Bewertung: 8

Review: #1.12 Vanishing Point

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Nachdem Cal am Ende der letzten Episode verschwunden ist, widmet sich diese Episode natürlich in erster Linie der Suche nach ihm. Die dazugehörige Dynamik sorgt für Kurzweil und bringt interessante Aspekte zu Tage.

"The era of you protecting me is over."

Da Cal verschwunden ist, ist die Geduld von Grace nun am Ende. Sie will endlich alles wissen und Ben kommt nun auch nicht mehr umher, ihr irgendetwas zu verschweigen. Kurz wird hier noch mal erwähnt, dass Mitwisser eventuell sterben, doch die Theorie scheint sich erledigt zu haben. Zumindest stellt man keinen weiteren Bezug mehr her. Aber ein paar Episoden gibt es noch bis zum Staffelfinale und wir wissen immer noch nicht, welche Absicht die Visionen haben, ob es Zufall ist, wann was kommt oder ob da eine höhere Macht irgendetwas steuert. Bis dahin kann man erst mal genießen, dass Grace als Involvierte nun endlich mal positiv zur Geltung kommen kann. Sie hat in dieser Episode mächtig punkten können, weil sie nicht mehr jammerte und mit ihrem Leben haderte, sondern aktiv wurde und für ihren Sohn kämpfte. Das Duo Ben/Grace hatte eine tolle Dynamik und hat auch frischen Wind reingebracht. Ben als Einzelkämpfer war langsam abgenutzt. Was mich grundsätzlich aber störte, ist Cals Verhalten. Wieso ist er weiterhin so geheimnisvoll. Er weiß doch immer schon, was passieren wird. Auch wenn es alles instinktiv ist, so könnte er doch langsam mal mitteilsamer sein. Eine versteckte Botschaft für Olive ist etwas wenig, auch wenn Cal offenbar auch da schon vorher weiß, dass es so kommen wird. Das ist mir aber zu konstruiert und irgendwie den Eltern gegenüber auch nicht so richtig fair. In dieser Episode lässt sich zugute halten, dass die Gefahr seine Eltern wieder näher gebracht hat. Vielleicht war auch das seine Absicht.

Auf der anderen Seite ist es auch enttäuschend, dass man Cal nicht viel häufiger beobachtet und seine Zeichnungen häufiger wahrnimmt. Inzwischen ist es Ben und Michaela doch bekannt, dass er eine Schlüsselrolle in allem einnimmt. Wie kann Michaela ihn da so ungenügend beaufsichtigen. Autumn hat sich da deutlich besser angestellt und gleich begriffen, dass die Zeichnungen mehr sind. Wieso sie aber nicht den gesamten Block klaut, bleibt ihr Geheimnis. Wahrscheinlich will sie dem Major doch nur so viel helfen wie nötig.

"It's not just about me"

Da wir gerade bei Autumn sind. Ihre Rolle bekommt in dieser Episode etwas mehr Tiefe und man verleiht dem Charakter eine Hintergrundgeschichte, die zumindest begründet, warum sie für den Major arbeitet. Ihr wird mit der Tochter gedroht. Das ist ein gutes Druckmittel und macht erneut den Anschein, dass der Major allmächtig ist. Allerdings war ihr Team in dieser Episode auch mal ein paar Schritte hinten dran. Sie wussten nicht, wo Cal ist und mussten sich an die Hacken von Ben und Grace klemmen, um überhaupt eine Chance zu haben. Besonders clever haben sie sich dann auch nicht angestellt. Da sollte der Major ihr Team noch mal überdenken. Übrigens war die Idee super, Jared im Haus der Stones mit einer Entwarnung auftauchen zu lassen. Sehr überzeugend.

Autumn lässt sich schließlich doch überreden und gibt das Bild ab, welches aus ihrer Sicht gar keine große Rolle für die Suche nach Cal spielt, aber es gibt auch noch die Rückseite, die dann des Rätsels Lösung ist. Da fragt man sich allerdings auch, warum Cal so viele Bilder malt, wenn die Hälfte dann nicht mal hilfreich ist. Das kann er auch noch optimieren.

"You went on your hike one year ago."

Das Ende der Episode hält dann noch zwei große Fortschritte bereit. Zunächst mal taucht Zeke Landon kennen, den Mann, der Michaela finden sollte, wie Michaela in ihren Visionen selbst hörte. Dieser ist vollkommen verwirrt, dass diese nun vor ihr steht, weil sie doch tot sein müsste. Allerdings stellt sich heraus, dass es noch mehr Anomalien gibt. Zeke hat nämlich in einem Schneesturm gesteckt und dabei auch einige Zeit verloren. Die Wetterphänomene bleiben also ganz wichtige Faktoren. Nur Antworten liefert man uns nicht, zumindest noch nicht in dieser Episode, also macht man als Zuschauer ein ähnliches Gesicht wie Grace. Das ist akzeptabel, da man immerhin die Vision aufgelöst hat. Ach, kann mir jemand erklären, warum in einem Magazin von 2017 ein großer Text über Michaela existiert? Das ist irgendwie abstrus.

"It looks like I'll be spending some time here."

Der zweite große Schritt betrifft natürlich noch den Major bzw. die Majorin, denn wir bekommen nun ein Gesicht zu dieser ominösen Frau. Mein Herz hat direkt einen Freudensprung gemacht, weil ich Elizabeth Marvel in "Homeland" als Präsidentin Keane sehr gut leiden konnte. Das ist also erst mal sehr positiv. Ansonsten kann man noch nicht viel sagen. Sie ist jetzt in New York und geht nicht davon aus, dass sie hier schnell etwas erledigen kann. Das macht in erster Linie Lust auf die kommenden Episoden, weil man davon ausgehen kann, dass man hier anknüpfen wird und der Major aktiv ins Geschehen eingreifen könnte. Das kann sehr spannend werden.

Fazit

Es geht voran. Das kann man nach dieser Episode wohl konstatieren. Wir haben den Major zu Gesicht bekommen, Grace ist jetzt auch on fire und die Schneevision nimmt konkrete Formen an. Kurzum, es bleibt spannend. Weiter so.

Emil Groth - myFanbase

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