Bewertung: 7

Review: #7.13 Die Puppe

Susan versucht mit ihrer momentanen Situation klarzukommen, Lynette erhält Besuch von ihrer Mutter Stella, Bree findet eine schockierende Tatsache über Keith heraus, die dieser selbst noch gar nicht weiß, und Gaby leidet immer noch an ihrer Puppenobsession: Die in #7.13 Die Puppe thematisierten Storys sind momentan alle mehr oder weniger interessant und besitzen Potential, könnten allerdings etwas spannender erzählt werden.

The world is filled with people who do ugly things. Why do they act this way? Some lie to keep from losing what they love ...


Die Beziehung zwischen Keith und Bree lief für „Desperate Housewives“-Verhältnisse zweifelsohne zu harmonisch und zu unproblematisch ab. Denn abgesehen von dem kurzzeitigen Problem mit Keiths Vater Richard, hatte diese Beziehung eigentlich keine großen Hindernisse. Es war aber natürlich nur eine Frage der Zeit, bis die Autoren mit irgendeinem Twist aufwarten, der die Beziehung in Gefahr bringen wird. Und was ist Beziehungskiller Nummer Eins: ein heimliches Kind, von dem niemand wusste. Ja, Keith ist Vater eines Sohnes, ohne es zu wissen, womit „Desperate Housewives“ mal wieder relativ tief in die Klischeekiste greift. Weshalb man aus dieser Kiste dann ausgerechnet eine ähnliche Storyline auskramt, wie man sie schon einmal in der Serie vorgefunden hat (Toms uneheliche Tochter Kayla), bleibt mir ein Rätsel. Natürlich ist es interessant, wie sich das ganze entwickeln wird, auch wenn ich für die Beziehung zwischen Keith und Bree schwarz sehe, nachdem schon des Öfteren deutlich gemacht wurde, dass Keith sehr gerne ein Vater wäre. Was mir gefallen hat, war Brees unmoralisches Verhalten gegenüber Brees Exfreundin Amber, auch wenn man bereits vorhersagen kann, dass Brees schlechtes Gewissen früher oder später die Oberhand gewinnen wird. Und wird Keith Bree verzeihen, dass sie ihm verschwiegen hat, dass er einen Sohn hat? Ein weiter Pluspunkt in dieser Storyline war Keiths Ex-Freundin Amber. Ganz anders als man es von dieser Serie gewohnt ist, war diese nicht nervig, hinterhältig oder exzentrisch, sondern wirklich sympathisch und irgendwo auch bemitleidenswert.

Some pull up walls because they have regrets ...

Gabys Obsession hat in dieser Folge ihren Höhepunkt erreicht. Und das war auch gut so, denn so sehr ich die Storyline um ihre „Prinzessin“ auch mochte, so ging ihr (durchaus realistisches) Verhalten doch ein wenig zu weit. Vor allem die Szene, in der sie ihre Puppe mit der von Karen anfreunden möchte, wird von einigen wohl belächelt worden sein. Carlos’ Verhalten gegenüber seiner Frau hat mir erneut nicht gefallen und ich finde es nach wie vor schade, dass er sich keine wirkliche Zeit nimmt, um sich Gabys Problem anzunehmen. Ihm schien wohl der Ernst der Lage nicht bewusst gewesen zu sein, was aber auch kein Wunder ist, wenn man seiner Frau nach einer so schwierigen Zeit keine wirkliche Zuwendung gibt. Ganz stark war die Schlussszene dieser Episode, als Gaby und Carlos Opfer eines Carjackers wurden und mir währenddessen fast das Herz stehen geblieben ist. Wie Gaby daraufhin in Carlos’ Armen zusammenbricht, war dazu auch noch wirklich bewegend. Wie wird sie mit ihrem erneuten Verlust umgehen? Und wird Carlos endlich einsehen, dass seine Frau Hilfe braucht? Hoffen wir es, denn Carlos hat in letzter Zeit durch sein Verhalten garantiert keine Sympathiepunkte sammeln können.

Some lushed out because they fear the future ...

Nachdem in der letzten Folge Susans Mutter Sophie auf einer Stippvisite vorbeigeschaut hat, hat Lynette nun das „Glück“: Das erste Mal seit #5.12 Ungehorsam bekommen wir mal wieder ihre Mutter Stella zu Gesicht – keine schlechte Entscheidung, denn der Charakter an sich, sowie ihre Interaktion mit Lynette, ist immer wieder sehenswert und unterhaltsam. Das waren auch die Stärken dieser Storyline, denn der Rest, sprich Stellas Blitzhochzeit, wurde ein wenig schnell und vorhersehbar inszeniert. Vorhersehbar deshalb, weil bereits nach kurzer Zeit klar war, dass Frank und Lynette keine besten Freunde werden, Lynette irgendwie versuchen wird, die ganze Hochzeit zu verhindern, ihr es aber nicht gelingen wird bzw. jemand sie umstimmt. Erwähnenswert gut und erfrischend war jedoch Frank an sich, der mit Larry Hagman recht prominent besetzt wurde und für einige grandiose Sprüche gesorgt hat.

"Frank, want a salad?"
"Let me check ... nope, still got a penis!"


Ein Wiedersehen ist gern gesehen!

Über Susan verliere ich nicht viele Worte, denn ihre Storyline war recht uninspiriert und wenn man bedenkt, wie wenig Screentime sie im Vergleich zu den anderen hatte, wird auch klar sein, dass die Autoren selbst keine Ahnung hatten, wie man sie sinnvoll in die Folge bringt. So bot ihre Storyline rund um ihren recht pessimistischen Dialysemitleidenden zwar ohne Frage einige emotionale und rührende Momente, war jedoch im Endeffekt eine sehr belanglose Angelegenheit. Aus Susans momentaner Situation kann man durchaus mehr rausholen. Auch Renée hat man in dieser Folge versucht, eine eigene Storyline zu verpassen, indem uns klargemacht wurde, dass auch sie einmal von einer Familie mit Kindern geträumt hat und es nun bereut, dass dieser Zug offenbar abgefahren ist. Keine ganz unwichtige Storyline, da wir so einen etwas tieferen Einblick in Renée erhalten haben, die jedoch weites gehend verzichtbar blieb.

Yes, everyone has a reason for the ugly things they do. And once we find out why, then we can try to stop them.

Zuletzt gab es in dieser Episode noch Paul, der, nachdem er am Ende von #7.11 Attentäter herausfand, dass Beth Felicias Tochter ist, nun eines plant: Rache. Anfänglich roch das Ganze nach einer ziemlich abgedroschenen Storyline und sein Plan, sich Beth in einer einsamen Waldhütte zu entledigen, erinnerte stark an Daves Vorhaben aus Staffel Fünf (aus #5.18 Ein ganz einfacher Plan). Niemals hätte ich geglaubt, dass die Autoren in dieser Folge noch die Kurve bekommen und uns statt einer einfallslosen und lächerlichen Racheaktion tatsächlich eine Hand voll emotionalen Szenen liefern. Doch was war passiert? Ja, Paul findet heraus, dass nicht Beth auf ihn geschossen hat, sondern sein Adoptivsohn Zach. Daraufhin zerfließt Paul im Selbstmitleid, da er im Glauben ist, die ganze Welt habe sich gegen ihn gewendet und es gäbe keine Person mehr, die auf seiner Seite steht. Besonders ironisch und gleichzeitig tragisch ist es, dass er nun auch Beth misstraut, die sich allerdings mittlerweile von ihrer Mutter losgelöst und ernsthafte Gefühle für Paul entwickelt hat. Folglich ist Beth momentan wirklich die einzige, auf der er sich vollends verlassen kann, was Paul jedoch nicht weiß, da er sie nur noch als Verräterin sieht. Die Entwicklung der Young-Ehe könnte noch interessant werden: Wann konfrontiert Paul Beth mit seinem Wissen? Wird er einsehen, dass sie ihn wirklich liebt oder wird er sich nach wie vor an ihr rächen wollen? Und was wird Paul nun gegen Zach unternehmen? Ich rechne es der Serie hoch an, dass sie mit den Gefühlen der Zuschauer spielt und versucht, ihnen für den vermeidlichen Antagonisten der Serie Gefühle zu entlocken – was ihnen in dieser Folge auch gelungen ist, denn ich für meinen Teil hatte vor allem während des nächtlichen Schlafzimmergesprächs zwischen Paul und Beth echtes Mitleid mit ihm. Und wo wir gerade bei dieser Szene sind: Hoffen wir, dass sie mit ihrem gutgemeinten Rat an Paul nicht ihr eigenes Schicksal besiegelt hat: "You can be happy, Paul. You just have to identify what's negative in your life and then get rid of it."

Fazit


Auch wenn meine wenig euphorische Review den Eindruck vermittelt, als sei diese Episode nicht wirklich gelungen gewesen, so ist das nicht unbedingt der Fall. #7.13 Die Puppe hielt nämlich von Allem etwas bereit: Von interessanten Storylines (Paul, Gaby), über amüsante (Lynette) und emotionale (Susan), bis hin zu welchen mit hohem Entwicklungspotential (Bree). Da jede dieser Storylines jedoch irgendwo auch einen bitteren Beigeschmack hinterlassen hat, kann diese Episode nicht mit ihren letzten, sehr überzeugenden Vorgängerepisoden mithalten.

Manuel H. - myFanbase

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