Bewertung: 6

Review: #2.19 Wahlkampf, Lügen und ein Yankee

Foto: Iain Armitage, Young Sheldon - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Iain Armitage, Young Sheldon
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Sheldon möchte mehr Geld für die Wissenschaft genehmigt bekommen und kandidiert dafür als Schülersprecher. Dabei zeigt sich auch wieder, was für gute Qualitäten George als Vater hat.

Mehr Geld für die Wissenschaft

Dass Sheldon die Wissenschaft über alles liebt, dürfte bekannt sein. Bereits als Kind konnte er mehr damit anfangen, als mit irgendwelchen anderen Themen und genau darauf konzentriert sich diese Episode. Nachdem bei einem Projekt in Biologie bemerkt wird, wie veraltet die Geräte sind, möchte Sheldon, dass mehr Geld für die Wissenschaft ausgegeben wird. Man hätte zwar am Anfang meinen können, dass es ihm dabei eher um sich selbst geht, aber dem ist gar nicht so.

Für Sheldon steht die Bildung im Vordergrund, eben das, worum es in der Schule gehen sollte. Doch stattdessen werden Gelder ins Footballteam gesteckt. Mir hat hier sehr gut gefallen, dass Connie auf seiner Seite stand und Sheldon auch klar gemacht hat, dass er sich dafür stark machen und einen Beschwerdebrief schreiben sollte. Ehrlich gesagt hätte ich mir Sheldon auch nicht bei einem Protestmarsch vorstellen können. Da ist diese Form sehr viel sinnvoller. Es war aber auch klar, dass er damit wenig Erfolg haben würde. Insgesamt fand ich es sogar erschreckend, dass Petersen nicht mal ansatzweise in Betracht gezogen hat, auch nur mal darüber nachzudenken, vielleicht doch etwas zu ändern. Ich meine, er ist der Direktor und hätte die Möglichkeit dafür. Stattdessen ist ihm sportliches Ansehen wichtiger, irgendwie hat das einen traurigen Beigeschmack.

Allerdings wäre Sheldon nicht Sheldon, wenn er sofort aufgeben würde. Ich fand es sehr interessant, dass er als Schülersprecher kandidieren will. Zum einen weil man ja weiß, dass er alles andere als gut darin ist, öffentlich zu reden und er doch mal seine Macht ausnutzt, um das zu bekommen, was wichtig für ihn ist. Dennoch war ich etwas verstimmt, als Ms. Macelroy ihm nahelegen wollte, gar nicht erst zu kandidieren, da ihn niemand in der Schule leiden kann. Man könnte zwar davon ausgehen, dass sie ihn vor Enttäuschungen schützen wollte, aber erst einmal gehören die zum Leben und Erwachsenwerden dazu und für mich haben Lehrer die Aufgabe, ihre Schüler zu unterstützen.

Angst, Kampf und Sieg

Wie wichtig Sheldon die Kandidatur zum Schülersprecher ist, sieht man auch daran, wie sehr er gewillt ist, seine Mitschüler dazu zu animieren, für ihn zu stimmen. Dabei agiert er sogar ziemlich vernünftig und wendet sich sogar an den Bürgermeister, der ihm Tipps geht. Ich war ein bisschen erstaunt, dass Sheldon sich tatsächlich darauf eingelassen hat, weil man ja weiß, dass er Kontakt mit Menschen vermeidet. Das zeigt aber auch, wie wichtig ihm diese Angelegenheit ist und er sich sogar weitere Hilfe sucht, als er erkennen muss, dass seine Gegnerin Nell Sachen gegen ihn benutzt, die er ihr anvertraut hat.

Es heißt immer, im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt. In gewisser Weise ist auch die Politik eine Art Krieg, bei der man nicht klein beigeben darf. Dazu wird auch nochmal deutlich, welch besondere Beziehung Sheldon zu Connie hat. Denn sie scheint tatsächlich die einzige zu sein, die ihm Dinge schonungslos sagen kann und Sheldon nicht beleidigt ist.

Dadurch wird ihm auch bewusst, dass er auch etwas gegen Nell finden muss. Schön, dass die Autoren dafür wieder einen Moment zwischen den Zwillingen geschaffen haben, bei dem eigentlich deutlich wird, dass Sheldon Vertrauen zu Missy hat und er sich somit auch eingesteht, dass sie sehr viel schlagfertiger ist als er. Zudem gefiel mir auch, dass er keine Lügen erfinden wollte.

Ein weiterer toller Moment war es dann auch, dass er sich mit seiner Angst, öffentlich zu sprechen, auseinandersetzt und auch hier um Hilfe bittet. Auch hier zeigt sich mal wieder, dass George kein Versager als Vater war, wie er doch so oft dargestellt wird. Man hat durchaus bemerkt, wie stolz er auf seinen Sohn ist und vielleicht ein bisschen neidisch. Wobei ich mich sicherlich köstlich amüsiert hätte, wenn Sheldon mit John Minigolf gespielt hätte. Ich denke, das wäre eine herrliche Szene gewesen.

Letztlich war aber irgendwie klar, dass Sheldon die gesammelten Informationen von Missy gegen Nell verwenden würde. Aber ehrlich gesagt finde ich das nicht mal allzu schlimm. Vielmehr wirkte Nell bei den Ansprachen auf mich so, als wäre sie eben nicht das nette Mädchen und dass ihre Beliebtheit eher davon kommt, dass sie eben nur nett auf den ersten Blick wirkt. Ein bisschen schade fand ich es am Ende aber trotzdem, dass Sheldon seine neue Macht dafür nutzen wollte, um deutlich unterstreichen zu können, dass er mit Gott nichts am Hut hat. Das hätte man (erst einmal) weglassen können.

Fazit

Diese Episode hatte einige tolle Momente, hat aber auch gezeigt, dass es "Young Sheldon" in dieser Staffel schon besser hinbekommen hat und dadurch nicht allzu gut wegkommt.

Daniela S. - myFanbase

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