Bewertung: 7

Review: #2.08 Ungewissheit

Nach einer langen Winterpause kehrt "Seattle Firefighters" auf die Fernsehbildschirme zurück. Ganz ähnlich wie es im Staffelauftakt der Fall war, knüpft man direkt an die Erzählung aus der vorangegangenen Episode an und wieder entsteht der Eindruck, nun den zweiten Teil einer Doppelfolge zu erleben.

Friendsgiving 2.0

Auf Station 19 ist alles wie gehabt, der Großteil der Feuerwehrleute genießt einen Moment der Ruhe, doch recht schnell nimmt die Geschichte Fahrt auf. Genau das, was ich an der letzten Episode kritisiert habe, wird nun in Angriff genommen, wodurch besonders Pruitt endlich einmal mehr zu tun bekommt. Denn was zuletzt noch nach Zurückhaltung aussah, äußert sich in dieser Episode ganz anders und so trommelt er alle zusammen, um ihnen eine Standpauke zu erteilen und eine Intervention für Jack einzuleiten. Jene verläuft genau so erfolglos, wie man es von diesen Krisengesprächen gewohnt ist mit wenig Verständnis von Jacks Seite. Er ist wütend darüber, dass ihm alle in diesem Moment der Schwäche in den Rücken fallen und holt gerade zu einem Schlag aus, als der zweite Teil der Episode eingeleitet wird.

Es war absehbar, dass sowohl Andy als auch Sullivan den Sturz überlebt haben und auch bei diesem Handlungsstrang fühlt man sich stark an den Staffelauftakt erinnert. Man lässt die Zuschauer eine Weile bangen, schlussendlich überleben jedoch die zentralen Figuren und nur die unbeteiligte Frau, die eigentlich gerettet werden sollte, muss ihr Leben lassen. Das ist ein Erzählschema, das durchaus funktioniert, zu oft sollte man die gleiche Leier jedoch nicht bringen, da man sonst in zu viele Wiederholungen verfällt.

Das Thema Wiederholungen spielt aber eine recht zentrale Rolle, denn man greift noch einmal auf das gleiche Muster wie in #2.01 Genesung zurück und baut zum Schluss einen nicht unerheblichen Zeitsprung ein. Dieses Mal ziehen ganze vier Monate ins Land und man fragt sich natürlich, ob die Episode von vornherein so konzipiert war, oder ob der große Zeitsprung auf die späte Rückkehr aus der Winterpause zurückzuführen ist. So oder so erspart man sich damit einige Erklärungsversuche und umschifft schwierige Themen. Da hätten wir zum einen den frischgetrennten Travis, mit dessen Beziehungsende ich so nicht gerechnet hätte. Zuletzt beschrieb ich Travis und Grant noch als das stabilste Paar der Serie, damit ist nun allerdings Schluss. Blickt man zurück auf das Kennenlernen der beide, so hätte ich eher Travis in der Rolle der Person erwartet, die die Beziehung nicht zu schnell vertiefen kann. Diesen Part spielt man nun aber Grant zu und als Travis ihn dann mit dem Namen seines Exmannes anspricht, ist die Geschichte leider gelaufen. Das Beziehungsende kommt jäh und passt nicht sonderlich gut ins Bild. Dafür gleicht man das "Liebeskonto" der Serie jedoch mit Vic und Ripley aus. Für die beiden hatte ich keine rosige Zukunft prophezeit, doch ich freue mich umso mehr, dass ich falsch lag. Trotz des Zeitsprunges konnten sie sich ihre Zuneigung bewahren. Die Beziehung der beiden kann nun sogar als solche bezeichnet werden, denn die beiden treffen sich in der Öffentlichkeit und Ripley gibt Vic sehr deutlich zu verstehen, dass er sich mehr wünscht als nur Zeit im Bett mit ihr zu verbringen. Es scheint noch nicht zu spät, diese Liebesgeschichte langsam aufzubauen und ich hoffe sehr, dass sie nicht genau so abrupt endet wie die von Travis und Grant.

Auch wenn man wesentlich mehr Zeit in den Abschluss der Geschichte aus dem Herbstfinale investierte, waren es im Endeffekt die Minuten nach dem Zeitsprung, die den größten Eindruck hinterließen. Für Andy ist der Verlust der jungen Frau sehr tragisch, sogar eine Auszeichnung kann sie nur schweren Herzens annehmen. Womit sich Andy diese Medaille verdient hat, ist mir ein wenig schleierhaft, auch etwas skurril erschien das plötzliche Techtelmechtel mit Ryan. An dieser Stelle konnte ich nur noch mit den Augen rollen, sehr oft habe ich schon betont, dass ich keine Lust mehr auf Andys Sprunghaftigkeit mit ihren Männergeschichten habe. Ein großes Fragezeichen stellt zudem Sullivan in dieser Konstellation dar. Ursprünglich hatte ich vermutet, dass sich zwischen ihm und Maya etwas entwickeln könnte, nun sind die Autoren aber ganz eindeutig darauf aus, den Weg für Sullivan und Andy zu bereiten. Die beiden wirken sehr vertraut im Umgang miteinander und auch wenn ich kein Fan von Andy bin, so haben mich die Handlungsstränge Sullivans bisher immer überzeugt, weshalb ich hoffe, dass die Serienmacher hier genau so viel Feingefühl beweisen.

Randnotizen

  • Trotz vier Monaten Therapie scheint Jack mit seinem Trauma keine Fortschritte gemacht zu haben. Wenn er vom Dienst suspendiert ist, bedeutet das dann, dass Maya jetzt Lieutnant auf Station 19 ist?
  • In einem kleinen Monolog gibt Ryan seinem Vater die Chance sich aus dem Staub zu machen. Unterschwellig hofft er, dass Greg die Gelegenheit nicht beim Schopf packt und seinem Sohn zeigt, dass er sich geändert hat, doch als Ryan sich zu ihm umdreht, fehlt von Greg jede Spur. Ist die Geschichte damit beendet? Viel gebracht hat sie uns leider nicht.
  • Waren Bens Worte ernst gemeint? Ich hoffe es handelt sich um einen schlechten Scherz und er plant nicht ernsthaft schon wieder den Beruf zu wechseln. Es ist schon beinahe lächerlich, wie schwer es Ben fällt, sich auf eine Laufbahn festzulegen.



Fazit

"Seattle Firefighters" kehrt mit einer soliden Episode aus der Winterpause zurück. Man überrascht uns am Ende mit einem großen Zeitsprung, der einige Geschichten weitergetrieben hat, andere haben sich jedoch nur langsam entwickelt. Mal schauen, wie leicht der Einstieg nächste Woche in die neu aufgezeigten Möglichkeiten fällt.

Marie Florschütz – myFanbase

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