Bewertung: 5

Review: #1.11 Frucht des vergifteten Baumes

Foto: Lana Parrilla, Once Upon a Time - Copyright: 2011 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
Lana Parrilla, Once Upon a Time
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Nach vielen Shoppingtouren durch europäische Märchen, europäische Kinderbücher und europäische Sagen blickt "Once Upon a Time" nun in einen anderen Kulturkreis und bedient sich aus dem arabischen Märchenfundus. Wir sind in Tausendundeiner Nacht angekommen. Die bekannteste Erzählung aus dieser morgenländischen Märchensammlung ist, neben "Ali Baba und die vierzig Räuber", natürlich "Aladin und die Wunderlampe" - und genau diese Geschichte wird hier aufgegriffen.

Der Magische Spiegel der Bösen Königin war einst ein Dschinn (oder auch Dschinni, wobei ich diese Bezeichnung für einen männlichen Vertreter eher unpassend finde) und hauste in einer Lampe. Wer ihn aus dieser befreite, hatte drei Wünsche frei, was aber nur im ersten Moment wie ein Segen klang. Die Wünsche erfüllten sich oftmals allzu wörtlich, absolut rücksichtslos und nicht so, wie der Urheber des Wunsches sich das vorgestellt hat. Ein Beispiel: Jemand, nennen wir ihn der Einfachheit halber Alfred, wünscht sich Geld. Simsalabim, stirbt ein Verwandter und Alfred erbt Geld. So richtig glücklich dürfte er darüber nun nicht sein.

Als König Leopold, der Vater von Snow, den Dschinn befreit und somit drei Wünsche erhält, schenkt er dem Lampengeist die Freiheit (1. Wunsch) und überlässt ihm (2. Wunsch) den letzten verbliebenen Wunsch, was eine richtig gute Sache zu sein scheint, bis sich der Dschinn in Leopolds Frau Regina, besagte Böse Königin, verliebt und sich von ihr zu einem Mordkomplott gegen den König anstiften lässt. Der Dschinn erkennt schließlich, dass er nur benutzt wurde, und verwendet seinen Wunsch, um sich für immer an Regina zu binden, was ähnlich ausgeht wie Alfreds Bitte um Geld im genannten Beispiel. Der Dschinn bleibt zwar tatsächlich für immer an Reginas Seite, allerdings gefangen in einem Spiegel, womit er wieder das ist, was er vorher war und nie wieder sein wollte: ein Geist in einem unbelebten Gegenstand. Als Experte für Wünsche hätte er allerdings durchaus ahnen müssen, dass seine Formulierung, für immer in Reginas Gesicht blicken zu wollen, nicht optimal ist, zumal er ihr zuvor einen Spiegel geschenkt hat.

Auch König Leopold hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck bei mir. Sicherlich war er ein liebvoller Vater für Snow und sein Tod hat sie sehr getroffen. Auch scheint er bei seinem Volk sehr beliebt gewesen zu sein. Allerdings wirkt er in dieser Episode zugleich sehr unbedarft und ein wenig unreif, angefangen damit, dass er den Dschinn so mir nichts dir nichts mit in den Palast nimmt, zu seinem engsten Vertrauten macht und nicht den Zusammenhang herstellt, dass Regina kurz nach der Ankunft des Dschinns plötzlich einen Verehrer hat. Auch dass Leopold auf seiner Geburtstagsfeier Regina dermaßen vor den Kopf stößt, indem er von seiner verstorbenen ersten Frau schwärmt, ist, ungeachtet Reginas Bösartigkeit (von der er ja gar nichts weiß), ziemlich ungeschickt. Er macht es Regina wirklich sehr leicht, ein Mordkomplott gegen ihn zu schmieden.

In Storybrooke versuchen sich Emma und Sidney Glass, das Alter Ego des Dschinns/Magischen Spiegels, an einem Komplott gegen Bürgermeisterin Regina, scheitern jedoch auf ganzer Linie. In Wahrheit hat sich Sidney mitnichten von Regina ab - und Emma zugewandt, sondern spielt ein falsches Spiel. Er bespitzelt und manipuliert Emma in Reginas Auftrag. Wie sein wahres Ich aus der Märchenwelt plagt Sidney die unerwiderte Liebe zu Regina und macht ihn zu ihrem gefügigen Werkzeug. Der Fluch hat den Dschinn nicht befreit, sondern in die nächste Art von Gefängnis gesteckt.

Zwei Punkte stören mich an der Storybrooke-Handlung. Erstens: Wo ist Emmas "Superkraft" geblieben, zu erkennen, wenn jemand lügt? In der ersten Episode der Serie wurde diese Begabung mehrfach betont, nun in Folge 11 lässt sie sich von Sidney nach Strich und Faden belügen und merkt nichts.

Zum zweiten vermisse ich Fortschritte in Bezug auf Emmas Akzeptanz und dann auch irgendwann Brechung des Fluches. Sie kommt im Moment überhaupt nicht weiter. Am Ende dieser Folge steht sie wieder mit leeren Händen da, ist um keinen Deut schlauer und scheint weit von einem erfolgreichen Schlag gegen Regina entfernt. Da muss einfach bald mal wieder etwas passieren, damit die Spannung nicht zu sehr absinkt.

Maret Hosemann - myFanbase

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