Bewertung

Review: #5.09 Die neue Chefin

Nach der langen Winterpause sind der ABC-Doppelpack "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" und "Seattle Firefighters - Die jungen Helden" zurück und feiern das gleich mal mit einem Crossover, da der Cliffhanger rund um die Rettung von Dr. Owen Hunt aufgelöst wird. Dieser nimmt viel Zeit ein, doch auch abseits davon hat es zig Nebenhandlungen gegeben, was eine wirklich volle, wenn auch kurzweilige Episode ausmacht. Hat von den (neuen) möglichen Handlungsbögen auch alles gepasst?

Die Rettungsaktion rund um Owen ist nicht besonders dramatisch inszeniert worden, aber das hat mich nicht gestört. Da er das einzige aus "Grey's Anatomy" bekannte Gesicht für dieses Crossover war, wäre es auch seltsam gewesen, wenn niemand an seiner Seite gebangt hätte. Dennoch ist es sehr spannend gelungen und es wurde vor allem sehr solide Feuerwehrarbeit in den Fokus gerückt. Das ist nicht unbedingt die Stärke von "Seattle Firefighters", wo es manchmal eher zufällig als systematisch wirkt, aber hier hatte alles Hand und Fuß, weswegen ich mich wirklich wie mittendrin gefühlt habe. Zudem hatte man mit Ben Warren eben doch auch einen persönlichen Anknüpfungspunkt und es war mitreißend, wie er alle Prinzipien seines Jobs vergessen hat, nur um unbedingt seinen Freund und ehemaligen Kollegen zu retten. Bevor ich auf Ben noch einmal intensiver komme, war es auch schön, wie Robert Sullivan als Ex-Militär eingebunden wurde und man hat sofort gemerkt, dass er zu Owen eine Verbindung aufgebaut hat, die dann später auch im Krankenwagen fortgesetzt wurde. Vielleicht ist das tatsächlich eine Verbindung für die Zukunft, die immer mal wieder angesprochen werden könnte, denn so ein gemeinsames Schicksal schweißt eben zusammen. Alles in allem: so richtig gebangt habe ich um Owens Leben nicht, denn es ging mehr darum, wie er es mental bis zur Rettung schafft, aber ich habe dennoch durchgehend interessiert und gespannt hingesehen.

Bei Ben haben wir schon in der Episode vor der Winterpause mitbekommen, dass er gerade bereit ist, Grenzen zu überschreiten. Doch nicht wegen eines Adrenalinrauschs oder der zweiten Pubertät, sondern weil man ihm einfach anmerkt, dass er für einen weiteren Verlust partout nicht bereit ist. Bislang wurden vor allem Jack Gibson und Victoria "Vic" Hughes als die zentral Betroffenen im Verlust von Dean Miller dargestellt, aber auch ein Ben hat wirklich schwer zu leiden. Er hat auch schon als Anästhesist und dann Chirurg Menschen sterben sehen und das hat sich auch als Feuerwehrmann nicht geändert, aber ich kann nachvollziehen, dass irgendwann der Punkt erreicht ist, wo man die psychische Auseinandersetzung damit nicht vor der Haustür lassen kann. In diesem Sinne brauchte Ben auch die diversen Ansagen in dieser Episode, weil ihm vorgeführt wird, dass es so nicht weitergehen darf und kann. Vor allem vor dem Hintergrund, dass er und Dr. Miranda Bailey bemüht sind, Pru Millers Eltern zu werden, darf Ben sich an diesem Punkt wirklich nicht angreifbar machen. Es ist löblich, dass er so leidenschaftlich Leben retten will, aber er darf dabei nicht die Grenzen der Vernunft übertreten.

Diese Episode dient auch als Einführung des neuen Fire Chiefs: Natasha Ross. Sie hat definitiv Eindruck in dieser Folge hinterlassen, ob jetzt rein positiv, das muss erst die Zukunft zeigen. Zunächst sind ihre Ansätze argumentativ wirklich großartig und vielversprechend, aber es ist nicht auszuschließen, dass ihr Willen, unbedingt vom männlichen Clubhaus-Gehabe wegzukommen, auch ihre objektive Sicht auf die Dinge verschleiert. Sie hat auf jeden Fall eine gute Menschenkenntnis, denn Sean Beckett bekommt eine eindeutige Ansage von ihr, sie erkennt Andy Herreras Führungsstärke und sie durchschaut Travis Montgomery, dem sie eine Karriere als Führungskraft zutraut. Zudem kann ich auch ihre Beförderung von Sullivan zurück zum Lieutenant sehr gut nachvollziehen. Ob es jetzt unbedingt das Richtige für die Serie an sich ist, das weiß ich noch nicht, aber ich stimme ihr sofort zu, dass sich Ross in ihrem neuen Posten erstmal einfinden und beweisen muss, da ist es nur sinnig, auf Kräfte zu vertrauen, die sie kennt. Ich bin gespannt, was genau zwischen Ross und Sullivan war, aber die Andeutungen sind doch so, dass wir von einer sexuellen Beziehung ausgehen können. Das wird also definitiv ein Unruheherd der nächsten Wochen werden, vor allem wenn es rauskommt und dann Sullivans Beförderung in einem ganz anderen Licht steht. Aber noch einmal abschließend zu Ross, ich habe erstmal Lust auf sie als Figur und bin erwartungsvoll, was uns mit ihr alles erwartet.

Was mir aber großes Stirnrunzeln beschert, dass ist das weitere Trennen der Wachen, da ich zunehmend merke, dass es mich stört, da etwas fehlt in der natürlichen Kommunikation bei Wache 19. Der englische Serientitel sagt doch schon im Kern, um was es geht und das wird immer schwieriger, wenn wir immer konsequent zwei Schauplätze haben. Es war für den Beginn der Staffel, um die ganzen Veränderungen zu unterstreichen, effektiv, das will ich gar nicht leugnen, aber inzwischen sehe ich keinen Mehrwert mehr. Dementsprechend fand ich diesmal auch das Zeichen fatal, dass Wache 23 offenbar noch länger Teil der Serienzukunft sein wird, denn so wie Andy ihre Leute mit dem Ruf '23!' eingeschworen hat, zeigt sich doch, dass für sie dort gerade etwas entsteht, was ihr Freude bereitet. Das gönne ich ihr auch, weil sie sich wirklich entwickelt hat und es für sie nur die logische Konsequenz ist, dennoch finde ich es für die Serie insgesamt unpraktisch. Aber das ist auch einfach die 'Strafe' dafür, dass in der Serie Beförderungen wie Bonbons verteilt werden. Es ist demnach unlogisch, dass bei Wache 19 3 Captains und 5 Lieutenants rumlaufen. Gut, dass es noch Leute wie Travis gibt, die erkennen, dass die Karriereleiter nicht alles im Leben sein muss, so dass wir noch ein paar 'normale' Feuerwehrleute haben. Dennoch gehört Beckett weg, da nach dem Techtelmechtel mit Andy für ihn nichts mehr kam und auch ansonsten will ich alle wieder auf einer Wache haben. Punkt. Aber das bleibt wohl ein frommer Wunsch…

Abseits dieser ganzen Ereignisse haben wir dann noch eine größere Teilhandlung, die sich auf der Wache abspielt und bei der ich lange dachte: passt sie gerade wirklich? Die Bewilligung des Gesundheitsprogramms bei Wache 19 kam völlig aus dem Nichts, deswegen war es dann irritierend, wie sich Jack und Carina DeLuca bemühen, Ideen zusammenzutragen, wie sie das fehlende Geld bekommen. Grundsätzlich fand ich es aber sehr richtig, dass es bewilligt wurde, denn jetzt ist wirklich der Schritt geschafft, Carina sinnig in der Serie zu integrieren. Diese Episode zeigt auch schon, wie es laufen kann, auch wenn die beiden Geschwister, wovon Jeni dann ihre erste Periode hatte, zunächst seltsam anmuteten. Auch wenn noch die Tragik hinzukam, weil sie ihre Mutter vor kurzem verloren haben, war die Handlung eher auf Humor ausgelegt und das hat für mich zu der Rettungsmission von Owen nicht so richtig gepasst. Man könnte natürlich sagen, dass es der perfekte Ausgleich war, aber da die Rettung eben nicht mit übermäßiger Dramatik verpackt war, war es gar nicht nötig. Es war eher so, dass ich mich dann geärgert habe, wenn wieder zur Wache geblendet wurde, weil es dort eben nicht spannend zu sich ging. Alles in allem war es ein guter Beweis für den Bedarf der Klinik und ich freue mich auf Carina als Dauergast dort, da sie dann zu allen eigene Beziehungen aufbauen kann. Zwar weiß ich noch nicht recht, wie alles mit Deans Krisenprogramm sowie dem normalen Job zu koordinieren ist, aber das ist auch eher eine Sorge für die Zukunft.

So belanglos zwischendurch die andere Teilhandlung wirkte, so hat sie doch noch auf einen absoluten inhaltlichen Hammer zum Schluss hingearbeitet. Ich habe mir ehrlich bei dem ganzen Periodengequatsche nichts gedacht, aber dass es damit endet, dass Vic schwanger ist, puh, nee, das war echt…!!! Nach dem ersten Schecken musste ich dann lachen, denn in der letzten Staffel habe ich Andy die Schwangerschaft angedichtet, nun hat es bei Vic zugeschlagen und ich habe es null kommen sehen. Da Schwangerschaften immer gut für die Handlungen sind, sage ich natürlich nicht nein. Auch hier eröffnet es mit der aktuellen Beziehungspause zu Theo Ruiz so viele Möglichkeiten, dass ich nur freudig gespannt sein kann. Zumal ich auch noch keine klare Vision vor Augen haben, wohin diese Schwangerschaft führen soll, was die Lust auf die weiteren Episoden natürlich anfacht.

Fazit

"Seattle Firefighters" war in dieser Woche kurzweilig, spannend und damit wirklich sehr unterhaltsam. Hinter diesem guten Gefühl ist aber nicht zu verbergen, dass ich bei einigen Handlungen etwas besorgt in die Zukunft blicke und das ist das zweite Sozialprogramm für eine Wache sowie Wache 23 an sich. Anderes sieht dagegen richtig rosig ist, weswegen ich mich daran gerne festhalte und dieses Gefühl positiv mit in die nächste Woche nehme.

Lena Donth – myFanbase

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