Willow Rosenberg

Foto: Alyson Hannigan, Buffy - Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
Alyson Hannigan, Buffy
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Das erste Bild, das der Zuschauer von Willow erhält, ist das eines Mauerblümchens und einer Streberin, die von ihren Mitschülern nur wahrgenommen wird, wenn sie Nachhilfeunterricht brauchen. So lässt sich Willow, die in ihren Kleidchen wie eine Fünfjährige aussieht (sie gesteht auch ein, dass ihre Mutter ihre Klamotten aussucht), ohne Widerrede von Cordelia tyrannisieren. Erst das Zusammentreffen und die Freundschaft mit Buffy werden daran einiges ändern. Denn Willow erweist sich nicht nur als eine wertvolle und nicht selten lebensrettende Hilfe bei der Dämonenjagd, da zwei ihrer Talente die Recherche im Internet und das Knacken von Datenbanken sind, sondern auch als eine loyale Freundin.

An ihrem Rückzug vor dem Computer und in die Tiefen der Bibliothek ist auch ihre sie manchmal doch stark behindernde Schüchternheit schuld: So verhaspelt sie sich ständig beim Sprechen, ihre größte Angst ist ein Bühnenauftritt und auch die Jungs, sieht man von ihrem Sandkastenfreund Xander ab, halten sich eher auf Distanz. Als sie Buffys Rat folgend, ihr Glück selbst in die Hand nimmt und im Bronze entgegen ihrer Gewohnheiten mit einem (blassen, spitzzahnigen) Fremden flirtet, wird sie von ihm auf den Friedhof entführt und fast in den Hals gebissen. Ihren nächsten "Freund" lernt sie nicht nur im Internet kennen, er erweist sich zu Willows Entsetzen als ein Dämon, der sich ein wenig liebenswürdiges Roboteräußeres geschaffen hat. Und Xander, in den sie heimlich verliebt ist, sieht in ihr nur den guten Kumpel.

Umso größer ist die Wandlung, die Willow durchläuft: Selbstbewusster durch die Siege über Dämonen und Vampire verliebt sie sich in den ein Jahr älteren Oz, der neben der Schule in einer Band spielt und auch er ist von Willow angetan: die beiden kommen zusammen. (Auch wenn er später von einem Werwolf gebissen und selbst zu einem wird.) Ein wenig später merkt sie zudem, dass ihr Interesse an der Hexerei durch eine große Begabung unterstützt wird: Zwar gelingen ihr anfangs nur kleinere Zaubereien, aber Willow lernt schnell hinzu. Auch dadurch ändert sich ihre Beziehung zu Buffy. War sie vorher eher beeindruckt und schaute zu Buffy auf, sieht sie sich nun in einer gleichberechtigten Position neben der Jägerin.

Schwer enttäuscht ist sie, als Oz sie nach einem Kampf, in dem er eine Werwölfin tötet, verlässt, um zu sich selbst zu finden. Nur mühevoll kommt Willow über die Trennung hinweg. Sie beschäftigt sich nun intensiver mit ihrem Vorwärtskommen als Hexe. Auf dem College lernt sie Tara kennen, die sich ebenfalls erfolgreich mit Zauberei befasst. Willow verbringt sogar eine Weile mehr Zeit mit Tara als mit Buffy und sie merkt, dass ihre Gefühle für Tara intensiver sind und sie sich in sie verliebt hat. Doch dann kehrt Oz zurück und will seine Beziehung mit Willow wieder aufnehmen, sie bekennt sich jedoch zu ihrer Bisexualität und entscheidet sich für Tara, die darüber sehr glücklich ist. Angesichts des Bildes vom Anfang eine erstaunliche Entwicklung.

Doch das war noch nicht alles, aus dem schüchternen Computerfan wurde eine mächtige Hexe. Jedoch ist nicht jede Magie gut und auch das bekommt Willow schnell zu spüren, doch sie schafft es einfach nicht sich davon zu lösen. Sie ist der Magie verfallen und süchtig. Noch dazu verlässt Tara sie, um sie wachzurütteln. Willow will kämpfen und tut alles um wieder clean zu werden, was ihr auch gelingt. Nach einer schweren Zeit geht es ihr immer besser, was auch Tara erkennt. Die beiden kommen wieder zusammen, doch hält ihr gemeinsames Glück nicht lange an. Warren, der Buffy töten will, erschießt Tara. Willow schafft es nicht sie wiederzubeleben, auch nicht mit schwarzer Magie und so schwört sie Rache an Warren und dessen Freunden Jonathan und Andrew. Sie wird wieder vollkommen abhängig von der schwarzen Magie und tötet Warren. Buffy und ihre Freunde können sie scheinbar nicht aufhalten und auch Giles, der extra aus England angereist kommt, kann nichts gegen sie ausrichten. Als Willow dann einen alten satanischen Tempel wieder heraufbeschwört, stellt sich Xander ihr in den Weg. Er appelliert an das Gute in ihr und die langjährige Freundschaft. Er schafft es, dass die gute Willow wieder zum Vorschein kommt.
Um für ihre Taten zu büßen und Taras Verlust zu verarbeiten, geht Willow über den Sommer mit Giles nach England. Dort lernt sie in einem Kreis von guten Hexen ihre Kräfte zu kontrollieren. Obwohl sie Angst vor der Konfrontation mit ihren Freunden hat, kehrt sie nach Sunnydale zurück. Als sie dort ankommt, ist sie allerdings unsichtbar für ihre Freunde, weil sie sich doch noch nicht bereit fühlt. Es wird bald klar, dass die Clique erst wieder lernen muss, einander zu vertrauen. Fürs erste kümmert sich Willow um den Haushalt, was schon bald das Versorgen der ganzen Anwärterinnen bedeutet. Auch verliebt sie sich wieder und zwar in Kennedy, eine der Anwärterinnen. Der Magie geht Willow so gut es geht aus dem Weg, doch wird schon bald klar, dass das Urböse nur durch ihre Unterstützung und ihre Kräfte bekämpft werden kann. Es erfordert ihre größte Konzentration, dass sie nicht wieder von der schwarzen Magie übermannt wird. Im alles entscheidenden Endkampf schafft sie es mit der Sense alle Anwärterinnen auf der Welt in Jägerinnen zu verwandeln. Während dieses Zaubers bekommt man den Eindruck, als würde Willow eines Tages zu den mächtigen Heilerinnen gehören.

Nadja & Catherine Bühnsack - myFanbase