Bewertung

Review: #22.16 Feel It Still

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In #22.16 Feel It Still hat man sich wirklich Mühe gegeben, möglichst viele Storylines in die Sendezeit zu packen. Während manche davon bereits bekannt waren, bringt man auch neue Elemente hinzu, die teilweise bestimmt auch erst in der nächsten Staffel weitergesponnen werden.

Aktuell am brisantesten ist wohl Benson 'Blue' Kwans unerlaubte Hydrogel-Behandlung an Quinn. Es war klar, dass das noch weiterführende Konsequenzen nach sich ziehen wird, trotzdem war ich überrascht, was hier für ein Tempo an den Tag gelegt wird. Anders kann ich mir auch Miranda Baileys Handeln nicht erklären, außer dass sie von der Situation völlig überrumpelt wurde. Denn je mehr man sich das Ganze anschaut, umso augenscheinlicher wird, dass das keine Aktion ist, die man mal eben so unter den Teppich kehren kann. Hier reicht kein Stillschweigen und nervige Krankenhausarbeiten als Strafe aufgebrummt bekommen. Immerhin hat Blue nicht irgendeinen Eingriff durchgeführt, bei dem klinikinterne Mittel verwendet wurden, sondern ein sündteures Medikament aufgebraucht, bei dem die FDA natürlich wissen möchte, wo es denn abgeblieben ist. Aber genau dieser feine Unterschied muss Bailey doch auch bewusst sein? Wie wollten sie denn bitte erklären, wieso eine Ampulle fehlt? Oder haben sie einfach gehofft, dass das im Bürokratiedschungel verloren geht? Ich rechne es Bailey echt hoch an, dass sie sich immer für ihre Auszubildenden einsetzt und auch deren Fehler mitträgt. Aber in diesem Fall könnte sie das teuer zu stehen kommen. Ich weiß nicht, wann ich Richard Webber das letzte Mal so wütend gesehen habe. Verständlich – immerhin hat ihn Bailey belogen und nun kommt eine Untersuchung auf das Krankenhaus zu. Ich frage mich, wie sie da wieder rauskommen wollen. Denn dafür müssten eigentlich Köpfe rollen. Hoffentlich nicht Baileys…

Eine weitere Überraschung war ein Gastauftritt von Owen Hunts Mutter Evelyn Hunt, die wegen eines kleinen Schlaganfalls eingewiesen wird. Es hat mich ein wenig gewundert, dass sie diese ganze Storyline mal eben schnell in einer Episode abgearbeitet haben. Dafür haben sie aber jede Minute voll ausgenutzt. Auch wenn Evelyn im Krankenhausbett lag, war es doch vor allem eine Charakterstudie an Owen. Zunächst einmal war da das Gespräch mit seiner Mutter, in dem sie ihm attestiert, dass er zu wenig über seine Gefühle spricht – ein wahres Wort. Das wurde so auffällig kommuniziert, dass ich überrascht war, dass es keine große Aussprache gegen Ende der Episode gab. Aber das kommt ja vielleicht noch. Stattdessen darf Owen nochmal zeigen, wie viel Vertrauen er in Amelia Shepherd hat. Die hatte ja die absolut undankbare Aufgabe, eine gefährliche Operation an Evelyns Gehirn durchzuführen. Hier fand ich es toll, wie Owen, Amelia und Teddy Altman füreinander eingestanden sind. Owen versichert ihr, dass er ihr keine Vorwürfe machen wird, sollte etwas schiefgehen und Teddy bleibt an ihrer Seite. Schöne Szenen.

Apropos Amelia – die hat in dieser Episode nicht nur fachlich, sondern auch privat wieder voll abgeliefert. Es ist einfach immer wieder erfrischend, so einen offenen Charakter zu haben, der nicht davor zurückschreckt zu sagen, was in ihrem Herzen vorgeht. Es war mutig von Amelia, ihre anfängliche Eifersucht über Toni Wrights Ex umzudrehen und mehr oder weniger in eine Liebeserklärung zu verwandeln. Super, dass sie mit Toni jemanden gefunden hat, für den sie so empfindet. Wobei es ein bisschen schade ist, dass wir als Zuschauende davon recht wenig mitbekommen haben. Klar, es gab hier und da einige romantische Momente und auch die komplizierten Familienverhältnisse der beiden wurden besprochen. Trotzdem hätte ich mir da einen größeren Schwerpunkt auf ihrer Beziehung gewünscht, wenn diese denn jetzt tatsächlich längerfristig werden sollte. So bleibt Toni doch noch zu sehr eine Randerscheinung.

Sehr vielversprechend finde ich auch Jo Wilson, deren Rückkehr in die Arbeit am Ende noch eine interessante Wendung hatte. Jo ist wahrlich nicht die erste Ärztin am GSMH, deren Schwangerschaft irgendwie traumatisch geendet hat. Trotzdem wurde bisher, soweit ich mich erinnere, kaum ein Augenmerk auf das Danach gerichtet. Dabei ist es einfach nur logisch, dass Jos Nahtoderfahrung im Zusammenhang mit der Geburt ihrer Kinder mehr als nur physische Narben hinterlassen hat. Ich hoffe, dass man an dieser Geschichte dranbleibt und man sowohl Jos, als auch Atticus 'Link' Lincolns Traumata aufarbeitet, ohne die beiden ausschließlich wieder auf ihr gewohntes Terrain der unterhaltsamen, lustigen Sidestories zurück zu bugsieren.

Randnotizen:

  • Irgendwie ist Lucas Adams heute auf meiner Liste der Sorgenkinder wieder weiter nach oben geklettert. Seine kurze Affäre mit Dani Spencer ist ja mehr oder weniger im Sande verlaufen und die anderen haben sich doch sehr deutlich von ihm distanziert. Hier fand ich die Schlussszene mit ihm alleine im Treppenhaus fast wie ein Warnsignal. Denn wieso zeigt man uns nochmal so demonstrativ, dass er noch Katie Rogers hinterhertrauert? Das sollte doch eigentlich jedem klar sein. Das kombiniert mit der Entfremdung zu seinen Freunden ist garantiert keine gute Mischung.
  • Bei Simone Griffith und Wes Bryant geht es beziehungstechnisch auch noch recht gemächlich zu. Mal sehen, ob sich da in der nächsten Staffel noch mehr tut, als dass wir hin und wieder ein paar spicy Szenen zu sehen bekommen.

Fazit

Es war viel los in dieser Episode. Nachdem nur noch zwei Folgen in Staffel 22 verbleiben, bin ich gespannt, ob man daran festhalten wird, möglichst viele Storylines weiterzuspinnen, oder ob man sich lieber auf die akutesten beschränkt. Zumindest die FDA-Geschichte sollte bestimmt zeitnah über die Bühne gehen. Auch bei Lucas würde ich einen Plottwist oder Cliffhanger nicht ausschließen. Und dann ist da ja noch die Geschichte mit Teddy und Owen…

Denise D. - myFanbase

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