Bewertung

Review: #7.15 Die goldene Stunde

Diese Episode zeigt uns, was in nur 60 Minuten in einer amerikanischen Großstadt-Notaufnahme so alles abgehen kann: kuriose Unfälle, tragische Tode, ärztliche Leistungen, medizinische Fehlentscheidungen, schreiende Kinder, besorgte Eltern, unvermeidliche Trennungen und unanständige Quickies. Natürlich wissen wir das schon aus 331 Folgen "Emergency Room", aber Menschen mit Fremdkörpern im Schädel, traurige Schicksale und Ärzte unter Hochdruck werden doch irgendwie nie langweilig.

Meredith übernimmt für eine Nacht das Kommando in der Notaufnahme und kann so ihre Führungsqualitäten beweisen. Alles in allem macht sie ihre Sache sehr gut. Sie verliert nie die Nerven, auch wenn die Ereignisse natürlich nicht spurlos an ihr vorübergehen, und begeht keine Fehler. Der Tod des Patienten mit den Brustschmerzen ist nicht ihre Schuld. Sie bügelt auch Lexies Fehler aus, dessen Zustandekommen nicht wirklich erklärt wird, doch Gia, die unsympathische Freundin des betreffenden Patienten Mitch, könnte Lexies Unaufmerksamkeit durchaus mit verschuldet haben. Nach dem erneuten Bruch mit Mark geht der kleinen Grey eine solche Frau, die ihre eigenen, oberflächlichen Interessen über das Wohl ihres Freundes stellt, wohl besonders auf die Nerven. Es ist zwar nicht so, dass man Mark und Gia wirklich miteinander vergleichen kann, doch im Endeffekt setzt Mark ja Lexie auch zurück und zieht seine eigenen Sachen durch, denen Lexie dann alleine gegenübersteht. Schließlich trennt sich Mitch von Gia, während Lexie eine Einladung von Jackson annimmt. Man darf gespannt sein, wie Mark reagieren wird, wenn er herausfindet, dass sich zwischen Lexie und Jackson etwas anbahnt.

Alex und Lucy kommen sich derweil näher, was so überhaupt nicht überraschend ist. Im Grunde stand dies schon seit Lucys erstem Auftritt fest. Im Moment kommt es mir leider so vor, als würden sich die Autoren noch nicht allzu viel Mühe mit diesem potentiellen Paar geben. Lucy stellt fest, dass Alex Basketball mag (wie etwa 80% der amerikanischen Männer), und findet dies so toll, dass sie für ihn Unterschriften fälscht. Dann lässt Alex das Basketballspiel sausen, um stattdessen einen kleinen Jungen zu operieren, was Lucys Herz natürlich so richtig aufgehen lässt. Das ist alles nicht wirklich interessant oder einfallsreich, sondern wirkt eher schnell zusammengeschustert. Es bleibt zu hoffen, dass hier von Seiten der Schreiberlinge bald mehr Inspiration einfließt.

Etwas überraschend kommt es zu einem Wiedersehen mit Chief Webbers Frau Adele, um die man sich nun große Sorgen machen muss. Merediths Verdacht, dass die Frau ihres Chefs an Alzheimer leiden könnte, scheint sehr begründet. Natürlich wäre eine Alzheimer-Erkrankung von Adele wieder ein perfektes Beispiel für grausame Ironie. Erst stirbt Ellis Grey, mit der Chief Webber Adele betrogen hat, an Alzheimer, und dann erkrankt Adele selbst daran, um womöglich von Ellis' Tochter Meredith behandelt zu werden, die ihrer eigenen Mutter nicht helfen konnte. Das Potential, das in dieser (möglichen) Storyline steckt, ist unübersehbar.

Die zweite Person, die unerwartet auftaucht, ist Teddys Ehemann Henry. Augrund der Ereignisse in der Notaufnahme ist Teddy gezwungen, ihr Date William für eine Weile in Henrys Obhut zu lassen. Offenbar enthüllt Henry dabei nicht, dass er und Teddy offiziell verheiratet sind, doch er lässt keinen Zweifel daran, dass er es lieber sähe, wenn seine Frau nicht mit William ausgehen würde. Er kann Teddy letztlich zwar nicht daran hindern, den Abend mit William zu verbringen, doch ihr scheinen durchaus erste Überlegungen zu kommen, ob sie nicht womöglich zufällig mit der Liebe ihres Lebens verheiratet ist.

Maret Hosemann – myFanbase

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