Bewertung: 8

Review: #2.03 False Horizon

Foto: Josh Dallas, Manifest - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Josh Dallas, Manifest
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Offenbar hat es bis zu dieser dritten Episode gebraucht, um wieder warm zu werden mit der Serie, aber nachdem die ersten Episoden noch nicht ganz überzeugen konnten, entwickelt sich in der dritten Episode ein Gesamtbild, was wieder richtig Lust macht. Das liegt wohl auch an dem starken Auftritt von Saanvi.

"You need completion, so that you finally can move on."

Saanvi bekommt in dieser Episode eine zentrale Rolle, was längst überfällig war. Wir bekommen Einblick in ihr Seelenleben, wie zart besaitet sie ist und wie unsicher. Dass sie vor dem Flug von ihrem Freund regelrecht brutal versetzt wurde, macht das alles sehr verständlich. Hierbei werde ich den Gedanken nicht los, dass hier noch mehr sein könnte als nur die persönliche Geschichte von Saanvi. Wusste ihr Freund, dass bei dem Flug etwas passieren würde? Da Saanvi trotz der wissenschaftlichen Sichtweise in erster Linie als Sidekick funktioniert und in der Regel vernachlässigt wird, tut diese Episode richtig gut. Man kann sich endlich in sie hineindenken, mit ihr empfinden und sie als Figur in der Serie ernster nehmen. Allerdings hat ihr angeknackstes Seelenleben auch Gefahr ausgestrahlt. Als sie ihren schon seltsamen, es aber immer gut meinenden Assistenten gefeuert hat, hatten die Autoren alle Möglichkeiten vorbereitet, Saanvi in die Arme vom Major zu treiben. Doch sie ist Gott sei Dank clever und nicht nachtragend. Sie stellt eine Falle und findet so heraus, dass es ihre Therapeutin ist, der man nicht trauen darf. Toller move von Saanvi, der die Karten komplett neu mischt, denn Saanvi, Ben und Vance sind nun endlich mal im Vorteil.

"We feed the major a fake."

Ben und Vance hatten die ganze Zeit schon das Gefühl, dass man mit falscher Fährte eine wichtigen Schritt vorwärts gehen könnte. Dass man Saanvis Loyalität aufs Spiel gesetzt hat, war ziemlich mutig, wobei Bens Geständnis dann natürlich noch mutiger war. Ich denke aber, dass es dann doch genau diese Ehrlichkeit bzw. Bens schlechtes Gewissen war, die Saanvi auf ihrer Seite gehalten haben. Ich finde es aber auch erwähnenswert, wie viel Vertrauen Ben dann doch aufgebracht hat. Vance war richtig außer sich und das Risiko war auch enorm. Eigentlich war es von Ben verantwortungslos, doch er sollte recht behalten. Ist das Menschenkenntnis oder Naivität? Man weiß es nicht, doch ich kann mir schon vorstellen, dass im Laufe der Staffel Ben mit seinem grundlegenden Vertrauen mal daneben liegen wird und das noch ein großes Problem wird.

"If you except that miracle, you will all be saved."

Olive zieht es weiterhin zur Sekte und wir erleben ein Treffen, welches gefühlt genau die Klischees erfüllt, weswegen ich solch eine Gruppe immer sehr skurril finde. Mit ein paar visionären Platzhaltern werden die Leute mitgerissen und machen den Eindruck, dass man ihnen alles erzählen könnte. Ich habe die Storyline von Beginn an als negativ empfunden, muss aber auch gestehen, dass sich in dieser Episode der Eindruck entwickelt hat, dass diese "Sekte" Olive vielleicht wirklich helfen könnte. Hier gibt es gar keine Stimmung gegen die Überlebenden. Es wird eher daran geglaubt, dass alle an dem Wunder ihren Anteil haben. Olive outet sich sogar. Das war meines Erachtens viel zu früh, aber es zeigt auch, wie wohl sich Olive in der Gruppe fühlt. Leider hat ihre Familie auch überhaupt keine Antennen für ihre Gefühle. Wann immer sie auch nur andeutet, helfen zu wollen, bekommt sie die Antwort, sich nicht darum kümmern zu brauchen. Leider spricht Olive ihre Bedürfnisse nicht an, weshalb sich die unsichtbare Mauer zwischen ihr und ihrer Familie immer weiter aufbaut.

"Open her eyes"

Grace hat derweil wieder eine Vision, doch alle Deutungsversuche führen eher zu Widerstand als zu einer Lösung. Die Vision ist aber auch wieder sehr wenig aussagekräftig. Viel spannender ist dann auch der komplexe Zusammenhang, weil die Frau, die die Visionen auslöst, offenbar die Frau eines Dekans ist, an dessen Uni Ben nun einen Job erhalten hat. Dass dies auch dank des Studenten aus der letzten Episode zustande gekommen ist, weil die meisten Studenten nur etwas über den Flug wissen wollten, ist ein weiterer schöner Aspekt, der den Eindruck vermittelt, dass die Autoren ein richtiges Konzept für die Storyline haben. Die Vision von Grace wird also auch in der nächsten Episode und vielleicht noch länger von Bedeutung sein und Bens starker Einstieg in den neuen Job wird auch nicht einfach glatt laufen. Man hätte ihm etwas unkompliziertes gegönnt, aber das ist wohl kaum nötig. Es wird eher interessant zu sehen sein, wie viel Zeit Ben mit Job noch für die Visionen hat oder ob sie ihn eh an der Uni einholen werden.

"I blowed up my entire life for you."

In der Storyline um Michaela, Jared und Zeke werden auch recht große Schritte gemacht. Michaela und Jared haben noch viel aufzuarbeiten und werden wohl noch sehr lange brauchen, um wieder ein gutes Verhältnis zueinander zu haben. Michaela will Zeke unbedingt helfen und finden, doch Jared kann nicht noch mehr geben. Ich kann Jared sehr gut verstehen, denn er hat Michaela lange einfach vertraut, aber es hat ihm nicht wirklich weitergeholfen sondern nur Probleme geschaffen. Jetzt ist er regelrecht verbittert und will nicht mehr nachgeben. Michaela hält das überhaupt nicht auf. Sie ist entschlossen, Zeke zu retten. Man weiß zwischendrin gar nicht, was die dominante Motivation ist. Kommt ihr unbedingter Wille von der intensiven Vision und Cal Statement oder ist sie wirklich so wahnsinnig in ihn verliebt, dass sie alles andere aufs Spiel setzen würde? Es wird wohl beides sein, aber die Autoren machen deutlich, dass ihnen der emotionale Part auch wichtig ist. Ich hätte den kurzen romantischen Moment zwischen Michaela und Zeke nicht gebraucht. Lieber hätte ich noch mehr erfahren, wer Zeke unbedingt ruhig stellen wollte. Insgesamt bleibt es in dem Liebesdreieck aber spannend, auch weil Michaela Jared regelrecht angegriffen hat, ihm Vorwürfe machte und Jared den Kampf wohl annehmen wird, weil ihm seine Karriere ab jetzt wohl wieder wichtiger sein wird als Michaela.

Fazit

Diese Episode hatte vor allem durch die intensive Einbindung von Saanvi viele starke Momente und bringt Fahrt in diese Staffel, weil Ben und Vance nun auch agieren können und nicht nur hinterher rennen. Trotzdem bleibt es auch offensichtlich, dass die anderen ebenfalls Trümpfe auf der Hand haben und sich immer wieder neue Probleme ergeben können. Die familiären Dissonanzen insbesondere in Bezug auf Olive und zwischen Jared und Michaela sorgen für weitere Spannung. Bitte weiter so.

Emil Groth - myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Manifest" über die Folge #2.03 False Horizon diskutieren.