DVD-Rezension: The Walking Dead, Staffel 10

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Die zehnte Staffel von AMCs Zombieserie "The Walking Dead" war wie üblich auf 16 Episoden angedacht, allerdings musste man aufgrund der Corona-Pandemie auf die finale Episode der Staffel länger warten. Da man durch die Pandemie auch nicht sicher war, wann man mit der finalen elften Staffel loslegen konnte, entschloss man sich, den Fans noch sechs Bonus-Episoden anzubieten, so dass die Staffel auf 22 Episoden kam. Diese sind seit dem 9. Dezember 2021 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

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Inhalt

Foto: Norman Reedus, The Walking Dead - Copyright: Eli Ade/AMC
Norman Reedus, The Walking Dead
© Eli Ade/AMC

Der harte Winter ist vorbei, das heißt aber noch lange nicht, dass die Truppe rund um Michonne (Danai Gurira) und Daryl (Norman Reedus) in Sicherheit ist. Immerhin hat man mit Alpha (Samantha Morton), Beta (Ryan Hurst) und deren Gruppe neue und vor allem auch gefährliche Gegner*innen, die sich klammheimlich unter die Gruppe mischen und alles und jeden in Gefahr bringen. Das birgt auch Opfer, an denen Carol (Melissa McBride) auch nicht ganz unschuldig ist...

Rezension

Zehn Staffeln "The Walking Dead". Das ist schon eine Glanzleistung, besonders, weil es ab der siebten Staffel für mich persönlich dann doch eher bergab ging, denn ich hatte das Gefühl, dass es teilweise wirklich nur noch um Brutalität und das Abschlachten gehen würde und dafür steht diese Serie, trotz des Titels, ganz und gar nicht. Mit dem Ausstieg von Andrew Lincoln alias Rick Grimes in der letzten Staffel sowie des Zeitsprungs läutete man auf jeden Fall ein neues und teilweise durch die Verluste auch trauriges Kapitel ein. Dennoch muss ich sagen, dass mir Staffel 10 ziemlich gut gefallen hat.

Foto: Antony Azor, Danai Gurira & Cailey Fleming, The Walking Dead - Copyright: Jackson Lee Davis/AMC
Antony Azor, Danai Gurira & Cailey Fleming, The Walking Dead
© Jackson Lee Davis/AMC

Das lag vor allem an den Charakterkonstellationen und den neuen Gegnern Alpha und Beta. Zugegeben sind ihre Masken ziemlich ekelhaft und auch, welche Geschichte sich dahinter verbirgt, ist nicht ganz ohne und doch – auch wenn es absurd klingt – irgendwie nachvollziehbar. Dafür hat man mit #10.02 Wir sind das Ende der Welt eine ganze Episode darauf verwendet, wie sich Alpha und Beta kennengelernt haben. Bereits durch Lydia (Cassady McClincy) haben wir in der vergangenen Staffel, dass ihre Mutter schon beim Ausbruch des Virus nicht gerade zimperlich war. Allerdings zeigt die zweite Episode der zehnten Staffel eben auch, dass Alpha und auch Beta nicht die Monster sind, die man hinter ihrer Brutalität vermutet. Dadurch soll diese brutale Seite auf keinen Fall milderer erscheinen, denn Alpha ist unglaublich manipulativ, was man besonders bei Gamma bzw. Mary (Thora Birch) miterleben durfte und die erst viel später mitbekommen hat, dass sie von ihrer Anführerin manipuliert wurde und dadurch ihre Schwester verloren hat. So gesehen war Mary eigentlich auch eine gebrochene Seele, die niemals hätte bei Alpha landen dürfen und wo ich es auch nachvollziehen kann, dass sie sich geopfert hat.

Und es gab noch einige Opfer und damit ist nicht unbedingt nur das Opfern mit dem Tod gemeint, obwohl ich noch immer Siddiq (Avi Nash) sehr nachtrauere, dessen Trauma ich allerdings auch interessant dargestellt fand, denn er ist der einzige, der Alphas Bluttat aus Episode #9.15 Die Ruhe davor überlebt hat bzw. mit ansehen musste, wie Enid (Katelyn Nacon), Tara (Alanna Masterson), Henry (Matthew Lintz) und andere ums Leben kam. Wie er letztlich aus der Serie geschrieben wurde, fand ich schockierend, faszinierend und traurig zugleich, weil ich diesen Charakter über die vergangenen Staffeln wirklich lieben und schätzen gelernt habe. Wirklich schade um ihn. Mit Michonne haben wir noch eine Aussteigerin, bei der ich aber eher nicht so emotional berührt worden bin. Vielleicht liegt es auch mit daran, weil man schon längere Zeit wusste, dass Danai Gurira die Serie irgendwann in dieser Staffel verlassen würde. Aber vielleicht auch, weil man für mich Michonne in eine Richtung geschrieben hat, die mir nicht so wirklich gefallen hat, auch wenn ich sie nachvollziehen kann.

Foto: Jeffrey Dean Morgan, The Walking Dead - Copyright: Jace Downs/AMC
Jeffrey Dean Morgan, The Walking Dead
© Jace Downs/AMC

Guriras Ausstiegsepisode war eine Was-wäre-wenn-Episode, die man sich echt hätte sparen können, gerade weil Michonne ziemlich naiv agiert hat und sie nichts zur weiteren und abschließenden Entwicklung beigetragen hat. Letztlich fand ich aber gut, dass sie sich von ihren Kindern verabschieden konnte und dass man ihren Ausstieg dafür genutzt hat, um irgendwie aufzuklären, dass Rick doch noch am Leben ist, ansonsten hätte man es sicher auch anders darstellen können.

Leider hat sich auch Carol zum großen Teil in eine Richtung entwickelt, die mir nicht gefallen hat. Mir tut das besonders leid, da sie einer meiner Lieblingscharaktere der Serie ist und ich kann auch verstehen, dass sie Henrys Tod aus der Bahn geworfen hat, denn mit ihm hat sie ja quasi ein drittes Kind verloren und dass sie Alpha tot sehen will, finde ich sogar sehr nachvollziehbar. Aber wie sie dabei agiert hat und dabei auch noch zahlreiche ihrer Freunde in Gefahr gebracht hat, sorry, das war echt Mist. Wobei ich aber sagen muss, dass ich nicht erwartet habe, dass sie mit Negan (Jeffrey Dean Morgan) einen Deal abschließt, um Alpha tot zu haben. Negan ist sowieso der Charakter, den ich liebe zu hassen. Jeffrey Dean Morgan ist ein sehr charismatischer Schauspieler, bei dem es einfach unglaublich Spaß macht zuzusehen. Negans arrogante, gelassene und ironische wie sarkastische Art ist einfach ein Genuss und es war ein sehr geschickter Schachzug der Autor*innen, mit ihm dafür zu sorgen, dass Carol ihre Rache bekommt (auch wenn sie oftmals anders hätte agieren können) und Alpha sterben würde.

Hier bringt man auch nochmals Negans andere Charakterseite (ja, die hat er durchaus) ins Spiel, denn er hat nicht nur zu Judith (Cailey Fleming) eine besondere Beziehung, sondern auch zu Lydia, die mir verdammt gut gefallen hat. Potenzial hätten dann auch Daryl und Connie (Lauren Ridloff) und auch für Eugene (Josh McDermitt) wünsche ich mir endlich mal eine Beziehung und auf eine Weiterentwicklung von Princess (Paola Lázaro) freue ich mich auch.

Foto: Hilarie Burton Morgan & Jeffrey Dean Morgan, The Walking Dead - Copyright: Josh Stringer/AMC
Hilarie Burton Morgan & Jeffrey Dean Morgan, The Walking Dead
© Josh Stringer/AMC

Die sechs Bonus-Episoden hätte ich persönlich nicht gebraucht, weil sie eher Stand-Alone-Episoden waren, die mir ohnehin nicht sonderlich zusagen. Zudem hat man sich mit #10.18 Happy Monday sowie mit #10.21 Ein bester Freund meiner Meinung nach auch keinen großen Gefallen bei Carols Entwicklung getan, weil sie ziemlich egoistisch agiert und damit auch Daryl von sich gestoßen hat. Die letzten Minuten von #10.21 Ein bester Freund könnten aber darauf hindeuten, dass dies in die finale elfte Staffel einfließen könnte.

Interessant fand ich Episode #10.20 Splitter, die uns Princess näher gebracht und über die man ein bisschen mehr Persönlichkeit erfahren hat, die erklärt, warum sie so ist, wie sie ist. Man darf sicher gespannt sein, was uns mit ihr noch erwartet.

Mit #10.22 Negan bot man eine Episode an, die Jeffrey Dean Morgans Charakter ins Zentrum stellt und man erfährt, wie er vor dem Ausbruch des Virus war und man lernt zudem seine Frau Lucille (Hilarie Burton Morgan) kennen. Man bekommt mit, wie seine Beziehung zu seiner Frau war, was falsch lief, was er bereut, wie sie starb und dass Negan dies gerne rückgängig machen würde. Mit Hilarie Burton Morgan hat man eben auch seine Ehefrau gecastet, was das Ganze noch besonderer macht. Auch hier wäre es möglich, dass man die Geschehnisse in die Handlung der elften Staffel mit einbauen könnte.

Specials & Technische Details

Foto: The Walking Dead - Copyright: Entertainment One Germany GmbH 2021. Alle Rechte vorbehalten.
The Walking Dead
© Entertainment One Germany GmbH 2021. Alle Rechte vorbehalten.

Als Special wird den Fans ein In Memorian geboten, bei denen die Serienmacher*innen, sowie der Cast und die Crew den verstorbenen Charakteren der zehnten Staffel gedenken und die Darsteller*innen dieser selbst zu Wort kommen. Besonders genial ist hier Alpha-Darstellerin Samantha Morton, bei der man richtig aufgrund ihres Persönlichkeit sieht, welch talentierte Schauspielerin sie ist.

Erscheinungstermin: 9. Dezember 2021
FSK: ab 18 Jahren
Laufzeit: über 16 Stunden (22 Episoden)
Bildformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen (Tonformat): Deutsch (DD 5.1 Surround), Englisch (DD 5.1 Surround)
Untertitel: Deutsch, Englisch

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Fazit

Staffel 10 von "The Walking Dead" hat das Ruder eindeutig noch einmal herumgerissen und hat mit der Einführung von Alpha und Beta bzw. der Weiterführung der Charaktere bewiesen, dass die Serie ihr Tief aus der Vergangenheit überwunden hat. Zudem hat man durch Negans neue Charakterseiten sowie der Rückkehr von Lauren Cohan alias Maggie neue Weichen für eine spannende finale elfte Staffel gestellt.

"The Walking Dead" ansehen:

Daniela S. - myFanbase

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