Bewertung: 6

Review: #5.13 When the Saints Go Marching In

Foto: Claire Holt, Joseph Morgan & Daniel Gillies, The Originals - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Claire Holt, Joseph Morgan & Daniel Gillies, The Originals
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Das war's nun also. Nach fünf Staffeln findet "The Originals" mit #5.13 When the Saints Go Marching In seinen Abschluss. Die Mikaelsons waren eine Familie, die als Bösewichte bei "Vampire Diaries" begonnen hatten und dabei so einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, dass man ihnen ihr eigenes Spin-Off gegeben hat. In den letzten Jahren hat man mit den Charakteren mitgelitten, sich gefreut und nicht nur einmal die Entscheidungen der Serienmacher verflucht. Insofern ist es wohl nur allzu passend, dass mich auch das Serienfinale mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Denn es ist alles so gekommen, wie ich es mir entweder gewünscht (oder zumindest vorausgesagt) hatte und trotzdem hat es sich irgendwie nicht richtig angefühlt.

Fangen wir mal bei den kleinen Siegen an. Zunächst einmal hat man sich ordentlich von New Orleans verabschiedet. Wenn "The Originals" eines geschafft hat, dann dass ich mich ein bisschen in diese Stadt verliebt habe, mit ihrem regen Treiben, der Musik, die durch alle Gassen schallt und den kunterbunten Festen. Diese pulsierende Lebendigkeit und Lebensfreude, die im Kontrast zum übernatürlichen (und teilweise untoten) Untergrund steht. Im Finale bekommen wir nun ein letztes Mal Mardi Gras und damit Party in den Straßen zu sehen – ich werde es vermissen. Auch wenn sich die Serie um die Urvampire dreht, der heimliche Gewinner des Ganzen ist die Stadt geworden. Denn jetzt ist sie die Vampire losgeworden, die immer irgendwie für Ärger gesorgt haben. Wobei es schon etwas weit hergeholt war, dass Marcel mal eben so alle Vampire aus der Stadt werfen kann, die dort vielleicht schon ewig leben. Eigentlich waren ja auch nur die Mikaelsons der Grund für einen Großteil des Übels, das die Stadt im Laufe der Jahre heimgesucht hat, aber hier wollte man wohl wirklich einfach nur einen ordentlichen Schlussstrich ziehen. Bleiben noch die Hexen und Werwölfe, die nun wohl vom Dreiergespann aus Vincent, Freya und Keelin angeführt werden. Auch für die freue ich mich sehr, allen voran Vincent, der es sich redlich verdient hat, dass in seinem Zuhause endlich, endlich Ruhe einkehrt. Was die ganze Sache mit der gemeinsamen Familie angeht – naja. Die Idee ist ja schön und gut, hat aber so wirklich gar nicht in die Folge hineingepasst und war von dem her einfach nur merkwürdig.

"Kol is right, happiness is a choice."

Als nächstes musste ich überrascht feststellen, dass man Kol und Rebekah tatsächlich ihre Happy Ends gönnt. Bei Kol konnte ich mir das noch eher vorstellen, da hat es mich eigentlich nur gestört, dass wir nicht auch noch einen letzten Blick auf Davina bekommen haben. Immerhin hat sie lange genug zum Hauptcast gehört. Viel wichtiger aber ist, dass Kol es doch tatsächlich schafft, bei Rebekah einen Sinneswandel in Gang zu setzen. Eines der Dinge, die ich im Finale unbedingt noch sehen wollte, war, dass Rebekah und Marcel endlich zusammenkommen. Die Liebesgeschichte der beiden hat sich über die Jahrhunderte und die Staffeln hinweg gezogen und war eigentlich eine ständige On-und-Off-Beziehung. Aber jetzt werden sie (und wir) endlich erlöst und haben unsere Antwort in Form eines Heiratsantrages, der genau so schön war, wie der von Marcel am Anfang der Staffel. Als Sahnehäubchen gibt es noch das Heilmittel für Rebekah obendrauf. Wer "Vampire Diaries" gesehen hat, weiß, dass es wohl noch einige Jahrzehnte dauern wird, bis Rebekah Zugriff darauf hat, also können die beiden die nähere Zukunft noch unbeschwert genießen. Für Rebekah ist das natürlich der beste Ausgang, den sie sich hätte wünschen können, immerhin hat sie so die Gelegenheit, ein menschliches Leben zu führen.

"I intend to die by your side."

Soweit also zu den positiven Entwicklungen der Folge. Was übrig bleibt ist der große Plottwist, der wohl die meisten überrascht haben dürfte: Klaus und Elijah sterben beide. Und genau hier fängt es für mich an, sehr schwierig zu werden. Denn auf der einen Seite hatten wir wirklich hervorragende, emotionale Szenen und einen passenden Abschluss für Klaus und Elijahs Geschichten im großen Rahmen, andererseits hat sich die Ausführung teilweise komplett mit dem Geschehnissen dieser Staffel widersprochen.

Was mir an dieser Storyline gefallen hat, war, dass sie den Schwerpunkt wieder auf Klaus und Elijah legt. Die Beziehung der beiden war für mich eh schon immer das Zentrum der Familie und der Serie, also ist es nur recht, dass es auch damit endet. Gerade Klaus' Tod passt von Anfang an wunderbar in die Erzählung. Schließlich ging es bei "The Originals" in aller erster Linie um Klaus' Redemption Arc und bei ehemaligen Bösewichten endet so eine Wiedergutmachung nun eben nur allzu oft darin, dass sie sich für einen anderen opfern. Über die Staffeln hinweg konnte man mitverfolgen, wie Klaus dank Hope zu einer besseren Person geworden ist und hier im Finale wurde das noch einmal deutlich gemacht. Wie Elijah schon gesagt hat, Hope hat das geschafft, was ihm in tausend Jahren nicht gelungen ist. Klaus ist bereit, für seine Familie zu sterben. Kein ehrvolles Leben, aber ein ehrvoller Tod. Damit schließt sich der Kreis für diesen Charakter, der sich im Laufe der Zeit wohl am meisten von allen verändert hat.

Auf der anderen Seite ist da Elijah. Der ist spätestens seit er sich seiner Schuld an Hayleys Tod bewusst geworden ist, eh nur noch ein Schatten seiner selbst gewesen, insofern war sein Tod kaum überraschend. Man konnte ihm schon die ganze Folge über ansehen, dass Elijah etwas plant. Trotzdem habe ich eine Sekunde gebraucht, bis ich erkannt habe, was er mit dem Weißeichenpfahl vorhatte. Ein entsetztes Luftschnappen später befinde ich mich inmitten der Szene, die ich niemals sehen wollte (immerhin sind die beiden meine Lieblingscharaktere) und dennoch, dank der ergreifenden Darstellung der Schauspieler gehört sie nun wohl zu einer der besten Szenen der Serie. Klaus und Elijah standen Jahrhunderte lang Seite an Seite, haben zusammen gekämpft und gestritten, haben unter dem Fluch gelitten, den ihnen ihre Familie aufgebürdet hat und nun entfliehen sie ihm gemeinsam. Beide haben Frieden mit ihrer Familie geschlossen, Elijah kann seinem Bruder ein letztes Mal beistehen, nachdem der endlich zu dem Mann geworden ist, der er immer sein sollte, und Klaus muss nicht alleine sein. "What if there's nothing after this." - "We'll face it together."

Wie gesagt, vom Prinzip her passen beide Tode gut in die Geschichte. Trotzdem bin ich irgendwie nicht zufrieden. Die Poesie des gemeinsames Todes und mitreißend-emotionale Szenen hin oder her, ganz neutral betrachtet hätten sie beide nicht sterben müssen und das versaut mir das Ganze irgendwie total. Wieso nimmt Elijah nicht die dunkle Macht in sich auf, wenn er doch sowieso sterben will, und Klaus kann sich weiter um Hope kümmern und sich weiterentwickeln? Warum ist Elijahs einziger Lebenszweck überhaupt Klaus' Rettung? Natürlich war er schon immer ein gequälter Charakter und Hayleys Tod hat dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt, aber viel logischer wäre es doch, dass er zumindest Hope zuliebe am Leben bleibt und für sie da ist, und sei es nur um Klaus und Hayleys Willen. Wieso trennen sie The Hollow nicht einfach wieder auf die Geschwister auf? Natürlich wären sie dann wieder getrennt, aber Klaus hat doch noch mit Caroline darüber gesprochen, dass es sicherlich irgendwo auf der Welt ein Heilmittel gibt. Wofür wurde das denn bitte erwähnt, wenn jetzt nichts daraus gemacht wird? Stattdessen tut keiner der Familie etwas, um Klaus (und später Elijah) von ihrem Vorhaben abzubringen oder eine andere Möglichkeit zu finden. Nein, es wird gefeiert und es gibt ein schnelles Lebewohl. Das will so überhaupt nicht mit dem üblichen Mikaelson-Kampfgeist übereinstimmen. Wie gesagt, grundsätzlich war es eine schöne Todesszene, die nur leider dadurch zerstört wurde, dass zumindest einer von ihnen hätte leben können. So verliert ihr Opfer einfach einiges an Bedeutung und es bleibt der Eindruck zurück, dass man hier einfach nur schnell zwei Charaktere loswerden wollte. Fakt ist, dass alles so laufen musste, wie es nun mal gelaufen ist, weil die Weichen für "Legacies" gelegt werden mussten. Und nachdem die Schauspieler für die neue Serie nicht mehr zur Verfügung stehen, hat es eben eine permanente Lösung gebraucht.

"This is not the end of the Mikaelsons."

Hope habe ich mir bis ganz zum Schluss aufgehoben, denn im Gegensatz zu den anderen ist ihre Geschichte noch nicht vorbei. Im Gegenteil, sie fängt gerade erst an. Trotzdem ändert das nichts daran, dass man es ihr alles andere als leicht macht. Ein paar Wochen nach Hayleys Tod stirbt jetzt auch noch Klaus. Natürlich ist es so ein Ding in diesem Universum, dass Charaktere gerne mal als Waisen dastehen, aber das macht es auch nicht einfacher. Hope ist gewissermaßen die tragische Gestalt der Serie. Von Anfang an sollte sie die Rettung sein, wortwörtlich die Hoffnung für ihre Familie. Sie sollte sie alle zusammenbringen und am Ende sind sie nun erst recht getrennt. Es gibt mit Kol, Freya Rebekah und Hope zwar noch ein paar Mikaelsons auf der Welt, trotzdem findet diese legendäre Familie, gemeinsames Beisammensein und Schwüre hin oder her, mit dieser Folge ihr Ende.

Randnotizen:

  • Es hat gut getan, dass Marcel sich nach all dem, was zwischen ihnen vorgefallen ist, immer noch als Teil der Mikaelson-Familie sieht.
  • Nachdem Declan in dieser Folge noch nicht mal erwähnt wurde und er auch keinen wirklichen Abschluss bekommen hat, hätte man sich den Charakter doch auch gleich sparen können.
  • Das Abschiedsessen war zwar schön anzusehen, aber irgendwie kam es einem eher so vor, als würde da der Cast munter beisammen sitzen, anstatt der Charaktere.
  • Gastauftritte von Mikael und Camille! Ein bisschen mehr hätte ich mir von den angekündigten Camille-Szenen ja schon erwartet. Immerhin hatte das Ganze eine wunderschöne Symbolik, die noch einmal die Essenz der Einflüsse darstellt, die Cami und Mikael auf Klaus hatten: Wie Engel und Teufel auf seiner Schulter, Camille in weiß, Mikael in schwarz.
  • Immerhin haben Klaroline Fans nach dem Fast-Kuss der letzten Folge jetzt eben doch noch ihren richtigen Kuss bekommen. Es bleibt zwar dabei, dass Caroline in dieser Staffel eher Freundin und Mentorin von Klaus war, trotzdem ist es irgendwie schade, dass diese Geschichte zwischen den beiden immer wieder angedeutet wurde und nun doch nichts daraus wird.
  • Irgendwie ist es schon ironisch, dass ausgerechnet Kol, der mit seiner Familie und "Always and Forever" doch nie viel am Hut hatte, seine ganzen Geschwister wohl überleben wird.
  • Wer bitteschön hatte die Idee, Elijah und Klaus Voldemort-Style in Konfetti aufgehen zu lassen? Urvampire verbrennen doch eigentlich, wie Kol und Co. ja schon mehrere Male bewiesen haben. Gerade nachdem auch Hayley verbrannt ist, hätte das eine schöne Parallele gegeben. So sah das einfach lächerlich aus.
  • Apropos Hayley: Wo bitteschön war die Jenseitsszene, die schon seit einigen Folgen aufgebaut wurde? Erst zeigt man mehrere glückliche Szenen im Jenseits, dann ist da der Kommentar von Hayley, dass sie sich in einem nächsten Leben wiedersehen würden und Elijah ihr dann einen Tanz schuldet und das alles war für nichts? Wieso bekommen Nebencharaktere diese Szenen, während man bei den Hauptcharakteren nicht zu sehen bekommt, wie sie ihren Frieden finden?
  • So sehr es mich auch gefreut hat, dass Elijah und Klaus die letzte Szene bekommen haben, wäre es mir doch lieber gewesen, wenn sie die Serie mit dem Bild von Hope abgeschlossen hätten. Immerhin ging es bei der Serie um die Familie.



Fazit

Trotz vieler bewegender Szenen und einiger Happy Ends bleibt ein negativer Beigeschmack. Ein poetisches Ende ist ja schön und gut, aber es muss eben auch passen und das hat es hier meiner Meinung nach nicht getan. Stattdessen wirkt das Finale genauso wie schon die ganze fünfte Staffel: Gehetzt, halbherzig ausgeführt und schnell zusammengebastelt. Es liegt hauptsächlich an den überzeugenden Einzelszenen, dass ich hier doch noch eine ganz ordentliche Bewertung gewählt habe. Meiner Meinung nach hat man diese doch recht durchwachsene Staffel so gut beendet, wie es eben ging. Nachdem schon die ganze Staffel unter dem Schatten des neuen Spin-Offs gestanden hat, kommt man nicht umhin, sich zu fragen, was wohl anders gelaufen wäre, wenn man sich mit dieser Folge endgültig vom "Vampire Diaries"-Universum verabschiedet hätte. Wären Klaus und Elijah dann vielleicht noch am Leben und die Familie nach wie vor vereint? Wäre es trotzdem so gelaufen? Wir werden es nie erfahren und so bleibt mit diesem Finale nur eines gewiss: Es ist ein Abschied von den Mikaelsons und von "Always and Forever".

Denise D. - myFanbase


Vorherige ReviewÜbersicht

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "The Originals" über die Folge #5.13 When the Saints Go Marching In diskutieren.