Haus Velaryon

Das Haus Velaryon zählt zu den ältesten und angesehensten Adelsgeschlechtern in Westeros. Wie das Haus Targaryen stammen auch die Velaryons ursprünglich aus dem mächtigen Freistaat Valyria, der über Jahrtausende als Zentrum von Reichtum, Handel und Drachenmacht galt. Sie gehörten jedoch nicht zu den Familien der Drachenreiter, sondern machten sich als begnadete Seefahrer, Händler und Schiffsbauer einen Namen. Schon lange vor dem Untergang Valyrias verließen sie ihre Heimat und ließen sich auf der Insel Driftmark in der Schwarzwasserbucht nieder. Das Wappen des Hauses zeigt ein silbernes Seepferdchen auf meergrünem Grund und verdeutlicht die enge Verbindung der Familie zum Meer. Über Generationen hinweg kontrollierten die Velaryons die wichtigsten Handelsrouten zwischen Westeros und Essos und gelangten dadurch zu großem Wohlstand.
Die Geschichte der Targaryens und ihrer Verbündeter beschreibt George R. R. Martin ausführlich in seinem Buch "Feuer und Blut" (erschienen in der Penguin Random House Verlagsgruppe). Die Familienkolumne der Velaryons enthält daher Spoiler zu "Feuer und Blut" und potentielle Spoiler zur HBO-Serie "House of the Dragon", die in Deutschland auf HBO Max, Sky und WOW zu sehen ist.

Bereits Jahrhunderte vor dem Untergang Valyrias entschlossen sich die Velaryons, ihre Heimat zu verlassen und westwärts über das Meerenge zu segeln. Sie errichteten auf der Insel Driftmark eine neue Niederlassung, um ihre Handelswege auszubauen und ihren Einfluss in Westeros zu vergrößern. Driftmark liegt unmittelbar vor der Küste von Drachenstein und besitzt mehrere geschützte Naturhäfen, die ideale Voraussetzungen für eine mächtige Flotte boten.
Valaena Velaryon (*ca. 30-20 v. A. E.) war mit Aerion Targaryen verheiratet. Aus dieser Ehe gingen Visenya, Aegon und Rhaenys Targaryen hervor. Ihr Sohn Aegon, der später als Aegon der Eroberer in die Geschichte eingehen sollte, trug somit dazu bei, dass bereits im ersten König der Targaryen-Dynastie ebenso das Blut der Velaryons floss. Auch in den folgenden Generationen heirateten zahlreiche Targaryen-Könige Frauen aus Driftmark. Dadurch festigten die Velaryons ihren Status als engste Verbündete der Krone und wurden regelmäßig in die höchsten politischen Ämter berufen. Besonders das Amt des Meisters der Schiffe wurde häufig von ihnen bekleidet.
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Der erste namentlich bekannte Lord von Driftmark war Lord Daemon Velaryon, der 2 v. A. E. verstarb. Er unterstützte Aegon I. Targaryen bereits während der Vorbereitung der Eroberung von Westeros. Ihm folgte sein Sohn Aethon Velaryon, der von 2 v. A. E. bis etwa 42–47 n. A. E. Lord von Driftmark war. Er diente zunächst König Aegon I. und später dessen Nachfolgern Aenys I. Targaryen als Meister der Schiffe. Während seiner langen Amtszeit führte er mehrere Feldzüge gegen Piraten in den Trittsteinen und sicherte den Handel über die Meerenge. Unter seiner Herrschaft wurde das Amt des Meisters der Schiffe nahezu zu einer erblichen Aufgabe der Familie Velaryon. Aethans Tochter Alyssa Velaryon heiratete später Aenys Targaryen. Aus dieser Ehe gingen die fünf Kinder Rhaena, Aegon, Viserys, Jaehaerys und Alysanne Targaryen hervor.
Auf Aethan folgte dessen Sohn Daemon Velaryon, der ab ca. 77/ 90 n. A. E. über Driftmark herrschte. Er diente zunächst unter Maegor I. Targaryen als Admiral der königlichen Flotte und wurde später unter Jaehaerys I. zum Meister der Schiffe sowie schließlich sogar zur Hand des Königs ernannt. Damit gehörte er zu den einflussreichsten Staatsmännern seiner Zeit. Sein ältester Sohn Corwyn Velaryon wurde später Lord von Driftmark. Jener regierte Driftmark gegen Ende des ersten Jahrhunderts und bereitete den Aufstieg seines Hauses vor. Sein Sohn erbte eine wohlhabende Familie mit einer großen Handelsflotte und baute deren Macht weiter aus.

Der berühmteste Vertreter der Dynastie wurde im Jahr 53 n. A. E. geboren. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Corlys Velaryon Driftmark und entwickelte das Haus Velaryon zur reichsten Familie Westeros. Den außergewöhnlichen Ruf, den Corlys Velaryon genießt, verdankte er vor allem seinen legendären Seereisen. Bereits als Junge fühlte er sich stärker zum Meer hingezogen als zum höfischen Leben auf Driftmark. Während andere junge Adlige den Umgang mit Schwert und Lanze erlernten, studierte Corlys die Kunst der Navigation, beobachtete Sterne und Strömungen und verbrachte unzählige Stunden an Bord der Schiffe seines Hauses. Schon im Alter von sechs Jahren begleitete er erstmals eine Handelsreise, und mit sechzehn Jahren befehligte er bereits sein eigenes Schiff. Sein berühmtes Flaggschiff, die Seeschlange, wurde zum Sinnbild seines Lebens. Das außergewöhnlich schnelle und wendige Schiff war für lange Reisen auf hoher See ausgelegt und erlaubte es Corlys, Regionen zu erreichen, die zuvor kaum ein Seefahrer aus Westeros betreten hatte. Im Laufe seines Lebens unternahm er insgesamt neun große Reisen, die ihn bis an die Grenzen der bekannten Welt führten und den Namen Velaryon weit über Westeros hinaus berühmt machten.

© Ollie Upton/HBO
Seine ersten Expeditionen führten ihn in die Freien Städte von Essos. Er besuchte Braavos, Pentos, Myr, Tyrosh und Lys, wo er Handelsbeziehungen mit den mächtigsten Kaufmannsfamilien der östlichen Küste aufbaute. Statt sich auf gewöhnliche Handelswaren zu beschränken, schloss Corlys langfristige Verträge mit reichen Kaufleuten und sicherte sich bevorzugten Zugang zu wertvollen Gütern. Seide, feine Stoffe, Gewürze, kostbare Weine, seltene Hölzer und Edelmetalle gelangten auf seinen Schiffen nach Driftmark und machten das Haus Velaryon reicher als jemals zuvor. Mit wachsender Erfahrung wagte sich Corlys immer weiter in unbekannte Gewässer vor. Seine Reisen führten ihn auch zu den Sommerinseln. Dort knüpfte er freundschaftliche Beziehungen zu einheimischen Fürsten und brachte exotische Hölzer, seltene Gewürze und kostbare Federn nach Westeros. Diese Waren erzielten auf den Märkten von Altsass, Königsmund und Lannisport enorme Preise.
Noch kühner waren seine Expeditionen in den fernen Osten der bekannten Welt. Corlys segelte bis nach Qarth, der sagenumwobenen Handelsmetropole am Tor zum Jademeer. Die prächtigen Paläste, die gewaltigen Stadtmauern und der unermessliche Reichtum der Stadt hinterließen einen bleibenden Eindruck bei ihm. Dort handelte er mit Edelsteinen, Bernstein, Jade und seltenen Gewürzen, die in Westeros nahezu unbekannt waren. Seine berühmteste Reise führte ihn schließlich bis nach Asshai am Schatten, einer geheimnisvollen Hafenstadt im äußersten Osten der bekannten Welt. Asshai war berüchtigt für seine düstere Atmosphäre, seine geheimnisvollen Priester und seine uralten Zaubertraditionen. Corlys berichtete später von einer Stadt mit gewaltigen schwarzen Mauern, in der Händler aus allen Teilen der bekannten Welt zusammentrafen. Zwar hielten sich die Bewohner gegenüber Fremden meist verschlossen, doch gelang es ihm, außergewöhnliche Waren zu erwerben, die in Westeros als nahezu unbezahlbar galten.
Von jeder seiner Expeditionen brachte Corlys nicht nur Reichtümer, sondern auch neues Wissen mit. Er sammelte Karten unbekannter Küsten, dokumentierte Meeresströmungen, beschrieb fremde Völker und ihre Handelsgewohnheiten und erweiterte damit das geographische Wissen seiner Zeit erheblich. Seine Berichte wurden später von Maestern der Zitadelle studiert und galten als wertvolle Quellen über die Welt jenseits Westeros. Der wirtschaftliche Erfolg seiner Reisen war beispiellos. Mit den Einnahmen ließ Corlys den Stammsitz Hochflut erweitern. Gleichzeitig investierte er enorme Summen in den Ausbau der velaryonischen Flotte. Unter seiner Herrschaft verfügte Haus Velaryon über die größte Handels- und Kriegsflotte der Sieben Königslande.
Im Jahr 90 n. A. E. ehelichte Corlys Prinzessin Rhaenys Targaryen, die Tochter von Prinz Aemon Targaryen und Enkelin des Königs. Rhaenys war selbst Drachenreiterin und ritt die rote Drachin Meleys. Aufgrund ihrer Abstammung galt sie lange Zeit als mögliche Erbin des Eisernen Thrones, denn viele Lords hielten sie für die rechtmäßige Nachfolgerin ihres Großvaters, nachdem ihr Vater Aemon gefallen war. Doch Jaehaerys entschied sich stattdessen dafür, seinen zweiten Sohn Baelon zum Erben zu ernennen. Nach dessen Tod wurde die Nachfolge schließlich auf dem Großen Rat von Harrenhal im Jahr 101 n. A. E. entschieden, bei dem Viserys I. Targaryen gegenüber Rhaenys den Vorzug erhielt. Seitdem trug sie den Beinamen Die Königin, die niemals war.

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Für Corlys bedeutete diese Entscheidung eine große Enttäuschung. Hätte sich der Große Rat für Rhaenys entschieden, wäre er Gemahl der regierenden Königin geworden und das Haus Velaryon hätte direkten Anteil an der Herrschaft über Westeros erhalten. Unter König Viserys I. gehörte Corlys dem Kleinen Rat als Meister der Schiffe an. Er war maßgeblich für die königliche Flotte verantwortlich und genoss aufgrund seiner Erfahrungen großen Respekt. Als jedoch Piraten der Triarchie die Trittsteine besetzten und den Handel zwischen Westeros und Essos bedrohten, zeigte sich Corlys zunehmend unzufrieden mit der zögerlichen Haltung des Königs. Da Viserys keinen Krieg riskieren wollte, entschloss sich Corlys, gemeinsam mit Prinz Daemon Targaryen selbst gegen die Triarchie zu ziehen. Der Krieg um die Trittsteine dauerte mehrere Jahre und erwies sich als verlustreich. Dank der Flotte der Velaryons und Daemons militärischer Führung gelang es schließlich jedoch, die Piraten zurückzuschlagen und die Handelswege wieder zu öffnen.
Aus der Ehe mit Rhaenys gingen indes zwei Kinder hervor, Laena (* 92 n. A. E.) und Laenor Velaryon (*94 n. A. E.). Beide erbten das valyrische Aussehen ihrer Eltern mit silberblondem Haar und violetten Augen. Corlys' Tochter Laena entwickelte sich rasch zu einer selbstbewussten und mutigen jungen Frau. Schon als Kind begeisterte sie sich für Drachen und träumte davon, eines Tages einen der größten unter ihnen zu reiten. Schließlich gelang ihr dieses Kunststück, als sie Vhagar für sich gewann. Auch politisch spielte Laena eine wichtige Rolle. Nachdem König Viserys I. seine erste Gemahlin Aemma Arryn verloren hatte, schlug Corlys vor, dass der König seine Tochter heiraten sollte. Eine Verbindung zwischen Viserys und Laena hätte die Bande zwischen Targaryens und Velaryons weiter gestärkt und den Einfluss Driftmarks erheblich vergrößert. Obwohl viele Ratsmitglieder die Ehe befürworteten, entschied sich Viserys gegen die damals erst zwölfjährige Laena und wählte stattdessen Alicent Hohenturm zur neuen Königin. Für Corlys war dies eine schwere Kränkung, da er den Einfluss der Hohenturms wachsen sah, während seine eigene Familie übergangen wurde. Einige Jahre später heiratete Laena schließlich Prinz Daemon. Aus ihrer Ehe gingen die Zwillingstöchter Baela und Rhaena Targaryen hervor. Laenas Glück war jedoch nur von kurzer Dauer. Während der Geburt ihres dritten Kindes traten schwere Komplikationen auf und sie starb gemeinsam mit dem Kind während der Geburt im Jahr 120 n. A. E..

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Auch Laenor wuchs als Hoffnungsträger seiner Familie heran. Schon früh schlüpfte für ihn der Drache Seerauch, mit dem er eine enge Bindung entwickelte. Doch es wurde deutlich, dass Laenor sich hauptsächlich die Gesellschaft seiner männlichen Gefährten interessierte. Trotzdem fiel auf ihn eine entscheidende politische Aufgabe. Um die Spannungen zwischen König Viserys und Corlys Velaryon zu beenden, wurde beschlossen, Laenor mit der Thronerbin Rhaenyra Targaryen zu verheiraten. Die Ehe vereinte erneut die beiden mächtigsten valyrischen Häuser Westeros' und sollte den Anspruch ihrer künftigen Kinder auf den Eisernen Thron stärken. Beide Eheleute wussten jedoch, dass ihre Verbindung in erster Linie politischen Zwecken diente. Während Laenor seine Beziehungen zu Männern fortsetzte, suchte auch Rhaenyra anderweitig nach persönlichem Glück. Rhaenyra brachte während ihrer Ehe mit Laenor drei Söhne zur Welt: Jacaerys, Lucerys und Gottfrid Velaryon. Offiziell galten alle drei Jungen als Velaryons und wurden entsprechend erzogen, allerdings ähnelten sie weder ihrem angeblichen Vater noch ihrer Mutter. Statt der typischen silberblonden Haare der valyrischen Familien besaßen sie dunkles Haar und kräftige Gesichtszüge, weshalb sich schon früh Gerüchte verbreiteten, Ser Harwin Kraft sei ihr eigentlicher Vater.

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Im Jahr 120 n. A. E. erlitt Haus Velaryon innerhalb weniger Wochen zwei schwere Schicksalsschläge. Zunächst starb Laena während der Geburt ihres dritten Kindes. Kurz darauf kam auch Laenor ums Leben, nachdem er von Qarl Correy getötet worden sein soll. Viele Zeitgenossen vermuteten, dass Daemon oder sogar Rhaenyra hinter seinem Tod standen, um selbst heiraten zu können. Bewiesen wurde diese Vermutung jedoch nie. Mit dem Tod seiner beiden Kinder verlor Corlys die direkten Erben seines Hauses.

Mit dem Tod von König Viserys I. im Jahr 129 n. A. E. begann einer der verheerendsten Konflikte in der Geschichte von Westeros. Obwohl Viserys seine Tochter Rhaenyra schon viele Jahre zuvor offiziell zur Thronerbin ernannt und die großen Lords des Reiches ihr die Treue hatten schwören lassen, nutzten Alicent und ihre Anhänger den Tod des Königs, um Alicents ältesten Sohn Aegon Targaryen auf den Eisernen Thron zu setzen. Während sich die Anhänger Aegons als die Grünen bezeichneten, sammelten sich die Unterstützer Rhaenyras unter dem Banner der Schwarzen. Aus dem Streit um die Thronfolge entwickelte sich schließlich ein Bürgerkrieg, der als Drachentanz in die Geschichte einging. Corlys und Rhaenys unterstützten Rhaenyra nicht nur aufgrund ihrer engen familiären Verbindung, sondern auch, weil ihre Enkel Jacaerys, Lucerys und Gottfrid offiziell den Namen Velaryon trugen und eines Tages sowohl Driftmark als auch den Eisernen Thron erben sollten. Zudem waren Corlys' Enkelinnen Baela und Rhaena, die Töchter Laenas und Daemons, ebenfalls eng mit Rhaenyra verbunden.
Die mächtige Flotte Driftmarks entwickelte sich schnell zu einem der größten Vorteile Rhaenyras. Während die Grünen Königsmund kontrollierten, beherrschten die Velaryons die Schwarzwasserbucht und konnten den Seehandel weitgehend unterbrechen. Corlys ließ die wichtigsten Häfen blockieren und erschwerte dadurch die Versorgung der Hauptstadt erheblich. Gleichzeitig transportierten seine Schiffe Truppen, Lebensmittel und Nachschub nach Drachenstein, wo sich Rhaenyra zur Königin krönen ließ.

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Um im Krieg diplomatische Beziehungen zu knüpfen, entsandte Rhaenyra ihren Sohn Lucerys, der als Erbe von Driftmark galt, nach Sturmkap, um die Unterstützung von Lord Borros Baratheon zu gewinnen. Dort traf Lucerys jedoch auf seinen Onkel Aemond Targaryen Targaryen, mit dem ihn seit ihrer Kindheit eine erbitterte Feindschaft verband. Als beide auf ihren Drachen aufbrachen, griff Aemond seinen Neffen über der Sturmbucht an. Vhagar, der größte lebende Drache Westeros', tötete den wesentlich kleineren Arrax mitsamt Lucerys. Dieser Vorfall gilt als der eigentliche Auslöser des offenen Drachentanzes und machte jede Möglichkeit einer friedlichen Einigung zunichte.
Der Tod Lucerys traf Corlys und Rhaenys schwer. Erneut verlor die Familie einen jungen Hoffnungsträger. Kurz darauf erlitt das Haus einen weiteren verheerenden Verlust, denn bei der Schlacht von Krähenruh stellte sich Rhaenys auf Meleys den Drachen von Aegon und Aemond entgegen. Obwohl Meleys als erfahrene Kampfdrachin galt, musste sie gleichzeitig gegen Sonnfeuer und Vhagar antreten. In dem erbitterten Luftkampf wurden sowohl Meleys als auch Rhaenys getötet.

Die schweren Verluste zwangen Corlys dazu, neue Wege zu gehen. Da viele Drachen ohne Reiter geblieben waren, unterstützte er Rhaenyras Plan, sogenannte Drachensamen, Menschen mit valyrischen Vorfahren, als neue Drachenreiter einzusetzen. Unter ihnen befand sich auch Addam von Holk, ein junger Seemann, der im Jahr 114 n. A. E. geboren wurde. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Alyn von Holk, der ca. 115 n. A. E. das Licht der Welt erblickte, wuchs er in der Hafenstadt Holk auf Driftmark auf. Die Mutter der beiden war Marilda von Holk, eine Kaufmannstochter und erfahrene Seefahrerin. Über den Vater herrscht Uneinigkeit, denn offiziell erklärte Marilda, Addam und Alyn seien die unehelichen Söhne Laenors, aber viele Zeitgenossen bezweifelten diese Darstellung, da Laenor für seine Beziehungen zu Männern bekannt war. Andere Chronisten behaupteten stattdessen, Corlys selbst sei ihr leiblicher Vater.

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Während des Drachentanzes folgte Addam dem Aufruf von Jacaerys, nach Drachenstein zu kommen. Dort sollten Männer und Frauen mit valyrischem Blut versuchen, herrenlose Drachen zu besteigen, um die Reihen der Schwarzen zu verstärken. Addam gelang etwas, das nur wenigen Menschen vergönnt war, denn er wurde vom Drachen Seerauch als Reiter angenommen, jenem Drachen, der zuvor Laenor gedient hatte. Damit bewies Addam nicht nur seinen Mut, sondern vermutlich auch seine valyrische Abstammung. Sein Bruder Alyn versuchte ebenfalls, einen Drachen zu zähmen, wurde dabei jedoch von Schafsdieb schwer verbrannt. Der Drache setzte seinen Mantel in Brand und hinterließ schwere Verbrennungen an Rücken und Beinen. Die Narben begleiteten Alyn bis an sein Lebensende und erinnerten ihn stets an den Preis des Ehrgeizes. Anders als sein Bruder wurde er nie Drachenreiter. Addam rettete ihm das Leben, indem er die Flammen mit seinem Mantel erstickte, während Seerauch den wilden Drachen vertrieb. Corlys erkannte großes Potenzial in Addam und ließ ihn und Alyn später offiziell legitimieren. Gemeinsam erhielten sie den Namen Velaryon und wurde als Mitglied der Familie anerkannt. Diese Entscheidung sollte später sowohl Driftmark als auch dem Haus Velaryon das Überleben sichern.
Während die Flotte der Velaryons durch die Schlacht in der Gurgel 130 n. A. E. stark dezimiert wurden war, verschlechterte sich die Beziehung zwischen Corlys und Rhaenyra, nachdem sie die Macht in Königsmund übernommen hatte. Rhaenyra ließ mehrere ihrer Berater hinrichtet oder verlor ihr Vertrauen. Als mehrere der sogenannten Drachensamen zu den Grünen überliefen, begann Rhaenyra, auch Addam zu misstrauen. Sie befahl seine Verhaftung, obwohl es keinerlei Beweise für einen Verrat gab. Corlys warnte Addam rechtzeitig vor der drohenden Gefangennahme und ermöglichte ihm die Flucht. Somit geriet Corlys in Verdacht, nicht mehr uneingeschränkt loyal zu sein und Rhaenyra ließ ihn gefangen nehmen. Aber anstatt sich abzusetzen oder die Seiten zu wechseln, blieb Addam seiner Königin treu und kämpfte weiter für die Schwarzen. Seine größte Bewährungsprobe kam während der Zweiten Schlacht von Stolperstadt im Jahr130 n. A. E.. Obwohl Addam wusste, dass die gegnerischen Drachen überlegen waren, griff er entschlossen an. Im Verlauf der erbitterten Kämpfe starben sowohl Addam als auch sein Drache Seerauch. Sein selbstloses Opfer trug jedoch entscheidend dazu bei, den Vormarsch der Grünen aufzuhalten.

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Der Tod Addam Velaryons markierte einen entscheidenden Wendepunkt im Drachentanz. Nach Addams Tod übernahm dessen Bruder Alyn eine immer wichtigere Rolle innerhalb der velaryischen Flotte. Gemeinsam mit den verbliebenen Kommandanten der Schwarzen sorgte er dafür, dass die Kontrolle über die Gurgel und die Seewege nach Drachenstein erhalten blieb. Währenddessen verschlechterte sich die Lage in Königsmund dramatisch. Die Herrschaft Königin Rhaenyras zerbrach zunehmend unter Hunger, hohen Steuern und wachsender Unzufriedenheit der Bevölkerung. Als schließlich der sogenannte Sturm auf die Drachenkuhle ausbrach, wurden mehrere der letzten Drachen der Targaryens getötet. Rhaenyra sah sich gezwungen, aus der Hauptstadt zu fliehen und suchte Zuflucht auf Drachenstein, der traditionellen Festung ihrer Familie. Dort erwartete sie jedoch eine bittere Überraschung. Die Besatzung der Insel hatte sich inzwischen für Aegon entschieden. Auf Befehl Aegons wurde sie im Jahr 130 n. A. E. von dessen Drachen Sonnenfeuer getötet.

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Dennoch war Aegon II. weit davon entfernt, das Reich vollständig zu kontrollieren. Die meisten großen Heere der Flusslande, des Nordens und des Grünen Tals hielten weiterhin zu Rhaenyras Sohn Aegon dem Jüngeren Targayren. Besonders Lord Cregan Stark führte ein starkes Heer aus dem Norden nach Süden, während auch die Flusslords ihren Vormarsch auf Königsmund fortsetzten. Auch Corlys Velaryon spielte erneut eine wichtige Rolle. Nachdem er zeitweise von Rhaenyra wegen seiner Unterstützung Addams inhaftiert worden war, war er später wieder freigelassen worden. Der alte Seefahrer bemühte sich nun vor allem darum, einen völligen Zusammenbruch des Reiches zu verhindern. Obwohl er während des Krieges mehrfach zwischen Loyalität gegenüber seiner Familie und seiner Pflicht gegenüber der Krone hatte abwägen müssen, setzte er sich nun für eine friedliche Nachfolgeregelung ein. Als Aegon II. sich weigerte, trotz des sich nähernden Heeres der Flusslords zu kapitulieren und sich der Nachtwache anzuschließen, wurde der König im Jahr 131 n. A. E. unter ungeklärten Umständen vergiftet. Mit dem Tod Aegons II. erlosch der unmittelbare Widerstand der Grünen.

Der junge Aegon III. Targaryen, der einzige überlebende Sohn Rhaenyras, wurde als rechtmäßiger König anerkannt. Da er noch minderjährig war und die Schrecken des Krieges ihn tief traumatisiert hatten, übernahmen zunächst Regenten die Regierungsgeschäfte. Für Haus Velaryon bedeutete diese Entwicklung einen erneuten politischen Aufstieg. Corlys Velaryon wurde trotz seines hohen Alters wieder in den Kleinen Rat berufen und diente dem jungen König ein weiteres Mal als Hand des Königs. Seine jahrzehntelange Erfahrung und sein Ansehen machten ihn zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten beim Wiederaufbau des Reiches. Gleichzeitig begann Alyn Velaryon, die durch den Krieg stark geschwächte Flotte seines Hauses neu zu organisieren und den Seehandel zwischen Driftmark, Königsmund und den Freien Städten wiederzubeleben. Während der sogenannten Töchterkriege führte Alyn erfolgreiche Feldzüge gegen die Triarchie in den Trittsteinen und sicherte die Handelswege zwischen Westeros und Essos. Seine Entschlossenheit und sein Mut brachten ihm den Beinamen Eichenfaust ein, der seine Unbeugsamkeit und seine Stärke symbolisierte. Wie Corlys vor ihm unternahm er mehrere große Seereisen und trug maßgeblich dazu bei, den Handel Driftmarks nach den Verwüstungen des Drachentanzes wiederzubeleben. Seine Fahrten führten ihn erneut in die Freien Städte, auf die Sommerinseln und entlang der Küsten Essos. Zur Festigung der Verbindung zwischen Targaryens und Velaryons heiratete Alyn Baela Targaryen. Damit verbanden sich die beiden valyrischen Häuser erneut.

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Zur gleichen Zeit befand sich das Reich in einer schwierigen Lage. König Aegon III. Targaryen hatte seine erste Gemahlin Jaehaera Targaryen verloren und sollte erneut verheiratet werden, um die Zukunft der Dynastie zu sichern. Der ehrgeizige Lord Unsieg Gipfel versuchte, seine eigene Tochter zur Königin zu machen, doch zahlreiche Adlige lehnten seinen Machtanspruch ab. Im Jahr 133 n. A. E. wurde deshalb der berühmte Jungfrauentagsball veranstaltet. Hunderte junge Adlige wurden dem König vorgestellt. Erst ganz zum Schluss führten Baela und Rhaena die erst sechsjährige Daenaera Velaryon vor den König. Daenaera wurde im Jahr 127 n. A. E. als Tochter von Daeron Velaryon und Hazel Harte geboren. Ihr Vater war ein Cousin Alyns und fiel im Jahr 133 n. A. E. während eines Feldzuges in den Trittsteinen. Nach seinem Tod nahm Alyn gemeinsam mit seiner Gemahlin Baela das junge Mädchen als Mündel in seinen Haushalt auf. Zeitgenössische Chronisten beschreiben sie als außergewöhnlich schön, fröhlich und lebenslustig – Eigenschaften, die einen starken Kontrast zum stillen und von den Schrecken des Drachentanzes gezeichneten Aegon III. bildeten. Der König soll sofort von ihrem offenen Wesen eingenommen gewesen sein und wählte sie zu seiner künftigen Gemahlin. Noch im selben Jahr wurde die Ehe geschlossen. Als Königin schenkte Daenaera Aegon III. fünf Kinder: Daeron, Baelor, Daena, Rhaena und Elaena Targaryen. Ihre beiden Söhne bestiegen später nacheinander den Eisernen Thron.
Marie Müller - myFanbase
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