Bewertung: 7

Review: #1.21 Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer

Nach dem schockierenden Ende der letzten Folge drehte sich in dieser Woche Vieles um die Auswirkungen der Ereignisse. Emmetts Geburtstag und ein selbst gedrehter Film standen dabei im Mittelpunkt der etwas durchwachsenen Folge.

"I'm making a zombie movie." - "How original. Why don't you add a brooding vampire and an oversexed werewolf then you could hit all three horror cliques at once."

Leider war für mich persönlich das genannte Zitat das Highlight dieser ganzen Geschichte da ich Horrorfilmen wenig bis gar nichts abgewinnen kann. Allerdings muss ich zugeben, dass die Idee, einen Zombiefilm für Gehörlose selbst zu kreieren, durchaus originell ist. Außerdem hat dieser Film es geschafft, alle wichtigen Charaktere der Serie auf eine nicht allzu künstlich konstruierte Weise zusammen zu bringen. Dafür war dies sicher nützlich, trotzdem wurde mein Geschmack damit nicht so ganz getroffen.

"You were right. She is pretty special."

Emmett wird verständlicherweise die ganze Zeit über von seinem schlechten Gewissen geplagt. Er hat Bay betrogen und muss nun mit den Konsequenzen leben. Es war irgendwie die traurige Ironie des Schicksals, dass er so einen Mist gebaut hat, wo doch jetzt endlich alle Hürden gemeistert schienen. Wie Bay schon sagte: Das Gehörlosen/Nicht-Gehörlosen-Problem, die Scheidung, Daphnes Eifersucht und schließlich auch Melodys anfängliche Abneigung hatten sie überwunden. Und dann das. Dabei hat mir sehr gut gefallen, dass Emmett sich seiner Mutter anvertraut und mit ihr darüber gesprochen hat. Sie hat ihm dann schließlich auch mit ihren Worten zu denken gegeben. Er hat ein schlechtes Gewissen und muss damit leben. Doch soll auch Bay mit dem Wissen leben müssen, was geschehen ist? Es würde den Rahmen sprengen, jetzt eine Grundsatzdiskussion darüber anzufangen, ob man Seitensprünge, die nichts zu bedeuten hatten, beichten sollte oder nicht. In Emmetts Fall ist die Sache jedenfalls allein deshalb schon kompliziert, weil Simone ein Mädchen ist, das durch Toby und Daphne weiter ein Teil seines Lebens sein wird.

Als Bay ihm am Ende der Folge die quasi ein endgültiges Statement fordernde Frage stellte, ob er die Beziehung will oder nicht, hätte ich schwören können, dass er das Ganze beenden würde. Doch da sich diese Serie Gott sei Dank nicht nur Klischees bedient, entschied er sich dafür, mit ihr zusammen zu bleiben. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass sein schlechtes Gewissen ihn in Zukunft in eine ganz schöne Bedrängnis führen wird. Dazu kommt noch, dass mittlerweile schon eine Person mehr als geplant über das Ganze Bescheid weiß.

"Toby is my best friend. And what about Bay?"

Wilke ist derjenige, der als erster von dem Seitensprung erfahren hat. Auch wenn ich es etwas schade fand, dass auch so eine originelle Serie wie "Switched at Birth" auf so billige Mittel zurückgreift, wie das Liegenlassen eines Handys, so hätte man diese Wendung immerhin nicht kommen sehen. Wilke steckt nun in einem moralischen Dilemma und die Tatsache, dass es ausgerechnet er ist, der diese Verantwortung trägt, gefällt mir gut. Aus seinem Gespräch mit Simone ist hervorgegangen, dass es ihr sehr leid tut und dass er mit dem Enthüllen der Wahrheit wahrscheinlich einige Leute verletzen würde. Trotzdem wird es ihm sicher schwer fallen, seinen besten Freund anzulügen. Ich bin wirklich gespannt, wie Wilke sich entscheiden wird und hoffe, auch mal wieder etwas interessantere Seiten an ihm zu sehen, denn als Daphnes Freund, der sich nicht wirklich für die Welt der Gehörlosen interessiert, wirkte er in der letzten Zeit etwas blass.

"I hate being mad at you. But there is so many memories here, that I should have been a part of."

Daphnes Charakter beschert uns im Moment immer öfter wirklich rührende und tiefgründige Szenen, da sie einfach eine schwere Phase durchmacht. In der letzten Woche bewies sie uns schon durch ihr Gespräch mit John, was für ein taffes Mädchen sie eigentlich ist. Und in dieser Woche stellte sie Regina die Frage, die wir uns alle vermutlich seit der großen Enthüllung stellen: Warum hat sie Daphne niemals erzählt, dass diese bei der Geburt vertauscht wurde? Reginas Antwort ist zugleich einfach und zugleich traurig: Sie selbst hätte nicht damit umgehen können. Auch wenn ich Daphnes Zorn und Zwiespalt hier wirklich verstehe, muss ich sagen, dass Reginas Lage eindeutig die verzwicktere ist. Sie wollte das Kind, das sie so lang für ihres hielt, nicht wieder hergeben. Nicht an eine Familie, die sie nicht einmal kannte. Und so hat sie es Daphne verschwiegen. Ich kann gut verstehen, dass es sie traurig macht, dass Daphne so oft betont, wie schön ihre Kindheit mit den Kennishs wohl gewesen wäre. Natürlich meint Daphne es nicht böse, doch trotzdem verletzt es Regina. Umso schöner war die Annäherung zwischen den beiden am Ende, als Daphne Regina aufforderte, doch gemeinsam eigene Erinnerungen zu schaffen. Daphnes Feingefühl beeindruckt mich immer mehr.

"We are commited to each other. And when you're commited, you work thinks out."

Bei Kathryn und John sieht es im Moment überhaupt nicht rosig aus. So gut mir Kathryn in ihren Interaktionen mit Regina gefällt, so sehr gehen mir ihre Zickereien John gegenüber auf die Nerven. Die Streitereien sind einfach teilweise unbegründet. Wir haben die beiden zwar nicht zu der Zeit erlebt, als Sarah Lazar eine wichtige Rolle in Johns Leben gespielt hat, doch so wie ich das sehe, ist zwischen ihnen tatsächlich nichts vorgefallen. Ich hoffe nicht, dass man hier künstlich ein großes Problem herbei projiziert, wo gar keins vorhanden ist. Allerdings war es zusammen mit Angelos Sachen, die durchgesehen werden mussten, eine gute Möglichkeit für eine Annäherung zwischen Kathryn und Regina. Regina und Daphne gegenüber verhält sich Kathryn wirklich vorbildlich, man merkt ihr an, dass sie die ganze Zeit damit beschäftigt ist, das Beste aus der Situation zu machen und die beiden zu unterstützen. Das Buch war für sie eine Art Hilfe, um mit allem besser zurecht zu kommen und ihre Seite der Geschichte zu erzählen. Was dann nach und nach auch Regina begriffen hat. So wie es vorauszusehen war, war Regina erst einmal alles andere als begeistert von der Idee, Kathryn mit dem Buch zu unterstützen. Auch wenn der Stimmungswandel im Laufe einer Folge überstürzt vorgekommen sein mag, so war er trotzdem durchweg verständlich und gut begründet. Regina hat eingesehen, dass es Kathryn nicht darum geht, irgendjemanden schlecht zu machen, sondern darum, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Die Tatsache, dass es ausgerechnet Sarah Lazar ist, die das Konkurrenz-Buch schreiben wird, hat zu einer süßen Szene zwischen Regina und Kathryn geführt, in der Regina Kathryn sozusagen dazu animiert, Sarah auszustechen. Ich freue mich auf das gemeinsame Arbeiten der beiden Frauen, hoffe jedoch, dass sich der Streit zwischen Kathryn und John bald wieder einrenkt.

Fazit

Ein bisschen zu viele Zombies, ein bisschen zu viel Streit, dafür ein paar wirklich rührende Momente. Das war das, was diese Folge ausgemacht hat. Einige Handlungsstränge haben sehr viel Potential, weiter spannend zu bleiben, andere sollten in Zukunft möglichst schnell abgeschlossen werden. Insgesamt eine durchschnittliche Folge, - für "Switched At Birth"-Verhältnisse natürlich immer noch ein sehr hoher Standard - die noch Luft nach oben lässt.

Klara G. - myFanbase

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