Bewertung

Review: #22.15 Take Me to the River

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Manchmal ist "Grey's Anatomy" doch echt noch für eine Überraschung gut. Denn niemals, niemals hätte ich gedacht, dass es Benson 'Blue' Kwan sein wird, der einen illegalen Eingriff vornimmt. Wochenlang haben wir die Katie Rogers-Storyline verfolgt und da hätte es mich überhaupt nicht überrascht, wenn Lucas Adams oder vielleicht sogar Miranda Bailey selbst sich über die rechtlichen Grenzen hinwegsetzen. Lucas, der immer involvierter und verzweifelter wurde und Bailey, deren Schimpftiraden auf das medizinische System ebenfalls sehr auffällig waren. Und dann ist es ausgerechnet Blue, der doch sonst immer so darauf bedacht ist, sich in keine blöden Situationen zu manövrieren? Nein, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Natürlich berührt ihn der Fall von Quinn und seinem Sohn, hat er in der Vergangenheit mit seiner Mutter doch Ähnliches erlebt. Trotzdem ist diese Situation alles andere als eine Lappalie und es wundert mich überhaupt nicht, dass Bailey so fassungslos reagiert hat. Denn am Ende des Tages ist Blue seine Entscheidung nicht schwergefallen. Klar war er emotional involviert in den Fall, aber doch lange nicht so stark, dass man sagen kann, dass er eine Verzweiflungstat vollzogen hat. Blue hat einfach eine Möglichkeit gesehen, Quinns Leben vielleicht retten zu können und hat es durchgezogen. Ohne Rücksicht darauf, dass Bailey ihm mehrmals erklärt hat, dass das FDA-System zwar nervig und behindernd, letztlich nun aber mal objektiv und ein wichtiges Regelsystem ist. Und dass ihr experimenteller Eingriff eben genau das ist – experimentell, nicht vollständig ausgetestet und daher schlicht und ergreifend nicht legal. Dass er den Eingriff nun trotz dieses Wissens heimlich und definitiv zurechnungsfähig gemacht hat, ist von dem her beunruhigend. Und dann wird er von Bailey erwischt und will das Ganze einfach verheimlichen? Nicht zu vergessen, dass er immer noch Arzt in Ausbildung ist und die Geschichte auch auf Bailey zurückfallen kann. Ich ja mal echt gespannt, wie Blue aus der Nummer wieder rauskommen will. Jetzt bleibt erstmal zu hoffen, dass Quinn den Eingriff gut verträgt (und es ihm vielleicht sogar hilft?).

Der zweite große Handlungsstrang der Episode kommt ebenfalls relativ aus dem Nichts daher. Owen Hunt hilft wohl regelmäßig an einem kleinen Krankenhaus auf dem Land aus und wurde von denen sogar schon angeworben. Mein Highlight war definitiv Teddy Altmans verdutztes Gesicht bei jedem einzelnen Moment, als deutlich wurde, wie gut sich Owen dort schon auskennt. Mir ging es ähnlich. Während des Falls wird ganz nebenbei mal wieder aufgezeigt, wie toll die beiden im OP zusammenarbeiten. Durch ihre Militärvergangenheit können sie gut improvisieren und sie kennen einander in und auswendig. Ein perfektes Team. Da hätte ich doch beinahe kurz vergessen, wie sehr sie mich im Privaten immer nerven. Beinahe. Aber hey, am Ende des Tages lehnt Owen das Jobangebot ab und Teddy ist froh, dass er ihr … ähh dem Krankenhaus, nicht weggenommen wird.

Die ganze Storyline wirkt betont aus dem Nichts gegriffen, zumindest, wenn man nicht den Spoilern folgt, die in der letzten Woche veröffentlich wurden.

Achtung Spoiler! Denn was über die beiden Darsteller bekannt gegeben wurde, dürfte die Sache doch nochmal deutlich verändern. Lassen wir mal kurz beiseite, was das für ein riesiger Umbruch im Cast ist. Unter diesem Gesichtspunkt wird das Cascade Hill Hospital auf einmal natürlich um einiges interessanter. Plötzlich ist es die Hintertür, durch die die beiden schnell verschwinden können. Wäre "Grey's Anatomy" noch 20 Staffeln jünger, hätte ich noch dazu gepackt, dass das vielleicht sogar die Vorbereitung auf einen Spin-Off werden könnte. Aber die Zeiten haben wir lange hinter uns gelassen. Es bleibt also vermutlich bei einem gemeinsamen Abschied aufs Land. Jetzt stellt sich nur die Frage, was passieren wird, damit Owen seinen Entschluss nochmal überdenkt – und Teddy mitzieht.

Nachdem Jules Millin und Winston Ndugu in der letzten Episode endlich offen zueinander waren, ziehen bereits heute die ersten Wolken in Form von Iris auf. Ich muss gestehen, dass es völlig an mir vorbeigegangen ist, dass sie und Winston offiziell zusammen waren. Ich bin eigentlich nur von ein paar lockeren Dates ausgegangen. Es folgt der übliche, unangenehme Tanz, dass Winston die Beziehung beenden muss, bevor er richtig mit Jules zusammen sein kann. Und natürlich ist es ausgerechnet Iris' Geburtstag. Immerhin haben sie die ganze Angelegenheit bis zum Ende der Episode abgeschlossen, von dem her konnte man das Hin und Her amüsiert beobachten. Besonders lustig war es, als Jules ausgerechnet Blue um Rat fragt (warum muss Simone Griffith auch auf Ausflug sein!) und der definitiv nicht geeignet und heillos überfordert für so ein Gespräch war. Ehrlich ja, aber doch bitte nicht so ehrlich. Immerhin haben Jules und Winston damit ihre erste kleine Krise erfolgreich durchgestanden.

Randnotizen

  • Ich muss sagen, dass sich Lucas bis jetzt nach dem Verlust von Katie um einiges besser schlägt, als ich es vermutet hätte. Okay, sein Verhalten Simone gegenüber ist nach wie vor mehr als grenzwertig, aber ansonsten funktioniert er noch überraschend gut. Ich hätte da bereits mit einem kompletten Crash-Out gerechnet, vielleicht hebt man sich das aber noch ein wenig auf. Dabei ist vermutlich auch Dani Spencers Rolle in dem Ganzen nicht zu unterschätzen. Die nutzt die Gunst der Stunde (wenn auch bestimmt nicht vorsätzlich) und landet doch tatsächlich bis zum Ende der Folge mit Lucas auf der Couch. Dann wohl keine Cookies. Persönlich bleibe ich bei meiner ersten Einschätzung von diesen beiden Charakteren: Dani hat ehrlich Gefühle für Lucas, während der auf ihren Nutzen fokussiert ist. Das kann doch für alle Beteiligten nur in einer Katastrophe enden.
  • So sehr mich das Krebs-Früherkennungs-Projekt von Richard Webber auch freut, es nimmt inzwischen schon recht viel Erzählzeit ein. Natürlich ist die Sache auch ein persönliches Anliegen der Serie, trotzdem sollte man die Geschichte noch mehr vernetzen, als nur den Charakter der Woche (erst Atticus 'Link' Lincoln, nun Lucas) als Partner in Crime einzuspannen.

Fazit

Passend zum Endspurt von Staffel 22 wirft "Grey's Anatomy" noch ein paar Storylines in den Raum, die durchaus Potential für ein spannendes Finale haben. Mal sehen, welche Überraschungen uns in den nächsten Episoden noch bevorstehen.

Denise D. - myFanbase

Die Serie "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" ansehen:

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