Bewertung: 6

Review: #9.11 A Couple Hundred Degrees

Foto: Chicago Fire - Copyright: 2020 Open 4 Business Productions LLC. All Rights Reserved.
Chicago Fire
© 2020 Open 4 Business Productions LLC. All Rights Reserved.

"Chicago Fire" ist seit Jahren einer meiner Lieblinge unter den Dramaserien, jedoch gibt es Episoden, bei denen der Funke nicht so recht überspringen will und sie letztlich nur so vor sich her plätschern. Diese Episode gehört definitiv dazu und ich frage mich, ob man bestimmte Handlungsstränge absichtlich in die Länge zieht, damit man dann zum Ende dieser verkürzten Staffel mit einem Knaller um die Ecke kommen kann.

"Matt, ich begleite dich"

Seitdem Vorfall bei dem Einsatz und er unter starken Kopfschmerzen gelitten hat, macht es mir Matt Casey nicht sonderlich einfach. Ich kann durchaus verstehen, dass er nicht möchte, dass die anderen – insbesondere Sylvie Brett – sich um ihn Sorgen machen. Das wäre auch gar nicht so, wenn er nicht diese Vorgeschichte hätte. Jedoch hat es Casey in dieser Episode zeitweise sogar noch schlimmer gemacht. Nicht nur, dass er den Rat von Will Halstead quasi ignoriert hat, sondern er nimmt die ganze Sache nicht mehr allzu ernst, da seine Kopfschmerzen verschwunden sind. Doch gerade aufgrund der Tatsache, dass er diesen Tunnelblick hatte, ist das eher ein Alarmzeichen, dass es gefährlich sein könnte.

Umso besser fand ich es daher, dass Brett Will indirekt drauf angesprochen hat, denn so fand sie heraus, dass Casey für 'einen Freund' gefragt hat. Natürlich haben bei ihr alle Alarmglocken geläutet. Brett ist allerdings auch nicht blöd, denn sie sprach ihn ja nicht direkt darauf an, sondern hat es ihm durch die Blume gesagt, was er verstanden hat. Wie gesagt kann ich sehr gut verstehen, dass Casey Angst hat, denn es könnte sein, dass er seinen Beruf aufgeben muss. Ich denke aber, dass Brett ihm bei allem zur Seite stehen wird. Denn sie hat ihm eben viel zu verdanken, was sie ihm natürlich zurückgeben will, was ich absolut verstehen kann. Allerdings habe ich auch ein ungutes Bauchgefühl, was das letztlich für Bretts Beziehung mit Greg Grainger bedeuten könnte. Eigentlich mag ich das Paar ganz gerne, aber es steht wohl außer Frage, dass Brett und Casey nach wie vor etwas füreinander empfinden und es nervt mich tierisch, dass man uns seit über zwei Staffeln quält und sie noch immer nicht zusammen sind, nur weil Casey diesen bescheuerten Satz gesagt hat, er wüsste nicht, ob er noch Gefühle für Gabriela Dawson hat. Ich denke, man hört mein Augenrollen überdeutlich. Sollte also Casey tatsächlich irgendwas von dem Einsatz an Folgen zurückbehalten, werden wir ihn und Brett hoffentlich endlich als Paar sehen. Diesen Eiertanz (ja, ich wiederhole mich hier sehr gerne, denn mir fällt dafür einfach kein anderes Wort ein) kann ich nämlich nicht mehr sehr lange mit ansehen.

Ritter verteidigt seinen Ex

Über Christopher Herrmann musste ich tatsächlich sehr lachen, dachte ich doch, er sei ein Mann, der nichts auf Klischees gibt und dann latscht er gerade bei Darren Ritter von einem Klischee ins nächste. Die Pandemie und der Lockdown waren echt nicht einfach und das ständige Aufeinanderhocken hat eben für die ein oder andere Auseinandersetzung oder gar Trennung geführt. Letzteres ist bei Ritter der Fall, was ich sehr schade fand, da die er und Eric durchaus süß zusammen sind. Herrmann will da Abhilfe schaffen und will den guten Ritter mit Andy verkuppeln – den einzigen Schwulen, den er selbst kennt. Das konnte theoretisch und eigentlich auch sehr offensichtlich nur nach hinten losgehen. Ich wusste auch nicht ganz, ob ich lachen oder mich eher schämen sollte, als Herrmann damit ankam, dass Ritter doch eigentlich alle Schwulen in der Stadt kennen müsste. Ja, natürlich. Weil Herrmann auch selbst alle Barbesitzer der Stadt kennt. Naja, egal.

Andy. Ja, also ehrlich gesagt, fällt mir bei diesem Kerl nichts ein, außer: Gut, dass Eric ihn abgeschossen hat und Ritter ihm die Meinung gegeigt hat. Man, man, man. Andy ist nun wahrlich kein Sympathieträger und wahrlich nicht der Traum aller Schwiegermütter – es sei denn, sie sind ebenso narzisstisch. Der Kerl denkt echt, er kann sich alles erlauben und benimmt sich dann auch noch wie der King. Zum Glück mussten wir ihn offenbar und hoffentlich nur für eine Episode ertragen.

Ich finde, dass Ritter und Eric ein tolles Paar sind und wie Ritter seinen (Ex-)Freund vor Andy verteidigt hat, hat einfach unterstrichen, dass sie einen Lagerkoller hatten, aber definitiv kein Problem, was ihre Beziehung betrifft und dass man sich gegenseitig mal auf den Geist geht, wenn man die ganze Zeit aufeinanderhockt, denn man hat ihnen bei ihrem Zusammentreffen auf der Wache angesehen, wie viel sie noch immer für den jeweils anderen empfinden. Ich wünsche ihnen jedenfalls von Herzen, dass ihr gemeinsames Glück noch lange anhalten wird.

Vertraue immer auf dein Gefühl

Immer wieder heißt es, dass man seinem (Bauch-)Gefühl vertrauen soll, denn damit liegt man sehr oft sehr richtig. Schwierig wird es nur, wenn da noch eine Freundschaft vom Chef dranhängt. So erging es Kelly Severide. Dieser hat einige Rekruten, die er als Feuerwehrleute für tauglich oder eben untauglich einstufen soll. Unter ihnen ist auch Jacob Mercer, der Sohn von Chief Gary Mercer und dieser ist mit Chief Boden befreundet. Zumindest hat es den Anschein, wenn man Bodens Ansprache gelauscht hat.

Jacob als unqualifiziert zu bezeichnen, ist noch sehr milde ausgedrückt, denn er ist absolut unqualifiziert. Mit Sicherheit hat er den Mut, die Energie und Leidenschaft dafür, um Feuerwehrmann zu werden, jedoch fehlt ihm – wie Severide schon sagte – die Instinkte dafür und die sind bei der Arbeit der Feuerwehr überaus notwendig, damit man nicht unabsichtlich Kolleg*innen in Lebensgefahr bringt. Doch genau das ist bei Jacob während eines Trainings passiert und zum Glück hat Severide schnell genug reagiert.

Dass Jacobs Vater nicht besonders nett reagiert, war ja nahezu abzusehen, vor allem hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass Gary sich verteidigt hat, da Jacob 'versagt' hat und das, obwohl sein Vater selbst Feuerwehrmann ist. Daher fand ich Severides Ratschlag sehr gut, vor allem weil er sich das ja auch selbst von seinem Vater Benny Severide gewünscht hätte.

Ihrem Gefühl konnte auch Violet Mikami trauen. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass Ronnies eigene Frau ihn vergiftet und der eigentlich Verdächtigte davon wusste. Auch wenn ich mit Mikami noch immer nicht warm geworden bin, muss ich sagen, dass sie ihrem Job wahnsinnig gut macht.

Randnotizen

  • Anscheinend lernt Blake Gallo Brotbacken, weil er Angst vor Mikami hat. Ich bin mal gespannt, ob sie sich daraus vielleicht sogar ein weiteres Standbein aufbauen und vor allem, wie die Zusammenarbeit funktionieren würde. Immerhin wollte Gallo ihr aus dem Weg gehen. Klappt wunderbar, wie man sieht.
  • Ich hätte zu gerne die virtuelle Dinnerparty von Randall 'Mouch' McHolland und Trudy Platt gesehen. Wäre sicher lustig geworden.
  • Ich fand es schön, dass Matt Andy Darden erwähnt hat. Denn auch wenn wir ihn nie wirklich kennenlernen durften, gehört er doch irgendwie noch immer zu Wache 51.



Fazit

Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass "Chicago Fire" derzeit etwas auf Sparflamme ist. Zwar sind wir bzgl. Casey einen Schritt weiter, aber so richtige Power, wie man es sonst von dieser Serie gewohnt ist, kam für mich nicht auf und dennoch habe ich mich nicht wirklich gelangweilt, der Funke sprang einfach nicht über.

Daniela S. - myFanbase

Diese Serie ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Chicago Fire" über die Folge #9.11 A Couple Hundred Degrees diskutieren.