Bewertung: 8

Review: #6.01 When Did We Begin To Change

Sobald ich an die vierte und fünfte Staffel von "Chicago Med" zurückdenke, stimmt es mich nicht besonders glücklich. Beide Staffeln haben extreme Schwachstellen aufgezeigt und besonders der Auftakt der vergangenen Staffel hat sich einem Charakter auf recht schäbige Weise entledigt, so dass ich meine Vorbehalte gegen den Auftakt der neuen Staffel hatte. Jedoch muss ich ganz ehrlich zugeben, dass das zweite Spin-Off diesmal im Vergleich zu "Chicago Fire" die Nase vorne hat.

Vor dem Start der neuen Season war bekannt, dass auch "Chicago Med" die aktuelle Pandemie in das Seriengeschehen einbauen würde. Auch wenn ich ohne viel Erwartungen heran gegangen bin, war ich – falls man das in diesem Zusammenhang sagen kann – froh, dass man diesen Weg gegangen ist, da es einige Szenen gab, die mich persönlich sehr berührt haben und es eben nochmals realistischer wird, womit die gesamte Welt gerade zu kämpfen hat. Somit möchte ich auch gleich mit Daniel Charles anfangen, der selbst eine COVID-Erkrankung überstanden hat, da seine Tochter Anna Charles das Virus übertragen hat, nachdem sie aus der Quarantäne ausgebrochen und auf eine Party gegangen ist. Immer wieder hört man, dass Teenager so genannte Corona-Partys feiern und sich dem Ernst der Lage gar nicht bewusst sind. Auch Anna ist einer dieser Teenager, den man sicherlich schnell für das Handeln verurteilt. Allerdings zeigt man uns mit ihr auch, dass sie selbst sauer auf sich selbst ist und sich die größten Vorwürfe macht, dass ihr Vater erkrankt ist und hätte sterben können. Ich fand es gut, dass auch mal dieser Aspekt beleuchtet wurde und man sogleich auch noch Daniel von einer Seite erlebt hat, die ihn meiner Meinung nach noch sympathischer und authentischer macht. Ich hoffe, wir dürfen noch mehr Szenen zwischen ihm und seiner Tochter erleben, da sein Privatleben in den ersten Staffeln doch etwas zu kurz kam. Wobei es mir auch gefiel, dass diesmal das seelische Wohl des Personals für Daniel aufgrund der Pandemie im Vordergrund stand.

Emotional ging es auch besonders bei April Sextons und Ethan Chois Patientenfall zu, bei dem ich doch ziemlich bedrückt gewesen bin, gerade weil diese Pandemie real ist. Auch wenn die Charaktere dabei fiktiv sind. Das, was sie durchleben und welche Emotionen sie dabei haben und verarbeiten müssen, ist real. Mir tat Beverly unglaublich leid, dass sie nicht nur ihren Mann an dieses Virus verloren hat, sondern, dass sie nicht bei ihm sein konnte. Insofern kann ich Aprils Handeln vollkommen nachvollziehen, die die Patienten nicht alleine sterben lassen will, wenn sie schon nicht im Kreise ihrer Angehörigen sterben können. Daher fand ich auch bewegend, dass die Verstorbenen wöchentlich geehrt werden. Anderseits kann ich ebenso Ethan verstehen, der sich trotz Trennung um sie sorgt, eben genauso, wie sie es getan hat. Emotional fand ich auch das Gespräch zwischen April und Beverly, die nach 40 Jahren Ehe ihren Mann und Liebe ihres Lebens verliert. Ich bin mal gespannt, inwiefern das April und Ethan beeinflussen wird. Auch wenn die beiden momentan getrennt sind, denke ich, dass sie wieder zusammenfinden werden.

Neben den Corona-Patienten gab es noch zwei weitere Patientenfälle, die zwar nicht ganz so emotional gewesen sind, jedoch von Wichtigkeit für Crockett Marcel und Will Halstead gewesen sind. Zum Ende der vergangenen Staffel haben wir erfahren, dass Marcels Tochter durch Leukämie starb und schon zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass man das Thema in der neuen Staffel nochmals auf den Tisch bringen wird. Dass das gleich im Staffelauftakt passiert, damit hätte ich nicht gerechnet. Aber auch das war wichtig, um zum einen die verletzliche Seite von ihm zu zeigen, aber auch für weitere Szenen zwischen ihm und Natalie Manning. Mir gefällt die Chemie zwischen den beiden ziemlich gut, weshalb ich mir doch erhoffe, man möge daraus etwas machen, da das Thema Will und Natalie wohl endgültig vorbei ist.

Will hat es mir in den vergangenen Staffeln tatsächlich nicht leicht gemacht. Zuletzt haben mir die Handlungen mit ihm eher Augenrollen, Kopfschütteln und Haareraufen verschafft und ich hoffe einfach, dass es mit Staffel 6 besser wird. Den richtigen Ansatz dafür gab es ja in gewisser Weise schon. Ich dachte zu Beginn dieser Episode, man würde Hannah Asher sterben lassen und bin wirklich froh, dass die Autoren einen anderen Weg verfolgt haben. Richtig glücklich war ich mit der 'Beziehung' von Will und Hannah sowieso nie. Obwohl sie eine tolle Chemie zusammen haben, sprang bei mir nie wirklich dieser Funke über, die beiden als Paar zu lieben. Durch seinen Patientenfall mit Anita Palmer, die dem ersten Anschein nach ein Alkoholproblem hat, und Hannahs Überdosis war Will hierbei natürlich zu sehr befangen. Ein bisschen enttäuscht bin ich auch von Maggie Lockwood, die sofort annahm, dass Anita Alkoholikerin ist. Mir war ziemlich schnell klar, dass Anita und ihr Ehemann Brad die Wahrheit sagen. Gut gefiel mir dabei auch, dass Sharon Goodwin dem Fall hinzugezogen wurde und Will so nochmal über alles nachdenken und damit nicht nur seiner Patientin, sondern auch sich und Hannah helfen konnte. Ich mag Jessy Schram, allerdings bin ich auch froh, dass man ihren Charakter recht plausibel aus der Serie geschrieben hat, da ich glaube, wir hätten uns dann in einem Karussell befunden, das sich immer wieder im Kreis dreht und nicht voran kommt. Ich hoffe allerdings auch, dass wir mit Sabeena Virani nicht gleich eine Nachfolgerin präsentiert bekommen werden.

Fazit

Im Vergleich zum letzten Staffelauftakt hat "Chicago Med" diesmal einen guten und emotionalen Start hingelegt. Zwar drehte sich diese Episode vorwiegend um die aktuelle Pandemie und war daher stellenweise auch ziemlich bedrückend, allerdings nutzte man dies auch, um Handlungsbögen wieder aufzugreifen und weiterzuführen. Auch hier kann ich sagen: Diesen Kurs bitte beibehalten!

Daniela S. - myFanbase

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