Bewertung: 9

Review: #4.21 Die richtige Entscheidung

Diese Episode hat mich wirklich berührt, weil sie sich auf zwei sehr emotionale Themen fokussiert hat, die für die Entwicklung der Charaktere von großer Bedeutung sind.

"You are the only one who knows if you're ready to have a child. Everybody else's opinion is just background noise. So, if you wanna keep this baby, I'll support you. You wanna give it up for adoption, I'll help. You want an abortion, I'll do it. I am not here to judge you. I just need you to know that whatever decision you make is for you. Not for me, not for Dr. Bennet... for you."

Zum einen wäre da Addison, die nach der letzten Episode so ziemlich alleine da stand. Ihre Freunde stehen nicht auf ihrer Seite, sie hat ihren Freund verloren und sie will immer noch unbedingt ein Baby haben. Und dann kommt Patty, eine Frau, die schwanger ist und es überhaupt nicht will. Ich fand es zwar etwas seltsam, dass die erste Abtreibung, die Patty hatte, nicht geklappt hat, doch ich vermute, dass dies wirklich möglich ist. Ich kann mir vorstellen, dass das für sie ein richtiger Schock gewesen sein muss, als sie erfahren hat, dass sie doch noch schwanger ist. Für eine Frau, die momentan keine Zukunft für sich und ein Baby sieht, ist das sicherlich keine besonders gute Situation. Und dann ist da noch Addison, die unbedingt ein Baby haben möchte, aber nicht kann. Es hat mir sehr gut gefallen, wie die Autoren den Zwiespalt von Addison gezeigt haben, in dem sie sich befindet. Einerseits bringt sie es nicht übers Herz, das Baby abzutreiben, andererseits will sie ihre Pflichten als Ärztin erfüllen. Ich kann mir gut vorstellen, wie es ihr geht und ich ziehe den Hut vor ihr, dass sie dennoch so professionell gehandelt hat.

Sie hat nämlich sehr schön gezeigt, dass es nicht in ihrer Macht steht, die Entscheidung für Patty zu treffen. Patty muss selbst für sich herausfinden, was das Beste für sie ist und sie muss es alleine machen, ohne dass ihr jemand reinredet. Dennoch fand ich es gut, dass sich Naomi hier eingemischt hat, um ihr die Optionen zu verdeutlichen, die Patty hat. Das fand ich gut, weil es wichtig ist, einem Patienten die komplette Wahrheit zu sagen. Schließlich ist eine Abtreibung eine Entscheidung, die das ganze Leben verändert. Letzten Endes führt Addison den Eingriff durch und ich fand es toll, dass Naomi an ihrer Seite stand. Die Szenen der beiden in dieser Folge fand ich schön, denn es war nicht zuviel und auch nicht zu wenig. Vielleicht schaffen sie es doch, über die Vergangenheit hinwegzusehen und wieder Freunde zu werden. Ebenso gut wie Naomi hat mir Sam gefallen, der auf jeden Fall noch unter der Trennung von Addison leidet, aber trotzdem ihren Schmerz sieht und versucht ihr zu helfen, damit klarzukommen. Ich bin mir sicher, dass das mit den beiden noch nicht vorbei ist, doch ich bin auch der Meinung, dass sie erstmal ohne einander ihr Leben auf die Reihe bekommen müssen.

"Where am I gonna live now?" - "You're coming home with me" - "For how long?" - "How about forever?" - "Really?" - "Really."

Das zweite große Thema, dass diese Episode beinhaltet hat, war die Rückkehr von Betsey. Diese Storyline hat mir sehr gut gefallen, weil sie das Beste aus den Ärzten herausholt. Zum einen wäre da Cooper, der sich auf sein Urteilsvermögen verlassen kann. Er kennt Kinder, er arbeitet mit ihnen und er weiß, wenn etwas mit ihnen nicht stimmt. Das fand ich super und es hat mir wieder gezeigt, warum ich Cooper so gerne mag. Dann wäre da Sheldon, der mal wieder zeigt hat, was für ein guten Therapeut er ist. Er geht an seine Patienten mit einer ganz anderen Art, als die übrigen Ärzte, heran und das zeichnet ihn sehr deutlich ab.

Dann wäre da noch Violet, die sich in dieser Folge nicht mit der Entscheidung der Ärztekommission auseinandersetzen muss, sondern mit ihren Schuldgefühlen. Ich fand es wirklich gut, dass Betsey ihr gesagt hat, was die Wahrheit ist. Hätte Violet Betsey wirklich behalten wollen, dann hätte sie mehr um sie gekämpft und sie nicht so einfach aufgegeben. Ein Kind aufzunehmen ist mit Sicherheit nicht der leichteste Schritt und Violet hätte das damals schon begreifen müssen, doch sie hat ihre Schuld, die sie immer noch in sich trägt, auf Pete abgewälzt. Das Gespräch mit Cooper hat ihr dann jedoch die Augen geöffnet und ich fand es sehr rührend, als sie sich dann bei Betsey entschuldigt hat.

"I love you, Naomi. And I'm not sorry I came back for you, because I do believe you have to stand up for the things that truly matter, but you've also got to recognize when you've lost."

Doch die wichtigste Person in dieser Storyline ist Naomi. Als Fife sie gefragt hat, ob sie mit ihm nach Washington gehen will, dachte ich zuerst, dass sie sofort zusagt, doch sie hat ihre Zweifel, die sich durch die ganze Folge ziehen. Naomi weiß nicht, was sie machen soll, doch am Ende wird es ihr klar und ich habe bereits bei dem Gespräch mit Addison gewusst, dass Naomi Betsey aufnimmt. Ich dachte jedoch, dass sie Betsey aufnimmt und mit Fife nach Washington geht, doch das ist nicht der Fall. Sie weist ihn ab und er tat mir in dem Moment wirklich leid. Ich hätte mir auch für ein ein schönes Ende gewünscht, doch wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass es das mit den beiden bereits gewesen sein soll. Da kommt sicherlich noch etwas, zumindest hoffe ich das. Am Ende trifft Naomi also die Entscheidung, Betsey aufzunehmen und ich finde, dass es sehr gut zu ihrem Charakter passt und es hat mich für beide sehr gefreut. Ich musste wirklich weinen, weil mich die Szene im Krankenhaus sehr berührt hat. Und genau das ist es, was ich an "Private Practice" in letzter Zeit vermisst habe. Natürlich gab es Stories, die mich mitgenommen haben, doch dies war ein Moment, der genau gezeigt hat, warum die Serie so gut ist. Ich bin mir sicher, dass in der kommenden Folge noch vieles passieren wir, ganz besonders im Bezug auf Violet und die Praxis und ich hoffe, dass auch diese Folge so stark sein wird, wie es diese Episode war.

Fazit

Diese Episode hat gezeigt, warum es lohnt, bei "Private Practice" nicht abzuschalten. Sie hat alles Wichtige in sich vereint: eine gute Story, eine klasse Leistung der Charaktere und die Fähigkeit, eine Episode hervorstechen zu lassen, obwohl man auf ganz andere Dinge gespannt ist. Mich hat nach der letzten Folge vor allem interessiert, was mit Violet und der Praxis passiert, doch diese Folge hat die Gedanken einfach in den Hintergrund gerückt und es geschafft, mich mit ganz anderen Stories zu fesseln. Außerdem war sie emotional und lässt einige Fragen offen: Wie geht es mit Naomi und Betsey weiter? Wird Addison ihr Glück bekommen? Wird Amelia diesen Vodka-Tonic trinken und wieder süchtig vom Alkohol werden? Ich bin sehr gespannt auf die Antworten und kann es kaum erwarten, das Staffelfinale zu sehen.

Alex Olejnik - myFanbase

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