Bewertung: 5

Review: #3.16 Beziehungsfragen

Foto: Chris Sullivan & Chrissy Metz, This Is Us - Copyright: 2019 Twentieth Century Fox Home Entertainment
Chris Sullivan & Chrissy Metz, This Is Us
© 2019 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Während mich #3.15 The Waiting Room aufgrund seiner Kammerspiel-artigen Atmosphäre in der vergangenen Woche in den Bann gezogen hat, bereitete die Episode meiner Review-Mitstreiterin Marie Schmerzen beim Anschauen. In dieser Woche erging es mir aus unterschiedlichsten Gründen in fast allen Geschichten ähnlich.

Die größten Schmerzen bereitete mir, mitansehen zu müssen wie sich der zuletzt immer mehr aufgestaute Streit zwischen Beth und Randall entwickelte. Was ist nur aus diesem scheinbar so perfekten Traumpaar geworden? Für mich waren die beiden immer die legitimen Nachfolger von Rebecca und Jack. Und nun tut es einfach nur weh zu sehen, wie der Vorzeigeehemann Randall immer egoistischer agiert und dabei, warum auch immer, überhaupt nicht sehen, geschweige denn verstehen kann, dass er sich mit seinem Verhalten und insbesondere seinen Worten, immer weiter von Beth entfernt. Ich bin regelrecht erschrocken, welche schon fast bösartigen Worte er seiner Frau auf die Mailbox gesprochen hat. Und zu dem Zeitpunkt war eigentlich schon klar, dass Beth diese früher oder später nicht nur hören wird, sondern dass sie tatsächlich einmal mehr ihre Interessen zugunsten Randalls zurückgestellt hat, um doch noch bei dem für ihn wichtigen Dinner zu erscheinen. Natürlich steht dieser ganze Konflikt nicht erst im Raum, seitdem Beth ihren Job als Tanzlehrerin angetreten hat. Schon in seiner Wahlkampfzeit hatte Beth ihre Unterstützung für ihn zurückgezogen und schon damals war ich verwundert, wie schnell sie sich dann doch wieder mit ihm versöhnt hatte. Nun ist es also erneut eskaliert und nach dem Cliffhanger bin ich gespannt, ob wir nach dem Schließen der Tür tatsächlich noch Zeuge der dahinter stattfindenden Ereignisse werden. Leider sehe ich aktuell aber gar keinen Ausweg aus der Situation, selbst wenn Randall sich entschuldigen sollte. Seine Worte und sein Verhalten waren einfach zu verletzend.

Da war sie plötzlich und ganz unerwartet wieder: Sophie! So groß meine Wiedersehensfreude bereits beim Anblick ihrer Kinder-Version war, so schmerzlich führte es mir aber insbesondere bei ihrem Aufeinandertreffen mit Kevin in der Gegenwart vor Augen, dass sie einfach so viel besser zu ihm gepasst hat (selbst im Kindesalter), als es Zoe nach nun fast einer kompletten Staffel an seiner Seite tut. Natürlich war auch klar, dass ihre überraschende Verlobung nur den Schluss zulassen konnte, dass es sich um einen einmaligen Auftritt von Sophie handeln wird. Ein Anstoß für Kevin, seine Situation und sein Leben zu überdenken. Dennoch stimmte die Chemie einfach sofort wieder und so fand ich es einfach schön zu sehen, mit welch klaren Sicht auf die Dinge und Distanz zur Vergangenheit, Sophie nun Kevin gegenübertreten kann. Ich habe mich auch sehr über seine liebe Geste mit den Konzertkarten für Sie und ihren Verlobten gefreut. Das zeigt einen gewissen Reifeprozess bei Kevin, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass ich Kevins Entscheidung für Zoe unter der Prämisse, keine Kinder mit ihr haben zu können, für absolut nicht nachvollziehbar halte. Die große Liebe konnten mir beide bislang nicht vermitteln und reichlich Gelegenheiten dafür gab es inzwischen doch wahrlich genug. Selbst die zu Beginn der Episode gezeigte Paartherapie wäre dafür noch einmal ein guter Anlass gewesen. Von dem Gespräch mit der Therapeutin hätte ich mir ohnehin noch mehr Szenen gewünscht, aber auch diese Chance wurde vertan. Außerdem ärgert es mich, dass es mit seiner Entscheidung für Zoe doch sehr wahrscheinlich geworden ist, dass sein Rückfall in die Alkoholsucht auf dem Bildschirm nun ein schnelles Ende finden wird. Das wäre mir in Summe aber dann doch zu oberflächlich und ohne wirkliche Not abgehandelt worden.

In gewisser Weise ebenfalls weh tat es mir, Toby beim Anblick seines neugeborenen Sohnes leiden zu sehen. Dabei habe ich tatsächlich für sein als auch Kates Verhalten vollstes Verständnis. Die Frühgeburt ist für frischgebackene Eltern eine sehr schwierige Situation. Die Sorge um den Gesundheitszustand des Neugeborenen lässt die Freude über den lang ersehnten Nachwuchs in den Hintergrund treten. So ist es zumindest bei Toby der Fall und angesichts seiner psychischen Probleme in der durchaus auch jüngsten Vergangenheit fällt es ihm schwer, eine Verbindung zu Jack junior aufzubauen. Vor lauter Schläuchen und Kabeln ist der Körper des Kleinen kaum zu erkennen. Dass er das kaum mitansehen kann ist aber mit Sicherheit nicht seiner fehlenden Zuneigung zu seinem Sohn geschweige denn Kate zuzurechnen. Er fühlt sich überfordert, obwohl er sicher nur zu gern seiner Frau beistehen und ihren aufopferungsvollen Optimismus teilen will. Es mag selbstverständlich erscheinen, dass die Mutter eines kleinen Babys all ihre Kraft zusammennimmt und dafür die eigenen Sorgen und Gefühle hintenanstellt. Und das tut Kate wirklich sehr bewundernswert. Auch wenn ich es zunächst etwas seltsam empfand, dass sie auf Tobys Reaktionen so gar nicht eingehen wollte. Aber ihre Kraft schien eben nur zur Fokussierung auf eine Person auszureichen und sie hat sich für den kleinen Jack entschieden, der noch um sein junges Leben kämpfen muss. Rückblickend ist das sicher die richtige Entscheidung und letzten Endes ist es ihr ja auch gelungen, sich gegenüber Toby verständlich zu machen und auch ihn davon zu überzeugen, das Positive zu sehen und dem Kleinen beiseite zu stehen. Schön, dass es nun umgekehrt einmal Kate war, die Toby helfend unterstützte. Am Ende hatte ich nicht nur das Gefühl, dass beide aus der Situation gestärkt hervorgehen werden, sondern dass wir uns auch um den kleinen Jack keine Sorgen machen müssen. Er hat tolle Eltern, die auf ihn aufpassen werden.

À propos tolle Eltern: für mich hatten die Flashbacks dieses Mal keinen besonderen Mehrwert, um die Ereignisse der Episode zu bereichern oder gar in einem anderen Licht dastehen zu lassen. Wenn man einmal davon absieht, dass selbst Kevin und Sophie junior mehr Chemie miteinander hatten, als es Kevin und Zoe jemals ausstrahlen werden. Dennoch habe ich mich darüber gefreut, Rebecca und Jack auf der Prom Night nach langer Zeit wieder einmal in einem zweisamen, romantischen Moment erleben zu dürfen.

Fazit

Wenig Licht, viel Schatten so lässt sich die Folge für mich am besten zusammenfassen. Randalls charakterliche Entwicklung ist mir einfach unbegreiflich und es tut mir weh, seine Ehe mit Beth vor diesem Scherbenhaufen stehen zu sehen. Eine weitere Versöhnung scheint mir nahezu ausgeschlossen. So sehr ich mich im ersten Moment über das Wiedersehen mit Sophie gefreut habe, so schnell war aber auch klar, dass es keine neue Chance für sie und Kevin geben wird. Die tolle Chemie der beiden führt dagegen vor Augen, dass Zoe dieses Erbe niemals wird antreten können. Bleibt auf der Habenseite nur noch die Angst um den kleinen Jack und den unterschiedlichen Umgang der Eltern damit. Eine maue Ausbeute, die leider auch keine besonders erfreulichen Zukunftsaussichten aufkommen lässt.

Jan H. myFanbase

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