Bewertung: 7

Review: #1.13 Black Jack

Nachdem schon der erste Ausflug eine sehr gute Episode zur Folge hatte, weil die Bedrohung der Fremde dieser Tage enorm ist, nutzt auch diese Folge das Potenzial außerhalb von Jericho aus.

Langfristiges Denken

Es ist inzwischen eine gewisse Zeit vergangen, seit die Anschläge geschehen sind, und die wenigen Informationen machen deutlich, dass man wohl kaum auf eine baldige Hilfe hoffen kann. Jericho ist also weiter auf sich allein gestellt und Gray Anderson muss die Stadt durch einen wohl sehr harten Winter führen. Das hat er nun davon, dass er unbedingt Bürgermeister werden wollte. Zum Energieproblem kommen nun auch noch die zusätzlichen Leute hinzu, um die sich die Stadt natürlich kümmern muss. Heather Lisinski hat den eigentlich rettenden Einfall mit Windrädern (hier war wohl ein Wähler der Grünen am Drehbuch beteiligt), doch es fehlt ein Teil. Da Johnston Green aber sowieso ein Hobby benötigt und Jake Green aus Prinzip zu den Freiwilligen gehört, machen sie sich mit Heather auf, einen Handelsknotenpunkt aufzusuchen, um das Teil zu beschaffen. Da Handeln auch immer gut ist für wirkliche Händler, kommt auch Dale Turner mit. Ein Quartett auf Reisen, um die Stadt langfristig durch diese neue Zeit zu bringen.

Mittelalter

Wieder einmal gelingt es dem Team hinter der Kamera, eine unglaublich bedrückende und bedrohliche Atmosphäre zu schaffen. Der Marktplatz ist richtig gruselig. So in etwa muss man es sich auch im Mittelalter vorstellen. Jeder kämpft um sein Überleben. Die Waren sind überlebenswichtig und die Leute, die sich dort aufhalten, sind größtenteils finstere Gestalten. Die Regeln sind konsequent und es gibt keine Kompromisse. Schon der Gehangene am Eingang hat gleich deutlich gemacht, dass die Vier nicht shoppen gehen. Eigentlich kann man nur schnell das Teil und dann wieder weg wollen, doch die Jericho-Crew hat auch in dieser Zone Anstand und will keine krummen Geschäfte machen. Wie Dale in dem Moment auf die Idee kommt, das Teil zu klauen, kann ich mir eigentlich nicht erklären. Das ist enorm dumm aber ebenso spannend gewesen, weil alles möglich gewesen wäre. Das es doch gut gegangen ist, liegt auch an zwei neuen Charakteren, die sich als Alliierte erweisen. Es gibt also auch noch andere, gute Menschen. Und offenbar sind es auch noch Nachbarn von Jericho. Da ließe sich vielleicht gegenseitig helfen. Heather jedenfalls sieht die Chance und ist jetzt offenbar erst mal ein paar Episoden lang nicht zu sehen. Das ist sehr schade, weil das der möglichen Beziehung zu Jake sicher nicht helfen wird.

Die neue Ordnung

Außer einer spannenden Storyline hat der Ausflug zum Black Jack aber noch sehr viel mehr geleistet. Es gab nämlich endlich neue Informationen zu den landesweiten Entwicklungen der vergangenen Wochen. Spätestens jetzt ist klar, dass die USA nicht mehr das sind, was sie mal waren. Der Präsident ist bei den Anschlägen ums Leben gekommen und das große Chaos versuchen nun sechs! Parteien zu nutzen, um selbst an die Macht zu gelangen. Das hat richtig koloniale Züge und läuft ziemlich stark auf Bürgerkrieg hinaus. Die neue Ordnung ist also in erster Linie noch eine Unordnung, die durch Machtgier entstanden ist. Da bleibt eigentlich die Frage, ob einer dieser sechs Präsidenten Mitverursacher der Krise ist oder ob das alles nur Nutznießer sein wollen. Da die Sache aber riesige Ausmaße hat, ist davon auszugehen, das der Strippenzieher auch gewaltig seine Finger im Spiel hat. Solch ein Input sorgt jedenfalls dafür, dass man über die Maßen gespannt ist, wie es langfristig weiter geht und was die Serie noch zu bieten hat.

Rundumschlag

An der Beziehungsfront passieren auch noch ein paar kleine Dinge. Gail Green holt mächtig aus und ist alles andere als nett zu Mary Bailey. Sie macht sie eigentlich richtig rund und schiebt alles auf sie. Das war richtig fies. So eine Situation wünsche ich wirklich niemandem. Man weiß zwar jetzt nicht, wie aktiv sie um Eric Green geworben hat, aber das waren einfach sehr harte Worte. Umso überraschter war ich von Marys Reaktion. Sie musste kurz schlucken und hat dann die richtigen Worte gefunden. Hier hat der Charakter mit einem Schlag richtig Profil bekommen.

Ein paar Szenen gab es auch zwischen Roger Hammond und Emily Sullivan, die nun wieder vereint sind, nachdem sich Emily eigentlich gerade erst gelöst hat. Wie die beiden wieder richtig zueinander finden sollen, bleibt abzuwarten. Roger ist von den Ereignissen sehr mitgenommen und steht eigentlich kurz davor, eine psychiatrische Einrichtung aufsuchen zu müssen. Wie da die Liebe wieder richtig aufflackern soll, kann ich mir nicht vorstellen, aber man muss ihm natürlich auch Zeit geben.

Robert Hawkins hat unterdessen Sarah Mason bei sich aufgenommen und diese hat sich schnell erholt. Darcy Hawkins ahnt sicherlich, dass sich die beiden nicht nur von der Arbeit kennen und dafür ist sie sehr ruhig geblieben. Das waren jetzt alles keine wahnsinnig interessanten Szenen, aber die pure Gegenwart von Sarah hat eine spannende Dynamik ins Spiel gebracht. All das diente dann vor allem wie eine Ruhe vor dem Sturm, denn erstens ist für Hawkins der Zeitpunkt gekommen, aktiv zu werden, und zweitens wird auch gleich klar, dass Sarah mindestens genauso tief mit drin steckt und möglicherweise Hawkins verraten wird. Damit verstärkt sich natürlich das Gefühl, dass Hawkins wirklich zu den Guten gehören könnte. Die nächsten Episoden müssen sich eigentlich intensiv damit beschäftigen und so hat man noch etwas, worauf man sich freuen kann.

Fazit

Es gelingt auch in dieser Episode wieder sehr gut, die bedrohliche Atmosphäre darzustellen. Da zudem in der Haupthandlung wesentliche Dinge passieren, kann man erneut sehr zufrieden sein.

Emil Groth - myFanbase

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