Bewertung: 5

Review: #5.02 Can't Feel My Face

Leider bin ich in die fünfte Staffel von "Seattle Firefighters - Die jungen Helden" mit einem überhaupt nicht stimmenden Gefühl gestartet, denn der Zeitsprung wurde meiner Meinung nach völlig dilettantisch umgesetzt, da sich Logikfehler noch und nöcher ergeben haben. Da ist es doch ein riesiges Ärgernis, dass auch in der zweiten Episode die Nachwirkungen noch deutlich zu spüren sind und das gleich weitere dunkle Wolken aufziehen, die ich gerne mit einem riesigen Orkan wegscheuchen würde. Aber ich fürchte, dass mir dieser Wunsch nicht erfüllt wird.

Meine letzte Review war ständig mit 'vor zehn Monaten' bestückt und eigentlich hätte ich in dieser Review gerne darauf verzichtet, aber zu Anfang muss ich es doch noch mal schnell anbringen, da sich noch so kleinere Aspekte ergeben haben, wo ich mir anschließend dachte: wissen die eigentlich, was zehn Monate sind??? Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, geschenkt. Aber wir leben nicht in einer Welt, in der zehn Monate Stillstand bedeuten. Beispiel 1: Wir erleben im Finale von Staffel 4 einen überglücklichen Paul Montgomery, der sich erstmals öffentlich (auch wenn erstmal nur Sohn Travis die Öffentlichkeit ist) eingestehen kann, dass er glücklich in einen Mann verliebt ist. Zehn Monate später hat sich an seinem Privatleben aber nichts geändert. Er lebt immer noch in trauter Ehe mit Nari und sie weiß von nichts. Passt das wirklich zu dem enthusiastischen Menschen, den wir erlebt haben? Und passt das wirklich zu Travis, der das Wohlergehen beider Eltern im Blick haben wird? Beispiel 2: Carina DeLuca und Maya Bishop kommen auf die Wache und Ben Warren rätselt, in welcher Reihenfolge sie ihre Nachnamen aneinandergereiht haben. Das soll ernsthaft zehn Monate niemals angesprochen worden sein? Lesen die ihre Drehbücher eigentlich selbst?

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Inhalt der Episode, der mir an einer Stelle gewaltige Kopfschmerzen bereitet hat. Als die Serie losging, war Andy Herrera für mich Störfaktor Nummer 1. Das hat sich seitdem wirklich sehr gewandelt, bis zu dem Punkt, dass ich sie in Staffel 4 sogar richtig mochte. Aber jetzt wird der Sympathiezug krachend an die Wand gefahren, denn ernsthaft: Sean Beckett? Dieses Ekelpakt? Dieser selbstverliebte Macho? Zunächst einmal haben die zehn Monate auch hier zugeschlagen, denn wem wollen sie ernsthaft verkaufen, dass Andy zehn Monate keinen Sex hatte? Kennen wir dieselbe Andy? Und nur weil sie die Scheidung eingereicht hat, ist sie plötzlich horny ohne Ende? Das war mir alles viel zu abstrus, so dass ich am Ende wirklich nur noch den Kopf schütteln konnte und wirklich bang auf die nächsten Wochen blicke. Ja, Andy hat wirklich verdammt viel durchgemacht, aber Beckett ist wirklich nicht die Lösung…

Gegen Andy wirkt Robert Sullivan da fast schon sympathisch in dieser Episode, weil er mir wirklich leid getan hat, als er vor den Augen aller die Scheidungspapiere überreicht bekommen hat. Auch wenn Andy das nicht beabsichtigt hat, aber es ist denkbar schlecht gelaufen und deswegen konnte ich ihm seine schlechte Laune ausnahmsweise auch nicht vorwerfen. Dennoch hat er immer noch eine Art, mit seinen Kolleg*innen umzugehen, die seine Rücksichtslosigkeit immer wieder unterstreicht und das kann man nicht alles mit schlechter Laune herausreden. Dennoch hat es mir in dieser Episode gut gefallen, dass er wegen Einsatzplanungen nicht ständig diskutiert, sondern einfach macht. Als alle anderen im Keller durch die Toxine platt waren, da hat er sich berappelt und einen nach dem anderen ins Freie getragen. Das ist ein Moment, in dem er vollends glänzen und seine Erfahrung als Battalion Chief beweisen kann. Zudem habe ich ihm ja nicht abgesprochen, dass er für seine Leute ohne Bedingung die Verantwortung trägt. Hier auch zu sehen, wie er zwei Jugendliche davon abhält, die anderen in ihrem Zustand zu filmen. Aber er würde das am liebsten eben aus der Sicht einer Führungsposition tun. Als zweites Thema haben wir schließlich bei ihm, dass die schwierige persönliche Situation sein Rückfallpotenzial bezüglich seiner Sucht begünstigt. Deswegen war es ein spannender Moment am Ende der Episode, ob er den Drink nun nimmt oder doch nicht. Er lässt ihn erstmal stehen, was mich wirklich stolz gemacht hat nach diesem Tag für ihn, aber ich fürchte doch, dass er zu dem Drink schon bald greifen wird.

Schon in der vergangenen Woche habe ich mich positiv zu Dean Millers Projekt geäußert und das bestätigt sich hier erfreulicherweise. Es wird schließlich auch klarer, was nun tatsächlich das Ziel ist, denn es geht vor allem um Einsätze, bei denen Patient*innen mit mentalen Problemen involviert sind und die oft durch das Auftauchen von Polizeikräften erst recht aufgebracht werden. Feuerwehrkräfte haben tatsächlich eine ganz andere Wirkung, zumal ihr Ruf in den letzten Jahren auch nicht so sehr gelitten hat. Zudem sind Zivilist*innen involviert, die keinerlei Uniform tragen und dadurch noch mal eine ganz andere Beziehung zu den Patient*innen aufbauen können. Diesen Posten hat nun Emmett Dixon zugesprochen bekommen, für den man also eine Aufgabe gefunden hat, um ihn sinnig in der Serie zu halten. Es ist zwar etwas seltsam, dass er den Feuerwehrjob an den Nagel gehangen hat, weil er sich zu vieler Gefahren ausgesetzt sah, denn bei Krise-1 ist er definitiv auch in potenzieller Gefahr, denn wer weiß schon, in welchem Zustand sich die Patient*innen gerade befinden? Dennoch sage ich, dass diese Aufgabe zu Emmett passt, denn er ist sanft, er ist aufmerksam, er hört zu und er kann selbst gut reden und argumentieren. All das darf er bei seinem ersten Einsatz mit Dean und Victoria "Vic" Hughes unter Beweis stellen. Dieser erste Fall hat mir dementsprechend auch gut gefallen, weil der sichtlich aufgeregte Dean mit Vic und Emmett wirklich zwei gute Leute an der Seite hatte, die seinen Perfektionsdrang eingedämmt und ihn erinnert haben, dass es sich um ein Pilot-Projekt handelt, bei dem Fehler passieren dürfen. Da Dean sich zudem Vic speziell für diese Einsätze an seiner Seite ausgewählt hat, werden die beiden also oft eng zusammenarbeiten. Ich bin gespannt, wie lange er dann mit seinen Gefühlen hinter dem Berg halten kann. Und da wir gerade von Dean gesprochen haben, wir haben größer gewordene Pru gesehen, die schon gehen und sprechen kann. Ich bin gespannt, ob sie nun wieder mehr involviert wird!

Ein dritter und letzter großer Handlungsbogen ist die Baby-Thematik bei Carina und Maya. Es war klar, dass dies auf den Tisch kommen würde (hier sind die zehn Monate also mal sinnig!) und es war auch klar, dass es kein Happy End auf Anhieb geben wird. Aber was man den beiden als Paar lassen muss, auch wenn es manchmal einige Ausweichmanöver gibt (meistens von Maya), letztlich sprechen sie doch immer miteinander. Genauso wie man Carina in der letzten Staffel ihre Argumentation lassen musste, warum sie nicht heiraten will, so muss man Maya es nun lassen, warum sie keine Kinder bekommen möchte. Das sind beides sehr sensible Themen, bei denen es gar kein richtig oder falsch geben kann. Ich habe zwar den Eindruck, dass Maya noch nicht die gesamte Wahrheit ausgesprochen hat, denn neben ihrem Karrierestreben, das sie in Gefahr sieht, werden auch ihre eigenen familiären Schwierigkeiten eine Rolle spielen. Beides passt absolut zu Maya, so dass ich daran schlecht rütteln kann, aber natürlich ist klar, dass ich die beiden gerne mit Kind sehen würde. Denn zum einen glaube ich, dass Carinas Kinderwunsch wirklich groß ist und wenn sie das einfach aufgibt, wird es immer eine dunkle Wolke über ihrer Ehe sein, die doch gerade erst losgegangen ist. Zum anderen glaube ich, dass ein Kind Mayas Entwicklung noch eine ganz andere Nuance bringen könnte. Aber ich hoffe, dass sich dieses Thema nicht zu sehr hinzieht und dass es nicht auch zu düster ist, denn bei Andy und Sullivan sehe ich schon genug Konfliktpotenzial.

Zuletzt möchte ich noch einen Punkt ansprechen, der weniger mit konkreten Handlungsbögen zu tun hat, sondern mit einer bislang generell ersichtlich werdenden Struktur. Wir haben Station 19 wie eh und je und wir haben Wache 23, auf der Theo Ruiz und Andy immer wieder Interaktionen miteinander haben, die sich zudem mit wechselnder Kollegschaft auseinandersetzen müssen. Bei Einsätzen werden sie nun öfters zusammengeführt, um überhaupt Berührungspunkte zu haben. Und das ist für mich ein Kompromiss, nicht mehr und nicht weniger. Auf Dauer möchte ich die zweigeteilte Handlung nicht erleben, denn alles auf Wache 23 hat keinerlei Reiz für mich und immer nur Andy und Theo zusammen zu sehen, ist dann auch zu eintönig. Vor allem wenn es im Worst Case darauf hinausläuft, dass sich Andy Theo ausguckt. Bitte, bitte nicht! Also Zwischenfazit: "Seattle Firefighters" sollte aus mehreren Gründen mal richtig aufgewirbelt werden, was ich auch verstehe, aber so wird es nicht auf Dauer gut gehen.

Fazit

"Seattle Firefighters" und ich sind in dieser fünften Staffel immer noch nicht richtig warm miteinander, aber es ist immerhin etwas besser geworden, weil die Handlungen bei Dean und Maya wirklich Substanz haben und eine erste grobe Richtung für die Staffel vorgeben. Dafür war mir Andy diesmal aber ein großes Ärgernis und ich denke insgesamt, dass ihre Scheidungsproblematik mit Sullivan eine sehr dunkle Wolke ist, die sich noch dauerhaft abregnen wird. Hier freue ich mich überhaupt nicht drauf, was immer ein ganz schlechtes Zeichen ist. Somit gehe ich Stand jetzt nicht optimistisch in die nächste Episode.

Lena Donth – myFanbase

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