Bewertung: 8

Review: #7.17 Drei und keine zuviel

Tolle Episode, in der viel geschieht, und in der sich Emily und Lorelai endlich einmal näher kommen, auch ohne betrunken zu sein. Logan muss aus seiner Dummheit Konsequenzen ziehen und bekommt Rorys kalte Schulter zu spüren, auch wenn sich der Streit am Ende der Episode wieder löst. Eigentlich schade.

Ehrlich gesagt warte ich schon seit vier Monaten auf diese Episode, da ich schon so viele verschiedene Meinungen gehört hatte und nun ganz interessiert vor dem Fernseher saß, wie mein Eindruck sein würde. Eigentlich bin ich wenig überrascht, dass die Episode ein Knüller wurde, da ich schon beim Lesen, um was es in der Folge geht, dahinter kam, dass interessante Themen aufgegriffen wurden, die darauf hinweisen, dass das Staffel- bzw. Serienfinale nicht mehr weit entfernt ist.

#7.17 Drei und keine zuviel erweist sich anfangs vielleicht als etwas unglücklich gewählter Titel, aber im Laufe der Episode kommt man dahinter, was gemeint ist. Emily ist nicht Fehl am Platz, das zeigt dann die Schlussszene, als Rory, Emily und Lorelai sich den Film "Das Streben nach Glück" mit Will Smith ansehen. Einfach herrlich!

Drei und keine zuviel

Emily kommt ihrer Tochter Lorelai ein gewaltiges Stück näher, auch wenn es so aussah, als könnte sich Emily nicht in der Welt, in der Mia, Rory und Lorelai leben, etablieren. Denn wie Donna, Lorelais Bekannte aus dem Independence Inn, berichtete, war Mia für Rory und Lorelai wie eine Mutter bzw. Großmutter. Es trifft Emily vielleicht schwer – das mag sein -, aber sie ist größtenteils selbst daran Schuld, dass das Verhältnis zwischen ihr und Lorelai nicht immer berauschend aussieht. Aber ich denke, dass Emily das in dieser Episode begriffen hat und sich in den nächsten Episoden vielleicht sogar darin versuchen könnte, mehr Zeit mit Lorelai zu verbringen.

Mia, die von der tollen Schauspielerin Kathy Baker gespielt wird, passte ganz perfekt zu Lorelai und Rory, da sie genau so verrückt und durchgedreht, aber doch liebenswert gewirkt hat. Die letzten Szenen mit Mia, als sie mit Emily zu Rory und Logan blickte, waren wirklich sehr schön, aber auch der Moment, in dem Lorelai bewusst wurde, dass Emily wissen wollte, was in den Jahren geschah, als sie nicht da war, und in der Episode #2.08 Zukunftsträume bei Mia um ein paar Fotos von Rory bzw. Lorelai bat. Im Grunde kann man sagen, dass eine Menge schöner Momente die Episode zu einer sehr guten Folge lassen werden. Endlich wirken die aufgegriffenen Geschichten aus älteren Staffel nicht Fehl am Platz, sondern bekommen auch einen gewissen Status an Wichtigkeit, denn seit #7.15 Im Rausch vereint ist es spannend zu beobachten, wie Emily und Lorelai miteinander umgehen.

Vielleicht kann ich in geraumer Zukunft sagen, dass Emily und Lorelai eine starke und tolle Mutter-Tochter-Beziehung führen, in der viel gespaßt, gelacht und geweint wird. Ich hoffe es.

Rory & Logan

Ich fand es wirklich stark von Rory, dass es auch für sie endgültig genug war, wie sich Logan nach dem Bankrott seiner Firma verhalten hatte, und sie einen Schlussstrich gezogen hat mit den Worten "Irgendwann ist es genug". Damit hat sie auch recht, da durch Alkoholtouren in Las Vegas nichts besser wird und die Internetfirma sich von ihrem Bankrott auch nicht mehr erholen wird. Da dachte ich dann auch, Rory könnte eine Zeit lang von Logan Abstand halten, aber dann schließt sie schon in der selben Episode wieder Freundschaft mit ihm. Leider! Leider? Ja, denn es wäre sicherlich um einiges spannender gewesen, wenn sich Rory und Logan erst nach einigen Wochen wieder verstanden und miteinander geredet hätten. Damit wäre auch schon der einzige Kritikpunkt an der Episode geäußert, da ein Streit wieder einmal zu schnell gelöst wurde und solche kleinen Streitereien im Laufe der Zeit langweilig werden.

Gregg Henry, der Darsteller des Mitchum Huntzberger, wurde in eine weitere Episode integriert – auch wenn sein Auftritt zu den weniger erwähnenswerten gehört, da er sehr kurz war. Nun, da aber die Fronten zwischen Logan und seinem Vater nun endgültig geklärt scheinen, denke ich, dass die Serie für Mitchum keinen Platz mehr haben wird und er sich mit seinem kleinen Auftritt in Logans Wohnung verabschiedet hat. Übrigens sehr erwähnenswert ist, dass Logan am Ende der Episode zu Rory sagt, er habe in den Augen seines Vaters Stolz glänzen sehen, auch wenn es nur für wenige Sekunden gewesen wäre. Sehr schön, denn hier erweist sich wieder, dass die Episode durch die kleinen Momente punkten kann. Sehr schön.

Lane, Zack & Luke

Zu guter Letzt darf ich einmal verkünden, dass wir zwei Neuzugänge haben: Lanes Zwillinge!

Luke ist Pate der Zwillinge und es war schon rührend, als Zack und Lane, die ganz verrückt umhertrollten, Luke fragten. Es ist interessant, dass Luke in dieser Staffel so wenig mit Lorelai zu tun hat, obwohl ich schon dachte, die beiden würden sich endlich wieder näher kommen. Dagegen verbringt Luke mehr Zeit im Diner, kümmert sich um April und besucht Doula, Liz und T.J.. Eine seltsame Charakterveränderung, aber mir gefällt sie ausgesprochen gut. Außerdem bin ich mir sicher, dass es bald zu einer Konfrontation zwischen Luke und Lorelai kommen wird. Ziemlich bald sogar, da ja das Serienfinale grüßt.

Zack würde nicht Zack sein, wenn er nicht schon früh morgens vor Luke's Diner steht und es sich herausstellt, dass er Tipps braucht, wie er sich als Vater anstellen sollte. Es war auch hier schön, dass Zack der Meinung war, Luke könnte ihm Tipps geben, aber so wirklich hat Luke nie ein Baby groß gezogen und so könnte er Zack auch nur Tipps geben, wie er sich mit April verhält. Aber na ja, irgendwie wird das schon schief gehen, wie man gerne zu sagen pflegt, und wer der Meinung ist, dass Zack ein schlechter Vater wird, sollte mich jetzt darüber informieren oder für immer schweigen.

Erwähnenswerte Momente

In dieser Episode gab es wenige Lacher, dafür wurde mehr auf Drama gesetzt. Das ist nicht weiter schlimm, aber ich denke, dass die witzigen Stellen der Episode einen eigenen Absatz verdient haben. Beginnen sollte ich mit Lorelais Zitat, in dem sie erklärt, dass sie und Rory in der Vergangenheit immer "Ich sehen was, was du nicht siehst" gespielt hätten. Jeder Mensch wird das Spiel kennen und Lorelais "Ich sehe was mit vier Rädern und einer Kuh!" kam dann sehr gelungen. So machte sich Lorelai auch darüber lustig, dass Emily das Wort "Arsch" erwähnt hätte oder hält ihrer Mutter vor, sie hätte schmutzige Gedanken darüber, welche Dinge Mia in ihrer Hochzeitsnacht anstellen würde. Emilys Anspielung auf ihre Verhaftung in #7.05 Vergurkt nochmal war auch sehr gelungen, ebenso wie ihr Kommentar, in dem sie meint, sie hätte nicht die Absicht, in Lorelais "Armeefahrzeug" zu fahren.

Auch für rührende Momente war reichlich gesorgt. So wird Lorelai klar, wie schwer es für sie wird, wenn Rory wegzieht. Man hat erkannt, dass Emily auf ihre Art und Weise mitgefühlt hat, denn man weiß natürlich, dass Emily schon vor langer Zeit die Erfahrung machte, wie es sich anfühlt, wenn eine geliebte Person unerreichbar ist. Kelly Bishop und Lauren Graham waren einfach einsame Klasse und haben dem Moment das gewisse Etwas verliehen.

Gesamtbild dieser Episode

Mir gefällt es, dass sich die Serie auch weiterhin nicht scheut, mehr Entwicklungen sichtbar zu machen. Wenn sich die Episoden also weiterhin auf so gutem Niveau halten, könnte ich sagen, dass die siebte Staffel eine durchaus bessere werden kann, als ich zuerst angenommen habe.

Niko Nikolussi - myFanbase

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