Bewertung: 4

Review: #5.01 Phoenix from the Flame

Neue Staffel, neues Glück. Während wir uns zu Beginn von Staffel 4 erst zurechtfinden musste, weil das Geschehen mitten in einer Pandemie einsetzt, erleben wir mit Beginn von Staffel 5 nun eine Wache 19, bei der sich ganz schön viel verändert hat. Aber auch zum Guten?

Der Auftakt zu Staffel 4 hat bereits mit Rückblenden gearbeitet, weil dort der Cliffhanger verarbeitet werden musste, dass Andy Herreras Mutter doch noch lebt. Diesmal haben wir nun einen Zeitsprung von zehn Monaten und es soll aufgelöst werden, was alles noch in der Hochzeitsnacht passiert ist, nachdem alle erfahren haben, dass Maya Bishop ihres Postens als Captain enthoben werden soll. Hätte es hier die Rückblenden aber wirklich gebraucht? Ich glaube es ehrlich gesagt nicht, denn zehn Monate sind doch ein beträchtlicher Zeitraum und wir finden uns in einer völlig neuen Welt wieder, wo es meiner Meinung nach überhaupt nicht geholfen hat, detailliert zu erfahren, wie Maya für ihren Posten gekämpft hat, aber zugunsten ihrer Leute doch zurückgesteckt hat, wie Andy zu Wache 23 versetzt worden ist, wie Dean Miller entschieden hat, dass er weiterhin über seine Gefühle schweigt, wie Victoria "Vic" Hughes und Theo Ruiz ihr Glück genießen und wie Travis Montgomery seins mit Emmett Dixon nicht recht fassen kann und schon wieder eher sein Glück torpediert. All diese Infos hätte man entweder gar nicht gebraucht oder hat man eben aus den Ereignissen der Gegenwart resultieren können. Denn so hatte ich tatsächlich den Eindruck, dass wir vieles über den Ist-Zustand noch gar nicht begriffen haben, da eben die Rückblenden so viel Zeit eingenommen haben. Zudem kommt hinzu, dass in einigen Handlungen die zehn Monate als Zeitsprung vollkommen lächerlich wirken. Andy soll ernsthaft zehn Monate lang Robert Sullivan aus dem Weg gegangen sein? Und Maya und der Rest der Crew sollen ernsthaft Sullivan zehn Monate lang ausgegrenzt und sich dem neuen Captain Sean Beckett und seiner diskriminierenden Art so untergeordnet haben? Da habe ich doch an einigen Stellen große Zweifel. Ich verstehe, dass ein Zeitsprung gemacht wurde, da auch "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" diesen Schritt gewählt hat und weil man so zeitlich weiter vom Pandemiegeschehen wegkommt, aber richtig geschickt wurde das nicht gelöst.

Andy und Sulivan. Dass die beiden den Staffelauftakt nicht überleben würden, das hat mich nicht gewundert. Die Zeichen standen doch sehr auf Abschied. Die zehn Monate ohne klärendes Gespräch mal weglassend ebenso wie meine lächerliche Schwangerschaftstheorie war zwischen den beiden zu viel zerbrochen. Am besten hat das definitiv Ben Warren auf den Punkt gebracht, der Sullivan betrunken eine Ansprache gehalten, die es in sich hatte. Ja, Sullivan ist ehrgeizig und dabei rücksichtslos, das trifft es wirklich perfekt und das ist das große Problem bei ihm. Nun kommen wir aber wieder zu der Problematik mit dem Zeitsprung, denn den Spiegel hat Sullivan nach der Hochzeit vorgehalten bekommen, wirkliche Konsequenzen daraus zieht er aber erst zehn Monate später. Also wenn das erzählerisch nicht lächerlich aussieht, dann weiß ich es auch nicht. Seine Entschuldigung an Wache 19 war längst überfällig und ich bin so froh, dass er auf seinem Posten verharren musste. Wobei sich hier eben auch wieder eine logische Lücke auftut, denn vor zehn Monaten haben zig Männer immer wieder davon geredet, ihn schnell wieder die Karriereleiter hochsteigen zu lassen, doch passiert ist offenbar nichts. Warum?

Dass Andy sich zehn Monate lang nicht ihrer gescheiterten Ehe stellt, diese Idiotie habe ich bereits angesprochen, aber wenigstens ist es hier logisch aufgebaut, dass sie noch den letzten emotionalen Stups brauchte. Ich habe den Schmerz wirklich gut nachvollziehen können, als Löschzug 19 in Flammen aufging, denn er war mit einem Andenken an ihren Vater Pruitt Herrera bestückt und auch wenn die Trucks irgendwann alle mal ausgetauscht werden, es war doch einer, auf dem er noch aktiv mit seiner 'Familie' bei Einsätzen rausgerückt ist. Und nachdem Andy schon versetzt worden ist und eben diese 'Familie' genommen bekommen hat, verliert sie ihren Vater gleich noch einmal und dann muss sie sich auch dem Fakt stellen, dass ihre Ehe wirklich vorbei ist. Auch wenn ich nie ein riesiger Fan von Andy und Sullivan war, die beiden und dementsprechend ursächlich natürlich die Darsteller*innen haben eine Chemie miteinander, weswegen ich das finale Gespräch wirklich sehr mitreißend fand. Sullivan wird sicherlich nicht einfach so aufgegeben, aber Andys Entscheidung steht für mich jetzt eigentlich felsenfest.

Was für die zehn Monate schon wieder logischer ist, das ist Deans Handlungsbogen. Er hat die Zeit und das Geld aus seiner gewonnen Klage gegen das SPD genutzt, um ein Projekt mit dem knackigen Namen 'Krise 1' zu entwickeln. Auch wenn ich noch nicht völlig begriffen habe, was das wie umfasst und erfordert, so finde ich es Dean charakterlich absolut entsprechend, dass er nun konsequent weiter nach Lösungen für die Missstände innerhalb der Gesellschaft sucht. Ich fand es auch interessant, dass Ben dadurch sein PRT-Team angesprochen hat, weil er hofft, dass es in Deans Programm unterkommen kann. Ich habe ja auch gesagt, dass es für Ben besser wäre, dass er dieses wieder leiten kann und naja, wenn es schon angesprochen wird, dann wird es wohl auch kommen.

Mit Dean ist natürlich auch seine weiterhin aufgesparte Liebeserklärung an Vic verbunden. Ich kann ihn wirklich verstehen. Ich glaube zwar auch, dass Vic es wissen wollen würde, aber beide Sichtweisen haben starke Pro- und Contra-Argumente. Mit der ganzen Geschichte ist meine absolute Lieblingsszene der Episode verbunden, denn durch einen Einsatz, wo ein Opfer ihrem Freund unbedingt ihre Liebe gestehen wollte, bekommt er doch nochmal den Mut, einen Versuch zu wagen. Ebenfalls dabei anwesend ist Jack Gibson, bei dessen Darsteller Grey Damon sich wirklich ein großartiges komödiantisches Talent gezeigt hat. Als Dean nämlich zu seiner Liebeserklärung ansetzt und dann doch katastrophal scheitert, da hat es Jack am meisten wehgetan, der gar nicht weiß, wo er sich lassen soll. Ich habe wirklich schallend gelacht, denn das war grandios gespielt! Vic wiederum gesteht ihre Liebe und zwar Theo. Und da wären wir wieder bei den zehn Monaten, denn heute ist ein 'love ya' sehr schnell gesagt und hier wird ein Drama draus gemacht. Insgesamt finde ich es bei den beiden auch schade, weil ich das Gefühl habe, um die beste Zeit ihrer Beziehung betrogen worden zu sein. Prompt haben für mich diesmal die Funken nicht so sehr gesprüht, was echt schade ist, denn bekanntlich haben die beiden in Staffel 4 gefeiert. Aber ich feiere definitiv, dass Carlos Miranda nun offiziell zum Hauptcast gehört! Sehr verdient und mit Andys Versetzung hat man (noch) einen guten Grund der Einbindung. Mal sehen, wie das in Zukunft gelöst wird.

Dann haben wir noch Travis und Emmett. Während ich Emmett in dem Bettgespräch tatsächlich nach langer Zeit mal wieder gut fand, zumal er erstmals wie der starke Part von beiden wirkte, waren sie nach dem Zeitsprung doch sehr seltsam. Was Emmetts seltsames 'Outfit' sollte, habe ich nicht verstanden und wie glücklich die beiden gerade miteinander sind, das ist auch nicht richtig bei mir angekommen. Ich gehe schon davon aus, dass sie ein Paar sind, aber hier ist es auch dasselbe Spiel wie bei Vic und Theo. Beide Paare finde ich nach dem Zeitsprung nun wirklich schwer einzuschätzen. Hinzukommt, dass wir von Maya und Carina DeLucas Ehe keinen aktuellen Einblick bekommen haben. Es wirkte dementsprechend alles sehr unrund. Weiterhin bleibt offen, ob die Untersuchung gegen Maya noch aussteht, oder ob über sie schon geurteilt wurde. Ich hoffe, dass uns die Untersuchung noch bevorsteht, denn Beckett werde ich nicht lange aushalten. Aber vielleicht disqualifiziert er sich ja auch selbst und dann könnte es spannend werden, wie sich das Personalkarussell dann dreht.

Fazit

Sooft wie ich in meiner Review 'zehn Monate' geschrieben habe (bis jetzt war es elf Mal!), dürfte klar sein, dieser Zeitsprung hat über die Qualität der ersten neuen Folge von Staffel 5 entschieden. Leider bleibe ich erstmal ernüchtert zurück. Ich verstehe zwar, dass ein Zeitsprung gemacht wurde, aber gleichzeitig ist er denkbar ungünstig oder einfach nur schlecht umgesetzt worden. Einzig Deans neues Projekt hat mein Interesse positiv geweckt, ansonsten bin ich immer wieder auf logische Löcher aufmerksam geworden sowie fehlende Hintergrundinfos. Dazu war der Jahrmarkt als erster Krisenherd nicht wirklich stimmig. Dass der Löschzug dafür symbolisch in Flammen aufgeht, das passt! Für mich ist es jedenfalls das Omen, dass "Seattle Firefighters - Die jungen Helden" sich für die neue Staffel erst noch richtig orientieren muss.

Lena Donth – myFanbase

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