Bewertung: 7

Review: #5.11 Bis dass der Tod uns scheidet

Foto: Phoebe Tonkin, The Originals - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Phoebe Tonkin, The Originals
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Es ist das erste Mal, dass wir in dieser Staffel den kompletten, altbekannten Hauptcast zu sehen bekommen, und das merkt man. Zwar lief #5.11 Til the Day I Die etwas gemächlicher ab als einige andere Folgen, was nicht zuletzt an der Hauptstoryline mit der Hochzeit lag, trotzdem habe ich das gerne in Kauf genommen. Denn endlich, endlich bekommt man mal wieder etwas vom typischen "The Originals"-Gefühl zu spüren, was der Serie in dieser Staffel bis auf wenige Szene doch schmerzlich gefehlt hat.

"Let's get married today!"

Die Hochzeit von Freya und Keelin war der Mittelpunkt dieser Folge und trotzdem gibt es nicht wirklich viel darüber zu sagen. Es ist fast schon ironisch, dass ihr großes Familien-Drama kurz vor der Hochzeit eben wieder mit den Mikaelsons und ihrer Vergangenheit zu tun hat – genau das Problem, das die Beziehung der beiden schon von jeher belastet hat. Aber nachdem die beiden sich ausgesprochen haben, scheint dieses Thema endgültig hinter ihnen zu liegen, schöne Traumhochzeit im kleinen Kreis inklusive. Wobei es ja alles andere als einfach war, selbst diese paar Leute zusammenzubringen. Es war wirklich mehr als gemein, als Freya Elijah und Vincent gefragt hat, ob die eine Rolle in ihrer Hochzeit übernehmen wollen und die einfach abgesagt haben. Natürlich haben die beiden mit ihren eigenen Schicksalsschlägen zu kämpfen, aber wann haben sie das nicht? Da können sie sich doch für ein paar Stunden zusammenreißen, nachdem Freya Mal für Mal ihr privates Glück für das größere Wohl aufgegeben hat. Naja, zum Glück gab es dann ja noch ein Happy End und die Szene, in der Freya von Klaus und Elijah in die Kirche geführt wird, war wirklich sehr schön. Man gönnt Freya und Keelin ihr Glück wirklich von ganzem Herzen – jetzt müssen die beiden nur noch die letzten beiden Episoden heil überstehen. Toi, toi, toi.

"You guys got a thousand years of moments like this one and being part of this one really made me feel like I’m part of always and forever, too."

Vielleicht lag es daran, dass Hopes Geschichte mal nicht völlig im Mittelpunkt stand – auf jeden Fall hat sie mir heute richtig gut gefallen. Es ist mir nicht leicht gefallen, die Teenager-Version von Hope anzunehmen, und das lag und liegt wohl hauptsächlich daran, dass diese fünfte Staffel weniger der Abschluss von "The Originals" ist, als vielmehr ein einziges, großes Intro für den neuen Spin-Off "Legacies". Natürlich war es damals viel einfacher, die Originals als Bösewicht der Staffel aus "Vampire Diaries" herauszuschreiben als jetzt Hope. Trotzdem kann man das besser lösen, als es hier getan wurde.

Dafür hat man es in dieser Folge geschafft, eine gute Mischung zu finden. Hopes Geschichte, die praktisch den roten Faden bildet, ist immer noch da und wird auch weitergeführt. Aber es wird dabei auch nicht vergessen, dass es da ja auch noch andere Charaktere gibt. So bekommt Hope einige kleine Szenen, in denen sie viel besser zur Geltung kommt. Zum Beispiel auf dem Friedhof, wo sie um den Kirchenmitarbeiter trauert, den sie versehentlich umgebracht hat oder ihre kleine Ansprache darüber, wie toll dieser Tag für sie war. Hope hat so viel Leid erlebt und steht unter solchem Druck, da hat es einfach gut getan zu sehen, wie ausgelassen sie sich freut und wie unbeschwert sie die Zeit mit ihrer Familie genießt. Damit ist sie das genaue Gegenteil von Klaus. Denn nachdem der von Rebekah erfahren hat, wie es wirklich um Hope und ihre magische Erkrankung steht, kann man ihm deutlich ansehen, wie er immer mehr um Fassung ringt. Das war einfach toll gespielt von Joseph Morgan, denn selbst als man Klaus während der Hochzeit nur im Hintergrund gesehen hat, konnte man sehen, wie sehr er darum bemüht ist, die Fassade aufrechtzuerhalten – und dabei kläglich scheitert.

Hopes lebensbedrohlicher Zustand hat auch seine Vorteile, denn er bringt endlich Klaus und Elijah wieder zusammen. Zugegeben, es ist wohl Hayleys Brief, der Elijah letztlich dazu bringt, aus seinem Schneckenhaus des schlechten Gewissens zu kriechen und sich mal wieder für die Lebenden zu interessieren. Das ändert aber nichts daran, wie gut es tut, die beiden Brüder wieder gemeinsam nebeneinander auf dem Balkon stehen zu sehen. Zusammen mit der emotionalen Umarmung lässt es einen hoffen, dass die Zeit der Trennung der Mikaelsons überstanden ist. Das ändert zwar nichts daran, dass es viel zu lange gedauert hat, trotzdem ist es ein gutes Zeichen.

"I guess I'll meet you in another life."

Es wurde uns ein Abschied von Hayley und Elijah versprochen und den haben wir nun auch bekommen. Der Rückblick auf Hayleys Besuch in Frankreich war wohl mehr Fanservice als alles andere, nichtsdestotrotz waren es schöne Szenen, die einem nur einmal mehr gezeigt haben, was für eine tolle Chemie die beiden Charaktere (und Schauspieler) miteinander hatten. Obwohl sich die beiden in diesem Moment kaum kennen (selbst Hayley kannte ja nur die "alte" Version von Elijah), funkt es sofort zwischen ihnen, was einen fast ein bisschen wehmütig stimmt. Vor allem, weil parallel ständig erwähnt wird, dass manche Dinge eben nicht von Dauer sein müssen, um bedeutend zu sein. Dazu dann auch noch Hayley, die sich ehrlich für Elijahs Glück freut. Es ist eine schöne Erinnerung, der einzige Abschied, der diesen Charakteren gegönnt wurde.

Aber war es das wirklich? Man muss nun wirklich nicht tief in Spekulationen eintauchen, um mehrere Hinweise zu entdecken, die noch eine ganz andere Möglichkeit nahelegen. Einmal ist da Hayleys Kommentar, dass sie sich im nächsten Leben wiedersehen würden. Das Thema wurde einfach schon zu oft verwendet, um einfach nur so dahingesagt zu sein. Noch dazu, wo wir in der letzten Folge doch noch ganz überraschend Joshs Happy End mit Aiden im Jenseits bekommen haben. So sehr es mich auch für Josh gefreut hat, etwas merkwürdig war das Ganze schon – es sei denn natürlich, es war cleveres Foreshadowing. Wenn eines in den letzten Folgen klar geworden ist, dann, dass Elijah mit der Schuld, die er an Hayleys Tod trägt, nicht klar kommt. Ebenso klar ist, dass Hope die Serie überleben wird – sonst würde ihr Spin-Off wohl wenig Sinn machen. Von dem her könnte ich mir gut vorstellen, dass es letztlich darauf hinauslaufen wird, dass sich Elijah für Hope opfert und dann im Jenseits mit Hayley vereint ist. Mal sehen, ob es tatsächlich so kommt, oder ob die Serienmacher mich noch überraschen können.

Randnotizen:

  • Ein "Hello, brother", da krieg ich doch gleich "Vampire Diaries"-Flashbacks.
  • Declan ist wohl doch kein heimlicher Bösewicht – schade, das wäre mal ein cooler Plottwist gewesen. Immerhin weiß er endlich mal, was in der Stadt vor sich geht und die Idee, zusammen mit Marcel eine Basis für eine echte Zusammenarbeit mit den Menschen anzufangen, ist auch sehr gut. Es ist ein Jammer, dass man Declan nicht schon früher in die Serie eingeführt hat, denn so ist mir sein Charakter eigentlich mehr oder weniger egal. Dabei ist der Gedanke, so etwas wie einen neuen Kieran zu haben, der die Anliegen der Menschen in der Stadt vertritt, an sich sehr vielversprechend, geht aber eben einfach in all den anderen Geschichten kläglich unter. Vor allem, wenn er von einem Charakter getragen wird, den wir kaum kennen. Jemand, der schon ein paar Staffeln lang als Nebencharakter dabei war, wäre hier echt die bessere Wahl gewesen.
  • Nur ein paar kurze Szenen machen klar, wie sehr Davina der Serie und Marcel fehlt.
  • Die Tatsache, dass Elijah Hayley zumindest als Andrea gekannt hat (und definitiv etwas für sie empfunden hat), macht die ganze Geschichte auf der Farm nur noch unlogischer. Verwirrung hin oder her, er hätte Greta zumindest mal aufhalten können.
  • Ich will mal schwer hoffen, dass wir vor Serienende noch eine eindeutige Antwort auf die Frage bekommen, was jetzt mit Marcel und Rebekah ist. Fünf Staffeln und über hundert Jahre On-und-Off-Beziehung sind ja wohl mal genug.



Fazit

Es war eine Folge der Abschlüsse. Freya und Keelin heiraten. Klaus und Elijah haben Frieden geschlossen. Die Beziehung von Hayley und Elijah hat ein schönes Ende gefunden. Die Mikaelsons sind wieder vereint, wenn auch viel zu spät. Abgesehen von dem düsteren Schicksal, das auf Hope liegt, ist es eine recht optimistische Folge gewesen, die sich wieder auf die Bedeutung der Familie zurückbesinnt hat. Nun bleiben noch zwei Folgen und da klar ist, dass Hope überleben wird, werden die wohl noch sehr aufregend werden.

Denise D. - myFanbase

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