Bewertung

Review: #1.12 Der Tag davor

Foto: Lennie James, Jericho - Copyright: Paramount Pictures
Lennie James, Jericho
© Paramount Pictures

Die Ankunft der Flüchtlinge, unter denen sich auch Emilys Verlobter Roger befindet, sowie die damit verbundenen Auswirkungen auf die Gruppendynamiken und die Stadt hätten in dieser Episode dargestellt werden sollen. Doch Pustekuchen! Wir bekommen einen Rückblick auf die Tage vor den Anschlägen - endlich: Es gibt Antworten bezüglich Robert Hawkins' und Jakes Vergangenheiten sowie dem alltäglichen Leben in Jericho. Das Ende der Episode wartet erneut mit einem spannenden Cliffhanger auf.

Der Tag davor bei Robert Hawkins

Oha. Robert Hawkins scheint direkt in die Anschläge verwickelt zu sein. Er besitzt nicht nur einen Truck mit einem nach einer Bombe aussehenden Inhalt, sondern bekommt auch zusammen mit vielen anderen Männern den Auftrag die Trucks samt Inhalt in eine bestimmt Stadt zu fahren. Hawkins soll in diesem Fall nach Columbus aufbrechen. Stimmt das mit der FBI-Geschichte aus #1.08 Rogue River überein, wobei Robert Hawkins als eine Art verdeckter Ermittler fungieren könnte oder gehört er zu den "wahren" Terroristen? Dass er im Folgenden seiner Familie autoritär und gefühlskalt das Leben rettet, in dem er seine Frau und seine Kinder nach Jericho entführt, zeigt nur, dass er die Menschen retten wollte, die ihm am Herzen liegen. Am Herzen liegt ihm auch Sarah. Sie scheint eine Kollegin und seine Geliebte zu sein. Im Rahmen der Anschläge wird sie verschleppt und ihre Entführer fordern Hawkins auf, das "Paket" endlich auszuliefern, da sie sonst sterbe. Dass Hawkins das "Paket" nicht wie vereinbart nach Columbus gebracht hat, könnte für seine FBI-Geschichte sprechen. Dennoch bin ich nach diesem Flashback verwirrter als zuvor und mag momentan bezüglich unseres Mysteriums Robert Hawkins keine Prognose abgeben. Kurz am Rande: Die Szenen zwischen Hawkins und Sarah langweilen mich, da sie bisher keinerlei Aussagekraft haben außer die Handlung zu erklären. Die Momente zwischen Hawkins und seiner Familie finde ich hingegen interessant. Sie deuten an, dass die Familie schon seit längerer Zeit getrennt voneinander lebt und das Verhältnis mehr als schlecht ist.

Der Tag davor bei Jake

Jake verbringt den Tag vor den Anschlägen mit seinem Freund Freddy und mit Jobsuche. Freddy und Jake haben in der Vergangenheit schon öfter miteinander gearbeitet und Jake verdankt Freddy u.a. sein Leben. Es wird deutlich, dass Jake Geldprobleme hat sowie mit gefährlichen Menschen und Firmen operiert. Da-her geraten er und auch sein Freund ins Fadenkreuz von FBI und einer Firma namens - welch Überraschung - Ravenwood. Ravenwood legt Freddy kurzer Hand um. Damit Jake nicht das gleiche Schicksal ereilt, rettet er noch schnell Freddys Fast-Frau Anna und bricht dann nach Jericho auf. Dem einzigen Platz auf der Welt, an dem er sich momentan noch sicher fühlen kann. Die Flashbacks von Jake zeigen seine militärische Vergangenheit im Ausland, seine Arbeit für das Ravenwood-Universum und die damit verbunden Folgen: Er wird vom FBI beschattet sowie von Ravenwood gejagt; auf Grund seiner Jobs und dem Tod seines Freundes ist er psychisch labil und auch noch finanziell am Ende. Vor den Anschlägen war das Leben von Jake ein Trümmerhaufen und auch wenn es sonderbar klingen mag, nach den Anschlägen läuft es wesentlich besser für ihn. Einige Antworten zu Jakes Vergangenheit werden in dieser Episode gegeben. Sie machen nach den bisherigen Andeutungen und Einblicken in vorhergehenden Folgen für mich durchaus Sinn. Die Dynamik zwischen Jake und Freddy hat mich wenig berührt. Sie wurde vielleicht aus Zeitknappheit zu hektisch und gleichzeitig oberflächlich eingebracht. Für mich ist die Freundschaft der beiden nur ein Mittel zum Zweck um Jakes Leben plausibel zu machen.

Der Tag davor in Jericho

Johnston möchte nach heftiger Intervention seiner Frau wegen der Gesundheit und der Familie beruflich kürzer treten und wünscht sich Eric als seinen Bürgermeisternachfolger, da zeitnah Wahlen anstehen. Dieser hat jedoch eigentlich andere Pläne, ohne mit seinem Vater jemals darüber gesprochen zu haben. Ein sinnbildlicher Moment für den dominanten Vater und den loyalen braven Sohn. Die Szenen der Greens haben mir generell sehr gut gefallen und fügen sich in das Gesamtbild, das ich von der Familie bekommen habe. Die Szenen zwischen Mimi und Stanley sind witzig, fühlen sich aber für mich deplatziert an, da sie keinerlei neue Informationen preisgeben und die Hauptstory bremsen. Interessant und gut inszeniert finde ich die Momente zwischen Roger und Emily. An dieser Stelle nehme ich wahr, dass Emily (wegen Jake) noch immer und für immer an Jericho hängt und Roger zwar ein "guter Fang" ist, jedoch so irgendwie gar nicht zu Emily passt. Ein klassischer Fall von: "Wenn ich etwas nicht bekommen kann, nehme ich mir eben das nächstbeste."

Zurück zum Cliffhanger in die Gegenwart

Fünf Minuten Gegenwartsstory, angeknüpft an den Cliffhanger der letzten Episode, gibt es dann doch noch. Robert Hawkins schwört seine Frau auf eine neue gefährliche Situation ein, auf Grund ihrer Überwachung durch die Satellitenbilder. Sie vertraut ihm dabei. Vor den Anschlägen war noch von Vertrauen zwischen den beiden keine Spur. So ändern sich die Verhältnisse. Der Hammer und neue Cliffhanger für die nächste Episode kommt am Schluss: Sarah, Robert Hawkins Geliebte und Kollegin, ist unter den Flüchtlingen und behauptet jemanden in Jericho zu kennen. Das ist ein Ding!

Fazit

Eine spannende Episode, die mit den Flashbacks unerwartet beginnt und die sehr viele Fragen zu Robert Hawkins, Jake und der Situation um Jericho vor den Anschlägen beantwortet. Denn nach der ein oder anderen Füllepisode liefert diese Folge endlich Zahlen-Daten-Fakten. Süchtig gemacht haben mich die permanenten Szenen-Switches und die Geschehnisse um Hawkins und Jake. Die Szenen um Jericho empfand ich als entschleunigend, was völlig ok ist, da der Zuschauer sonst gar nicht mehr mitkommt. Lediglich die Szenen von Stanley und Mimi hätten sich die Serienmacher sparen und dafür mehr von Jake und Hawkins zeigen können. Ausblick: Das Mysterium Robert Hawkins bleibt weiterhin ein Mysterium und der Cliffhanger um Sarah zwingt regelrecht dazu, auch in der nächsten Episode wieder einzuschalten.

Alexander L. - myFanbase

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