DVD-Rezension: True Blood, Staffel 7

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Die siebte und finale Staffel von "True Blood" lief vom 22. Juni bis zum 24. August 2014 auf dem amerikanischen Kabelsender HBO. Im Free-TV war die Serie bislang in Deutschland nicht zu sehen, im Pay-TV wurde sie auf Syfy vom 2. Februar bis zum 6. April 2015 ausgestrahlt. Seit dem 9. Juli 2015 ist die DVD-Box im Handel erhältlich.

Inhalt

Foto: Copyright: 2015 Warner Bros. Ent. Alle Rechte vorbehalten.
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Nach den Ereignissen der letzten Staffel kursiert unter den Vampiren die unter anderem von Sarah Newlin (Anna Camp) entwickelte Krankheit HepV, die für Vampire tödlich, aber auch für Menschen gefährlich ist. Denn infizierte Vampire rotten sich zusammen und greifen Ortschaften an, so überfällt eine Gruppe HepVs auch ein Fest in Arlenes (Carrie Preston) Diner. Lediglich die anwesenden Vampire können das Schlimmste für die Bewohner der Kleinstadt verhindern, allerdings gelingt es den HepVs eine Handvoll der Bewohner zu entführen, darunter Arlene, Holly (Lauren Bowles) und Nicole (Jurnee Smollett-Bell). Durch ihre jahrelange Verbindung zu den Vampiren der Umgebung geben die Einwohner Sookie (Anna Paquin) die Schuld an diesem Vorfall, woraufhin diese zusammen mit ihrem Bruder Jason (Ryan Kwanten), ihrem Freund Alcide (Joe Manganiello), Sam (Sam Trammell) und Andy (Chris Bauer) versucht die Spur der Vampire aufzunehmen und ihre Freunde wiederzufinden. Dabei ist die kleine Gruppe auch auf die Hilfe von Bill (Stephen Moyer) und Jessica (Deborah Ann Woll) angewiesen. Trotz ihrer Bemühungen überschlagen sich die Ereignisse in der Kleinstadt und die Gruppe sieht sich mit ganz anderen und unerwarteten Problemen konfrontiert.

Pam (Kristin Bauer van Straten) hingegen plagen ganz andere Sorgen, denn sie versucht ihren Schöpfer Eric (Alexander Skarsgård) wiederzufinden und bereist dafür die ganze Welt. Als sie ihn endlich aufspüren kann, wird das Wiedersehen durch schlechte Neuigkeiten überschattet, die sie wieder nach Bon Temps führen.

Rezension

Wie schon in den Büchern, hat auch diese Staffel der Serie ein gewaltiges und selbstgeschaffenes Problem: einen Hauptcast von über zwanzig Darstellern für nur zehn Episoden. Es kann also eigentlich niemanden erstaunen, dass es die Serie nicht schafft, jedem Hauptcharakter mit der entsprechend ausführlichen Handlung gerecht zu werden, wodurch der Zuschauer sich in Teile der Nebenhandlungsstränge einfach nicht richtig reinfinden oder mit manchen Charakteren einfach nicht mehr warm wird. Während die kleine Geschichte von Lafayette (Nelsan Ellis), Lettie Mae (Adina Porter), James (Nathan Parsons) und Reverend Daniels (Gregg Daniel), die eigentlich keinen Beitrag zur Gesamthandlung leistet und auch komplett ausgelassen hätte werden können, vielleicht noch ganz nett anzusehen ist, ebenso wie die um Ginger (Tara Buck) und deren Rückblicke zu den Anfängen des Fangtasias, wird Willa Burrell (Amelia Rose Blaire) in dieser Hinsicht wirklich schändlich behandelt. In der vorherigen Staffel noch von Bedeutung, geht sie in dieser komplett unter und darf als Blutspenderin für Lettie Maes Visionen oder als zickiges Kind für Eric dienen und das, obwohl sie diesmal zu den Hauptcharakteren gehörte. Wirklich schade, vor allem, weil man als Zuschauer sich weder für das Bisschen ihrer Handlung noch für ihre Zukunft interessiert. Zwar ergeht es den meisten anderen Charakteren besser als Willa und diese leisten hin und wieder einen Beitrag zur Handlung und haben ihre Momente, trotzdem wurde man ihrem Status der Hauptcharaktere oft nicht gerecht, was in den meisten Fällen wirklich für die teilweise in sieben Staffeln liebgewonnen Charaktere bedauernswert ist.

Die Handlung der Staffel lässt sich im Wesentlichen in drei Haupthandlungsstränge und einige weitere kleine Randhandlungen unterteilen. Im ersten Teil der Staffel dreht sich alles um die Entführung, sowohl um die Suche der Entführten als auch um die Opfer, die versuchen ihr Leben zu retten, indem sie sich an eine alte Bekannte wenden und darauf hoffen, dass diese ihnen hilft. Dieser Teil der Staffel ist eigentlich sehr schön dargestellt, die meisten Charaktere spielen in irgendeiner Form in dieser Geschichte eine Rolle und werden in die Handlung miteinbezogen. Gleichzeitig bangt man als Zuschauer natürlich um die Opfer, denn bei einer Serie wie "True Blood", die auch in der siebten Staffel keine Schwierigkeiten damit hat, alte und beliebte Charaktere den Serientod sterben zu lassen, wie es in den ersten Episoden der Staffel sogar schon geschah, weiß man nie. So fiebert man schließlich mit, als es um die Befreiung geht und ist froh, dass die kleine Gruppe auch noch Unterstützung durch Eric und Pam bekommt, was den Zuschauer optimistischer bezüglich der kleinen Rettungsmission macht.

Nach der fünften Episode, in der in dieser Staffel verstorbene Charaktere geehrt wurden und einen vernünftigen Abschied bekamen und Andy die Möglichkeit erhielt, Holly einen wirklich rührenden und herzergreifen Heiratsantrag zu machen, drehte sich die Handlung um die HepV-Infizierung von Bill, seinen Umgang damit und die Suche nach einem Heilmittel, die Eric und Pam nach Texas zu Sarah Newlins Schwester, Amber (Natalie Hall), führt, wo sie auf einen alten Bekannten, Mr. Gus (Will Yun Lee), treffen. Jason hingegen begeht einen Fehler, der Violet (Karolina Wydra) den Wunsch verspüren lässt, sich an ihm zu rächen und unter ihrer Rache haben vor allem seine engsten Freunde zu leiden.

Beide Handlungsstränge arbeiten daraufhin, den Charakteren ihr Happy End zu geben. Und obwohl ich ein Fan von Happy Ends bin, ist das ein Makel dieser Geschichten, denn sämtliche Entwicklungen gehen einfach ein Stückchen zu schnell, allen voran die von Jessica und Hoyt (Jim Parrack), die sich wiederfinden und heiraten, die von Arlene, die sich in einen ihrer Retter verliebt, die von Sam und Nicole, die für ihr persönliches Glück wegziehen, und sogar die von Jason, der endlich eine Frau findet, die langfristig mit ihm zusammenbleibt. Keine dieser kleinen Handlungen war wirklich für die Zuschauer genießbar oder nachempfindbar, denn neben der rasanten Entwicklung dieser Beziehungen, gingen sie leider vor allem durch das emotionale Feuerwerk unter, das Bills Infizierung und sein bewusster Entschluss zu sterben lieferte.

Diese Handlung um Bills selbstgewählten Tod war es, die mich persönlich sehr enttäuschte, denn relativ schnell wurde dem Zuschauer klar, dass die Handlungen in der zweiten Hälfte für einen schönen Abschluss für die Charaktere geschaffen worden waren. Dementsprechend ordne ich auch den Tod von Sookies Freund, Alcide, zu Anfang der Staffel ein, der für mich notwendig war, damit Sookie wieder die Chance hatte, sich Bill anzunähern. Auch wenn ich nie ein Shipper des Paares Sookie und Bill war, was vor allem an Bills Entwicklungen in den vergangenen Staffeln lag, hätte ich ihnen bei diesem Friede-Freude-Eierkuchen-Ende für alle auch gewünscht, dass sie wieder zusammenfinden. Es passte zwar zu Bills Charakter, der mit seiner Vampir-Existenz im Gegensatz zu Eric weniger gut zurechtkam, dass er am Ende wirklich starb, aber für mich machte damit das Auflösen der Beziehung zwischen Alcide und Sookie, von denen man als Paar in meinen Augen sowie so in der sechsten und siebten Staffel insgesamt zu wenig gesehen hatte, nur wenig Sinn. Sicher Sookie findet in gewisser Weise auch ihr Happy End, indem sie erkennt, dass ihr Feen-Erbe ein Teil von ihr ist, das sie nicht bereit ist aufzugeben, und ihr familiäres Glück findet, wie wir bei dem Thanksgiving-Essen Jahre darauf erfahren. Trotzdem hätte ich es lieber gesehen, wenn die beiden zum Schluss wieder zueinander finden.

Nachdem ich jetzt schon einiges angesprochen habe, will ich nur kurz erwähnen, dass sämtliche Paare, die schon in der Vergangenheit gut funktioniert haben, auch in dieser Staffel wunderbar punkten konnten, seien es Jessica und Jason oder Eric und Pam. Neu hinzu kamen für mich in dieser Staffel die Gespräche zwischen Arlene und Sookie, deren Freundschaft in den vergangenen Staffeln zu kurz kam, aber auch die Freundschaft, die sich zwischen Jessica und Andy aufbaut, nachdem er erkennt, dass er ihr verzeihen muss, um mit der Vergangenheit abschließen zu können. Für sehr unterhaltsame Momente sorgten auch die Gespräche zwischen Pam und Sarah, wobei Pam wie immer durch ihre trockenen und direkten Aussagen bei mir für Begeisterung sorgen konnte.

Was die blutigen Schocker angeht, für die "True Blood" eigentlich berüchtigt ist, so blieben diese in dieser Staffel aus. Vielleicht war es aber auch so, dass man nach sechs Staffeln ein wenig abgestumpft ist, so dass Violets Folterkeller und ihre Rachefantasien einen nicht wirklich entsetzen können, wirkten diese doch im Vergleich zu bisher Gesehenem eher harmlos.

Die zehn Episoden von ca. 54 Minuten Länge einschließlich des Specials "Ein Abschied von Bon Temps" finden sich in der DVD-Box auf vier, schlichten schwarzen DVDs. Neben Deutsch lässt sich die Serie auf Englisch und Spanisch sehen. Das Special, bei dem ein Großteil der Hauptdarsteller und der Serienfinder Alan Bell über die vergangenen sieben Jahre sprechen und besondere Momente noch einmal hervorheben, runden die DVD-Box ab und machen sie zu einem lohnenswerten Einkauf.

Technische Details

Erscheinungstermin: 9. Juli 2015
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 541 Minuten (10 Episoden)
Bildformat: 16:9 - 1.77:1
Sprache (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 5.1)

Fazit

Die siebte Staffel "True Blood" verliert gerade in der zweiten Staffelhälfte meines Erachtens durch die zu vielen (Haupt-)Charaktere und deren Handlungssträngen, wodurch die Zeit von zehn Episoden nicht ausreicht, um jeder Handlung und jedem Charakter mit der notwendigen Ausführlichkeit gerecht zu werden, die es dem Zuschauer möglich macht sich in die Geschichte hineinzufinden. Trotzdem gibt es auch in dieser Staffel einige tolle Interaktionen zwischen alt bewährten aber auch neuen Paarungen, die über diese Makel hinwegtrösten können, so dass natürlich auch die finale Staffel der Serie im DVD-Regal nicht fehlen darf.

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Ceren K. - myFanbase

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