Bewertung

Review: #6.17 The Train

Foto: This Is Us
This Is Us

Wir sind nur noch einen Wimpernschlag vom "This Is Us"-Finale entfernt und das Gefühl von Endgültigkeit ist mittlerweile allgegenwärtig. Mit großen Schritten ging es in den vergangenen Episoden voran, gradlinig zu auf das Ziel und auf das Ende der wunderbaren Geschichte der Pearsons. In der vorletzten Episode ist es nun soweit und Rebecca schließt für immer die Augen. Der Tod macht wahrlich keinen Spaß, doch "This Is Us" schafft es, trotz der traurigen Momente eine Szenerie zu kreieren, in der der Fokus nicht auf dem Tod von Rebecca liegt, sondern auf den herzergreifenden Erinnerungen, die ihr Leben ausmachten.

"What a big, messy, gigantic, spectacular thing."

Das finale Kapitel von Rebecca ist gespickt mit Easter Eggs und lässt uns ihr Leben noch einmal Revue passieren. Alle Familienmitglieder schwelgen in Erinnerungen an die großen und kleinen Erlebnisse, die sie mit Rebecca teilten und so ist der Abschiedsschmerz, der die gesamte Zeit über zu spüren ist, stets gegenwärtig, doch er erschlägt einen nicht. Sehr elegant lässt man Rebecca aus dem Leben scheiden und ich finde, dass man genau die richtige Mischung an ergreifenden Szenen und lustigen Anekdoten gefunden hat. Das fängt schon dabei an, dass man sich den Zug ausgesucht hat, um uns mit auf Rebeccas letzte Reise zu nehmen. Diesen Zug kennen wir aus dem Staffelauftakt, in dem die Alzheimer-geplagte Rebecca verzweifelt versuchte, sich an das Wort für den letzten Zug-Wagon zu erinnern. Der Zug ist damit einerseits ein schöner Abschluss dieser Erinnerung, andererseits funktioniert er auch als Stilmittel für Rebeccas letzte Reise ganz wunderbar. Auf dieser Reise dürfen wir gemeinsam mit ihr die Liebe spüren, die ihr durch die Abschiedsworte ihrer Familie zuteilwird. Oh ja, das ist in jedem einzelnen Moment unfassbar traurig, doch es ist nie schwer, den Abschied-nehmenden zuzuhören. Viel mehr kann man jedes Mal tränenerstickt nicken, ihre Worte zutiefst nachempfinden und man könnte nicht zufriedener damit sein, was für ein liebevoller Abschied Rebecca bereitet wird. Neben den Worten der Familie passen auch die restlichen Elemente perfekt ins Bild, denn Rebecca wird von William durch den Zug begleitet und sie begegnet auf dieser letzten Reise auch Dr. K. und Miguel, die ihr Leben so ungemein bereichert haben. Jedes Mal entfährt einem ein Schluchzen, wenn "This Is Us" es wieder einmal genau richtig macht und uns mit wohl gewählten Worten mitten ins Herz trifft. Dieses Ende ist für Rebecca trefflich inszeniert und man merkt der Geschichte an, dass sie von vorne bis hinten durchdacht ist und dass auf langem Weg genau auf diesen Moment hingearbeitet wurde. Man kann Dan Fogelman zu seiner Weitsicht nur gratulieren.

Die Reihenfolge, in der die Pearsons sich bei Rebecca verabschieden, weiß zu überzeugen und sowohl Beth als erste Person als auch die Big Three als die letzten treffen genau ins Schwarze. Es ist eine Erleichterung zu sehen, wie Rebecca im Zug die Abschiedsworte ihrer Lieben hören kann und ganz friedlich damit umgeht. Gekrönt wird ihre Reise durch die Wiedervereinigung mit Jack, die genau wie der Rest der Episode einfach perfekt ist. Sie hat gewartet, bis ihre Kinder an ihrem Sterbebett vereint waren, um dann den letzten Atemzug zu tun und vor ihrem inneren Auge die Liebe ihres Lebens zu sehen. Wenn das kein friedvolles und erstrebenswertes Ende ist, dann weiß ich es auch nicht.

Kurze Eindrücke

  • Es war eine traurig schöne Gegensätzlichkeit, dass Déjà Randall genau in dem Moment von ihrer Schwangerschaft – und somit einer neuen Pearson-Generation – erzählt, als Rebecca stirbt und damit eine andere Pearson-Generation erlischt.
  • Die Liebesgeschichte von Déjà und Malik ist in Staffel 5 für mich zu stark in den Hintergrund gerückt. Dennoch freue ich mich, dass sie nun ihr Happyend bekommen haben.
  • Es ist nur ein winziges Manko, aber ich finde es ein wenig schade, dass wir nicht gesehen haben, wie Nicky und Tess sich von Rebecca verabschiedet haben.
  • In Flashbacks wurde uns die Geschichte von Marcus Brooks erzählt. Zuerst habe ich gedacht, dass es sich bei ihm um den Vater von Déjàs ungeborenem Kind handelt und ich war erleichtert, als man dann doch einen anderen Weg einschlug. Es war ergreifend zu sehen, wie Marcus' Vater und Jack am schlimmsten Tag ihres Lebens aufeinandertrafen und dass Jacks Herz in dem Moment aufhörte zu schlagen, als Marcus wieder ins Leben zurückkehrte. Auch hier spielt man wieder mit dem Thema, dass das eine Kapitel endet, während ein anders beginnt. Ich bin mir allerdings nicht sicher, was wir aus der Auflösung, dass Marcus erfolgreich in Sachen Alzheimer Forschung betrieben hat, machen sollen. Zu welcher Zeit spielt diese Szene? Hat das für die finale Folge noch eine Bedeutung? Da man die Flashbacks in dieser bedeutenden Episode sicherlich sehr gewissenhaft eingesetzt hat, würde ich mich freuen, wenn man im Finale noch einmal darauf zu sprechen kommt.


Fazit

Insgesamt betrachtet, hätte die vorletzte Episode auch sehr gut als Serienfinale fungieren können. Man bot uns eine perfekte Mischung aus Emotionen, die "This Is Us" in den letzten sechs Jahren stets so gekonnt einzusetzen wusste. Was kann jetzt noch kommen? Ein tieferer Einblick in ein neues Kapitel der Pearsons? Eine weitere Hommage an ihre Reise unterlegt durch zahlreiche Flashbacks? Egal wie man die Serie in der finalen Episode beenden wird, ich bin mir sicher, dass man uns ein fantastisches Ende bereitet, durch das man die Pearsons für immer bei sich tragen wird.

Marie Müller - myFanbase

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