Bewertung: 6

Review: #5.01 Schöne neue Welt

[Dies ist der erste Teil der Review zum zweiteiligen "Heroes Reborn"-Staffelauftakt #5.01 Brave New World und #5.02 Odessa. Wer den zweiten Teil weiterlesen möchte, klickt bitte hier.]

Wer hätte gedacht, dass wir uns jemals wieder hier lesen würden? Über Superhelden, Hornbrillen, bedeutungsschwere Voiceovers, unsinnige Storylines und "Das kann doch nicht wahr sein!"-(DWDNWS)-würdige Momente philosophieren würden? Doch bekanntermaßen soll man ja niemals nie sagen. Neun Jahre nach dem großartigen "Heroes"-Piloten #1.01 Genesis, fünf Jahre nach dem enttäuschenden Serienende #4.19 Der letzte Vorhang und mindestens zwanzig neue Superheldenserien später heißt es nun tatsächlich: "Heroes" ist zurück – und zwar in Form eines Revivals, "Reborn" eben.

Wie es die Serie schon so oft während ihrer vierjährigen Laufzeit tat, drückt sie nun ein erneutes Mal den Restart-Knopf. Sie zieht einen Schlussstrich unter die Geschehnisse der Mutterserie und wartet dank eines Zeitsprungs mit einer neuen Prämisse auf: Nach Claires Sprung vom Riesenrad weiß die ganze Welt nun, dass es genetisch weiterentwickelte Menschen, so genannte "Evos" gibt. Der Versuch, "normale" Menschen und Evos zusammenzubringen, scheitert, als ein vermeintlich durch den Evo Mohinder Suresh organisierter Terroranschlag am 13. Juni Odessa dem Erdboden gleichmacht. Die Welt nach 6/13 ist eine Welt voller Paranoia, Skepsis und Hass gegenüber Evos, eine Welt, in der unsere neuen Helden allesamt erst Fuß fassen müssen.

"It's all in here. How the number of evos on the planet is higher than ever before. These powers, the numbers are increasing. Escalating. Why? Is it evolutionary?"

Im Zentrum der zahlreichen neuen Protagonisten steht mit Rückkehrer Noah Bennet ein Fanliebling der Originalserie und "Heroes Reborn" kann nur von Glück reden, Jack Coleman wieder an Bord geholt zu haben. Der Mann mit der Hornbrille ist der mit Abstand charismatischste Charakter und erdet die ganze wirre Geschichte rund um Evos, Geheimorganisationen und Polarlichter. Auch wenn die Serie gleich zu Beginn wieder in altbekannte Fehlermuster tappt – Noah steckt natürlich wieder in einer furchtbar banalen Liebesbeziehung und lässt seine Zukünftige auch sofort fallen, sobald es wieder um Primatech und Bagging & Tagging geht –, so ist Hornbrille einfach eine coole Socke und Coleman immer gern gesehen.

Sehr schnell – für den "Heroes"-Nichtkenner wahrscheinlich zu schnell – durchlebt Noah verschiedene Phasen, von der Hoffnung auf ein Wiedersehen mit seiner Tochter Claire, über den Horror des Terroranschlags und sein neues Leben als Autoverkäufer Ted, bis hin zum Treffen mit René. Das Wiedersehen mit dem Haitianer ist leider nur von kurzer Dauer, doch die ungewohnte Konsequenz, mit der die Serie ihn nach nur zwei Minuten Screentime tatsächlich sterben lässt, macht Hoffnung darauf, dass "Heroes" in Sachen Tod und Auferstehung seine Lektion gelernt hat (man denke an das Sylar/Nathan-Debakel).

Als neuen Partner stellt man Noah nun den Verschwörungstheoretiker Quentin an die Seite, einen bislang noch sehr klischeehaften Charakter, der jedoch gerade in seiner Gegenteiligkeit zu Noah bald aufblühen könnte. Ihr Ausflug zu Primatech/Renautas, wo anscheinend so manch dunkle Machenschaften passieren, legt einen soliden Grundstein für eine hoffentlich interessante Geschichte, gerade weil dadurch Auftritte altbekannter Charaktere wie Mama Petrelli und Mohinder Suresh zu erwarten sind.

"These powers they're not natural. They're not safe and they can't be trusted. So as far as I'm concerned there's only one solution."

Die erwähnte Klischeehaftigkeit ist jedoch noch ein großes Problem der Serie und es wird sich zeigen, ob man innerhalb von nur elf verbleibenden Episoden mehr Tiefe erreichen können wird. Denn nicht nur bleiben die Figuren in ihrem teilweise furchtbar langweiligen Stereotyp haften, sie erinnern oft auch viel zu sehr an bereits bekannte Charaktere aus der "Heroes"-Mutterserie. Tommy und Emily sind quasi eine umgedrehte Kopie von Claire und Zach aus Staffel 1. Miko und Ren erinnern nicht selten an unser japanisches Duo Hiro und Ando. Dann haben wir den Helden wider Willen in Carlos, dessen Bruder als El Vengador die Evos von Los Angeles beschützt, trotz eines riesigen Netzwerks aber anscheinend nicht genug Ressourcen hat, um sich selbst zu retten (DKDNWS?) – ein etwas hanebüchener Erzählkniff, um mal eben noch das Maskierter-Held-Klischee einzubauen (ein Dutzend DC- und Marvel-Comicserien lassen grüßen). So bleiben sie alle, Tommy, Emily, Miko, Ren, Carlos, erstmal Platzhalter, die mit Leben gefüllt werden müssen.

Hier geht es zum zweiten Teil der Review!

Maria Gruber - myFanbase

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