Bewertung: 7

Review: #5.19 Der Küchenspion

Rory kann einem wahrhaft Leid tun, bei all dem Gefühlschaos, in dem sie sich in dieser Folge befand. #5.19 Der Küchenspion hatte in dieser Woche das jüngste Gilmore Girl im Fokus – für meinen Geschmack beinahe ein wenig zu sehr. Aber gut, es geht aufs Ende der Staffel zu, da ist es Anbetracht der uns erwartenden Handlung nur natürlich, dass es hauptsächlich um Rory geht.

Ungewöhnlich ist diesmal der Anfang, es kommt nicht oft vor, dass eine Folge direkt an die vorige anschließt. Aber zumindest wäre somit geklärt, wo die arme heimat- und schuhlose Paris in #5.18 Der Traum vom Haus abgeblieben ist. Beruhigend zu wissen, dass sie offensichtlich trotz ihres nicht gerade niedrigen Alkoholpegels zum Gilmore-Haus zurück gefunden hat. Auch Kirk lebt immer noch bei Lorelai und gemeinsam freut man sich über Tacos, die Lorelai als Katerfrühstück besorgt hat – lecker!

Aber was ist mit Rory los? Am Abend lag sie noch betrunken in Lorelais Armen und litt tränenreich vor sich hin. Logan ruft sie nicht an, er mag sie nicht, was hat sie ihm nur getan? Und am nächsten Morgen weigert sie sich wieder einmal, mit ihrer Mutter zu reden?

Endlich ist sie wieder sie selbst, als sie vor Logan steht und verkündet, dass es so nicht weitergehen kann. Es hat ihr doch auch niemand ernsthaft abgenommen, dass sie mit der lockeren Situation klar kommt. "Stringless fun" ist schön und gut, aber nicht für Rory. Und Logan scheint bewusst zu werden, dass sie es ernst meint, und er besser etwas unternehmen sollte, wenn er sie nicht gleich für immer aus seiner Tür stürmen sehen will. Insgeheim wollte Rory wohl auch genau das hören, was Logan ihr äußerst charmant serviert: Er will, dass sie "Boyfriend" und "Girlfriend" sind – eine Kehrtwende, die für mich doch etwas sehr schnell kommt, immerhin hat er sich eine ganze Woche lang nicht um Rory gekümmert. Aber dass Logan in dieser Folge ein Schnellentwickler ist, sehen wir später noch...

Was wäre besser dafür geeignet, seine Entschlossenheit zu beweisen, als Rory seinen Eltern vorzustellen? Offenbar haben diese sich eingehend über Rory informiert und beschlossen, sie nicht zu mögen. In welchem Jahrhundert leben wir doch gleich, dass es nicht angesehen ist, wenn Frauen arbeiten oder gar Karriereambitionen verfolgen? Bei der Familie Huntzberger, deren Haus übrigens einem Palast gleicht, scheint jedenfalls die Zeit stehen geblieben zu sein.

Da hilft auch ein entsetztes "But I'm a Gilmore" nicht – Rory muss sich den Tatsachen stellen. Mit den Zeitungsmonopolisten und ihrem millionenschweren Prunkpalast kann weder Rorys Ahnentafel, noch das vergleichsweise "bescheidene" Anwesen ihrer Großeltern mithalten. Fühlt sich an dieser Stelle noch jemand an Emilys Attitüde Luke gegenüber erinnert?

Was ist in dieser Folge eigentlich mit Logan los? Habe ich irgendetwas verpasst, oder warum spricht er auf einmal davon, dass Rory den Erben des Familienunternehmens heiratet? Oder hat Richard seine scherzhaften Verlobungspläne aus #5.10 Die Ausreißerin etwa tatsächlich in die Tat umgesetzt und heimlich einen Termin ausgemacht?

Nun darf aber zunächst mal wieder Lorelai als Kummerkasten herhalten, nachdem sie ihr am Nachmittag bei einem Spontanbesuch in Stars Hollow kurzerhand jeglichen Kommentar zu ihrer Situation verboten hat. Sprechverbot aufgehoben? Anscheinend. Doch im nächsten Moment ist wieder alles in Ordnung, als Logan vor der Tür steht und ihre Beziehung doch nicht so gefährdet ist, wie Rory zunächst befürchtet hatte – und Lorelai wird mal wieder abserviert.

Da kommt noch einiges auf die Gilmore Girls zu. In dieser Folge wurde der kommende Konflikt mal wieder sehr gut angedeutet: Mutter und Tochter haben nicht nur Kommunikationsprobleme, sondern auch eine unterschiedliche Vorstellung dessen, was Rory glücklich macht. Und Logan steht nicht gerade an erster Stelle auf Lorelais Wunschliste. Allerdings muss man zu Rorys Verteidigung sagen, dass Logan wirklich ein netter Kerl ist, der ihr nie etwas vorgemacht hat sondern bisher immer ehrlich war, insoweit wir dies beurteilen können. Lorelais Sorgen scheinen aber nicht unbegründet zu sein, und Rorys Verweigerung, mit Lorelai zu sprechen, erinnert doch etwas an den Beginn der fünften Staffel.

Lorelai und Luke kamen mir etwas zu kurz in dieser Folge. Gestern will Luke ein Haus für sich und seine Liebste kaufen, und heute ist dieses Thema keine Erwähnung wert? Na gut, er war ja auch beschäftigt, die durch ihre Schwangerschaft ausgefallene Sookie angemessen zu vertreten. Was ihm auch gut gelang, bewundernswert dabei seine anfängliche Geduld. Mit Sookie müssen wirklich die Hormone durchgegangen sein, ihre Hysterie hat mich beinahe ein wenig genervt.

Seit wann spricht Luke eigentlich fließend spanisch? Er kann nicht nur Entenbraten zubereiten und einen ganzen Küchenstab managen, sondern auch noch problemlos und äußert eloquent mit den spanischen Angestellten kommunizieren? Der Mann überrascht mich immer wieder. Auch Lorelai zeigte sich begeistert, leider ging er auf ihren "dirty kitchen joke" nicht ein.

Herrlich auch mal wieder seine typischen Verbalausbrüche gegenüber Sookie und Lorelai – warum schmeißt er den undankbaren Job nicht hin? "Because we are in a relationship" – wie Recht er doch hat. Der schönste Moment zwischen den beiden fand dann fast am Ende der Folge statt, als er auf ihrem Sofa vollkommen geschafft langsam einnickt. Sehr schön, aber trotzdem zu wenig Lorelai und Luke für meinen Geschmack.

Paris entwickelt sich im Übrigen immer mehr zu einem meiner Lieblingscharaktere – Paris, die Ärztin werden will, der aber die Panik in den Augen steht, als sie den kranken Doyle sieht? Klar, sie kann keine Kranken sehen, ist ja auch nahe liegend bei dem Berufswunsch. Und sehr witzig, wie sie vollkommen selbstverständlich erklärt, warum ihre Nanny gerade Rorys Zimmer sauber macht: Weil sie immer etwas zu tun haben muss – von Rory mit einem begeisterten "God! My room is clear!" kommentiert...

Insgesamt nicht die beste Folge und für mich persönlich auch nicht so unterhaltsam wie die letzte, aber eine schöne Vorbereitung auf das, was uns in den letzten Folgen der Staffeln erwartet... Besonders aufgefallen sind mir diesmal übrigens die vielen Film- und Serienanspielungen – typisch, da die Folge aus Amy Sherman-Palladinos Feder stammt ("House of Flying Daggers" als Vergleich mit Rorys Fußtritt, als Lorelai sie in ihr Zimmer verfrachten wollte; Paris Spruch, sie sei nicht eine der "Charmed"-Hexen mit magischen Kräften, als Doyle sie bittet, seine Stirn zu fühlen; Lorelais Vergleich mit "The Amazing Race", als Sookie und Jackson in dem Hotelwagen durch die Stadt fahren; Lukes "Ellen"-Anspielung, usw.).

Sandra G. – myFanbase

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