Bewertung: 7

Review: #4.01 Die bessere Hälfte

Foto: Torrey DeVitto, Chicago Med - Copyright: 2018 NBCUniversal Media, LLC; Elizabeth Sisson/NBC
Torrey DeVitto, Chicago Med
© 2018 NBCUniversal Media, LLC; Elizabeth Sisson/NBC

"Chicago Med" kehrt zurück und löst den spannenden Cliffhanger aus dem Staffel-3-Finale auf. Durch diese Auflösung heißt es auch, sich von einem Hauptcharakter verabschieden zu müssen, was mir persönlich Leid tut. Daneben werden die weiteren Handlungsstränge fortgeführt, bei denen ich ehrlich gesagt nicht hoffe, dass sie im Chaos enden.

Ich werde das Med verlassen.

Zugegeben habe ich damit gerechnet, dass man Robert Haywood nicht sterben lassen wird. Womit ich allerdings nicht gerechnet habe, war, dass Sarah Reese nicht nur das Krankenhaus verlassen wird, sondern auch die Stadt. Für Sarah war es ein harter Schlag, erfahren zu müssen, dass ihr Vater ein Serienmörder ist. Obwohl die beiden kein allzu gutes Verhältnis zueinander hatten, hatte sie gehofft, dass sich dies ändern würde und ignorierte dabei auch die Warnungen von Daniel Charles.

Ich fände es schwierig, müsste ich mich auf eine Seite stellen. Auf der einen Seite wollte Daniel seinen hippokratischen Eid brechen und Robert tatsächlich sterben lassen, was man ihm auch nicht unbedingt hätte übel nehmen können, hätte er es getan. Auf der anderen Seite ist da aber Sarah, die Daniels Vertrauensbruch nicht verzeihen kann und auch das kann ich verstehen. Denn einen Menschen absichtlich sterben zu lassen ist so oder so schon schrecklich. Doch es handelte sich dabei auch noch um ihren Vater, was vielleicht nochmals ein ganz anderes Gewicht für sie hat.

Ebenso gut kann ich ihr Argument verstehen, dass sie damit zurechtkäme, die Ärztin zu sein deren Vater ein Serienmörder ist. Das ist zwar auch furchtbar, aber da sie zu Robert kein wirkliches Verhältnis hatte, kann sie damit wahrscheinlich besser umgehen. Doch zu Daniel hatte Sarah ein sehr viel engeres Verhältnis und wie Noah Sexton sagte, hat sie ihn als Vaterfigur angesehen und gebrochenes Vertrauen lässt sich schwer wieder reparieren. Ich werde Sarah auf jeden Fall vermissen und finde es schade um sie, da ihr Charakter in meinen Augen noch Potenzial hatte.

Ich bin mal gespannt, wie es mit Daniel weitergeht. Man hat ihm angemerkt, dass ihm Sarahs Weggang weh getan hat. Vielleicht liegt es daran, weil er sich schuldig deswegen fühlt, dass sie wegen ihm gegangen ist. Zumindest haben das für mich seine zwei emotionalen Ausbrüche gezeigt und auch seine Ansicht, dass es für Robert die weitaus größere Strafe ist, im Gefängnis zu sein und dort zu leiden.

Du bist nicht alleine

Am Ende der dritten Staffel deutete alles daraufhin, dass April Sexton und Ethan Choi sich trennen. April war der Ansicht, dass er sich zu sehr um seine Schwester sorgt, oder viel mehr, dass er sich ausnutzen lässt. Dass sie davon nicht begeistert ist, zeigte April auch zum Anfang dieser Episode in ihrer ablehnenden Haltung, als Ethan über Emily sprechen wollte.

Wirklich verdenken kann man es April nicht, auch wenn sie es war, die keinen Kompromiss eingehen wollte. Immerhin hat sich Emily einiges zu Schulden kommen lassen.

Mir gefiel es aber gut, dass April Emily dann die Chance gegeben hat, sich zu erklären. Ich denke, das war nötig damit sie erkennt, wie ernst es Emily ist. Wobei ich sagen muss, dass es fast ein bisschen vorhersehbar war, was mit Ethans Schwester passieren wird. Dabei dachte ich aber in keinem Moment an eine Schwangerschaft.

Erschreckend fand ich Ethans Reaktion, dass Emily die Schwangerschaft abbrechen sollte. Zum einen natürlich, weil er ziemlich verurteilend gewesen ist und zum anderen, weil er das April so direkt gesagt hat. Ich kann durchaus verstehen, dass er nicht möchte, dass Emily einen schlechten Einfluss auf das Kind haben könnte. Allerdings kann er gar nicht vorhersehen, ob das Kind sie nicht doch positiv beeinflusst. Und zum anderen hätte ihm klar sein müssen, wie verletzend seine Aussage für April sein musste, die ein Kind verloren hat.

Ich glaube, gerade der Verlust des Kindes ist es, was April zum Teil dazu bewogen hat, für Emily da sein zu wollen. Es ist vielleicht noch etwas zu früh darüber zu spekulieren. Sollte dieses Kind tatsächlich geboren werden und sollte Emily dann keinerlei Interesse daran haben, könnte ich mir sogar gut vorstellen, dass April es adoptiert. Aber wie gesagt, für solche Spekulationen ist es noch zu früh.

Planen einer Hochzeit

Es war eigentlich abzusehen, dass Natalie Manning den Heiratsantrag von Will Halstead annehmen würde. Schon zum Zeitpunkt des Antrags war ich nicht besonders glücklich darüber, wie er gemacht worden ist. Aber nun ja, mittlerweile ist eine Woche vergangen und Natalie hat noch nicht offiziell Ja gesagt, trägt den Ring aber schon. Das kann man sicher als eindeutiges Zeichen dafür werten, dass die beiden ihre Verlobung bald offiziell bekannt geben. Mich verwundert eher, dass der Ring sonst noch niemandem aufgefallen ist.

Glücklich über diesen Antrag bin ich noch immer nicht, denn ich fürchte, dass wir keine Hochzeit erleben werden. Wobei ich natürlich zugeben muss, dass mir die Szene im Restaurant sehr gut gefallen hat und ich mir wünschen würde, dass diese Harmonie zwischen den beiden bleibt. Es sei denn, sie landen erneut bei dem Thema, dass Natalie schon mal eine tolle Hochzeit hatte und Will nicht. Ein bisschen hat mich das gestört, da daraus wieder ein Streit entstehen und vor allem Natalie erneut ihre Beziehung zu Will in Frage stellen könnte. Aber vielleicht haben sie ja aus ihren vergangenen Fehlern gelernt.

Leiter des Projekts

Nachdem wir bereits Sarah in dieser Episode verloren haben, bin ich froh, dass uns Connor Rhodes erhalten bleibt. Ich hatte ja von Anfang an Zweifel, ob er tatsächlich gehen würde. Umsonst hat er meiner Meinung nach diese Andeutungen gegenüber Ava Bekker nicht gemacht.

Ich frage mich aber, ob Connor auch geblieben wäre, wäre sein Projektvorschlag direkt vom Krankenhausvorstand angenommen worden. Denn durch Avas Handeln, Cornelius Rhodes einzuweihen, wurde Connor regelrecht dazu gezwungen, das Projekt zu betreuen.

Avas Handeln hat aber auch gezeigt, dass sie Connor gar nicht gehen lassen wollte. Ich frage mich allerdings was passiert, wenn er herausfindet, dass Ava bei seinem Vater war. Aber wie dem auch sei: Ich freue mich darauf, dass man noch weitere Szenen zwischen den beiden sehen wird, hoffe aber darauf, dass es in keinem Katz-und-Maus-Spiel wie in der vergangenen Staffel enden wird.

Randnotizen

  • Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von dem Auftreten von Gwen Garrett halten soll. Sie machte diesmal einen sehr unsympathischen Eindruck auf mich und ich hoffe, dass es keinen Zickenkrieg zwischen ihr und Sharon Goodwin geben wird.
  • Den Patientenfall von Natalie fand ich sehr emotional. Er hat aber auch gezeigt, dass man in solchen Lebenssituationen nur gemeinsam stark sein kann.
  • Noah hatte zwar nur eine kurze Szene, doch diese hat gezeigt, wie wichtig ihm Sarah war und wie sehr er sich mehr Interaktion mit ihr gewünscht hätte.
  • Ich fand es toll, dass man Maggie Lockwood in den Fall des gehörlosen Paares involviert hat. Ich hoffe wirklich, dass sie in dieser Staffel eine tolle Storyline bekommt, die ihrer Charakterstärke gerecht wird.
  • Mit Elsa Curry scheint "Chicago Med" seine Cristina Yang gefunden zu haben. Mit ihr wird man es sicherlich nicht allzu leicht haben.



Fazit

Mit dem Auftakt von Staffel 4 kann sich "Chicago Med" durchaus sehen lassen. Begonnene Handlungsstränge wurden fortgesetzt und in eine Richtung gelenkt, die ich persönlich nicht erwartet hätte. Sarah wird mir in jedem Fall fehlen. Aber ich bin auch sehr gespannt, wie es mit Sharon, Ava und Connor weitergehen wird. Besonders gespannt bin ich aber auf die Weiterentwicklung der Choi-Geschwister und April.

Daniela S. - myFanbase

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