Bewertung: 5

Review: #6.06 Wahnsinn mit Methode

Foto: Lauren Graham, Gilmore Girls - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Lauren Graham, Gilmore Girls
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Es kann nichts Gutes bedeuten, wenn Taylor Doose eine neue Idee hat. Diesmal überredet er seine Mitbürger dazu, den Straßen von Stars Hollow ihre ursprünglichen Namen aus dem 18. Jahrhundert wiederzugeben. Auch Lorelai ist von der Idee durchaus begeistert, bis sich herausstellt, dass die Straße, in der sich das Dragonfly Inn befindet, damals einen wirklich ekligen Namen hatte.

Meiner Meinung nach ist #6.06 Wahnsinn mit Methode die bisher schwächste Folge dieser Staffel. Das liegt zu einem großen Teil an der Story um die historischen Straßennamen. Eigentlich finde ich es immer sehr unterhaltsam, wenn uns die Autoren einen kleinen Einblick in das verrückte Kleinstadtleben von Stars Hollow gewähren, aber in der Regel handelt es sich bei diesen Stars-Hollow-Geschichten dann um Nebenstorys, die ein bisschen Abwechslung bringen, während Lorelai und Rory parallel für die eigentlichen Hauptstorys sorgen. In diesem Fall aber ist das Problem mit den Straßennamen die Hauptstory und Lorelai beschäftigt sich die ganze Episode über nur damit. Wirklich spannend ist das nicht. Einige der Dialoge zwischen Lorelai und den Nebencharakteren wirken etwas zu lang und im Endeffekt passiert dabei nichts, was einen als Zuschauer wirklich fesselt. Meiner Meinung nach gibt es einfach interessantere Dinge im Leben der Gilmore Girls, als die Frage, welchen Namen die Straße bekommen soll, in der sich zufällig Lorelais Arbeitsplatz befindet. Immerhin sorgen die mysteriösen Pakete, die Lorelai geschickt bekommt und die, wie sich herausstellt, von Emily stammen, für etwas Abwechslung und verbinden Lorelais Storyline mit den Ereignissen in Hartford.

Jene Ereignisse in Hartford sind für mich dann auch der interessanteste Teil dieser Folge:

Als Emily erfährt, dass es in der Küche des Dragonfly Inn einen kleinen Brand gab, reagiert sie ehrlich besorgt und fragt Richard über Lorelais Befinden aus. Ich mag diese seltenen Momente, in denen Emily sich mal richtig mütterlich verhält und offen zeigt, wieviel ihr Lorelai eigentlich bedeutet, doch leider bekommt Lorelai gar nichts davon mit. Stattdessen hält sie Emilys Forderung, sofort persönlich nach Hartford zu kommen um ihr altes Puppenhaus abzuholen, wohl für reine Schikane, während es in Wahrheit nur ein unglücklicher Versuch von Emily ist, Lorelai endlich einmal wiederzusehen.

Während sich Emily also um Lorelai Gedanken macht, sorgt sich Richard um das andere Gilmore Girl. Rory wohnt noch immer im Poolhaus und macht noch immer keine Anstalten, nach Yale zurückzukehren. Richards Versuche, endlich etwas zu unternehmen, scheitern jedoch kläglich, denn als er mit Logan über Rorys Zukunftspläne sprechen will, versteht Logan das ganze völlig falsch und denkt, dass Richard ihn und Rory zu einer Verlobung drängen will. Es ist schon ein wenig enttäuschend, dass Richard nicht den Mut hat, geradewegs auf Rory zuzugehen und offen mit ihr über Yale zu sprechen. Dabei sah es in der vorherigen Folge noch so aus, als wäre Richard endlich bereit Klartext zu reden.

Nun zu Rory und Logan: obwohl sich beide einig sind, dass sie in nächster Zukunft nicht heiraten wollen, gesteht Rory dem verblüfften Logan ihre Liebe. In Sachen Liebeserklärungen steht es zwischen Rory und Lorelai nun also schon 2 zu 0 für Rory, denn nachdem Rory das "Ich liebe dich" ja bereits zu Dean gesagt hat, äußert sie jetzt auch Logan gegenüber diese drei magischen Worte, die Lorelai bekanntlich noch nicht über die Lippen gekommen sind. Logan erklärt Rory daraufhin, dass er nicht "Ich liebe dich" zu ihr sagen will, da er diese Worte schon oft zu Mädchen gesagt hat, ohne sie ernst zu meinen, und sie daher seine Gefühle nicht ausdrücken können. Das war sicher nicht die Reaktion, die sich Rory erhofft hatte, aber dieses Verhalten passt zu Logan. Wir wissen, dass Rory seine erste richtige Freundin ist und das er vorher mit vielen Mädchen zusammen war, die ihm eigentlich nichts bedeutet haben. Das er Rory nicht wie diese anderen Mädchen behandeln will, zeigt deutlich, dass sie etwas besonderes für ihn ist.

Abschließend kann man festhalten, dass diese Episode über weite Strecken wie ein Lückenfüller wirkt und nur wenige Highlights zu bieten hat. Für radikale LL-Anhänger eignet sich "Welcome to the Dollhouse" schon einmal gar nicht als Lieblingsepisode, denn Lorelai und Luke haben nicht viele gemeinsame Szenen und die wenigen LL-Momente sind wenig romantisch. Ich persönlich finde das nicht so tragisch, denn für mich sind Lorelai und Luke einfach kein Paar, das ständig händchenhaltend durch Stars Hollow hüpft, aber gegen ein bisschen weniger Kirk und dafür ein bisschen mehr Luke, hätte ich auch nichts einzuwenden gehabt. Die spannendste Szene dieser Folge ist die, in der Richard mit dem Puppenhaus vor Lorelais Tür steht und mir ihr über Rory sprechen will, doch leider ist dies zugleich auch die letzte Szene der Folge, so dass – gerade als es richtig interessant wird - auch schon der Abspann kommt.

Maret Hosemann - myFanbase

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