Bewertung

Review: #6.01 Zigaretten für das Baby und eine Nacht hinter Gittern

Foto: Montana Jordan, Young Sheldon - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Montana Jordan, Young Sheldon
© Warner Bros. Entertainment Inc.

"Young Sheldon" ist bei CBS aus der Sommerpause zurück und läutet die sechste Staffel ein. Bereits in meinem Fazit zum Staffel-5-Finale habe ich geschrieben, dass man bereits Handlungsbögen für die neue Staffel vorbereitet hat und ernstere Töne anschlagen wird. Man hat nicht nur an der Stelle weitergemacht, wo man aufgehört hat, sondern man hat auch insbesondere neue Seiten von Missy und Sheldon gezeigt, die mir schon jetzt wahnsinnig gut gefallen haben.

"Kid ain't even born yet and I'm already a terrible father." - "You're not terrible. A terrible father would've walked away."

Die Tatsache, dass Georgie in wenigen Monaten ein Vater sein wird, macht ihm ohne Frage zu schaffen. Er mag echt nicht derjenige sein, der die besten Entscheidungen trifft, aber wer tut das schon? Bei ihm sind es aber auch solche Entscheidungen, die ihn in echte Schwierigkeiten bringen, wie eben in Mexiko verhaftet zu werden. Dazu kommt aber auch noch, dass bis auf Missy bisher niemand wirklich versucht hat, mit Georgie zu reden, weshalb er ja annimmt, ein schlechter Vater zu sein. Mir hat gut gefallen, dass Connie diejenige war, die ihrem Enkelsohn gesagt hat, dass er eben kein schlechter Vater ist, denn dann wäre er schon längst weg. Aber Georgie hat nach einer Möglichkeit gesucht, mehr Geld zu beschaffen, wenn auch der Weg echt daneben gewesen ist. Mit Connie schließt sich aber auch irgendwo der Kreis, da sie ja auch für Mandy da ist. Zwar macht sich Connie öfters über die Dinge und ihre Mitmenschen lustig, aber sie weiß auch, wann es darauf ankommt, das Richtige zu sagen und vielleicht spielen da auch ihre eigenen Erfahrungen mit hinein.

Gut gefallen hat mir daher auch, dass es ein weiteres Vater-Sohn-Gespräch zwischen Georgie und seinem Vater gegeben hat. Immerhin hat er seinem Sohn bei der Offenbarung, dass Georgie Vater wird, zugesichert, für ihn da zu sein. Ich finde es schön, dass er sein Versprechen eingehalten hat, weil wohl auch er sich selbst an seine erste Vaterschaft erinnert hat, bei der ihm ja auch nicht so wohlig gewesen ist. Ich hoffe nur, dass man das beibehalten wird und George sich nicht wieder unterbuttern lässt von Mary. Ich habe nämlich den Eindruck, wenn er mit seinen Kinder oder eines seiner Kinder alleine ist, entwickelt sich eine wunderbare und auch dynamische Beziehung und George hat schon öfters bewiesen, dass er ein guter Vater sein kann. In der ersten Staffel hatte er tolle Momente mit Sheldon. In der zweiten, dritten und fünften Staffel mit Missy und mit Georgie in der letzten und offenbar auch in dieser.

Ich war dann doch etwas überrascht, dass George Dale um Hilfe bittet, aber irgendwie erscheint es mir im Nachgang auch logisch, da sie beide Verbindungen zu Connie und Georgie haben und völlig egal sind die beiden Dale ja nun auch nicht. Und so hätten wir auch nie erfahren, dass Dale nur geblufft hat, als er sich von Connie getrennt hat. Damit hat er sich faktisch auch noch selbst ins Knie geschossen. Eigentlich hätte er ja wissen müssen, dass sie bei so etwas keinen Spaß versteht. Ich bin wirklich mal gespannt, wie lange es dauert, bis die beiden wieder ein Paar werden, da man ihnen bei der Autofahrt durchaus angemerkt hat, dass sie noch viel füreinander empfinden.

"I'm Mandy. I'm Georgie's... I'm Mandy."

Für mich stand sowieso außer Frage, dass die Zwillinge irgendwann Mandy kennenlernen werden. Dass es dann letztlich so schnell geht, hätte ich nicht gedacht. Das Kennenlernen zwischen ihnen war aber in keinem Fall falsch, da es keiner 'Vorbereitung' bedurfte, sondern es auf eine Art stattgefunden hat, die den Zwillingen entsprochen hat. Irgendwie hat es mich auch berührt, dass sich Mandy um Connie sorgt. Aber das nur am Rande. Viel spannender und teils auch amüsant war das Kennenlernen.

Mandy weiß also nicht, wie sie sich vorstellen sollte. Georgie's Girlfriend passt ja nicht so wirklich, aber Georgie's Babymama passt durchaus. Sehr gut hat mir Missy in dieser Diskussion gefallen. Ganz anders als Sheldon, scheint sie jetzt schon den Durchblick zu haben, wie die Dinge laufen. Ganz unrecht hat sie eben auch nicht, denn Georgie ist nicht alleine dafür verantwortlich, dass sie ein Kind in die Welt setzen. Ich finde auch, dass Georgie sich mehr darum sorgt, wie er und Mandy das finanzieren wollen. Wie gesagt, er trifft eben nicht immer die besten Entscheidungen, aber er macht sich Gedanken. Man hat aber auch gesehen, wie leid es Mandy getan hat, als sie erfahren hat, wie viel Ärger ihre Schwangerschaft den Coopers und insbesondere auch Mary verursacht. Ich glaube zwar auch nicht, dass Mandy Georgie aus diesen Gründen heiratet, aber Missys Argumentation und Marys Hoffnung sowie Mandys Reaktion darauf, waren amüsant.

"Mary, I'm so sorry about today. I understand, why you're upset. But the church is still your family. I'd just... hate to see you walk away from the Lord." - "Feels like he's walking away from me."

In den vergangenen Staffeln hatte ich so meine Schwierigkeiten mit Mary und ihrem Glauben, weil sie zum Großteil sehr engstirnig gewesen ist, was sie oftmals für mich hat anstrengend werden lassen. Spätestens nachdem aber bekannt wurde, dass Georgie ein Mädchen geschwängert hat und das in der Gemeinde die Runde gemacht hat, tut sie mir einfach nur noch leid.

Mary ist bei Weitem keine Heilige, aber auch niemand, den man so außen vor lassen muss, wie man es in dieser Episode gesehen hat. Ich kann sehr gut verstehen, warum sie nicht nur Gott in Frage stellt, sondern auch, dass sie Pastor Jeff so distanziert ist. Ich dachte immer, auch wenn ich nicht gläubig bin, dass ein Pastor die Aufgabe hat, sich vor jemanden zu stellen, aber er hat ihr gekündigt, weil es dem Ansehen nach besser war und dann wundert er sich, warum Mary nicht gleich bejaht, sonntags in die Kirche zu kommen. Dazu kommt auch noch die Predigt, die er gehalten hat und man musste mitansehen, wie Mary immer mehr zur Außenseiterin wurde.

Erstaunt war ich vor allem über Sheldon, der sonst niemanden verteidigt, aber ich fand es so toll, wie er nochmals in die Kirche gegangen ist und klar gemacht hat, wie er die Sache sieht und dann auch noch gleich Klingonisch genutzt hat. Es gab schon mal in der zweiten Staffel eine Szene, in der Sheldon seiner Mutter verdeutlicht hat, dass sie für ihn die beste ist. Aber auch Missy hat deutlich gemacht, wie sie die aktuelle Situation findet. Ich bin gespannt, wie Mary jetzt damit umgehen wird, denn eines steht fest: Sie wird an Halt verlieren, da sie eben so gläubig ist und genau daran zweifelt und mich das sehr an April Kepner aus "Grey's Anatomy" erinnert, die auch bzgl. ihrer eigenen Schwangerschaft ihren Glauben in und an Gott angezweifelt hat.

Randnotizen

  • Ich würde nur allzu gerne Dales Weihnachtskarte sehen.
  • Es war schon irgendwie makaber von R.E.M. 'Losing My Religion' einzuspielen und dann direkt die Szene in der Kirche zu zeigen.
  • Man sieht nicht nur am Wachstumsschub, dass Iain Armitage älter geworden ist. Er scheint auch in den Stimmbruch gekommen zu sein.

Fazit

"Young Sheldon" feiert einen guten Start in die neue Staffel. Mir persönlich gefällt der ernstere Ton, weil dadurch auch die Dialoge und der dazu gehörige Humor nochmals anders wirkten. Ich bin gespannt, in welche Richtungen die einzelnen Handlungsbögen schlagen werden. Auf jeden Fall bin ich sehr zufrieden mit dem Start.

Daniela S. - myFanbase

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