Bewertung: 6

Review: #6.08 Ich bin nicht allein

Foto: , Outlander - Copyright: 2022 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2021 Starz Entertainment, LLC; Jason Bell/Starz/Sony Pictures Television
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© 2022 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2021 Starz Entertainment, LLC; Jason Bell/Starz/Sony Pictures Television

Mit #6.08 I Am Not Alone endet die 6. Staffel von "Outlander". Es war einer Staffel, die äußerst bedrückend war, was besonders daran lag, dass die gesamte Zeit über eine schwere Last auf Claire lag. Betrachtet man nun, welche Geschichten im Verlauf der sechsten Staffel angestoßen wurden und welche davon beenden wurden, so muss man feststellen, dass man nur wenige zufriedenstellend abschließen konnte.

"Don't worry, Mr. Fraser. Salisbury might not have a court, but I made sure the whole town knew your wife was guilty. Word's spreadin' like wildfire now."

Die erste Hälfte der Episode ist ein langgezogener Schusswechsel. Ich muss sagen, dass ich mich hier nicht sonderlich gut unterhalten gefühlt habe, weil mir das Geballere dann doch zu langatmig wurde. Die Szenen haben viel Zeit gefressen, standen aber wenigstens mit einem der großen Themen dieser Staffel in Zusammenhang: das Sicherheitskomitee rund um Richard Brown. Dieses lang stets wie ein bedrohlicher Schatten über Fraser's Ridge und erst jetzt – ganz zum Schluss – hat es tatsächlich an Bedeutung gewonnen. Denn pünktlich zum Tod von Malva steht Brown auf der Matte und will Claire sogleich abführen. Im Verlauf der Episode zeigt sich immer deutlicher, was für ein gewissenloser Mann Brown ist und mit jeder Szene findet man ihn abstoßender. Als Antagonist funktioniert er daher wunderbar, mich stört aber leider das Timing. Nach der langen Reise nach Wilmington wirkt es so, als könnte man Claires Gerichtsprozess in nur einer Episode abhandeln, weshalb der Schlussstrich an dieser Stelle etwas enttäuschend ist. Denn seien wir ehrlich, es glaubt doch wohl niemand, dass Claire des Mordes für schuldig gesprochen wird und dann die gesamte kommende Geschichte über als gesuchte Mörderin auf der Flucht sei . Schon den Beginn ihrer emotionalen Talfahrt in #5.12 Never My Love empfand ich als sehr losgelöst von der bisherigen Handlung, daher hätte ich mir wenigstens gewünscht, dass man das Kapitel mit den Browns in Staffel 6 endgültig beendet. Schwierig ist daran natürlich die enge Verflechtung mit den Christies und hier scheint noch lange nicht alles gesagt zu sein. Wer ist Malvas wahrer Mörder? Was sind Tom Absichten? Es gibt hier noch einiges zu entdecken, worauf ich mich in Staffel 7 durchaus freue.

Was gut gelungen war, war die Unterstützung, die den Frasers von ihren Verbündeten zu Teil geworden ist. Zum einen kamen ihre Freunde auf Fraser's Ridge, um sie zu verteidigen, zum anderen wurde Jamie zuletzt von den Cherokee rund um Chief Bird gerettet. Beides waren schöne Szenen, die nach den Hasstiraden der Fischer einen Silberstreifen am Horizont darstellten. Nun heißt es mutmaßen, wie es für Jamie und Claire weitergeht. Ich denke, dass die Indianer Jamie nun genug unterstützt haben und dass er anderswo nach Hilfe suchen wird, um Claire aus dem Gefängnis zu holen. Vielleicht bei den "Sons of Liberty"?

"Like father, like son."

Vollkommen losgelöst von der Handlung rund um Claire und Jamie befindet sich die Erzählung rund um Brianna, Roger und Jemmy. Neben den lauten Szenen auf Fraser's Ridge stellt ihre friedliche Reise durch den Wald den Ruhepol der Episode dar. Leider sind die Übergänge hier manchmal zu ruckartig, weshalb sich die beiden Hälften der Geschichte nicht sonderlich gut aneinanderfügen. Dennoch gab es auch hier eine wichtige Erkenntnis, nämlich die, dass Jemmy tatsächlich Rogers leibliches Kind ist. Es war ein herzerwärmender Moment, als die beiden Jemmys Muttermal entdeckten, das dem von Roger gleicht. Die Familie wächst damit noch enger zusammen und es war eine niedliche Geste, dass Roger sich in diesem Sinne ebenfalls die Haare abscheiden ließ.

Alles in allem merkt man der Staffel und auch dieser Episode deutlich an, dass man Kürzungen vornehmen musste. Denn sowohl die Handlung um das Sicherheitskomitee, als auch die um die Christies und die um die Indianer und die Revolution hängen noch in der Schwebe. Es ist zwar verständlich, dass man die Staffel möglichst spannend beenden möchte, doch irgendwie hat man das Gefühl, in Staffel 6 nicht viel geschafft zu haben.

Randnotizen

  • Schade, dass wir im Gefängnis nicht den Pfeifer aus #6.05 Give Me Liberty wiedergesehen haben.
  • Sowohl Claire und Jamie als auch Brianna und Roger war eine Liebesszene vergönnt. Während wir die körperliche Nähe von Claire und Jamie sehr häufig zu sehen bekommen, kann ich mich nicht daran erinnern, wann wir Brianna und Roger zuletzt so intim gesehen haben.
  • Das Haus der Frasers steht also noch. Mal schauen, welche Katastrophe für den baldigen Brand sorgen wird.


Fazit

Für sich genommen war diese Episode durchaus ansprechend, denn es gab sowohl spannende als auch emotionale Momente. Als Staffelfinale kommt das Ende aber etwas plötzlich daher, da noch so viele Geschichten darauf warten, zu Ende erzählt zu werden. Somit beginnt nun die Droughtlander Zeit, die hoffentlich nicht allzu lang wird. Wenigstens können wir uns bei Staffel 7 darauf freuen, dass den Geschichten bei 16 Episoden viel Raum zur Entfaltung zur Verfügung stehen wird.

Marie Müller - myFanbase

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