Bewertung: 9

Review: #6.01 Die Bestimmung der Retter

Wie sieht eigentlich das Happy End für einen Retter aus? Mit dieser Frage fällt der Startschuss für die mittlerweile sechste Staffel von "Once Upon a Time". Und wie es für die Staffelpremieren so üblich ist, wird nun ein vollkommen neues Kapitel aufgeschlagen.

"Look at the great Aladdin now. Do you remember when we first met? You were just a common thief, but you had honor."

Nachdem bereits fast alle großen Disneyfilme in "Once Upon a Time"-Manier interpretiert und im Laufe der fünf Staffeln in den Handlungsbogen mit eingebunden wurden, gab es noch einen Film, dem noch keine Beachtung geschenkt wurde: "Aladdin". Obwohl dessen Schurke Jafar bereits im wenig erfolgreichen Spin Off aufgegriffen wurde, haben wir Aladdin und seine Liebste Jasmin noch nicht gesehen. Dies scheint sich jetzt zu ändern, denn die Serie begibt sich nun in Tausendundeine Nacht und zeigt uns erste Rückblicke aus Aladdins Geschichte. Doch dieser Aladdin ist nur noch ein Schatten von seiner animierten Vorlage. Er ist ein gebrochener Mann, der seinem Erzfeind nicht mehr die Stirn bietet, sondern alles über sich ergehen lässt. Was genau dazu geführt hat, ist unklar. Interessant ist jedoch, dass auch Aladdin einst ein Retter war und es schon vorher Retter gegeben hat. Allerdings scheint es so, als würde diesen kein Happy End vergönnt sein. Denn wie Jafar betont, geben sie vielen Menschen ihr Happy End, bekommen jedoch kein eigenes. Obwohl wir noch nicht viel aus Agrabah gesehen haben, freue ich mich bereits auf die Fortsetzung der Aladdin Geschichte und zugleich auch der "Savior-Storyline". Nachdem die Produzenten in der letzten Staffel die Mythologie um die Dunklen näher beleuchtet haben, scheinen sie sich nun auf die Retter-Mythologie zu konzentrieren. Zu Jafar sei noch anzumerken, dass die Rolle neubesetzt wurde, da Naveen Andrews, der den Schurken im Wonderland Spin-Off spielte, durch andere Dreharbeiten verhindert war, was mich nicht stört, da mir allein vom Optischen Oded Fehr deutlich besser in der Rolle gefällt.

"I'm here to warn you. Do not let him destroy us, as he did at his last family."

Einer der größten Twists dieser Folge bestand wohl daraus, dass der angebliche Gott der Träume Morpheus der ungeborene Sohn von Belle und Mr. Gold ist. Auf diese Auflösung wäre ich in den kühnsten Träumen nicht gekommen. Zwar lassen sich die Geschmäcker über diese Auflösung streiten, jedoch hat mir dieser Twist sehr gut gefallen und er bewirkt genau das, was ich mir erhofft hatte. Belle löst sich endlich von Mr. Gold. Und ich muss gestehen, dass mir die Szenen zwischen den Beiden, obwohl ich kein großer Fan von ihnen bin, sehr gut gefallen haben. Denn obwohl es zunächst so aussah, als würde Mr. Gold, den Belle in ihrem Traum als Rumpelstilzchen aus der Zeit ihrer Gefangenschaft wahrgenommen hat, sein Ziel erreichen, ist er doch kläglich gescheitert. Auch die Geschehnisse im Schloss spiegeln genau das wieder, was sich all die Jahre zwischen den Beiden abgespielt hat. Zunächst war das Schloss für Belle furchterregend, wurde aber durch die Versprechungen ihres Mannes schöner, wodurch sie sich wieder wohler an seiner Seite fühlte. Jedoch muss sie letzten Endes, in diesem Fall durch die Warnung von Morpheus, doch die harte Realität erkennen. Belle, die von ihrem Sohn erweckt wurde, anstatt von ihrem Mann, zieht nun endlich mal Konsequenzen aus der Warnung ihres Sohnes und aus dem Verhalten von Mr. Gold und verlässt ihn, was aus meiner Sicht längst überfällig war. Nach den ganzen Lügen, Heimlichkeiten und leeren Versprechungen seitens Mr. Gold bekommt dieser nun endlich mal was er verdient, indem er allein zurückgelassen wird. Ich hoffe sehr, dass Belle diese Einstellung weiterhin vertritt und sich von ihm abwendet. Und wie Mr. Gold durch Morpheus erfährt, wird er auch sein zweites Kind verlieren, was natürlich besonders hart ist, da dieses Kind noch nicht mal geboren wurde. Letztendlich ist es durch Golds Verhalten jedoch kein Wunder. Als kleine Randnotiz ist noch zu erwähnen, dass es erneut die legendäre Tanzszene aus "Die Schöne und das Biest" gab. Obwohl es diese bereits in der Premiere der vierten Staffel gab, ist sie aus meiner Sicht treffend gewählt. Damals diente dieser als Hochzeitstanz und sollte den Weg in eine glückliche Zukunft darstellen, was allerdings nicht funktioniert hat. So tanzen die Beiden noch einmal zusammen, bevor sich Morpheus offenbart, was endgültig zur Trennung führt.

"I blame you. Everytime I look at you, I blame you for what happened."

Nach Robins Tod beschließen Regina und ihre einst verhasste Stiefschwester Zelena zusammenzuziehen. Einerseits wirkt diese Entscheidung ein wenig übereilt, da sich beide Frauen nach jahrelangem Kampf erst vor kurzem versöhnt haben und es somit auf der Hand lag, dass trotz der Versöhnung noch viel Konfliktpotenzial im Raum steht. Andererseits kann man auch verstehen, dass sich die Beiden in der harten Zeit beistehen und einander Kraft geben wollen. Obwohl einige vielleicht den aufgekommenen Streit zwischen ihnen als konstruiert betrachten, nur damit Zelena sich von ihrer Schwester ab- und sich der Bösen Königin zuwendet, sehe ich das ein wenig anders: Regina, die gerade erst die Liebe ihres Lebens verloren hat, ist noch meilenweit davon entfernt, ihre Trauer verarbeitet zu haben. Und als Zelena das letzte Andenken an Robin verlegt hatte, wurde die nicht vorhandene Feder zum Ventil ihrer Wut für ihren Verlust. Obwohl Regina diese erst vor ihrer Schwester verbergen will, platzt es in ihrem Büro, wo Robin gestorben ist, aus ihr heraus. Nun macht sie komplett von ihren Gefühlen geleitet Zelena verantwortlich, für das was passiert ist, da sie diejenige war, die Hades nach Storybrooke gebracht hat. Jedoch ist auch Zelena nicht gut auf ihre Schwester zu sprechen, da diese sich von ihrer dunklen Seite gelöst hat, was aus meiner Sicht auch verständlich ist. Zelena und Regina waren beide einst voller Hass und Dunkelheit zerfressen, konnten sich jedoch letztendlich doch zum Guten besinnen. Da beide sowohl eine gute Seite, als auch eine schlechte Seite hatten, hat sich Zelena dadurch, nachdem sie ihre Erinnerung zurück erhalten hat, mit ihrer Schwester besonders verbunden gefühlt. Nun, wo Regina ihre dunkle Seite entfernt hat, fühlt sich Zelena betrogen, vor allem, weil Regina nicht einmal vorher mit ihr darüber gesprochen hat. Letztendlich kommt es so, wie es kommen musste und Zelena trifft, wie vorhin schon erwähnt, auf die Böse Königin, die alle Eigenschaften besitzt, durch die sich Zelena mit ihrer Schwester verbunden fühlte. Dadurch wird Zelena nun auf eine harte Probe gestellt werden und es wird spannend zu beobachten sein, wie sich Zelena entscheidet.

"I wanna start a new story, where the Evil Queen doesn't get apart. And I choose to believe that this story will have a better ending than my last."

Vor allem das Gespräch zwischen Snow und Regina am Ende der Folge hat für einen tollen Charaktermoment gesorgt und konnte die Episode besonders aufwerten, denn in dieser Szene wird ein großer Bogen zurück zur ersten Staffel geschlagen. Damals wäre eine solche Unterhaltung zwischen Snow und Regina noch undenkbar gewesen, was noch einmal die große Entwicklung seitens Regina unterstreicht und belegt, dass aus einstiger Feindschaft auch eine großartige Freundschaft werden kann. In diesem Gespräch gesteht sich Regina die ganzen Fehler ein, die sie begangen hat, sowohl als Böse Königin, als auch als Henrys Stiefmutter und möchte nun ein neues, glückliches Kapitel aufschlagen. Obwohl Regina Robin verloren hat, steht sie nicht alleine da. Denn sie hat mittlerweile tiefgehende Freundschaften zu Snow und den Anderen aufgebaut. Ich hoffe, dass solche Freundschaftsmomente auch noch in Zukunft reichlich zu sehen sind und dass Regina, nach den ganzen Tiefs, die sie verkraften musste, nun langsam mal auf ihr Happy End zusteuert. Verdient hat sie es allemal. Zu Snow sei noch anzumerken, dass sie sich nun endlich wieder auf ihre Stärke besonnen und die Schwächen von Mary Margaret abgelegt hat. Dies wurde auch in der Szene deutlich, als Snow und David in den Wald gegangen sind und sie zu den Menschen aus dem Land der unerzählten Geschichten gesprochen hat. Snow steuert nun langsam aber sicher wieder auf die Rolle als Anführerin zu, so wie wir sie in den Rückblenden der ersten Staffel kennengelernt haben. Was mir gut gefällt ist, dass sowohl Snow als auch Regina nun das komplette Gegenteil zu ihrem Charakter in Staffel 1 darstellen. Während Snow die schwache und unsichere Mary Margaret in die Schranken verwiesen hat, hat sich Regina nun vollständig zum Guten gewandt und ist bereit, ihre Fehler einzusehen. Am Ende dieser Unterhaltung fiel die Feder von Robin auf die Bank und es bleibt zu hoffen, dass Regina diese noch findet, um endgültig loslassen zu können. Ein Anfang ist jedoch schon gemacht, da Regina nun bezweifelt, dass Hades damals die Wahrheit gesagt hat und es doch sein könnte, dass Robin doch in Frieden ruhen kann.

"These visions Emma, tell a story. The story of your future. What you saw is a small piece of the end of your story, savior. On the day you saw, and the battle you saw, you will die."

Obwohl Emma und Hook nach den großen Schwierigkeiten der vergangenen Staffel durchaus einen Moment voller Zweisamkeit und Glück miteinander verdient haben, ist ihnen dieser nicht vergönnt, da nun die Menschen aus dem Land der unerzählten Geschichten im wahrsten Sinne nach Storybrooke fliegen und Emma zudem mit düsteren Versionen zu kämpfen hat. Diese Versionen stellen sich als echten Schock heraus, da uns gezeigt wurde, dass Emma sterben wird. Ob dies wirklich passieren wird, ist sehr fragwürdig, da Emma die zentrale Hauptfigur der Serie ist. Allerdings würde es mit den bislang gewonnenen Kenntnissen über den Retter übereinstimmen. Denn wie Jafar zu Beginn gesagt hat, sorgen die Retter dafür, dass alle Menschen ihr Happy End bekommen, nur ihnen selbst ist keines vergönnt, was man mit dem schlechten Zustand von Aladdin belegt hat. Zudem stellt sich die Frage, wer unter dem Umhang steckte, also wer die Person ist, die Emma letztendlich töten soll / wird. Ist es eine Person, die wir schon kennen? Oder könnte es eine Person sein, die sich nun mit den anderen Menschen ihren Weg aus dem Land der unerzählten Geschichten nach Storybrooke gebahnt hat? Es wird sicherlich noch ein wenig dauern, bis diese Frage enthüllt wird. Allerdings hoffe ich, dass die Person unter dem Umhang auch einen guten Grund hat, um Emma töten zu wollen und nicht dass irgendein Charakter, der vorher noch nie zu sehen war, ganz sporadisch auftaucht, um Emma zu töten, nur weil die Autoren mal wieder Spannung in die Serie bringen wollen. Falls Emma wirklich stirbt, stellt sich bei mir die Frage: Wie soll es dann noch weiter gehen? Es wird ja wohl nicht noch einen Trip in die Unterwelt geben. Zudem wäre es bitterste Ironie von den Autoren, wenn die Figur, die nach Storybrooke kam, um den Fluch zu brechen und den Menschen ihr Happy End zu geben, letztendlich stirbt. Bis das geklärt ist, werden aber noch einige Folgen ins Land gehen.

Fazit

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Einstieg in die sechste Staffel aus meiner Sicht perfekt war. Schön zu sehen ist, dass sich Once nun wieder auf die Vorstadtmentalität konzentriert, wie in den ersten beiden Staffeln. Obwohl bereits in dieser Folge schon einiges passiert ist, wurde die Hektik nun aus der Serie herausgekommen, da man innerhalb von zehn bis elf Folgen einen Handlungsstrang einführt, möglichst versucht diesen spannend zu halten und wieder beendet. Außerdem konnte die Premiere mit tollen Charaktermomenten, spannenden Twists und schönen Entwicklungen überzeugen, wobei für mich vor allem die Szenen um Belles Erweckung herausgestochen haben. Da bei Once momentan das Ende der Geschichten in Betracht genommen wird, frage ich mich, ob diese Staffel auch die letzte sein könnte und die Autoren damit das Ende einläuten. Auch wenn es sich hierbei um die letzte Staffel handeln sollte, hoffe ich, das die Autoren das Niveau der tollen Auftaktfolge aufrecht erhalten können.

Marcel F. - myFanbase

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