Bewertung: 7

Review: #7.16 Im Angesicht des Todes

Foto: Jesse Spencer & Eamonn Walker, Chicago Fire - Copyright: 2018 NBCUniversal Media, LLC; Elizabeth Morris/NBC
Jesse Spencer & Eamonn Walker, Chicago Fire
© 2018 NBCUniversal Media, LLC; Elizabeth Morris/NBC

Nach dem letztwöchigen Crossover kehrt "Chicago Fire" mit der aktuellen Episode wieder ins Alltagsgeschäft zurück, das spannende Einsätze, administrative/politische Verwicklungen und Spaß bereithält. Wobei Alltagsgeschäft nicht ganz stimmt, da es die erste Folge nach Bekanntwerden einer bestellten Staffel 8 ist, so dass ich ohnehin ganz selig bin.

Nachdem in der letzten Folge Commissioner Carl Grissom wieder auf der Bildschirmfläche aufgetaucht ist und einen versöhnlichen Schritt Richtung Kelly Severide getan hat, wird in dieser Episode doch einiges konstruiert, um in ihrer Beziehung noch eine weitere Runde im Boxkampf einzuläuten. Nach Grissoms ehrlichen Worten war ich wirklich davon ausgegangen, dass Kelly nun auch etwas entspannter mit ihm umgehen kann, jedoch ist seine Abwehrhaltung nach wie vor intakt. Da ist es ausgerechnet Chief Boden, der plötzlich versöhnliche Töne anschlägt, als Kelly zweifelt, ob man seinen alten Mentor wirklich unterstützen soll, als er sich einer Kommission gegenübersieht, die über seine Zukunft als Commissioner entscheiden soll. Nachdem sich Staffel 7 vor allem zu Beginn sehr bemüht hat, ein schlechtes Bild von Grissoms Arbeit als Commissioner zu zeichnen – und zwar in Form von Jerry Gorsch – war ich jetzt doch sehr überrascht, dass Boden so umschwenkte und betonte, dass Grissoms Beschlüsse für die Feuerwehrleute und nicht für die Politik sind.

Hier merkt man doch deutlich, dass inhaltlich nicht konsequent vorgegangen wird, da man unbedingt die Versöhnung zwischen Grissom und Kelly erzwingen will. Wie dann alles abgelaufen ist, dass der Commissioner mal wieder bei einem Einsatz dabei sein darf und zum Helden wird, was ihm bei Kelly größten Respekt verschafft, all das war dramaturgisch sehr gut. Jedoch ist es immer gefährlich, wenn man für eine gute Handlung logische Fehler einbaut. Aufmerksamen Zuschauern entgeht sowas nicht! Aber ich denke, dass man Grissom so als Gegenspieler aus dem Spiel nehmen wollte, damit Gary Cole seinen Verpflichtungen bei "Fam" nachgehen kann.

Zwei Handlungsbögen sind in dieser Episode sehr eng miteinander verknüpft: Matt Caseys Beinahetod und Sylvie Bretts Trennung von Kaplan Kyle Sheffield. Die Anfangsszenen mit Matt habe ich als sehr heftig empfunden, da er dem Tod wirklich nur knapp von der Schippe gesprungen ist, weil sich eine Patrone verklemmt hat. Ich will gar nicht wissen, was ich an seiner Stelle gedacht hätte, aber ich wäre wahrscheinlich die Wände hochgegangen. Matt reagiert anschließend zwar sichtlich ruppig, aber gleichzeitig muss die Schockstarre doch so nachhaltig angehalten habe, da er erst unheimlich spät realisiert, was passiert ist. Hier kommt Sylvie ins Spiel, die sofort Matts emotionale Belastung bemerkt und sich an eine ähnliche hilflose Situation bei sich selbst erinnert (siehe #6.23 Aus der Traum). Da sie aus ihrem Umgang mit den Nachwirkungen gelernt hat, dass Reden mehr hilft als die Probleme in sich hineinzufressen, informiert sie Kyle über Matts Situation. Dieser nimmt sich auch sofort dem Captain der Feuerwehrwache 51 an, der aber dichtmacht, als er hört, dass Kyle auf seine Situation nicht durch den Fallbericht, sondern durch Sylvie aufmerksam geworden ist.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich einfach gedacht, dass Matt abgeblockt hat, weil er Sylvies Aktion als Einmischen verstanden hat. Daher war ich sehr überrascht, als schließlich raus kam, dass Kyle daraus geschlossen hat, dass sich seine Schützlinge ihm nicht anvertrauen, weil sie befürchten, dass er alles brühwarm an Sylvie weitergibt. Dies empfinde ich als etwas übertrieben, zumal das auch prompt zur Trennung zwischen den beiden führt. Es hat mir im Herzen wehgetan, Sylvie zu beobachten, als sie realisiert, dass Kyle ihre Beziehung beendet. Sie hat doch einiges an Herzschmerz schon mitmachen müssen. Matt wiederum plagt auch noch ein wenig Herzschmerz, weil sein erster Gedanke ist, sich Gabriela Dawson mitzuteilen, was ich nur zu gut nachvollziehen konnte, da sie über mehrere Jahre hinweg sein Kummerkasten war. Da ihre Beziehung aber beendet ist, wendet sich Matt schließlich an Boden und trifft hiermit vermutlich die beste Wahl. Zwar hätte ich mir etwas mehr aus ihrem Gespräch erhofft, aber ich fand den Gedanken schön, dass Matt verschont wurde, weil er noch auf Erden gebraucht wird. Vielleicht wird er auch für eine neue Liebe in seinem Leben gebraucht. Schon länger trage ich den Gedanken mit mir herum, dass man es vielleicht mal mit Matt und Sylvie probieren sollte. Beide haben einiges mitmachen dürfen und verdienen einen vertrauten Menschen. Auch in dieser Folge hat sich wieder gezeigt, dass zwischen ihnen definitiv eine gewisse Chemie herrscht, die ich wirklich gerne tiefer ergründen würde. Die Hoffnung gebe ich an dieser Stelle nicht auf!

Das Spaßelement der Episode dreht sich mal wieder um Brian 'Otis' Zvonecek und hat mir inhaltlich gut gefallen. Der Bezug zum Eishockey war definitiv passend, da die Sportart und die Blackhawks schon häufig im Chicagoverse inhaltlich verarbeitet wurden, so dass man hier eine klare Linie beibehält. Es war süß, Otis mal in einer Situation zu erleben, in der seine Klappe nicht größer als die Realität ist und ich fand es ausgesprochen amüsant, als sich am Ende herausstellte, dass er von Christopher Herrmann absichtlich manipuliert wurde beim Training, damit dieser seine Wette gewinnt. Dass Otis am Ende die Aufgabe löst und somit all seine Kollegen eines Besseren belehrt, das war ein guter Abschluss.

Fazit

"Chicago Fire" bietet eine sehr solide Episode, in der aber die klaren Highlights fehlen. Vor allem bei Kelly und Commissioner Grissom wurde doch viel getrickst, um einen runden Abschluss hinzubekommen. Dennoch war die Unterhaltung durchweg gegeben.

Lena Donth – myFanbase

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