DVD-Rezension: Grey's Anatomy, Staffel 7.1

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Nach dem schockierenden Finale der sechsten Staffel warteten die Fans mit einer Mischung aus Spannung und Nervosität auf den Start der siebten Staffel, um zu erfahren, wie die Ärzte des Seattle Grace/Mercy West den Amoklauf, der vielen ihrer Kollegen und Freunde das Leben kostete, verkraften.

Inhalt

Foto: Patrick Dempsey & Ellen Pompeo, Grey's Anatomy - Copyright: 2011 ABC Studios
Patrick Dempsey & Ellen Pompeo, Grey's Anatomy
© 2011 ABC Studios

Nach dem Amoklauf versuchen alle Ärzte des Seattle Grace/Mercy West, zur Normalität zurückzukehren. Leicht fällt es ihnen nicht. Meredith verschweigt Derek zunächst, dass sie schwanger war und eine Fehlgeburt erlitten hat, Lexie musste nach einem Nervenzusammenbruch kurzzeitig ruhig gestellt werden und kämpft nun darum, nicht als geistig instabil angesehen zu werden, und Alex weigert sich anfangs, die Kugel aus seiner Brust entfernen zu lassen. Das größte Sorgenkind ist jedoch Cristina, die unter einem schweren Trauma leidet, das ihre Karriere zu ruinieren droht. Sie ist nicht mehr in der Lage, einen Operationssaal auch nur zu betreten. Derek, der Cristina sein Leben verdankt, bemüht sich besonders, ihr durch diese schwere Zeit zu helfen.

Unterdessen erhält Arizona die Chance, in Afrika zu arbeiten, und entscheidet sich, diese wahrzunehmen ohne ihre Freundin Callie, die verletzt zurückbleibt und Trost bei Mark sucht.Teddy, die sich angesichts der Probleme ihrer Schülerin Cristina machtlos fühlt, heiratet spontan den Patienten Henry, um ihm eine Krankenversicherung zu verschaffen. Diese gute Tat hat mehr Konsequenzen für ihr Gefühlsleben, als sie je für möglich gehalten hätte. Auch in Baileys Liebesleben tut sich einiges. Schuld daran ist der kesse Pfleger Eli.

Rezension

Foto: Sandra Oh & Kim Raver, Grey's Anatomy - Copyright: 2011 ABC Studios
Sandra Oh & Kim Raver, Grey's Anatomy
© 2011 ABC Studios

Die ersten Episoden dieser siebten Staffel sind erwartungsgemäß von den Konsequenzen des Amoklaufs geprägt und dementsprechend mit viel Drama gespickt. Das funktioniert vor allem in den ersten fünf Episoden richtig gut. Cristinas Trauma ist ein spannendes, emotionales Thema, das viele starke Szenen hervorbringt. Ausgerechnet Cristina Yang, der berüchtigte OP-Junkie, traut sich nicht mehr zu operieren. Sie durchlebt eine ernsthafte Identitätskrise und steht vor der Frage, wie es für sie weitergehen soll, wenn sie nicht mehr das sein kann, was sie immer sein wollte, nämlich eine der besten Chirurginnen der Welt. Natürlich überwindet Cristina ihr Trauma letztlich, doch der Weg dahin ist über weite Strecken gut inszeniert. Nur Derek ging mir zum Ende dieser Storyline mit seiner "Nur ich weiß, was gut für Cristina ist"-Attitüde etwas auf die Nerven.

Über die erneute Trennung von Callie und Arizona war ich, wie wohl die meisten Fans, alles andere als glücklich, hatten die beiden doch gerade erst wieder zueinander gefunden, doch die Schwangerschaft von Arizona-Darstellerin Jessica Capshaw ließ den Autoren kaum eine Alternative, so dass man sich auch als Zuschauer in das Schicksal fügen und auf das Happy End 2.0 für dieses Paar warten musste.

Foto: Sarah Drew & Jesse Williams, Grey's Anatomy - Copyright: 2011 ABC Studios
Sarah Drew & Jesse Williams, Grey's Anatomy
© 2011 ABC Studios

Auch Teddys Maßnahme, einen Patienten zu heiraten, dem sie zufällig im Fahrstuhl begegnet ist, um ihm eine Krankenversicherung zu verschaffen, habe ich nicht unbedingt mit Begeisterung aufgenommen. Dieser Schritt wird zwar damit begründet, dass Teddy sich wegen Cristina machtlos fühlt und eine gute Tat vollbringen will, dennoch kommt er ziemlich plötzlich und ist ziemlich fragwürdig. Patienten ohne Krankenversicherung sind in den USA kein seltenes Phänomen und begegnen den Ärzten sehr häufig. Wenn diese dann jedes Mal zum Standesamt rennen würden, wären Krankenhäuser inzwischen als führende Ehevermittlungen bekannt. Teddy stürzt sich einfach sehr unüberlegt in diese Scheinehe, was ihr aber im Laufe der Zeit bewusst wird, da sie plötzlich echte Verantwortung für ihren Ehemann trägt. Ihr wird ihre Naivität vor Augen geführt, als Henry operiert werden muss und Komplikationen auftreten. So entwickelt sich dieser Handlungsstrang doch noch recht vernünftig, zumal Henry ein sympathischer Charakter ist.

Apropos Charaktere. Jackson und April sind nun fester Bestandteil der Serie und ziehen auch bei Meredith ins inoffizielle Assistenzärzte-Clubhaus ein. In vielerlei Hinsicht ersetzen sie Izzie und George. Dass man dies als Zuschauer akzeptieren würde, war in der sechsten Staffel noch nicht abzusehen, doch durch den Amoklauf ist einiges zusammengewachsen. April und Jackson haben Anschluss an Meredith und den anderen gefunden, denn was sie vorher getrennt hat, wurde durch das gemeinsam Erlebte hinfällig.

Foto: Copyright: 2011 ABC Studios
© 2011 ABC Studios

Einen mutigen Schritt geht die Serie mit der Episode #7.11 Rückkehr, in der es erneut zu einem Amoklauf kommt, diesmal in einem von Seattles Colleges. Damit wird sehr eindrucksvoll verdeutlich, dass diese Art von verheerender Gewalt kein Einzelphänomen ist, das man unter "passiert bestimmt sobald nicht wieder" abheften kann. Vielmehr muss man aus solchen Fällen lernen und alles tun, um diese in Zukunft zu verhindern bzw. besser darauf vorbereitet zu sein.

Bis auf einige geschnittene Szenen werden auf dieser DVD-Box leider keine Extras geboten, was bei einer der erfolgreichsten Fernsehserien der Welt schon enttäuschend ist. Ein bisschen mehr Aufwand ließe sich durchaus in die DVD-Veröffentlichungen investieren, damit das Preis-Leistungs-Verhältnis noch ausgewogener ist.

Technische Details

Erscheinungstermin: 27. Oktober 2011
FSK: 12
Laufzeit: 494 Minuten (12 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Fazit

Es lässt sich nicht behaupten, dass diese erste DVD-Box zur siebten Staffel die Fans verwöhnt, dazu mangelt es an Bonusmaterial, doch die Episoden sind überwiegend sehr stark und bauen gelungen auf das Finale der sechsten Staffel auf.

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Maret Hosemann - myFanbase

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