Bewertung: 8
Michael Patrick King

Sex and the City

Würde es dir etwas ausmachen, mit mir verheiratet zu sein?

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Inhalt

Carrie führt eine glückliche Beziehung mit Big und das nun schon gute drei Jahre. Es ist also an der Zeit, den nächsten Schritt zu wagen. Die beiden wollen zusammenziehen und begeben sich auf Wohnungssuche. Samantha ist unterdessen zur Pendlerin geworden. Sie ist mit Smith nach Los Angeles gezogen, damit seine Filmkarriere einen weiteren Schub bekommt, und fliegt bei jeder sich bietenden Möglichkeit nach New York, um sich mit ihren Freundinnen zu treffen. Dabei denkt sie auch immer öfter über ihre Bindungsfähigkeit nach. Charlotte führt derweil ihre Bilderbuchehe, während Miranda völlig überarbeitet ist und keine Zeit mehr findet, mit Steve zu schlafen.

Als Carrie schließlich die Traumwohnung findet, die von Big nur noch um eine Kleinigkeit erweitert werden muss, ist das Glück perfekt. Carrie hörte aber von einer gescheiterten Beziehung, bei der eine Frau mit leeren Händen dastand, weil alles der Mann bezahlt hat. Als sie ihre Gedanken dazu Big erzählt, schlägt dieser überraschend vor, dass sie heiraten könnten. Als Carrie diese frohe Nachricht ihren Freundinnen erzählt, ist besonders Charlotte vollkommen aus dem Häuschen, da sie immer daran geglaubt hatte, dass aus Carrie und Big etwas wird. Es beginnt die Zeit der Hochzeitsvorbereitungen und alles läuft gut.

Steve hat in der Zwischenzeit durch seine Sexabstinenz einen schweren Fehler begangen. Er hatte einen One Night Stand mit einer anderen Frau, gesteht dies aber sofort Miranda, doch diese ist extrem wütend und schmeißt ihn raus. Alles Betteln und Entschuldigen hilft da nichts. Als Steve am Vorabend der Hochzeit bei der Feier auftaucht, wird Miranda so wütend auf Steve, dass sie im Affekt zu Big sagt, dass sie einen großen Fehler machen würden, wenn sie heiraten. Big, der durch zwei gescheiterte Ehen sowieso schon viel darüber nachdenkt, wird skeptisch.

Kritik

Wer jetzt meint, dass der Inhalt schon den ganzen Film verraten würde, dem sei hier versichert, dass dem absolut nicht so ist. Zwei Stunden und 15 Minuten darf man die vier Mädels erleben, für Fans der Serie sicherlich keine Minute zu wenig. Doch man muss schon mit sehr viel Begeisterung in den Film gehen, um die Längen in der zweiten Filmhälfte nicht zu bemerken. Leider gibt es im dritten Viertel des Filmes einen deutlichen Spannungsabfall. Vielleicht sollte diese inhaltliche Überbrückungsphase so daher kommen, aber bedarf es in einem 135-Minutenfilm einer solchen Phase? Hier hätte man sicherlich etwas kürzen können, um das Tempo zu halten.

Dieser Durchhänger ist aber auch schon das einzige, was man dem Film übel nehmen kann. Ansonsten erfüllt er wohl alle Erwartungen, die man an ihn haben kann. Es gibt witzige Dialoge über die üblichen Themen. Die Mode ist ausgefallener denn je. Es tauchen eigentlich alle Charaktere auf, die man über sechs Jahre der Serie so lieb gewonnen hat und mit Jennifer Hudsons Charakter Louise hat man sogar noch einen weiteren hinzugefügt. Und was besonders wichtig ist, die Serie wird inhaltlich fortgeführt. Man merkt richtig, wie das Drehbuch von einem Serienautor geschrieben wurde. Man hätte aus dem Inhalt mit entsprechenden Variationen auch eine tolle siebte Staffel machen können. Cliffhangermomente gab es zu genüge.

Was in besonderer Weise zu gefallen wusste, ist die Tatsache, dass die Darsteller keine Energie verloren haben. Sie glänzen auch auf der großen Leinwand und übertragen ihr Charisma und ihre Ausstrahlung auf die Zuschauer wie früher. Man vergisst sofort, dass es eine lange Pause gab und fühlt sich spontan vier Jahre jünger, als man noch vor dem TV-Gerät mit den Charakteren mitfieberte.

Ist der Film nun aber nur etwas für Fans der Serie? Diese Frage lässt sich schwer beantworten. Die Autoren haben alles getan, um den Film auch für Neulinge zugänglich zu machen, in dem sie innerhalb von nicht mal fünf Minuten einen großartigen Rückblick auf die Serie geben, damit jeder Zuschauer ein Grundverständnis bekommt, mit wem er es zu tun hat. Besser hätte man es wohl nicht machen können. Natürlich hat man so noch nicht den tiefen Einblick bekommen, wie sie ein Kenner der Serie hat, aber das bekommt man durch den Film dann schon heraus. Wer also aus welchen Gründen auch immer bisher noch nichts mit der Serie zu tun hatte, wird nicht wie ein totaler Außenseiter im Kino sitzen.

Fazit

Bis auf einen zwischenzeitlichen Durchhänger ist es der Film, den man erwarten konnte. Er hat alles, was die Serie auszeichnete und man fragt sich, wie man die letzten Jahre ohne die vier Mädels aushalten konnte.

Emil Groth - myFanbase
21.05.2008

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