Der Denver-Clan - Review Staffel 4

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Endlich hat Netflix die vierte Staffel des Reboots von "Dynasty" aka "Der Denver-Clan" veröffentlicht und ich hätte nicht gespannter sein können als bei den vergangenen Staffeln. Bereits im Auftakt wurde deutlich, dass wir uns in dieser Staffel von einem Charakter auf tragische Weise verabschieden müssen. Allerdings wurde bis zu Episode #4.13 Rettet lieber jemand anderen ein Geheimnis darum gemacht, um wen es sich dabei handelt und das Ganze wurde nicht nur in Rückblenden erzählt, sondern es wurden auch mehrere potenzielle Kandidat*innen in 'Aussicht' gestellt. Aber abgesehen von der Tragik eines oder sogar mehrerer Todesfälle hat "Dynasty" in altgewohnter Manier weitergemacht. Das heißt: Intrigen, Intrigen, Intrigen, Geld, noch mehr Geld und das Ganze natürlich mit schön viel Glamour. Und natürlich: Dabei wurde es (für mich) in keinster Weise langweilig.

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie ich diese Staffelreview beginnen soll, weil ich so viele Gedanken im Kopf habe, die ich möglichst gut in Textform bringen möchte, da diese Staffel so viele Highlights und ein paar Lowlights hatte, die ich unbedingt benennen will. Also fange ich mal mit dem Paar an, wofür sehr, sehr viele Fanherzen schlagen.

Foto: Robert Christopher Riley & Elizabeth Gillies, Der Denver-Clan (Dynasty) - Copyright: Bob Mahoney
Robert Christopher Riley & Elizabeth Gillies, Der Denver-Clan (Dynasty)
© Bob Mahoney

Fallon & Liam

Ja, ich gebe es zu: Dieses Paar ist großartig, weil sie eben nicht so intrigant miteinander umgehen, wie es Alexis (Elaine Hendrix) und Blake (Grant Show) machen. Allerdings hatten Liam (Adam Huber) und Fallon (Elizabeth Gillies) einen wirklich langen Weg bis zu ihrem Glück, wenn ich da nur an diesen Staffelstart denke. Oh mein Gott. Also eine Hochzeit sollte zwar schon aufregend sein, allerdings war diese nicht nur aufregend, sondern auch gefährlich und es gab gleich mehrere Verletzte. Evan Tate (Ken Kirby) war mir schon in der letzten Staffel nicht geheuer. Er war mysteriös und hatte etwas Gefährliches an sich. Ich will ihn sicherlich nicht verteidigen, aber mal ehrlich: Wer verkraftet denn solch einen schicksalhaften und grausamen Tod, wie er Trixie (Jessi Goei) widerfahren ist? Somit stand die Eheschließung von Liam und Fallon bereits unter keinem guten Stern, mal ganz abgesehen, dass Laura (Sharon Lawrence) als ungebetener Gast beim Probeessen aufgetaucht ist. Aber die beiden haben es tatsächlich geschafft, die Eheschließung rechtskräftig werden zu lassen und wirkten wirklich glücklich miteinander und nach allem, was sie in den vergangenen Staffeln erlebt haben, hat man ihnen das Glück gegönnt.

Allerdings reden wir ja jetzt hier von "Dynasty", der Edelsoap überhaupt und das bedeutet: Drama und Intrigen, soweit das Auge reicht und wahrscheinlich noch viel weiter. Natürlich blieb auch das Fan-Lieblingspaar davon nicht verschont, was mir vor allem nach der letzten Staffel manchmal echt bitter aufgestoßen ist. Besonders nach den Ereignissen der letzten Staffel hätte man meinen können, dass dieses Paar von den großen Intrigen verschont bleiben wird. Aber nein, man hat mit Colin (Ashley Day) jemanden aus Fallons schulischer Vergangenheit geholt und zudem mit Eva (Kara Royster) oder Rebacca, wie auch immer – eine Assistentin, die sich als Stalkerin entpuppt und hinter Liam her ist. Ich meine, wirklich verdenken kann man es ihr ja nicht, denn Liam ist wirklich großartig. Mich hat einfach geärgert, dass man die beiden schon wieder auseinanderbringen wollte, mit Mitteln quasi aus dem Lehrbuch: einen Keil zwischen die beiden treiben, eine Affäre andichten, Geschichten erfinden und letztlich musste natürlich das passieren, was sozusagen zum baldigen Scheitern geführt hätte: Fallon schläft mit Colin, will ihm klarmachen, dass es eine einmalige Sache war, Eva sorgt dafür, dass Liam das 'Wichtigste' mithört und verschlimmert alles.

Bei all dem muss man dem Paar aber gutheißen und vor allem Fallon, dass sie an ihrer Ehe arbeiten und nicht so werden wollen wie Blake und Alexis, wobei das eh kaum machbar ist. Man merkt Fallon und Liam meiner Meinung nach aber auch an, dass sie ganz anders miteinander umgehen und sich wirklich auf selbiger Augenhöhe begegnen wollen. Zudem hat man meiner Meinung besonders bei Fallon eine deutliche Entwicklung bemerkt, denn sie hat sich Gedanken um Liams Gefühle gemacht, sie war es, die Angst hatte, dass sie so wie Blake wird und sie war es auch, die ihrem Mann klar gemacht hat, dass er sich nicht wertlos fühlen muss. Selbst wenn Fallon so ihre Methoden hat und auch nichts dagegen hat, die Grenzen der Legalität dann und wann mal für ihre Zwecke zu überschreiten, ihre Liebe zu Liam und für ihn ist absolut echt. Ich gehe einfach mal ganz schwer davon aus, dass Fallon überleben wird und dass man diese irre Eva/Rebecca nie wieder sehen muss. Aber abgesehen davon war sie nicht nur eine gute Ehefrau, sondern auch eine gute Freundin für Monica (Wakeema Hollis), Jeff (Sam Adegoke) aber auch Kirby (Maddison Brown).

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James Mackay & Alan Dale, Der Denver-Clan (Dynasty)
© Mark Hill

We lost Anders

Bereits in der ersten Episode dieser Staffel war bekannt geworden, dass wir uns von einem Charakter verabschieden müssen, allerdings war nicht klar, wer es ist. Allerdings war klar, dass es jemand ist, der Fallon ziemlich nahesteht bzw. nahestand. Bei allem, was mit Liam los gewesen ist und dass sie offenbar nicht auf lange Zeit glücklich sein darf, fiel die Vermutung schnell auf Liam und ich bin wirklich froh, dass es ihn nicht getroffen hat.

Anders (Alan Dale) zu verlieren ist aber vielleicht sogar noch härter, weil er in meinen Augen der Dreh- und Angelpunkt war, da er zu allen Charakteren Verbindungen hat(te). Ich muss sagen, dass mich seine Todesfolge nicht so sehr berührt hat wie seine Erscheinung als Geist oder als gute Seele, die jetzt quasi von oben wacht. Seine Todesfolge hat aber für mich auch einfach nochmals unterstrichen, welche enge Bindung er zu Fallon hat und dass er auch diese so liebt(e) wie seine eigene Tochter. Vielleicht wollte er für Fallon die Art Vater sein, die er bei Kirby versäumt hat. Wobei Anders immer zum Wohle seiner Tochter handeln wollte und Kirby wusste das, weshalb sie auch ziemlich gefasst mit seinem Tod umgegangen ist. Anders als gute Seele zu verabschieden, die noch im Jenseits alle auf den 'richtigen' Pfad führt(e), hat nochmal unterstrichen, wie wichtig er für alle gewesen ist und dass kein sichtbares Andenken an ihn benötigt wird, um sich an ihn zu erinnern, denn er lebt in den Erinnerungen von Fallon, Kirby und den anderen weiter und in den Geschichten. Ich werde Anders durchaus vermissen, vor allem seine Kommentare und seinen trockenen Humor.

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Domystic

Ich hatte schon einmal in einer Review erwähnt, dass ich Dominique wahnsinnig genial finde und dass sie ebenfalls genial von Michael Michele dargestellt wird. Manch eine*r mag zwar meinen, dass sie übertrieben dargestellt wird, was vielleicht manchmal auch der Fall sein mag, aber da "Dynasty" nun mal ein Format ist, bei dem man innerhalb der fiktiven Welt auf so viel Ansehen und Benehmen achtet, finde ich es durchaus passend, wie sie gespielt wird. Selbst dass Dominique noch immer hinter Macht und Geld, sowie Ruhm und Ansehen her ist, hat gleichzeitig doch gezeigt, dass sie auch eine verletzliche Seele hat und eine ebensolche auch ist. Ihre Versöhnung mit ihrer Mutter (Roxzane Mims) war, denke ich, für beide Seiten wichtig, damit beide einen Abschluss haben und in Frieden gehen konnten bzw. man sie gehen lassen konnte.

Ähnlich wie bei Anders führt auch Dominique ein Vermächtnis fort, was mir sehr gut gefällt, auch dass sie eine engere Bindung zu ihren Kindern aufbauen will, zeigt, dass Dominique aus ihren Fehlern gelernt hat. Ebenso gefällt mir die geschwisterliche Bindung mit Blake, auch wenn sie dafür gegen Alexis agiert haben. Nun, ich würde mal sagen, sie kann es wegstecken, denn sie ist ja auch kein Unschuldslamm. Sehr köstlich amüsiert habe ich mich auch über den Fight zwischen den beiden Damen, die dabei gar nicht so damenhaft gewesen sind. Als sie allerdings in der Mine eingeschlossen waren (der Fight war einfach herrlich), hat man aber deutlich gemerkt, dass sie ihre damaligen Taten aus der Vergangenheit (die Anders schön säuberlich in seinem kleinen schwarzen Buch aufgeschrieben und Kirby vererbt hat, die davon Kopien gemacht hat) bereuen. Definitiv sind ja Dominique und Alexis mein derzeitig Lieblingsintrigen-Duo.

Mysteriös ist Brady (Randy J. Goodwin), der zwar sehr charmant ist und den ich auch an der Seite von Dominique wirklich toll finde, aber ich glaube, den werden wir in der fünften Staffel nochmals wiedersehen... Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob mir das gefällt. Was mir ebenfalls nicht so gefällt, ist die Entwicklung von Jeff. Zwar war der nun nicht mein Liebling, aber er ist auch nicht der Schlimmste. Gerade deswegen bin ich nicht sicher, wohin man mit ihm will oder ob wir ihn in der neuen Staffel wiedersehen werden.

Sammy-Jo & Kirby

Für mich sind Sammy-Jo und Kirby in dieser Staffel tatsächlich die tragischsten Figuren. Nachdem seine Ehe mit Steven (James Mackay) ja gescheitert ist, hat Sam irgendwie nicht mehr dauerhaftes Glück haben dürfen. Fletcher (Daniel di Tomasso), den ich ehrlich gesagt in dieser Staffel nicht gebraucht hätte, ist verheiratet und Ryan (Lachlan Buchanan) ist Stripper. Sams Bilanz ist somit wirklich sagenhaft. Wobei mir seine Beziehung zu Letzterem wirklich gut gefallen und für mich auch funktioniert hat. Aber Dramaserie gepaart mit Soap-Elementen führt einfach dazu, dass man immer, wirklich immer, Störfaktoren einbauen muss – in Form von Fletcher und Ryans Studium. Ich denke, die Beziehung der beiden hätte trotzdem weiterhin funktionieren können, denn sie hatten ja geklärt, wo das Problem lag. Ich hoffe einfach, dass man hier noch daran arbeiten wird, dass die beiden wieder zusammenkommen werden.

Ähnliches erhoffe ich mir auch bei Kirby und Adam (Sam Underwood), obwohl er ja in den vergangenen Staffeln mein Hassobjekt Nummer 1 gewesen ist und er das Badboy-Image (zum Glück) nicht ganz abgelegt hat. Aber für mich passen die beiden wunderbar zusammen, was sich ja auch darin gezeigt hat, dass Adam Kirby all seine Taten aus der Vergangenheit gestanden hat. Man merkt ihm wirklich an, dass er sich verändert hat, Und mit Olivers (Luke Cook) Auftauchen, durch Mama Alexis, hat sich für mich auch bestätigt, dass er Kirby wirklich liebt. Ich hoffe also, dass die beiden wieder zusammenfinden werden.

Ich muss tatsächlich und ohne Ironie oder Sarkasmus zugeben, dass ich Adam mittlerweile mag. Natürlich heiße ich seine Erpressungen oder den Mord nicht gut, aber dass er Kirby liebt, steht nun mal für mich außer Frage, ebenso muss man es ihm hoch anrechnen, dass er Crystal (Daniella Alonso) bei ihrer Krankheit und der OP so beigestanden hat. Ich bin gespannt, was uns in der neuen Staffel mit ihm so erwartet.

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Blake, Crystal, Alexis & Amanda

Ja, die Carringtons. Mal abgesehen davon, dass man bei den ganzen Intrigen gedanklich kaum hinterher kommt, muss man auch aufpassen, wie viele Kinder auftauchen und wer denn nun die wirklichen Eltern sind und mich würde es nicht wundern, wenn in der nächsten Staffel ein weiteren Kind auftauchen würde. Doch jetzt begrüßen wir erst einmal Amanda (Eliza Bennett) als Tochter von Blake und Alexis und Schwester von Fallon und Adam, ach so und Steven.

Sie ein sehr interessanter Charakter, muss ich mal so sagen, denn so wirklich weiß ich nicht, in welche Richtung Amanda schlagen wird. Optisch auf jeden Fall eher in Alexis'. Aber charakterlich? Ich würde fast sagen in beide Richtungen. Für mich stellt sich nur noch die Frage: In welche mehr? Bis jetzt hält es sich ja praktisch in der Waage. Ich bin wirklich sehr gespannt. Es scheint aber so, als würde es eine wunderbare geschwisterliche Beziehung zwischen Fallon und Amanda geben und ich denke, dass es für beide gut sein wird. Gespannt bin ich auch, wie es sich zwischen Amanda und Alexis entwickeln wird. Auch wenn Letztere wirklich mit allen Wassern gewaschen ist, glaube ich ihr, dass sie wollte, dass Amanda ihr gegenüber erst einmal unparteiisch bleibt.

Irgendwie freue ich mich ja, dass Blake und Crystal wieder zusammen sind, auch wenn ich die nächste Krise eigentlich schon riechen kann und leider muss ich es in dieser Staffel wirklich einmal benennen: Daniella Alonso ist nicht unbedingt die beste Schauspielerin. Von der Handlung um ihren Gehirntumor hatte und hätte ich mir deutlich mehr erwartet. Sehr schade.

Was gab's sonst noch?

Beto (Geovanni Gopradi) ist zwar ansehnlich, aber er nervt mich und dieses ganze Gesülze um die Familienfirma hätte ich nicht gebraucht. Auch die Sache mit Liams Vater hätte man nicht bringen müssen, auch wenn es schön gewesen ist, Laura Leighton mal wieder auf dem Bildschirm zu sehen.

Elizabeth Gillies hat wirklich eine großartige Stimme und mir gefällt es wahnsinnig gut, dass man sie auch in dieser Staffel hat singen hören.

Sehr amüsant fand ich, dass man in einer Episode mit "Downton Abbey", "The Crown" und "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" gleich drei verschiedene Serien benannt hat, die Bezug auf das aktuelle Seriengeschehen genommen hat und man Eliza Bennett – eine Britin – vorgestellt hat.

Toll war auch das kleine Ständchen von Backstreet Boy Brian Littrell und dass ich jetzt noch immer einen Ohrwurm habe.

Fazit

"Dynasty" muss sich auch in der vierten Staffel nicht verstecken, denn man hat fröhlich mit den Intrigen weitergemacht und es trotz Verlusten geschafft, neue Charaktere vorzustellen und auch weitere (positive) Entwicklungen der bereits bestehenden Charaktere einfließen zu lassen.

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Daniela S. - myFanbase

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