Bewertung: 8

Review: #2.03 Ein Kühlschrank, viele Zeitungen und Stützräder

Foto: Zoe Perry, Young Sheldon - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Zoe Perry, Young Sheldon
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Marys Glaube an Gott schien bisher immer unerschütterlich zu sein. In Episode #2.03 A Crisis Of Faith And Octupos Aliens zeigt eine völlig andere Seite von ihr und macht deutlich, wie sehr sie der Tod eines Mädchens erschüttert hat.

Marys Glaubenskrise

Wenn ich Sheldons Mutter mit nur einem Wort beschreiben müsste, wäre es wohl folgendes: Gläubig. So haben wir Mary kennen gelernt. Als gläubige Frau, der Gott alles bedeutet. Gott ist für sie mit das Wichtigste im Leben, etwas, woran sie sich auch in schweren Zeit festhalten und etwas, was ihr Kraft geben kann. Doch genau daran zweifelt sie in dieser Episode extrem.

Ich finde es immer schlimm, wenn vor allem junge Menschen bei Verkehrsunfällen sterben. Genau das wird in dieser Episode thematisiert. Nachdem Mary am Sonntagmorgen nach der Kirche nach Hause kommt, erhält sie kurze Zeit später den Anruf, dass die Tochter einer befreundeten Familie in der Nacht bei einem Verkehrsunfall gestorben ist. Mich haben diese Szenen sehr schockiert, da ich die Coopers und Connie noch nie so entsetzt und emotional erlebt habe. Von diesem Zeitpunkt an wusste ich, dass diese Episode besonders werden würde. Denn Marys Glaubenskrise zieht weite Kreise bzw. zeigt sie tatsächlich von einer Seite, die sie sehr authentisch macht und auch ihre restliche Familie, insbesondere Sheldon Charaktereigenschaften von sich zeigen, die man so nicht erwartet hätte.

Da Marys Familie nicht viel mit ihrem Glauben anfangen kann und somit auch keine große Hilfe für sie in der aktuellen Situation wäre, sucht sie Rat bei Pastor Jeff. Ich fand diesen Weg der Autoren sehr gut, da dieser Weg einfach nochmals unterstreicht, dass Jeff und Mary eine sehr vertraute Beziehung zueinander haben. Allerdings war ich von seinem Rat, Gott noch mehr zu dienen, alles andere als begeistert. Ich konnte mir bei seinem Satz schon vorstellen, was es in Mary auslösen würde und meine Vermutungen hatten sich kurze Zeit später bestätigt.

"Für mich bist du die perfekte Mutter und wie wahrscheinlich ist das schon?"

Es war nicht überraschend, dass Mary den Rat von Pastor Jeff annimmt und Gott noch mehr dient. Mich hat ihr Verhalten zwar vor allem beim Frühstücksgebet genervt, allerdings tat sie mir auch leid. Denn wie ich eingangs schon schrieb, erlitt Mary durch die Todesnachricht des Mädchens eine Glaubenskrise. Immerhin war Gott jemand für sie, der immer schützend seine Hände auf die Menschen halten sollte. Doch durch diese Tragödie zweifelt sie jetzt. Zum einen natürlich deswegen, da auch Georgie in diesem Alter ist und es ihn genauso hätte treffen können, aber auch, weil ihr ganzes Weltbild ins Wanken geriet und Mary nun alles hinterfragt.

Durch diese Tragödie bekamen wir aber wunderschöne Szenen zwischen Mary und Connie sowie Mary und Sheldon zu sehen. Diese haben die Beziehungen zwischen den jeweiligen Charakteren in meinen Augen nur nochmals gestärkt. Mir hat es sehr gut gefallen, dass Mary den Abend mit ihrer Mutter verbracht und man sie auch einmal als jemanden gesehen hat, dem das Leben zu viel wird. Außerdem hat mich es sehr berührt, als sie Connie anvertraut hat, dass sie eigentlich nicht weiß, ob es einen besseren Ort als die Familie für jemanden gibt und damit das verstorbene Mädchen meinte. Bei diesem Satz standen mir ehrlich die Tränen in den Augen, weil er nochmals deutlich unterstrichen hat, wie tief Marys Glaubenskrise eigentlich ist.

Sehr schön fand ich in diesem Zusammenhang auch, dass Sheldon es letztlich war, der Mary nicht nur beigestanden, sondern ihr auch klar gemacht hat, dass das eine nicht ohne das andere funktionieren würde. Ich denke, Sheldon war der einzige, der Mary durch seine Art aus diesem Loch herausholen konnte.

Randnotizen

  • Es war mal schön zu sehen, dass auch George seine Kinder umsorgen kann und gar nicht so unbeholfen ist, wie er von Mary immer dargestellt wird.
  • Auch George wurde von dem Tod des Mädchens erschüttert und macht Georgie auf seine Art begreiflich, dass es momentan kein guter Zeitpunkt ist, damit er das Autofahren lernt.
  • Es war ganz amüsant, Mary in einem betrunkenen Zustand zu sehen.
  • Ich liebe die Kommentare von Missy. Wie in dieser Episode, als sie zu George sagte, er dürfe nun fluchen, da Mary aus dem Haus sei.
  • Amüsant sind für mich immer wieder Diskussionen zwischen Pastor Jeff und Sheldon, bei denen der Pastor oft der Verzweiflung nahe ist.



Fazit

"Young Sheldon" bietet mit dieser Episode sehr viele Emotionen und Tiefgang. Es war tragisch, Marys Glaubenskrise zu begleiten, bei denen es tolle Momente mit Connie und Sheldon gab. Bisher macht die zweite Staffel unglaublich viel Spaß!

Daniela S. - myFanbase

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