Bewertung: 8

Review: #6.07 Einundzwanzig

Der 21. Geburtstag ist in den USA ein ganz besonderer. Ab diesem Tag nämlich darf man in Amerika legal Alkohol trinken und in Casinos an Glücksspielen teilnehmen. Dementsprechend hatten Lorelai und Rory geplant, an Rorys 21. Geburtstag die Spielcasinos in Atlantic City unsicher zu machen und sich ordentlich zu betrinken. Doch dummerweise sind die beiden Gilmore Girls an Rorys 21. Geburtstag noch immer zerstritten.

In dieser Folge wird deutlich, wie sehr sich Lorelai und Rory vermissen. Gleich zu Beginn hat Rory einen bizarren Traum, in welchem die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright früh morgens um 4:03 Uhr (Rorys Geburtszeit) zu ihr als ihre Mutter ins Bett kriecht und von Rorys Geburt erzählt - so, wie Lorelai es Jahr für Jahr gemacht hat. Im Original spricht Madeleine Albright exakt den Text, den Lorelai damals in der ersten Staffel gesprochen hat, als wir diese nächtliche Geburtstagstradition erstmals verfolgen durften, doch in der deutschen Synchronisation ist dies leider verlorenen gegangen, da die Worte von Madeleine Albright und Rory in dieser Episode zum Teil ganz anders übersetzt werden, als die Worte von Lorelai und Rory in der ersten Staffel. Normalerweise bin ich keine notorische Synchro-Motzerin und sehe die deutsche Version eben so gerne wie die Originalfassung, aber das wurmt mich doch etwas. Da hätte man sich durchaus mehr Mühe geben können.

Lorelais Emotionen wirken sehr überzeugend und mitreißend. Sie ist traurig, weil sie mit Rory nicht nach Atlantic City fahren kann, versucht sich durch verrückte Ideen für Halloween abzulenken und freut sich schließlich aufrichtig, als Rory anruft, auch wenn der Anruf eigentlich nicht sehr freundlich war, aber die Hauptsache für Lorelai ist, dass Rory überhaupt angerufen hat. Als Lorelai und Rory sich dann auf Rorys Geburtstagsparty gegenüberstehen, wünscht man sich von Herzen, dass sie sich in den Arm nehmen. Doch die beiden sind stattdessen sehr verkrampft und wissen nicht, wie sie miteinander umgehen sollen. Das ist wirklich traurig mit anzusehen, aber dass die beiden überhaupt wieder miteinander sprechen, ohne sich zu streiten, macht viel Hoffnung.

Obwohl Lorelai und Rory in dieser Episode die ersten zaghaften Schritte aufeinander zu machen, sind für mich diesmal Emily und Richard die entscheidenden Charaktere. Die beiden finden heraus, dass Rory und Logan längst miteinander schlafen und da Rory ja erst 21 Jahre alt ist und wir noch im Mittelalter leben, reagiert das Ehepaar Gilmore absolut entsetzt und quartiert Rory vom Poolhouse ins "Kinderzimmer" um. Offenbar scheint Emily zu glauben, dass jede Frau, die unverheiratet Sex hat, sogleich schwanger wird und womöglich postwendend in eine Kleinstadt zieht, ein Hotel eröffnet und sich in einen Dinerbesitzer verliebt …

Man kann über das Verhalten von Emily und Richard in dieser Episode streiten. Auf der einen Seite ist es natürlich sehr erfreulich, dass Richard erkannt hat, was für ein Fehler es war, Rory von der Uni abgehen zu lassen und das sie unbedingt nach Yale gehört, aber andererseits bekommt er nichts auf die Reihe und verkriecht sich beleidigt in sein Arbeitszimmer, statt mit seiner Enkelin zu reden. So geht das aber nicht!

Emily beweist wieder einmal, dass man aus Fehlern nicht zwangsläufig lernen muss. Obwohl sie weiß, wie die Huntzbergers Rory behandelt haben und obwohl sie damals schon ihre Tochter Lorelai mit ihrem Verhalten aus dem Haus getrieben hat, drängt sie Rory in die feine Gesellschaft und engt sie ein. Manchmal kommt mir Emily wie ein kleiner Goldfisch vor, der in seinem Aquarium um einen Stein herumschwimmt und immer wieder denkt "was für ein schöner Stein!" , "was für ein schöner Stein!" , "was für ein schöner Stein!" .

Insgesamt ist #6.07 Einundzwanzig eine unterhaltsame Episode mit interessanteren Charakterentwicklungen.

Maret Hosemann – myFanbase

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