Haus Hohenturm

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Haus Hohenturm zählt zu den ältesten und ehrwürdigsten Adelshäusern in Westeros. Seine Geschichte reicht Tausende von Jahren vor die Eroberung der Sieben Königslande durch Aegon der Eroberer zurück und ist eng mit der Entstehung der Stadt Altsass verbunden. Während viele andere große Häuser ihre Macht durch Kriege oder Eroberungen errangen, gründete sich der Einfluss der Hohenturms auf Handel, Seefahrt, Bildung und Religion. Über Jahrtausende hinweg entwickelte sich ihre Heimat zu einem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt von Westeros.

Die Geschichte der Targaryens und ihrer Verbündeter beschreibt George R. R. Martin ausführlich in seinem Buch "Feuer und Blut" (erschienen in der Penguin Random House Verlagsgruppe). Die Familienkolumne der Hohenturms enthält daher Spoiler zu "Feuer und Blut" und potentielle Spoiler zur HBO-Serie "House of the Dragon", die in Deutschland auf HBO Max, Sky und WOW zu sehen ist.

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Der Stammsitz der Familie ist der gewaltige Hohenturm, der auf der Mündung des Flüstersunds in die Sommersee über der Stadt Altsass aufragt. Der Turm zählt zu den höchsten Bauwerken der bekannten Welt und dient seit Jahrhunderten zugleich als Festung, Residenz und Leuchtturm. Die Ursprünge des Hauses verlieren sich im Nebel der Geschichte. Nach alten Überlieferungen entstand der Hohenturm auf den Fundamenten einer noch viel älteren Festung aus geheimnisvollem schwarzem Stein. Auch die Gründung Altsass ist von zahlreichen Legenden umgeben. Nach einer Überlieferung soll Brandon der Erbauer, der legendäre Gründer von Winterfell und der Mauer, beim Bau des Hohenturms geholfen haben. Andere Geschichten berichten, dass Seefahrer aus längst vergangenen Zeiten den Turm bereits vorfanden und ihre Siedlung um ihn herum errichteten.

Die ersten Herrscher von Altsass waren die Könige des Hohen Turms. Über ihre Regierungszeiten existieren jedoch kaum verlässliche Aufzeichnungen. Viele Namen wurden nur in Liedern, Sagen oder den Chroniken der Maester überliefert. Zu den bekanntesten gehört Uthor Hohenturm, der auch als Uthor vom Hohen Turm bekannt ist. Er gilt als einer der legendären Könige der Familie und soll während der Zeit der Helden gelebt haben. Nach den Überlieferungen war er ein mächtiger Herrscher, der zahlreiche Handelsbeziehungen aufbaute und den Einfluss seiner Familie über weite Teile der heutigen Weite ausdehnte. In den Jahrhunderten danach herrschten zahlreiche weitere Könige aus dem Hause Hohenturm über Altsass. Namen wie Martyn Hohenturm, Damon Hohenturm und Donnel Hohenturm werden in den Chroniken erwähnt und sie machten Altsass zu einem der wohlhabendsten Häfen Westeros und legten den Grundstein für den späteren Einfluss ihrer Familie.

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Mit der Ankunft der Andalen änderte sich die politische Landschaft der südlichen Königreiche grundlegend. Während viele Reiche durch Eroberungen untergingen, gelang es den Hohenturms, ihre Macht zu bewahren. Sie erkannten die militärische Stärke der Neuankömmlinge und schlossen Bündnisse mit ihnen. Dadurch blieb Altsass weitgehend von größeren Zerstörungen verschont. Gleichzeitig wurde die Stadt zu einem der ersten Zentren des Glaubens der Sieben auf Westeros.

Schließlich unterstellten sich die Könige des Hohen Turms den mächtigen Königen der Weite aus dem Hause Gärtner. Anstatt ihre Unabhängigkeit in aussichtslosen Kriegen zu verteidigen, entschieden sich die Hohenturms für eine pragmatische Politik. Als Vasallen der Gärtners behielten sie ihre weitreichenden Privilegien, ihre Handelsflotte und ihren Reichtum. Im Gegenzug unterstützten sie ihre Lehnsherren mit Truppen, Schiffen und wirtschaftlicher Stärke. Diese Entscheidung erwies sich als klug, denn Haus Hohenturm blieb eines der einflussreichsten Adelshäuser der Weite. Über die folgenden Jahrhunderte wuchs der Wohlstand der Familie stetig. Händler aus Braavos, Pentos, Lys, Myr, Tyrosh und den Sommerinseln brachten Gewürze, Seide, Wein, Edelmetalle und kostbare Luxusgüter in die Stadt. Von hier aus wurden die Waren in alle Regionen des Kontinents verteilt. Die Zolleinnahmen und Handelsabgaben machten die Hohenturms zu einer der reichsten Dynastien des Reiches.

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Der Aufstieg des Hauses Hohenturm ist untrennbar mit seinem Stammsitz, dem gewaltigen Hohenturm von Altsass, verbunden. Seit Jahrtausenden beherrscht das Bauwerk die Mündung des Flüstersunds und ist das Wahrzeichen der ältesten Stadt Westeros. Seine Spitze wird nachts von einem mächtigen Feuer erleuchtet, das Schiffen schon aus großer Entfernung den sicheren Weg in den Hafen weist. Durch seine strategisch günstige Lage kontrolliert Haus Hohenturm einen der wichtigsten Seehäfen von Westeros, über den seit Jahrtausenden Waren aus Essos, den Sommerinseln und den übrigen Regionen des Kontinents gehandelt werden. Für Seefahrer gilt der Turm als erstes Zeichen einer sicheren Heimkehr, für Händler als Symbol des Wohlstands und für Gelehrte als Sinnbild von Wissen und Fortschritt. Kaum ein anderes Bauwerk der bekannten Welt vereint militärische Stärke, wirtschaftliche Bedeutung und kulturellen Einfluss in vergleichbarer Weise. Der Hohenturm erhebt sich auf der Kampfinsel, einer kleinen Insel am Eingang des Hafens von Altsass. Mit einer Höhe von über zweihundert Metern gehört er zu den höchsten von Menschen geschaffenen Bauwerken in Westeros. Sein Fundament besteht aus einem geheimnisvollen schwarzen Stein, dessen Herkunft bis heute ungeklärt ist. Die ältesten Chroniken berichten, dass dieser Sockel bereits existierte, als die ersten Menschen die Region besiedelten. Weder die Kinder des Waldes noch die Ersten Menschen oder die Andalen beanspruchten jemals, ihn errichtet zu haben.

Über den Ursprung dieses schwarzen Steins existieren zahlreiche Theorien. Einige Maester vermuten, dass er aus derselben Epoche stammt wie die rätselhaften Bauwerke von Asshai im fernen Osten. Andere sehen Parallelen zu den sogenannten Fünf Festungen jenseits des Jademeeres oder zu den geheimnisvollen Bauwerken auf den Basiliskeninseln. Wieder andere glauben, dass der Sockel Überreste einer längst untergegangenen Zivilisation ist, die bereits existierte, bevor die bekannten Völker Westeros erreichten. Keine dieser Vermutungen konnte bislang bewiesen werden, weshalb der schwarze Stein bis heute eines der größten archäologischen Rätsel der bekannten Welt bleibt. Auf diesem uralten Fundament errichteten die frühen Könige des Hauses Hohenturm ihren mächtigen Wehrturm. Im Laufe der Jahrtausende wurde dieser immer wieder erweitert, erhöht und modernisiert. Jede Generation der Familie fügte neue Mauern, Wohnbereiche oder Verteidigungsanlagen hinzu. Seine dicken Mauern, die zahlreichen Türme und die strategisch günstige Lage machten den Hohenturm nahezu uneinnehmbar. Gleichzeitig bot seine Höhe einen einzigartigen Blick über die Sommersee und die Küsten der Weite.

Von ebenso großer Bedeutung war die Entstehung der Zitadelle, der berühmtesten Lehranstalt von Westeros. Nachdem sich die Herrschaft der Andalen im Süden des Kontinents gefestigt hatte, entwickelte sich Altsass zum Zentrum der Wissenschaft. Gelehrte aus vielen Regionen schlossen sich zusammen, um Wissen über Geschichte, Medizin, Astronomie, Mathematik, Architektur und Naturkunde zu sammeln und weiterzugeben. Aus diesen frühen Gelehrten entstand schließlich die Zitadelle, in der bis heute die Maester ausgebildet werden. Zwischen Haus Hohenturm und der Zitadelle bestand von Beginn an eine enge Verbindung. Die Lords von Altsass gewährten den Gelehrten Schutz, stellten Land für ihre Gebäude zur Verfügung und unterstützten sie finanziell. Im Gegenzug profitierten die Hohenturms vom Wissen der Maester, die ihnen als Berater, Heiler und Verwalter dienten. Diese Zusammenarbeit trug wesentlich dazu bei, dass Altsass zum wissenschaftlichen Mittelpunkt von Westeros wurde. Aus der Zitadelle gingen Generationen von Maestern hervor, die später nahezu allen großen Adelshäusern des Kontinents dienten.

Nicht nur Wissenschaft, sondern auch Religion spielte in Altsass eine herausragende Rolle. Nach der Ankunft der Andalen entstand hier der Sternensept, der über Jahrhunderte als wichtigstes Heiligtum des Glaubens der Sieben galt. Lange bevor die Große Septe von Baelor in Königsmund errichtet wurde, residierte der Hohe Septon in Altsass. Pilger aus allen Teilen Westeros reisten in die Stadt, um dort zu beten und den Rat der Geistlichen zu suchen. Dadurch entwickelte sich Altsass neben seiner wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bedeutung auch zum religiösen Zentrum des Reiches. Diese einzigartige Verbindung von Handel, Religion und Wissenschaft machte Altsass zu einer Stadt von außergewöhnlicher Bedeutung.

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Mit der Eroberung von Westeros durch Aegon I. Targaryen begann für Haus Hohenturm unter Lord Manfred Hohenturm eine neue Epoche. Nachdem König Mern IX. Gärtner und der größte Teil des Adels der Weite im Jahr 1 nach Aegons Eroberung (n. A. E.) auf dem Feuerfeld gefallen waren, endete die jahrtausendelange Herrschaft des Hauses Gärtner. Aegon setzte daraufhin Harlen Tyrell, den bisherigen Verwalter von Rosengarten, als neuen Lord der Weite ein. Haus Hohenturm erkannte die neue Ordnung an und schwor sowohl den Tyrells als auch dem Eisernen Thron die Treue. Während der ersten Jahrzehnte der Targaryen-Herrschaft blieb Haus Hohenturm vor allem ein verlässlicher Verbündeter der Krone. Gleichzeitig blieb die Zitadelle das bedeutendste Zentrum der Gelehrsamkeit, während der Sternensept bis zum Bau der Großen Septe von Baelor das religiöse Herz Westeros bildete.

Im Verlauf der Herrschaft der Targaryens entstanden zudem enge Beziehungen zwischen Haus Hohenturm und der königlichen Familie. Zahlreiche Mitglieder der Dynastie dienten als Berater, Heerführer oder Diplomaten. Besonders im Kleinen Rat der Könige waren Angehörige des Hauses regelmäßig vertreten. Ihre Erfahrung in Verwaltung und Politik verschaffte ihnen einen Ruf als besonnene und fähige Staatsmänner. Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten dieser Zeit war Lord Hobert Hohenturm. Während der Regierungszeit von Jaehaerys I. Targaryen und später unter Viserys I. Targaryen gehörte er zu den angesehensten Lords der Weite. Als Oberhaupt seiner Familie legte er großen Wert auf den Ausbau ihres politischen Einflusses. Unter seiner Herrschaft gewann insbesondere sein jüngerer Bruder Otto Hohenturm immer mehr Bedeutung am Königshof.

Foto: Rhys Ifans, House of the Dragon - Copyright: Ollie Upton/HBO
Rhys Ifans, House of the Dragon
© Ollie Upton/HBO

Ser Otto Hohenturm (geboren um 75 n. A. E., gestorben 130 n. A. E.) war der zweite Sohn einer der mächtigsten Familien Westeros. Da er als jüngerer Sohn nicht für die Nachfolge als Lord von Altsass vorgesehen war, schlug er eine politische Laufbahn ein.
Unter König Jaehaerys I. diente Otto zunächst in verschiedenen Verwaltungsämtern und 101 n. A. E. ernannte ihn Jaehaerys nach dem Tod seines zweites Sohnes Baelor Targaryen zur Hand des Königs. Dieses Amt übte Otto auch nach dem Tod von Jaehaerys weiterhin unter der Herrschaft von Viserys aus. Während Viserys als freundlicher und friedliebender Herrscher galt, kümmerte sich Otto um viele alltägliche Regierungsgeschäfte und gewann dadurch erheblichen Einfluss auf die Politik der Sieben Königslande.

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Als König Viserys nach dem Tod seiner ersten Gemahlin Aemma Arryn unverheiratet blieb, erkannte Otto die Möglichkeit, den Einfluss seiner Familie weiter auszubauen. Er schickte seine Tochter Alicent Hohenturm an den Hof, wo sie den verwitweten König regelmäßig besuchte und sich um ihn kümmerte. Zwischen Alicent und Viserys entwickelte sich ein enges Vertrauensverhältnis. Im Jahr 106 n. A. E. heiratete der König schließlich Alicent (*88 n. A. E.). Diese Ehe veränderte die politische Landschaft von Westeros grundlegend. Für Otto bedeutete dies den Höhepunkt seiner politischen Laufbahn, denn seine Familie stand nun im unmittelbaren Zentrum der königlichen Macht.

Foto: Olivia Cooke & Rhys Ifans, House of the Dragon - Copyright: Ollie Upton/HBO
Olivia Cooke & Rhys Ifans, House of the Dragon
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Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Aegon (*107 n. A. E.), Helaena (*109 n. A. E.), Aemond (*110 n. A. E.) und Daeron Targaryen (*114 n. A. E.). Alle vier besaßen das typische valyrische Aussehen der Targaryens und wurden als Drachenreiter erzogen. Mit ihrer Geburt entstand jedoch ein schwerwiegendes Problem für die Nachfolge des Eisernen Thrones. Bereits Jahre zuvor hatte Viserys seine Tochter aus erster Ehe, Rhaenyra Targaryen, offiziell zur Erbin bestimmt und die Lords des Reiches auf sie vereidigen lassen. Viele Adlige begannen nun jedoch zu hinterfragen, ob nicht ein männlicher Nachkomme des Königs den Vorrang haben sollte.

Foto: Olivia Cooke & Ewan Mitchell, House of the Dragon - Copyright: Theo Whiteman/HBO
Olivia Cooke & Ewan Mitchell, House of the Dragon
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Otto gehörte zu den entschiedensten Befürwortern einer Thronbesteigung seines Enkels Aegon. Er verwies auf die Entscheidungen des Großen Rates von Harrenhal im Jahr 101 n. A. E., bei dem Viserys selbst den Vorzug vor Rhaenys Targaryen erhalten hatte. Für Otto war dies ein klarer Beweis dafür, dass das Reich einen männlichen Herrscher bevorzugte. Rhaenyra und ihre Anhänger sahen dies jedoch völlig anders und bestanden auf der Gültigkeit der Entscheidung von König Viserys. Die Beziehung zwischen Alicent und Rhaenyra verschlechterte sich weiterhin, als Rhaenyra nach der Hochzeit mit Laenor Velaryon drei jungen zur Welt brachte, die keine typischen valyrischen Züge hatten. Alicent und ihre Anhänger vermuteten, dass es sich um Bastarde handelte, die von Harwin Kraft gezeugt wurden. Mit den Jahren bildeten sich am Hof zwei politische Lager. Die Anhänger Alicents und ihrer Kinder wurden aufgrund der grünen Farben des Hauses Hohenturm als die Grünen bekannt. Rhaenyra und ihre Unterstützer versammelten sich dagegen unter dem schwarzen Banner der Targaryens und wurden fortan die Schwarzen genannt. Was zunächst als höfische Rivalität begann, entwickelte sich immer mehr zu einem erbitterten Machtkampf um die Zukunft des Reiches.

Foto: Olivia Cooke & Emma D'Arcy, House of the Dragon - Copyright: Ollie Upton / HBO
Olivia Cooke & Emma D'Arcy, House of the Dragon
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Einer der folgenschwersten Konflikte ereignete sich im Jahr 120 n. A. E. nach der Beisetzung Laena Velaryons auf Driftmark. Noch in derselben Nacht schlich sich Aemond heimlich zu Vhagar, dem größten lebenden Drachen in Westeros, und konnte die gewaltige Drachin erfolgreich für sich gewinnen. Obwohl dies nach valyrischer Tradition erlaubt war, empfanden Laenas Töchter Baela und Rhaena Targaryen dies als schwere Beleidigung. Zwischen den Kindern entwickelte sich daraufhin eine heftige Auseinandersetzung. Baela griff Aemond an, woraufhin auch Jacaerys und Lucerys Velaryon eingriffen, um ihre Cousinen zu unterstützen. Der Streit eskalierte rasch zu einer blutigen Prügelei. Nachdem Aemond die vier Kinder beleidigt und Rhaenyras Söhne als Bastarde bezeichnet hatte, zog Jacaerys ein Messer. Während des Handgemenges gelang es Lucerys, Aemond mit der Klinge schwer im Gesicht zu verletzen und ihm das linke Auge auszustechen. Der Vorfall hatte weitreichende Folgen. Zwar entschied Viserys, keine der beteiligten Parteien hart zu bestrafen, doch die Feindschaft zwischen den Kindern und ihren Müttern war nun unumkehrbar.

Foto: Olivia Cooke & Paddy Considine, House of the Dragon - Copyright: Ollie Upton / HBO
Olivia Cooke & Paddy Considine, House of the Dragon
© Ollie Upton / HBO

Als Viserys im Jahr 129 n. A. E. starb, hielten Otto und der kleine Rat seinen Tod zunächst geheim. Sie wollten verhindern, dass Rhaenyra rechtzeitig von den Ereignissen erfuhr und ihren Anspruch geltend machen konnte. Stattdessen berief Otto die führenden Mitglieder des Rates ein und überzeugte sie, Aegon zum rechtmäßigen König auszurufen. Kurz darauf wurde Aegon in der Drachenhalle von Königsmund als König Aegon II. Targaryen gekrönt. Diese Entscheidung führte unmittelbar zum Ausbruch des Drachentanzes. Auf Drachenstein ließ sich Rhaenyra ebenfalls zur Königin krönen und erhob Anspruch auf den Eisernen Thron. Das Reich wurde in zwei Lager gespalten. Haus Hohenturm stellte sich geschlossen auf die Seite Aegons und spielte fortan eine führende Rolle innerhalb der Grünen.

Foto: Olivia Cooke & Phia Saban, House of the Dragon - Copyright: Theo Whitman/HBO
Olivia Cooke & Phia Saban, House of the Dragon
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Während der ersten Kriegsmonate blieb Otto Hand des Königs. Er setzte zunächst auf Diplomatie und versuchte, weitere Adelshäuser für die Sache Aegons zu gewinnen. Otto wusste, dass ein Krieg zwischen Drachenreitern unvorstellbare Zerstörungen verursachen würde. Seine vorsichtige Politik stieß jedoch zunehmend auf Widerstand. Aegon verlangte entschlossenes militärisches Handeln und verlor das Vertrauen in seinen Großvater. Schließlich entließ er Otto als Hand des Königs und ersetzte ihn durch Ser Kriston Kraut, der einen deutlich aggressiveren Kurs verfolgte. Währenddessen verschärfte sich der Krieg immer weiter. Drachen kämpften gegeneinander, Burgen wurden zerstört und Tausende Menschen verloren ihr Leben. Der Konflikt, den Otto und Alicent ursprünglich hatten verhindern wollen, entwickelte sich zu einer Katastrophe für das gesamte Reich. Otto überlebte den Machtkampf nicht. Nachdem Rhaenyra Königsmund eingenommen hatte, geriet er in ihre Gefangenschaft. Aufgrund seiner maßgeblichen Rolle bei der Krönung Aegons ließ Rhaenyra ihn wegen Hochverrats hinrichten.

Foto: Rhys Ifans, House of the Dragon - Copyright: Ollie Upton/HBO
Rhys Ifans, House of the Dragon
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Unterdessen stellte in Altsass Ormund Hohenturm eines der größten Heere des Drachentanzes auf. Während seines Feldzuges marschierte Ormund gemeinsam mit Daeron Targaryen und dessen Drache Tessarion in Richtung Stolperstadt. Alicents jüngster Sohn Daeron war in Altsass aufgewachsen und hatte einen großen Teil seiner Jugend unter der Aufsicht Ormunds verbracht. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem erfahrenen Heerführer und dem jungen Drachenreiter machte das Heer der Grünen zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für Rhaenyras Anhänger. Den entscheidenden Kampf führte Ormund in der Ersten Schlacht von Stolperstadt im Jahr 130 n. A. E.. Obwohl seine Armee zunächst in Bedrängnis geriet, wendete sich das Blatt, als die Drachensamen Hugo Hammer und Ulf Weiß zu den Grünen überliefen. Mit ihren Drachen vernichteten sie große Teile der schwarzen Streitkräfte und ermöglichten den Grünen den Sieg. Ormund selbst erlebte den Triumph jedoch nicht mehr lange. Während der erbitterten Kämpfe stellte sich ihm Roderick Dustin, der Anführer der sogenannten Winterwölfe aus dem Norden, entgegen. Zwar griff Ormunds Cousin Ser Bryndon Hohenturm ein und schlug Roderick einen Arm ab, doch der Nordmann tötete sowohl Bryndon als auch Ormund, bevor er selbst seinen Verletzungen erlag. Mit Ormunds Tod verlor das Heer der Grünen seinen Oberbefehlshaber.

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James Norton & Benjamin Evan Ainsworth, House of the Dragon
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Auch Alicent musste schwere persönliche Verluste hinnehmen. Ihre Tochter Helaena litt nach der Ermordung ihres Sohnes Jaehaerys Targaryen unter schweren seelischen Qualen und nahm sich im Jahr 130 n. A. E. das Leben. Ihr Sohn Aemond, einer der fähigsten Krieger seiner Zeit und Reiter des gewaltigen Drachen Vhagar, fiel in der berühmten Schlacht über dem Götterauge im Zweikampf gegen Daemon Targaryen. Wenig später starb auch Daeron, der als talentierter Heerführer gegolten hatte, während der Kämpfe in der Weite. Schließlich wurde Aegon im Jahr 131 n. A. E. unter bis heute ungeklärten Umständen vergiftet. Mit seinem Tod endete die Herrschaft der Grünen.

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Nach dem Ende des Krieges blieb Alicent als gebrochene Frau zurück. Sie hatte ihren Ehemann, ihren Vater und alle ihre Kinder verloren. Zwar durfte sie unter der Regentschaft Aegon III. Targayren am Hof verbleiben, doch ihre politische Bedeutung war endgültig erloschen. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie zurückgezogen in Königsmund, wo sie um 133 n. A. E. starb.

Nach der Krönung Aegons III. Targaryen wurde das Reich zunächst von einer Regentschaft regiert. Die neue Regierung war bemüht, die Wunden des Bürgerkrieges zu heilen und weitere Racheakte zu verhindern. Obwohl Haus Hohenturm während des Drachentanzes zu den wichtigsten Unterstützern Aegons II. gehört hatte, verzichtete der junge König auf harte Strafmaßnahmen gegen die Familie. Die politische Macht der Familie nahm jedoch zunächst ab.

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Ormund hinterließ aus seiner ersten Ehe vier Kinder: Lyonel, Martyn, Garmund und Bethany Hohenturm. Sein ältester Sohn Lyonel Hohenturm, geboren um 115 n. A. E., war zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters erst etwa fünfzehn Jahre alt. Trotz seines jungen Alters erbte er sämtliche Titel seines Vaters und wurde neuer Lord von Altsass, Leuchtfeuer des Südens, Verteidiger der Zitadelle, Verteidiger von Altsass, Lord des Hohenturms und Lord des Hafens. Gleichzeitig ging auch das valyrische Stahlschwert Vigilance in seinen Besitz über. Da Lyonel noch minderjährig war, konnte er die Regierungsgeschäfte zunächst nicht vollständig selbst übernehmen. Eine besondere Rolle spielte in dieser Zeit Lady Samantha Tarly, Ormunds zweite Gemahlin. Die junge Tochter des Hauses Tarly war deutlich jünger als ihr Ehemann und nur wenig älter als ihr Stiefsohn Lyonel. Nach Ormunds Tod entwickelte sich zwischen Samantha und Lyonel eine enge persönliche Beziehung. Beide verbanden nicht nur die Sorge um die Zukunft des Hauses Hohenturm, sondern auch der Wunsch, die langen Jahre des Bürgerkrieges endlich zu beenden. Nachdem der Frieden wiederhergestellt war, wollte Lyonel Samantha heiraten. Diese Verbindung war jedoch höchst umstritten. Obwohl Samantha nicht seine leibliche Mutter war, galt sie als Witwe seines Vaters und somit als seine Stiefmutter. Der damalige Hohe Septon verweigerte zunächst die Zustimmung zur Ehe und erklärte eine solche Verbindung für unvereinbar mit den Lehren des Glaubens der Sieben. Dennoch lebten Lyonel und Samantha weiterhin gemeinsam auf dem Hohenturm und bekamen mehrere Kinder. Erst viele Jahre später änderte ein neuer Hoher Septon seine Haltung. Die Ehe wurde schließlich offiziell anerkannt und die gemeinsamen Kinder für legitim erklärt. Aus der Verbindung gingen sechs Kinder hervor, die die Hauptlinie des Hauses Hohenturm fortführten. Auch Lyonels Geschwister trugen zum Fortbestand der Familie bei. Über Ser Martyn Hohenturm ist nur wenig bekannt, doch wird er mehrfach als treuer Ritter seines Hauses erwähnt. Ser Garmund Hohenturm heiratete später Rhaena Targaryen, die Tochter von Daemon Targaryen und Laena Velaryon. Diese Ehe stellte nach dem Drachentanz erneut eine enge Verbindung zwischen den Häusern Hohenturm und Targaryen her und zeigte, dass die politischen Spannungen des Bürgerkrieges allmählich überwunden wurden.

Marie Müller - myFanbase

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