslimischen Glaubens in den DC-Serien, gut gefällt, fügt sich der in der zweiten Staffelhälfte dazu stoßende Wally nicht so recht ein. Wally kennt der DC-Serien vertraute Zuschauer schon aus "The Flash", wo er in den vergangenen Staffeln immer etwas in Barrys Schatten unterging und daher nie sein volles Potential entfalten konnte. Ob das auch ein Grund war, warum die Serienmacher ihn bei "Legends of Tomorrow" unterbrachten? Da ich Wally mag, hätte ich mich wirklich gefreut, wenn er bei den Legends endlich mehr von sich hätte zeigen dürfen. Im Vergleich zu den anderen Legends wirkt Wally schrecklich jung und naiv, dadurch fehlt ihm zu einem gewissen Grad auch die Chemie mit den anderen. Hinzu kommt aber auch noch, dass ein Speedster den anderen Helden in den meisten Fällen ihre Daseinsberechtigung nimmt. Egal ob es um das Bergen von Gegenständen oder das Überwältigen von Gegnern geht, ein Speedster kann das innerhalb von Sekunden und braucht dafür selten die Unterstützung der anderen. Für Wally hätte man daher am besten einen Gegner miteingebracht, der ähnliche Fähigkeiten wie er hat und der ihn damit mehr herausfordert.

Foto: Brandon Routh & Neal McDonough, Legends of Tomorrow - Copyright: DC Comics. © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.; Shane Harvey/The CW; 2018 The CW Network, LLC. All Rights Reserved.
Brandon Routh & Neal McDonough, Legends of Tomorrow
© DC Comics. © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.; Shane Harvey/The CW; 2018 The CW Network, LLC. All Rights Reserved.

Neben neuen Charakteren lernt der Zuschauer im Verlauf der 18 Episoden durch die Zeitreisen verschiedene historische Persönlichkeiten, wie Helena von Troja, Cäsar, Blackbeard, Elvis, Hedy Lamarr und P. T. Barnum kennen. Die in der ersten Staffelhälfte verwickelten historischen Figuren sind oft Teil von Anachronismen, die die Legends zu lösen haben. Es sind quasi "Fälle der Woche", mit denen sich die Legends befassen und in denen der Zuschauer im Unklaren gelassen wird, wie das mit der ominösen Nora (Courtney Ford), Damien, Mallus und Kuasa (Tracy Ifeachor) zusammenhängt. Man weiß lediglich, dass sie ihre Finger bei den Anachronismen mit im Spiel haben, weil sie sich bemühen den Legends immer wieder einen Strich durch die Rechnung zu machen und die Anachronismen zu fördern. Natürlich wartet man als Zuschauer gespannt darauf, dass sich hier die losen Enden des roten Fadens verknüpfen, aber mich hat es nicht gestört, dass es damit bis zur zweiten Staffelhälfte dauerte. Zum einen fühlte ich mich mit den Fällen der Woche gut unterhalten, die immer auch in irgendeiner Weise mit der Vergangenheit eines Legends zusammenhingen. Zum anderen galt mein Interesse in der ersten Staffelhälfte auch Martin und Jax, die vor dem Dilemma stehen, wie Martin bei seiner Familie im Jahr 2017 bleiben kann. Da Martin einst Jax zu den Zeitreisen zwang, begleitet er seinen Partner erst einmal trotz seiner eigenen Wünsche wieder auf die Waverider. Jax hingegen merkt recht schnell, dass Martin lieber woanders wäre. Unglaublich rührend ist es mit anzusehen, wie sehr die beiden den anderen glücklich sehen wollen und wie viel sie einander mittlerweile bedeuten. In den vergangenen Jahren sind die beiden wunderbar zusammengewachsen und haben ihre Schwierigkeiten überwunden, von denen wir noch recht viel in Staffel 1 gesehen haben. Bei ihren Versuchen einen Weg zu finden, der beiden das Leben ihrer Träume ermöglicht, kommt es dann nicht nur zu herzergreifenden Gesprächen, sondern auch zu einig komischen und amüsanten Szenen, als die ersten Versuche zur Spaltung von Firestorm anders ausgehen als erwartet.

Foto: Nick Zano & Maisie Richardson-Sellers, Legends of Tomorrow - Copyright: DC Comics. © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.; Robert Falconer/The CW; 2018 The CW Network, LLC. All Rights Reserved.
Nick Zano & Maisie Richardson-Sellers, Legends of Tomorrow
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In der zweiten Staffelhälfte, die durch die Episode #3.10 Ihr Auftritt, John Constantine! eingeleitet wird, nehmen die Serienmacher zum einen den Fokus von Firestorm und zum anderen löst man sich von dem Konzept des Falls der Woche. Langsam kristallisieren sich die notwendigen Zusammenhänge des Haupthandlungsbogen heraus, die dann zu dem bereits erwähnten und Legends typischen Staffelfinale führen. Im Zusammengang mit dem Handlungsstrang wird dann auch Amayas Schicksal wichtiger, von dem der Zuschauer schon in Staffel 2 erfahren hat. Die Tatsache, dass sie nach Sambesi zurückkehrt und im Jahr 1992 bei einem Angriff auf ihr Dorf stirbt, hing schon in der letzten Staffel wie ein Damokles-Schwert über der Beziehung von Nate und ihr. Mit Amaya in dieser Situation mitzuleiden, in der sie zwischen ihrem eigenen Glück und der Verantwortung für ihre Nachfahren hin- und hergerissen ist und in der es für sie in jedem Falle eine nachteilige Entwicklung gibt, ist nicht sonderlich schwer. Gleichzeitig birgt die Geschichte natürlich auch einiges an Spannung, immerhin wartet man hoffnungsvoll darauf, ob und wie sich alles zum Guten für Amaya und letztlich auch Nate wenden wird.

Foto: Danielle Panabaker, Melissa Benoist & Emily Bett Rickards, Legends of Tomorrow - Copyright: DC Comics. © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.; Robert Falconer/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All Rights Reserved.
Danielle Panabaker, Melissa Benoist & Emily Bett Rickards, Legends of Tomorrow
© DC Comics. © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.; Robert Falconer/The CW; 2017 The CW Network, LLC. All Rights Reserved.

Wie schon in der Vorgängerstaffel ist "Legends of Tomorrow" in dem Jahr ebenfalls an dem umfangreichen DC-Crossover-Event "Krise auf Erde X" beteiligt, an dem auch die Helden aus "Arrow", "The Flash" und "Supergirl" mitwirken. In dem Jahr gelingt das Event besser als im Vorjahr, da man eine zusammenhängende Geschichte innerhalb der vier Episoden erzählt und dabei noch viel stärker als im Vorjahr die Helden nicht nur in der Folge ihrer jeweiligen Serie zeigt. Bedauerlich und ziemlich ärgerlich ist die Tatsache, dass die DVD von "Legends of Tomorrow" lediglich die Episode der Serie, nicht aber die anderen Teil des Events enthält. So fehlt einem für die Folge, die den vierten Part darstellt, komplett der Zusammenhang, wenn man nicht die anderen Episode über eine Online-Videothek bezieht oder sich die DVDs oder Blu-rays der Serien kauft.

Specials & technische Details

Die 18 Episoden von Staffel 3 befinden sich auf vier Discs und können sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch angeschaut werden. In beiden Sprachen sind auch Untertitel verfügbar. Ansonsten bieten die DVDs neben verpatzten und nicht verwendeten Szenen auch vier kleine Dokumentationen, die die Titel "Hinter den Kulissen des Crossover-Events", "Das Beste von DC TV auf der Comic-Con San Diego 2017", "Die Meister der Zeit: Legends vereint euch!" und "Die Helden der Postproduktion" tragen.

Erscheinungstermin: 6. Dezember 2018
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 738 Minuten (18 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen/Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 2.0), English (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

"Legends of Tomorrow" hat sich im Vergleich zur ersten Staffel enorm gesteigert und wer sich auf eine chaotisch agierende Truppe einlassen kann, die sich gerne kostümiert und die sich auf für Albernheiten nicht zu schade ist, wird auch mit Staffel 3 richtig Spaß haben.

Ceren K. - myFanbase

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