Bewertung: 8

Review: #5.22 Einhornbaby

Foto: Benjamin Bratt, Private Practice - Copyright: 2012 ABC Studios
Benjamin Bratt, Private Practice
© 2012 ABC Studios

Mit einer sehr starken Folge verabschiedet sich "Private Practice" in die sechste Staffel. Ich bin sowohl mit der Story zufrieden, als auch mit einigen Höhepunkten, die uns die Episode bieten konnte. Es gibt nur eine Kleinigkeit, die wohl eher ein ziemlich entscheidender Faktor ist, die mich nicht überzeugen kann und einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

Unicornbaby

Es ist soweit: Amelia steht vor der Entbindung ihres Babys und ich muss sagen, dass ich von der kompletten Entwicklung dieser Story begeistert bin. Schon zu Beginn, als sie bei Jake im Büro steht, wusste ich, dass der Punkt nun gekommen ist und ich fand die Darstellung von Caterina Scorsone in dieser Folge wieder grandios. Man fiebert mit ihr mit, man wird von ihren Emotionen gefangen und kommt nicht drum herum, einige Tränen zu vergießen. Sie tat mir wirklich leid, als sie sich vor Schmerzen gekrümmt hat und niemanden an sich heranlassen wollte. Hier finde ich den Schritt von Jake wunderbar, dem es nichts ausmacht, dass Amelia weint. Er will ihr helfen und steht ihr nicht nur als Arzt, sondern auch als Freund zur Seite. Ein sehr schöner Moment zwischen den beiden, der mir auch zeigt, dass Jake den richtigen Beruf gewählt hat, weil er sich auf seine Patienten einlässt und alles für sie tut.

Dies zeigt auch sein Einsatz für die Organspende von Amelias Baby. Ich denke, dieses Thema ist immer noch sehr umstritten und ich glaube nicht, dass es hier ein richtig oder falsch gibt. Es ist schwer zu sagen, wie man in solchen Fällen handeln soll und so wie es aussieht, gibt es natürlich Regeln, die eingehalten werden müssen. Doch die Freunde stehen Amelia bei und wollen nur ihr Bestes und da merkt man mal wieder, dass diese Ärzte auf der Seite des Lebens und nicht des Todes stehen. Es hat mir sehr gefallen, dass man hier einen Zwiespalt gesehen hat, ganz besonders bei Charlotte und auch bei Sam. Charlotte ist es am Ende egal, denn ihre Freundschaft zu Amelia überwiegt hier und sie will ihr einfach nur noch ihren Wunsch erfüllen. Außerdem weiß sie, wie es ist Mutter zu sein und geht hier meiner Meinung nach den richtigen Schritt. Dafür wird sie auch mit einer der besten Szenen zwischen ihr und Mason belohnt. Die Konversation der beiden ging mir sehr zu Herzen, weil ich erneut Tränen in den Augen hatte, als Mason sie mit "Mama" angesprochen hat. Das hat Charlotte meiner Meinung nach in dieser Staffel verdient und ich freue mich, dass es so für sie geendet hat.

Was Amelia angeht, hat man es ihr nicht leicht gemacht, aber ich bin sehr stolz auf sie, dass sie sich doch dazu entschlossen hat, ihr Baby noch einmal anzusehen und in den Arm zu nehmen. Eine sehr emotionale Szene, die mich mitgerissen hat, vor allem auch, weil sie sich nicht mehr von ihren Freunden verschließt, sondern auch Addison wieder die Chance gibt, ihr zu helfen. Ich hoffe, dass sie sich wieder öffnen kann und nicht mehr vor ihren Freunden flüchtet, denn diese sind es, die sie jetzt auf jeden Fall brauchen wird. Mit Addison hat sie schon den ersten Schritt getan und jetzt ist da auch noch Sheldon, der ihr nach all den Dingen, immer noch eine Chance gibt. Die zwei zusammen gefallen mir sehr gut und ich freue mich, dass man die Andeutung einer weiteren Freundschaft zwischen ihnen gesehen hat. Das würde ich mir für beide wünschen und hoffe, dass es so bleibt.

Compromises

Wer es sicherlich ebenfalls nicht so einfach haben wird, sind Pete und Violet. Die Sache mit Pete ist ganz bestimmt noch nicht erledigt und ich glaube, dass hier noch Konsequenzen bevorstehen. Nur, weil er auf Bewährung raus ist, heißt das noch lange nicht, dass er vom Gericht nicht verurteilt wird. Ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickelt, wissen wir doch, wie dickköpfig Pete ist. Vielleicht hat er in diesem Moment erkannt, dass Violet und Lucas alles für ihn sind, doch ich glaube, dass er weiterhin hinter seiner Handlung steht und dass er sie verteidigen wird. Das wird sicher noch für einiges an Stress zwischen ihm und Violet sorgen und ich bin gespannt, wie man das alles auflösen wird. Schade ist natürlich, dass sie sich jetzt wieder an einem Punkt in der Beziehung befinden, wo beide wissen, was sie wollen. Es bleibt also spannend.

Was ebenfalls spannend bleibt und was für mich die Kleinigkeit ist, die ich überhaupt nicht gut fand, ist, dass Sam Addison einen Heiratsantrag macht. Wieso ausgerechnet jetzt? Wieso erkennt er genau jetzt, was er will? Das verstehe ich nicht. Ich finde es zwar gut, dass er sich ENDLICH klar geworden ist, was er möchte, doch nach dem ganzen hin und her bin ich mir nicht sicher, ob sich das nicht in der kommenden Staffel wieder ändert. Sam ist in dieser Staffel ein ganz schwieriger Charakter gewesen und sein Verhalten hat mich teilweise zum Wahnsinn getrieben. Auch in dieser Folge fand ich es nicht gut, dass er so dickköpfig war und sich nicht darauf einlassen wollte, Amelia zu helfen. Natürlich sind nicht alle einer Meinung und jeder sieht Situationen anders, aber so stur zu sein, war mir dann doch zuviel. Immerhin hat er eingesehen, dass es das ist, was Amelia will und sich letzten Endes nicht dagegen gesträubt, die Operation vorzunehmen. Damit konnte er wieder einige Punkte bei mir sammeln. Doch der Heiratsantrag kommt für mich eindeutig zu spät und das liegt auch nur daran, weil ich Addison jetzt viel lieber mit Jake sehen möchte. Die beiden haben für mich gerade mehr Chemie und es hat mir gefallen, wie sie zueinander gehalten haben und wie sie sich verhalten haben. Dass er jetzt derjenige sein soll, dessen Herz gebrochen wird, damit möchte ich mich nicht abfinden. Denn so wie es aussieht, fand Addison den Heiratsantrag von Sam gar nicht so schlimm. Es ist immerhin das, was sie sich schon seit langer Zeit gewünscht hat. Deshalb glaube ich auch, dass sie "Ja" sagen wird. Kann natürlich auch sein, dass sie sich für keinen entscheidet und das alles wieder von vorne losgeht. Das möchte ich auch nicht sehen und hoffe, dass wir in der sechsten Staffel wissen, was Addison nun möchte und wen sie möchte. Sollte es nicht Jake sein, fände ich das wirklich schade, aber ich wäre glaube ich auch froh, wenn das alles endlich ein Ende hätte. Man wird sehen. Einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt das Staffelfinale auf jeden Fall und ich fände es sehr traurig, wenn Jake der Leidtragende ist. Aber so ist das in Drama-Serien. Ohne Drama geht nichts und manchmal kommen auch die Paare zusammen, die man nicht zusammen sehen möchte.

Fazit

"Private Practice" beendet die fünfte Staffel mit einer starken und emotionalen Folge. Obwohl mir das Ende bitter aufgestoßen hat, konnte ich mit den anderen Entwicklungen sehr gut leben und war begeistert von der Leistung aller Charaktere. So kann es gerne weitergehen. Season 6, ich freue mich auf dich.

Alex Olejnik - myFanbase

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