Bewertung: 6

Review: #2.07 Stürmische Zeiten

Im Herbstfinale von "Seattle Firefighters" dreht sich ähnlich wie in der Mutterserie vieles um den Sturm, der Seattle heimsucht und während der Wind über die Stadt hinwegfegt, entwickeln sich einige Handlungsstränge nicht weniger stürmisch weiter.

Friendsgiving

Was zuerst nach einem entspannten Essen aussieht, muss leider bald abgesagt werden, denn die Arbeit geht vor. Sehr gern hätte ich die Feuerwehrleute einen Tag außerhalb der Feuerwache lang begleitet, doch vielleicht hebt man sich so eine figurenzentrierte Episode ja für später auf. Daher rücken schnell die Rettungseinsätze in den Vordergrund und die Gruppe teilt sich in insgesamt drei Teams auf. Am unspektakulärsten Ging es bei dem Rettungseinsatz von Ripley, Vic, Travis, Ben, Dean und Maya zu. Man bot uns eine Standardgeschichte, bei der es zwar kurz heikel wurde, doch zu keinem Zeitpunkt hatte man das Gefühl, an etwas Großartigem teilzuhaben. Es ist nicht so, dass die Geschichte nicht zu unterhalten wusste, dennoch war es nicht sonderlich mitreißend. Interessant an dem Einsatz waren eher die Szenen zwischen Vic und Ripley sowie Mayas Versuch, ihrer Beförderung einen Schubs in die richtige Richtung zu geben.

Ripley und Maya üben sich in diskreter Zurückhaltung, leider muss ich jedoch sagen, dass mich das Versteckspiel der beiden nicht sehr überzeugt hat. Es waren vor ihrer ersten gemeinsamen Nacht die funkelnden Blicke, durch die man mehr von den beiden sehen wollte, leider sind diese nun einem lüsternen Stelldichein in der Umkleide gewichen. Anstatt die Geschichte nur auf das Körperliche zu beschränken – wie wir es bereits bei Andy & Jack beziehungsweise Andy & Ryan gesehen haben – hätte ich mir zwischen diesen beiden etwas mehr Beziehungs-Atmosphäre gewünscht. So wie es jetzt aussieht, wird die Sache nicht lange halten.

Dann gab es da noch die ehrgeizige Maya, deren Bemühungen sich zu ihrer Freude ausgezahlt haben. Dass Ripley am Ende ihre Beförderung verkündet hat – nicht ohne einen angstvollen Blick von Vic, die wohl kurz dachte, dass Ripley ihre "Beziehung" öffentlich macht – kam etwas unerwartet, ich hätte eher gedacht, dass man sich mit einer Entscheidung noch etwas Zeit lässt. Ihre Beförderung bringt nun allerdings auch eine Schattenseite mit sich, denn wie bereits erwähnt wurde, ist es üblich, dass es in einer Feuerwache lediglich zwei Lieutnants gibt. Diesen Kniff hat man leider auch schon bei "Chicago Fire" gesehen, weshalb ich es nicht sehr überraschend finde, dass der sehnliche Wunsch zwar in Erfüllung geht, aber einen Wechsel auf eine andere Feuerwache mit sich bringt. Ich bin mir nicht sicher, wie sich Mayas Wechsel auf die Handlung auswirken wird. Zum einen wäre es interessant, auch Einblicke in Station 23 zu bekommen, andererseits möchte ich nicht, dass die Feuerwehreinsätze dadurch wieder die persönlichen Geschichten in den Hintergrund rücken.

Der zweite Schauplatz befindet sich auf Station 19, wo mit Jack, Pruitt, Ryan, Greg und Grant ein bunter Mix von Charakteren zurückbleibt. Noch immer schiebt man das Trauma Jacks vor sich her, niemand ergreift hier die Initiative und erkennt, was den Feuerwehrmann belastet. Zwar setzt Pruitt zu einem Gespräch an, doch anstatt dran zu bleiben, lässt er gleich wieder von Jack ab. Gleichzeitig scheint auch die Geschichte von Ryan und Greg zu einem vorzeitigen Ende zu gehen, da die Polizei eine offizielle Suche nach Greg eingeleitet hat. Das letzte Wort ist dabei zwar noch nicht gesprochen, doch ein tieferer Sinn hat sich mir noch immer nicht erschlossen, weshalb mich die Handlung weiterhin nicht in ihren Bann ziehen konnte. Ganz nebenbei stellt man bei Travis und Grant noch die Frage in den Raum, wie ihre Beziehung sich weiterentwickeln könnte und zeigt auf, dass die beiden unterschiedliche Ansichten vertreten. Zwar sind sie das stabilste Paar der Serie, doch einen tiefen Einblick in ihre gegenseitigen Gefühle gab man uns bisher nicht.

Zuletzt haben wir da noch Robert und Andy. Die beiden tauen miteinander ganz langsam auf und es macht großen Spaß, Robert bei seinem Werdegang zu verfolgen. Die Serienmacher lassen bei dieser Figur nicht locker und entwickeln sie kontinuierlich weiter, was ein großer Pluspunkt ist. Die Stelle, zu der Robert und Andy gerufen werden, erkennt man natürlich sofort wieder, dennoch untermalte es die für den Captain bedrückende Stimmung sehr gut, dass man noch einmal zu den Flashbacks überblendete. Der Schrecken dieses Ortes hallt für Robert die ganze Zeit über nach und stellt damit den Teil der Episode dar, der den stärksten Eindruck hinterlassen hat. Beenden tut man den für Robert nervenaufreibenden Einsatz dann noch mit einem Cliffhanger, den ich nicht unbedingt gebraucht hätte. Dass Andy und Robert etwas zugestoßen ist, halte ich für höchst unwahrscheinlich. Denn Andy ist das Gesicht der Serie und Robert eine neue Figur, mit der die Autoren sich bisher so viel Mühe gegeben haben, wie mit keiner sonst. Auf eine Auflösung muss man wohl trotzdem eine Weile warten, da "Seattle Firefighters" sich nun erste einmal in die Winterpause verabschiedet.

Fazit

Es gelingt dem Herbstfinale nur teilweise Spannung aufzubauen, wirkliche Gefahrenmomente liefert man uns nicht. Punktuell kann man mit starken Gesprächen überzeugen, im Großen und Ganzen war es jedoch eine eher schwache Episode.

Marie Florschütz – myFanbase

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