Bewertung: 8

Review: #5.12 100

Foto: Kristin Chenoweth, Glee - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.; Adam Rose/FOX
Kristin Chenoweth, Glee
© 2014 Fox Broadcasting Co.; Adam Rose/FOX

100 Episoden bedeutet nicht nur, dass sich eine Serie in der fünften Staffel befindet. Bei "Glee" bedeutet das auch, Will hat 100 Unterrichtsstunden im Glee Club gegeben. Logisch, dass das gebührend gefeiert werden will. Zeitgleich ist es auch ein Abschied vom Club, zu dem natürlich einige bekannte Gesichter eingeladen werden.

enttäuschte Hoffnung

Nach den Ereignissen in der letzten Episode gab es eigentlich kein Vor und Zurück mehr. Sue traf die Entscheidung, dass der Glee Club geschlossen wird. Allerdings gab sie Will noch eine Gnadenfrist, um dieses große Jubiläum mit den Kids und weiteren Personen feiern zu können. Was für ein feiner Zug von Sue.

Für diese Feierlichkeit tauchen nicht nur ehemalige Schüler auf, sondern auch April. Wobei diese eigentlich auch eine ehemalige Schülerin ist, selbst wenn sie einige Jahre älter ist als die Kids. Nun gut. Ich habe mich sehr über das Auftauchen von April gefreut, da ich sie recht gerne mag und sie immer wieder für (gute) Stimmung sorgt. Genau diese wird wunderbar mit dem Song Raise your Glass eingeleitet. So gesehen ist der Song perfekt für April, denn sie trinkt gerne mal einen über den Durst und hat trotz allem ein gutes Herz und liebt die Musik wie das Singen genauso wie Will und die Kids.

Genau aus diesem Grund hat sie damals die Aula gekauft bzw. gemietet, damit Will immer einen Platz zum Proben und Performen hat. Zwar war es für immer gedacht, doch ähnlich wie im Handel müsste es hier heißen: solange das Geld reicht. Denn genau das gibt Will Hoffnung und nimmt sie ihm sogleich auch wieder.

Obwohl Sue den Glee Club geschlossen hat, bietet sich eigentlich die Aula immer noch als Ort zum Proben an, denn immerhin bezahlt April seit Jahren dafür. Das Problem ist allerdings, dass Will nicht unbedingt sparsam mit dem Geld umging und alles für Kostüme, Effekte usw. aufgebraucht hat, so dass laut Sues Recherchen seit mehreren Wochen nichts mehr da ist. Dazu kommt noch, dass auch April mehr als pleite ist, nachdem ihre Affäre mit einem reichen Typen beendet und alles von ihr gepfändet wurde. Im Endergebnis heißt das, dass der Club wirklich nicht mehr gerettet werden kann, und zum anderen heißt es auch, dass Will (mal wieder) von April enttäuscht wurde.

Ich bin mir noch immer unschlüssig, ob und für wen ich Partei ergreifen sollte. Einerseits kann ich Wills Enttäuschung sehr gut nachvollziehen, denn es wäre wirklich schön gewesen, wäre April erneut der Rettungsanker gewesen. Ich finde allerdings auch, dass man April keinen wirklichen Vorwurf machen kann. Sicherlich hat sie Will die Hoffnung gegeben, den Club noch retten zu können. Man muss aber auch bedenken, dass er April schon viele Jahre kennt und hätte wissen müssen, dass auf sie eben kein 100%iger Verlass ist. Und ein bisschen eigene Schuld trägt er in meinen Augen auch, da er so viel Geld ausgegeben hat, welches ihm gar nicht gehört und zumindest Rücksprache mit April halten müssen. Aber nun ist das Kind in den Brunnen gefallen. Ein bisschen Leid tut mir April auch. Immerhin hat sie all das nicht mit Absicht gemacht und möchte nun das retten, was noch zu retten ist.

Wie ich schon schrieb, hat April ein gutes Herz und lässt Holly Holliday einfliegen. Mir hat diese Geste sehr gut gefallen. Sie zeigt, dass April sich schuldig fühlt und weiß, dass Will nicht gut auf sie zu sprechen ist. Gerade dann braucht es eine Person wie Holly, die die schlechten Gedanken vertreibt. Es ist immer wieder schön, Gwyneth Paltrow in dieser Rolle zu sehen und sich zusammen mit den Kids über ihre Anwesenheit zu freuen.

Ich hoffe wirklich, dass April und Holly es schaffen, den Glee Club würdig zu verabschieden. Es war sehr emotional mit anzusehen, wie alle trauern und glauben, sie werden die einzigen sein, die sich an den Club erinnern werden.

Finde deinen Seelenverwandten

Eine Rückkehr von ehemaligen Schülern bedeutet auch, dass alte Gefühle und Erinnerungen hervorgebracht werden und davon gab es ein paar in dieser Episode.

Erst einmal gibt es da Rachel und Mercedes, die in der High School bereits den ein oder anderen Diva-Auftritt hingelegt haben und davon auch nicht wirklich müde geworden sind. Alleine die Voice Over der beiden zeigen, dass sie irgendwie noch immer in Konkurrenz stehen, obwohl sie in der realen Welt erfolgreich sind. Während mich das Verhalten der beiden in der Vergangenheit manchmal doch etwas genervt hat, fand ich es diesmal eher amüsant, weil man irgendwie bemerkt hat, dass es jetzt nicht mehr allzu ernst gemeint ist. Daher fand ich auch das Diva-Off passend, bei dem mir Mercedes besser gefallen hat. Weniger gut gefallen hat mir dann der Stimmenfang der beiden. Umso dankbarer war ich, dass sie ein Einsehen hatten, so etwas nicht (mehr) nötig zu haben.

Allerdings gab es dann noch eine andere Rivalität, die gezeigt hat, dass sie uns wahrscheinlich noch eine Weile begleiten wird. Wie in meiner letzten Review vermutet, hält die Streitigkeit zwischen Santana und Rachel weiterhin an und entlädt sich quasi in dieser Episode. Wobei Santana nicht ganz unrecht hatte. Rachel hat immer darum gekämpft, im Vordergrund zu stehen und hat dafür Dinge getan, die eine Freundin nicht tun würde bzw. sollte. Das Gute an der Auseinandersetzung war eigentlich, dass sich Mercedes und Rachel ausgesprochen und erkannt haben, dass sie vielleicht so etwas wie Seelenverwandte sind.

Neben Mercedes und Rachel gibt es auch zwei weitere Paare, die seelenverwandt sind. Zum einen sind da Santana und Brittany. Ich fand es schade, als sie sich in der vierten Staffel getrennt haben, weil sie ja doch als eines der Traumpaare galten und einfach süß zusammen waren. Mittlerweile ist Brittany aber so am MIT eingespannt, dass sie überhaupt keine Zeit zu haben scheint, um leben zu können und das traurigste ist vor allem, dass sie am Tanzen keine Freude mehr hatte oder sich diese Freude daran viel mehr verbietet. Im Gegensatz dazu hat Santana mit Dani eine neue Freundin, die gut zu ihr passt. Trotz dessen muss ich zugeben, dass es mich sehr gefreut hat, Brittana wieder vereint zu sehen. Man merkt einfach, dass sie seelenverwandt sind und eigentlich sehr gerne wieder zusammen sein würden. Ich hoffe einfach, dass Santana zu dem Entschluss kommt, in Brittany ihre große und auch einzige Liebe zu haben. Eben so wie sie es ihr vor einigen Jahren gesagt hat.

Puck und Quinn sind schon einen gewaltigen Schritt weiter. Für mich hatten die beiden schon immer eine wunderbare Chemie zusammen und wenn wir einmal ehrlich sind, dann war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis die beiden endlich zusammenfinden. Wenn man nämlich mal ihre gemeinsame Vergangenheit betrachtet, waren die beiden schon immer Seelenverwandte. Und dass Puck Quinn schon immer geliebt hat, steht ohnehin außer Frage.

Allerdings brauchte es bei Quinn erheblich mehr, bis sie begriff, dass auch sie in Puck ihre große Liebe bereits gefunden hat. Es brauchte vor allem einen gewissen Biff McIntosh, damit sie erkennt, wer ihre wahren Freunde sind und ihre wahre Liebe ist. Schon in der ersten Szene mit Biff kam mir der Gedanke, dass die Beziehung zwischen ihm und Quinn keine lange Dauer haben wird. Denn Biff verkörpert einen durch und durch klischeehaften Schnösel, für den man einfach keine Sympathie empfinden kann.

Das Tragische ist nicht mal, dass Puck wieder in sein altes Muster gefallen ist und Biff eine reingehauen hat. Viel tragischer finde ich Tatsache, wie Quinn sich verbiegen lassen hat und nicht zu ihrer Vergangenheit stand, weil sie zu große Angst hatte, Biff und das Ansehen zu verlieren. Puck hat hier die vollkommen richtigen Worte gefunden, nämlich dass Quinn von allen so geliebt wird, wie sie ist. Das erinnerte mich auch nochmals an die Worte von Sue, als Quinn die Schule verlassen hat. Damals sagte sie, Quinn sei eine starke, erwachsene Frau geworden, die von Sue verehrt wird. Schön, dass sie durch Pucks Worte erkannt hat, wohin und zu wem sie gehört und endlich glücklich werden kann.

Fazit

Bei einem solchen Ereignis wie die 100. Episode einer Serie, erwarten die Fans etwas Großartiges. "Glee" bot zwar nun keinen großen Knaller, wie viele andere Serien, aber es ist schön, ehemalige Schüler und Lehrkräfte einmal wiederzusehen und letztlich wurde auch dafür gesorgt, dass die meisten mit sich und anderen in Einklang kommen.

Daniela S. - myFanbase

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