Bewertung: 7

Review: #5.07 Die Brut

Foto: Eliza Taylor, The 100 - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Eliza Taylor, The 100
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Wieder mussten die Zuschauer zwei Wochen warten, bis #5.07 Acceptable Losses nun endlich ein paar Antworten bereithält. Zumindest was die Geschehnisse in Eden bei den Häftlingen und bei Wonkru im Bunker angehen, während Murphy und Emori keine Screenzeit erhalten. Was gilt als akzeptabler Verlust, darum dreht sich diese Episode und wieder zeigt "The 100", wie leicht es ist in schwierigen Situationen moralische Grenzen zu verschieben.

"Are we really having this conversation? Our friends are there, people we love." - "Acceptable losses."

Octavias Plan sieht also vor die Würmer als Waffe zu benutzen. Diesen ist sie ironischerweise zweimal fast selbst zum Opfer gefallen, denn wie Jason Rothenberg via Twitter verriet, handelt es sich um die gleiche Gattung, welche damals in #1.01 Die Landung Octavia im Wasser angegriffen hat und der Jaha in #2.16 Das gelobte Land einen weiteren Menschen opferte, um sich und Murphy bei der Überfahrt zur Insel des Lichts zu retten. Allein das Überleben von Praimfaya beweist, wie zäh diese Biester sind. Neben der Problematik, dass man diese Wesen sicherlich nicht in Eden haben will und Coopers Testmöglichkeiten innerhalb dieser kurzen Zeit fragwürdig sind, bleibt natürlich noch der Massenmord zu bedenken. Nicht nur an den Häftlingen, sondern auch an Raven, Echo und Co.

"Be careful of the dark, Octavia, too easy to lose your way."

Ein wenig überrascht hat es mich, dass Octavia angesichts von Experimenten an lebenden Menschen die Grenze zieht und dies beweist für mich, dass Octavia wirklich nicht vollkommen verloren ist. Nur leider ist Bellamy momentan nur darauf bedacht seiner Schwester die kalte Schulter zu zeigen, anstatt sich einmal vernünftig mit ihr zu unterhalten. Dass dies nicht so einfach ist, beweist zwar das Gespräch zwischen Indra und Octavia, aber auch dies gibt Anlass zur Hoffnung. Sie ist nicht nur Blodreina, sonst hätte Octavia, da Indra Kane geholfen hat, ihre Seda schon längst betraft. Ihr Verhalten gegenüber Indra ist fast schon als kindisch zu bezeichnen, aber es zeigt mir auch, dass Octavia einfach keinen anderen Ausweg sieht und darüber selbst verzweifelt. Und um ehrlich zu sein, im Endeffekt handelt sie nicht viel anders als damals Clarke in Mount Weather, nur das Octavia mehr Zeit hat diese Tat zu planen. Was die bekannten Opfer angeht, so hat Clarke in Kauf genommen, dass Maya und ihre anderen Verbündeten unter den Bewohnern von Mount Weather sterben, also ist das Opfer in diesem Fall gar nicht viel größer. Natürlich gilt das nicht für Clarke und Bellamy, welche beide Leute in Eden haben, die sie lieben und nicht für Wormkru, Verzeihung, ich meine natürlich Wonkru opfern wollen. Der Blickwinkel ist anders und gerade solche Gratwanderungen machen "The 100" immer wieder spannend, auch wenn es sie bereits sooft gab.

"So, you see, Diyoza's not as bad as you think, and I'm not as good as you hoped."

Eine schwere Entscheidung steht auch für Echo an, deren Status als Spacekru natürlich nicht lange unentdeckt bleibt. Ob die anderen Überläufer dies verraten haben oder doch Kane, ist zunächst erstmal nebensächlich, denn Echo hat anscheinend wirklich den richtigen Job gewählt. Shaw, den sie nicht kennt, ans Messer zu liefern ist eine Sache, aber sie nötigt auch Raven an diesem Verrat teilzuhaben. Die Zuschauer wissen zwar, dass Raven und Echo sich angefreundet haben, aber wirklich viel davon haben wir nicht zu sehen bekommen. Auch in dieser Episode gibt es nur einen kurzen Moment, in welcher Echo Raven Spacewalker nennt und dies erahnen lässt, dass sie die richtige Geschichte hinter Finns Inhaftierung kennt, aber ansonsten bleibt uns nichts anderes übrig als einfach zu glauben, dass Raven im Endeffekt über den Verrat einer guten Freundin tief enttäuscht ist. Raven und Shaw, welche einige Fans ja schon fleißig shippen, dürfte die Aktion auch einen Dämpfer versetzt haben. Wobei Shaws Zeit bei den anderen Überläufern auch die Möglichkeit sein könnte mehr über die Häftlinge und die Zeit, aus der Shaw ursprünglich kommt, zu erfahren, immerhin liefert auch diese Episode wieder eine paar kleine Puzzleteile.

"Octavia will never surrender." - "That's why we're gonna take her out."

Beispielsweise Diyozas Schwangerschaft, welche vermutlich in die Serie geschrieben wurde, da Ivana Milicevic einen Tag vor Drehbeginn herausfand, dass sie schwanger ist. Diyoza ist und bleibt für mich der interessante Neuzugang, auch wenn dies und die Tatsache, dass bereits 75 % ihrer Leute Symptome zeigen, ihre Position schwächt, würde ich sie doch nicht so schnell abschreiben. Insbesondere, wo Clarke in ihr jetzt die bessere Alternative sieht, nachdem Madi es natürlich nicht geschafft hat ihre Fähigkeiten zu verbergen. Ich schätze, niemand hat wirklich geglaubt, dass Madi sich ewig zurückhalten kann, insbesondere nachdem Ethan so gemein zu ihr war. Es ist verständlich, dass sie dazugehören möchte, nicht nur weil sich die Möglichkeit bietet nach sechs Jahren wieder mit Gleichaltrigen zusammen zu sein, sondern auch von ihrem großen Vorbild anerkannt zu werden. Madis Entscheidung gibt also schlussendlich den Ausschlag, dass Clarke sich gegen Octavia wendet und wir alle wissen, dass Wanheda kein leicht zunehmender Gegner ist. Wie wird sich also Bellamy entscheiden, gegen oder für seine Schwester in diesem Fall? Das Promotionbild zeigt zumindest eine mögliche Verteilung der Seiten. Ob ein Putsch oder eine Intrige gegen Octavia allerdings wirklich den Kreis zu durchbrechen vermag? Wir reden hier schließlich über die Menschheit und die Serie "The 100".

Randnotizen

  • Schönes Debüt von Jeff Vlaming, man merkt ihm an, dass er sich mit den vorherigen Staffeln auseinander gesetzt hat und gern kleine Hinweise einstreut.
  • Jaspers Brief wird also endlich wieder erwähnt, schön, dass Monty diesen lesen konnte, auch wenn es scheinbar alte Wunden wieder aufreißt, anstatt ihn mit der Entscheidung seines besten Freundes zu versöhnen.
  • Zu Kanes Ultimatum mag ich gar nicht viel schreiben, dafür gab es im Bunker sicherlich einen Zeitpunkt, der besser geeignet war. Ich verstehe zwar, dass er endgültig genug hat, aber er tut weder sich noch Abby damit einen Gefallen. Kabby hatte allein wegen ihrer Vorgeschichte zwar so einige Höhen und Tiefen, aber auf dieses Drama hätte ich gern verzichtet.
  • Ob Karina wohl bessere Überlebenschancen gehabt hätte, wenn ihre Wunde nicht als Versteck zweckentfremdet worden wäre?
  • Ich habe Murphy und Emori vermisst, genau wie ich gern mehr von Jackson und Miller sehen würde.
  • Es scheint so, als hätte Gaia schon bald Gelegenheit zu beweisen, wie ernst es ihr mit dem Versprechen ist Madi zu beschützen.
  • McCreary als Baby-Daddy ist gruselig. Ich komme nicht umher ihn mir Babytragetasche und einer Knarre in der Hand vorzustellen.

Fazit

#5.07 Acceptable Losses beendet die erste Hälfte der fünften Staffel solide und stellt die Weichen für kommende Ereignisse. Auch es wenn mir persönlich teilweise schwerfällt jede Entscheidung der Charaktere vollkommen nachzuvollziehen, da jene und ihre Beziehungen sich innerhalb des Zeitsprungs verändert haben, ist die Episode spannend. Die meisten Themen sind zwar nicht neu innerhalb von "The 100", aber die Autoren werden uns sicherlich auch weiterhin überraschen mit ihrer Umsetzung der Staffelarc.

Charleen Winter - myFanbase

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