Bewertung: 4

Review: #3.09 Die Elternfalle

Foto: Kate Walsh, Private Practice - Copyright: 2009 ABC Studios
Kate Walsh, Private Practice
© 2009 ABC Studios

Mmh... schwierige Folge. Violet wandelt sich immer mehr zu einem extrem nervigen Charakter, während ich für Addison immerhin etwas mehr übrig habe in letzter Zeit. Insgesamt gibt es jedoch in dieser Folge zu wenige Storys, die mich tatsächlich interessieren.

The party is over!

Naomis und Sams Story hat mich sehr verwirrt, muss ich sagen. Naomi hat in meinen Augen extrem überreagiert, was mich zunächst etwas überrascht hat. Über weite Strecken sieht und hört man gar nichts von Maya und plötzlich sieht sie irgendwie gleich fünf Jahre älter aus als zuvor. Zumindest kommt es mir so vor... Zuletzt wurde sie nur als Füller eingebaut oder um eine Patientenstory anzuleiern, doch diesmal sieht es so aus, als würde sie eine eigene Story bekommen. Im Laufe der Episode stellt sich dann heraus, dass Naomis Befürchtungen doch irgendwie berechtigt schienen. Sam ist zu locker, Naomi zu streng und Maya scheint machen zu wollen, worauf sie eben gerade Lust hat. Ich bin durchaus interessiert, zu sehen, wohin das Ganze führen wird. In dieser Episode gab es einige nette Szenen, doch wirklich aufschlussreich war es auch wieder nicht. Man hatte lediglich das Gefühl, dass ausreichend begründet werden sollte, warum sich Naomi und Sam berechtigterweise Sorgen um ihre Tochter machen. Das ist gelungen, fesselt einen als Zuschauer aber auch nicht unbedingt an den Fernseher.

I don't care anymore. I'm done.

Violet... ja, was soll ich dazu noch groß sagen? Ich habe ja schon mehrfach betont, dass mir alles, was sich bisher aus der Katie-Story ergeben hat, nicht wirklich gefällt. Mit einigen Wochen Abstand, um beurteilen zu können, wie sich das Ganze entwickelt, muss ich leider das Resümee ziehen, dass man einen sehr seltsamen Weg beschritten hat, der auf die dramatische Szene am Ende des letzten Staffelfinals folgte. Violet gefällt mir nicht mehr, vielmehr geht sie mir mittlerweile in fast jeder Szene, in der sie auftaucht, auf die Nerven. Ich habe auch kein Verständnis für ihr Verhalten, auch wenn man das vielleicht haben könnte. Ich empfinde es einfach nur als unnötig. Die Serie betont sonst immer wieder durch ihre Storylines ganz gerne, wie mutig und provokativ sie sein kann, doch was hier momentan abgeht, ist einfach nur irgendwie platt und einfallslos. Von Baby Lucas haben wir schon lange nichts mehr gehört und anstatt mal den wirklich mutigen Weg zu gehen, um zu erforschen, wie zwei Menschen innerhalb einer Beziehung mit so einem großen Problem umgehen, und zu zeigen, wie Violet mit ihren nicht vorhandenen Muttergefühlen umgeht, verleugnet man praktisch, dass Violet überhaupt Mutter ist – ähnlich wie sie selbst – und lässt die Story vor sich hinplätschern, zeigt lieblos, wie Violet mit ihrer neuen Situation umgeht, und wartet wahrscheinlich nur auf den nächsten "Big Bang", mit dem man wieder ein Staffelfinale füllen kann. Ich jedenfalls habe schon längst das Interesse an der Story und sowohl an den Charakteren Pete als auch Violet verloren. Von daher schließe ich mich Petes Aussage aus der Überschrift nur an, wobei ich nicht so weit gehen würde, zu sagen, dass ich mit den Charakteren oder der Serie fertig bin. Aber wir gönnen uns gerade eine Auszeit voneinander.

Auf der anderen Seite zeigen zumindest Charlotte und Cooper, dass man Probleme auch innerhalb einer Beziehung lösen kann, auch wenn sie derzeit nicht wirklich mit der Entwicklung einer Lösung beschäftigt sind. Aber ich bin schon zufrieden, dass zwei Beziehungskrüppel wie die beiden sich zumindest nicht wieder sofort trennen. Ihren Streit finde ich jedoch ebenso sinnlos wie die zahlreichen anderen Drama-Aspekte, die es derzeit gibt.

Why is it that you can be so good to every woman in the world except Bizzy and me?

Addison war eigentlich die einzige, die mir in dieser Episode wirklich gefallen hat. Die unangenehmen erzwungenen Gespräche, die sie regelmäßig mit ihrem Vater durchführt, kann ich überraschend gut nachvollziehen. Auch hat man gut gezeigt, wie sie bereit war, mit ihrem Vater eine Beziehung einzugehen, und warum dies dann am Ende doch nicht möglich war. Ihre Begründung war für mich sehr nachvollziehbar. Am Ende ergab sich dann ja zumindest, dass Addison nicht über ihre Eltern weiß, was sie zu wissen glaubt. Ich gehe davon aus, dass die Eltern bereits seit einiger Zeit getrennt sind, es Addison aber nicht erzählt haben. Das wäre sehr "typisch Soap" und vorhersehbar, ebenso einige andere Szenarien, in denen sich am Ende herausstellt, dass der Captain gar nicht der Bösewicht in der Geschichte war, sondern irgendwie zu gut dabei wegkommt. Tiefe ist zwar erwünscht, aber eben auch nicht zu platt und unoriginell. Ich bin relativ gespannt, was man daraus machen wird. Eric Camden als Addisons Vater gefällt mir eigentlich gar nicht schlecht. Es hat was, dass ausgerechnet der gutherzige Pfarrer hier einen notorischen Fremdgeher spielt, der nur gegenüber seinen zahlreichen Affären wirklich Gefühle zeigen kann. Allerdings wird sich das Blatt hier sicher bald wenden und ihn zu einem weniger unterkühlten Monster machen.

Nadine Watz - myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier oder in unserem Forum mit anderen Fans von "Private Practice" über die Folge #3.09 Die Elternfalle diskutieren.