Bewertung: 7

Review: #5.08 In the Room

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Schneller als gedacht ist sie nun da, die Folge, in der es bei Familie Pearson ordentlich Familienzuwachs gibt. Während man durchaus wusste, dass sich die Geburt der Zwillinge von Kevin und Madison abzeichnet, war ich von Ellies Niederkunft allerdings etwas überrumpelt.

The New Big Three

Fangen wir bei Kevin und Madison an. Hier startet die Geschichte mit dem großen Cliffhanger aus #5.07 There und der Frage, ob Kevin es nach dem Verlust seines Ausweises rechtzeitig zur Geburt schaffen wird, während bei Madison gleichzeitig und vor allem vorzeitig die Wehen eingesetzt hatten. Von dieser Ausgangslage war ich von Beginn an nicht sonderlich begeistert. Zu sehr versucht man hier künstlich Drama zu generieren, obwohl wir doch aus den Flashforwards nur zu gut wissen, dass sowohl Kevin als auch die Zwillinge künftig wohlauf sein werden. Man lässt sich dann betont viel Zeit, um aufzulösen, dass Kevin es rechtzeitig ins Krankenhaus schafft. Dieses Mittel zum Zweck, den Zuschauer auf die Folter zu spannen, empfand ich als sehr mühselig und gar nicht willkommen, es wirkt einfach nur wie Effekthascherei. Dazu passen die Versuche von Randall und Beth, die im Krankenhaus liegende Madison aufzuheitern, ebenfalls nur recht unvorteilhaft ins Bild. Auch wenn es symbolisch gesehen nett ist, den Familienzusammenhalt zu spüren, fühlt es sich falsch an, wie die drei videotelefonieren, während Madison abwechselnd vollkommen entspannt im Bett liegt und dann fast in Panik gerät, als sie die riesige Kanüle erblickt. Ich habe mich von den Szenen leider wenig amüsiert gefühlt, zumal die Geschichte über Kevins betrunkenen Vorschlag ebenfalls sehr an den Haaren herbeigezogen erschien und ohne einen unterstützenden Flashback ziemlich blass blieb.

Zum Glück konnte Kevins Auftauchen dazu beitragen, dass sich hier langsam das Gefühl einstellte, dass man es mit einer echten Geburt zu tun hat und der ganze Firlefanz wurde beiseitegeschoben. Ich habe zwar zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt, dass Kevin es rechtzeitig zu Madison schaffen würde, dennoch empfand ich es als eine Art Erleichterung, dass er die Geburt nicht verpasste. Das liegt vor allem daran, dass er in der vorangegangenen Episode so stark betonte, den wichtigsten Tag im Leben seiner Kinder nicht versäumen zu wollen. Es hätte Kevin in ein tiefes Loch geworfen, wenn er tatsächlich zu spät gekommen wäre und ich bin erleichtert, dass man ihm diesen Herzschmerz erspart hat.

Gleichzeitig und für mich vollkommen unerwartet wächst auch die Familie von Kate und Toby. Ich hatte noch nicht damit gerechnet, dass auch die beiden so schnell wieder Eltern werden würden. Viel mehr bin ich davon ausgegangen, dass man das Thema Adoption noch ein wenig ausschlachtet und den Zuschauer noch einmal bangen lässt, ob die beiden wirklich das Kind von Ellie adoptieren werden. Ein wenig war dies dann gegen Ende auch der Fall, als Ellie anders als abgesprochen zuerst das Baby halten durfte und auch um einen Moment allein mit dem kleinen Mädchen bat. Man konnte Kate sehr gut ansehen, wie ihr das Herz in die Hose rutschte. Die Verunsicherung darüber, ob Ellie der Adoption nun einen Strich durch die Rechnung machen würde, war dies für mich der emotionale Höhepunkt der Episode. Ich empfand es als authentisch, dass Ellie sich von dem Baby verabschiedete, bevor sie ihre elterlichen Rechte an Kate und Toby abtrat. Allerdings hätte ich mir nach dem kurzen Moment der Unsicherheit dann doch gewünscht, dass Ellie noch ein paar Worte an Kate verliert und ihr wohlwollend das Baby überlässt.

Einen typischen "This Is Us"-Moment bot in diesem Zusammenhang Toby, der die Geburt lediglich vom Parkplatz aus miterleben durfte. Ähnlich wie Randall in #2.06 The 20's den Namen für Tess aussuchte, führte ein unverhofftes Treffen auch zur Namensgeben von Hailey Rose. Zwar war es ziemlich absehbar, dass der Name der Ehefrau von Tobys Parkplatzbekanntschaft als Zweitname für seine Tochter ausgewählt werden würde, dennoch brachte diese Entscheidung ein Gefühl von Wohlwollen mit sich.

Das große Finale bildete die Feststellung, dass mit Hailey, Franny und Nicky eine neue Generation der Big Three geboren wurde. Es passt wunderbar ins Bild, dass es sich bei den neuen Big Three wieder um Zwillinge und ein adoptiertes Kind handelt. Schade finde ich dabei nur, dass Randall bei diesen Big Three etwas außen vorgelassen wird.

Randnotizen

  • Ganz am Rande werden auch Rebecca, Jack und Miguel in das Geschehen mit eingeflochten. Ich verstehe, dass Rebecca aufgrund von Mandy Moores Schwangerschaft momentan nicht aktiver an der Geschichte beteiligt sind, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass sie etwas mehr involviert sein würden, anstatt nur alles aus der Ferne mitzuerleben.
  • Hat außer mir noch jemand kurz überlegt, ob Madison die Geburt vielleicht nicht überlebt? Da ich von Kevin und Madison als Paar noch immer nichts halte, hatte ich ja ein wenig darauf gehofft, damit Kevin dann wieder frei für jemand anderen wäre.
  • Wieder einmal wurden wir vertröstet, was ein klärendes Gespräch zwischen Randall und Kevin angeht.
  • Die Flashbacks zu Nasir und Esther hätte ich nicht gebraucht.


Fazit

Wir haben es mit einer soliden Episode zu tun, die durchaus ihre Momente hatte. Dennoch passen die Einzelteile momentan nicht perfekt zusammen und man ist durchaus überrascht davon, wie schnell die Handlung bei Kate und Toby plötzlich vorangetrieben wird, während man bei Rebecca wiederum auf der Stelle tritt.

Marie Müller - myFanbase

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