Bewertung: 8
Robert Zemeckis

Schatten der Wahrheit

"Es gibt einen Geist in meinem Haus."

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Die frühere Musikerin Claire (Michelle Pfeiffer) führt ein normales, geordnetes Leben. Zusammen mit ihrem Mann, dem Wissenschaftler Dr. Norman Spencer (Harrison Ford) und Caitlin (Katharine Towne), ihrer Tochter aus erster Ehe, bewohnt sie ein Haus des mittlerweile verstorbenen Schwiegervaters. Nach dem Auszug Caitlins jedoch wird Claire Zeugin einer Reihe unheimlicher Vorfälle. Eine Tür öffnet sich wiederholt von allein, ein Bilderrahmen fällt mehrfach ohne Grund zu Boden, ein PC geht einfach aus. Nachdem sie im Wasser der gefüllten Badewanne das Gesicht einer jungen Frau erblickt hat, empfiehlt der besorgte Norman seiner Frau, einen Psychiater aufzusuchen. Claire dagegen glaubt unlängst zu wissen, wer für den Spuk verantwortlich ist: Das Gespenst ihrer kürzlich verschwundenen Nachbarin Mary Feur (Miranda Otto)

Kritik

Der Dreh zu "Cast Away Verschollen" pausierte, da Hauptdarsteller Tom Hanks an Gewicht verlieren musste. Regisseur Robert Zemeckis nutzte daher die Zeit, um mit derselben Crew ein anderes Projekt zu verwirklichen: die Hitchcock-Hommage "Schatten der Wahrheit". Herausgekommen ist ein unglaublich packendes Schauerstück, das wohl Horrorfilm wie auch psychologischer Thriller ist.

Leise und ohne Szenen der Gewalt baut sich die Spannung auf. Sie entwickelt dabei nicht trotz, sondern vielmehr wegen der ruhigen Erzählweise nach und nach eine unheimliche Atmosphäre, die in ihrer Intensität eine starke Sogwirkung auf den Zuschauer ausübt. Gebannt sitzt man vorm Bilderschirm, zittert mit und lässt sich von den Wendungen der Geschichte überraschen. Schließlich mündet das Ganze in einem atemberaubenden Finale, das an Spannung wohl kaum zu überbieten ist. Bravo!

Die Schockmomente sind größtenteils sorgsam arrangiert und können dank der überaus gelungenen musikalischen Untermalung ihre volle Wirkung entfalten. In der ersten Filmhälfte aber offenbart sich der Schwachpunkt der Inszenierung. In seinem Bemühen, dem Publikum möglichst oft einen kleinen Schrecksschrei zu entlocken, greift Zemeckis etwas zu oft auf ein bestimmtes Stilmittel zurück. Doch angesichts der sonstigen erzählerischen, inszenatorischen und schauspielerischen Qualitäten von "Schatten der Wahrheit" lassen sich diese unnötigen Wiederholungen verschmerzen.

Die überzeugende Charakterzeichnung der beiden Hauptfiguren, insbesondere der weiblichen Protagonistin, erweist sich als ein weiterer Pluspunkt. Michelle Pfeiffer und Harrison Ford waren Zemeckis' erste Wahl und seine einzige, was angesichts deren Leistung und Ausstrahlung nicht weiter verwundert. Pfeiffer geht in der Rolle vollständig auf. Ihr absolut glaubwürdiges Spiel ist einer der Gründe, weshalb der Film so gut funktioniert und zudem nachhaltig wirkt. Ford wird ebenfalls genügend Raum eingeräumt, sein schauspielerisches Talent zu zeigen.

Wer die großen Klassiker "Das Fenster zum Hof", "Ich kämpfe um dich", "Vertigo Aus dem Reich der Toten", "Rebecca" oder und "Psycho" von Alfred Hitchcock aufmerksam gesehen hat, der wird Motive aus jenen Werken in "Schatten der Wahrheit" wieder finden, da sich Zemeckis mit seinem Film vor dem großen Meister der Suspense verneigt.

Fazit

Die bedrohliche Atmosphäre, die perfekt besetzten Schauspieler sowie die meist funktionierenden Schockmomente formen "Schatten der Wahrheit" zu einem ungemein stimmungsvollen Horror- und Psychothriller mit einem fulminanten, hochspannenden Showdown.

Maren Langos - myFanbase
28.03.2010

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